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Wahrheit oder Vorurteil: Yachten nur für Superreiche?


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WuerttRene

Nachdem im Boote & Yachten Thread, im Luxus- und Lifestyle-Forum, fleißig gepostet wird, wurde ich als Camperkind neugierig.

 

Ist das wirklich so, dass man 10% des Neupreises an Unterhaltskosten für eine Yacht hat? Was ist eigentlich eine Yacht? Daher dieser Club und dieser Thread.

 

Wikipedia spricht davon, dass eine "normale" Yacht ein großes Boot von 30-56 Fuß ist, das sind 10-17 Meter Länge und das ist denke ich auch ein guter Bereich, um sich ein Grundwissen zuzulegen.

Habt Ihr schon Erfahrungen mit Yachten in diesen Größenordnungen? Welche Marken gibt es, kann man das irgendwie mit Automobilmarken vergleichen?

Ich freue mich auf rege Beteiligung!

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locodiablo

Hallo zusammen, da dies mittlerweile eines meiner liebsten Hobby geworden ist freue ich mich hier zu sein :)

 

Und ja, Boote sind sau teuer 😂

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WuerttRene

Willkommen! :) 

 

Was kann man denn unter sauteuer verstehen? Wenn ich bei den gängigen Online-Börsen stöbere, finde ich z.B. eine Janneau Prestige 420 Fly, Baujahr 2020 mit zwei Cummins 6,7l Dieselmotoren für 570.000€. 

 

Wenn ich mir sowas leisten kann, was empfinde ich dann als sauteuer? Verglichen mit einer Wohnung für den gleichen Preis sauteuer? Verglichen mit einem Sportwagen für den gleichen Preis sauteuer?

Die Liegegebühr variiert ja je nach Hafen stark, dazu Versicherung, Steuer (?), Wartung, Diesel (Fährt man viel mit so einem Schiff oder sucht man sich eine passende Marina und bleibt dort?) und Reparaturen?

 

Ich habe viele Fragen :D

locodiablo

Ok, ich mache Dir ein Beispiel hier dran, 2001 Sunseeker Predator 75

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Heute gehandelt für 400-500k Euro.

 

Aus dem Wasser heben 1000€, wieder zurück nochmals 1000€

 

Bootschale reinigen und neu Pinseln 6-8k Euro.

Motorenservice ca 5k 

Neue Anoden 2-3k

Liegeplatz 12-25k

 

Verbrauch die Stunde zwischen 300-500 Liter Diesel a 1.50€

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WuerttRene

Das ist natürlich nochmal eine andere Klasse, ich bin sehr gespannt! Danke schonmal!

locodiablo

ABER auf einem Boot geht IMMER irgendwas kaputt. Ich habe im letzten Jahr inkl allem, alles Reparaturen, Diesel, Liegeplatz (ausserhalb deines Hafen so 150-220€ pro Tag) ca 150k auf den Kopf geschlagen.

Es geht natürlich auch billiger und in guten Jahren kommst mit 100k durch.

 

Zuvor hatte ich eine Sessa 52, mit der kam ich wesentlich günstiger durch den Sommer. Ich behaupte mal so ab 20 Meter wirds richtig teuer aber auch bei 50 Fuss bist Du schnell bei 50k pro Jahr.

 

Ach, einmal volltanken kostet so ca eine normale Rolex 😂

User Ultimatum wäre noch ein guter Kandidat für diesen Club, der beschäftigt sich auch mit dem Hobby. :)

 

Und hier noch aktuelle Preise einer 30 Meter Azimut:

  • Motorenservice: € 16.000
  • Generatorenservice: € 4.500
  • Teak abschleifen: € 5.000
  • Polish: € 21.500
  • Antifouling: € 10.000
  • Jacuzzi Reparatur: € 2.500
  • Werft Standgebühr 1 Woche:  € 1.850
  • Kran für Herausheben und zu Wasser lassen: € 4.800
  • Schale reinigen: € 850
  • Transport und Aufbocken: € 980
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WuerttRene

Vielen, vielen Dank! Das hilft schon mal weiter!

Das sollte man ja dann im Verhältnis zu den Metern auch runterrechnen können, oder?

locodiablo

Ich finde das mit dem runterrechnen eher schwer, falls Du aber was kaufen möchtest kann man das anhand des betreffenden Bootes schon so ca durchrechnen.

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WuerttRene

Mir gehts eher darum, ein Gefühl dafür zu bekommen. Ich würde dieses Jahr gerne die entsprechenden Scheine machen und dann mal was Kleines für ein paar Tage chartern.

 

Die 100-150k für alle Kosten bei 75 Fuß und 50k bei 50 Fuß inkl. allem sind schon mal Hausnummern. Das sind aber nur die Unterhaltskosten für das Boot, oder? Da sind keine Lebenshaltungskosten dabei?

Wie lange hattest Du die Sessa? Hat man bei einem Boot auch einen Wertverlust wie bei einem Kfz? 

Naja, Loco hat grundsätzlich Recht aber die Unterhaltskosten hängen auch stark vom jeweiligen Revier ab. Selbst an der Cote d Azure sind die Unterschiede gewaltig. Ostsee ist dafür wiederum deutlich günstiger. Liegeplatz Saison von 2000-4500€,

Tanken in Polen für 1,10€ oder Tankwagen zum üblichen Preis bestellen. Verbrauch bei Marschfahrt 150ltr/h. Predator 60 als Referenz.

Unterscheidet sich kostenmäßig kaum zur vorherigen Camargue 50.

Dann noch die Frage, was will ich- darauf wohnen, Ausflüge oder Spielzeug fürs Wochenende? 
Je größer so ein Schiff wird desto eher ähnelt es einer fahrenden Intensivstation. Je mehr dran, je mehr kaputt. Deswegen gibt es genau 2 glückliche Momente-den Kauf und den Verkauf.😂

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locodiablo

Gut ich muss dazu sagen, dass ich 3 Monate im Jahr auf dem Boot lebe - das wird also schon intensiv genutzt.

Wertverlust, ja hat man klar aber bei Booten kommt es stark auf die jeweilige Nachfrage an - im Moment sind die Preise dank Corona relativ hoch und nach den ersten 5 Jahren verfallen die Preise relativ langsam und man hat auch noch 20-30 Jahren noch einen ansehlichen Wert der dann eher sehr langsam sinkt oder sogar stagniert wenn das Boot gut gepflegt ist.

 

 

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locodiablo

Ich habe bei 7 Meter auf dem Lago Maggiore angefangen (wurde mir nach 3 Wochen zu klein), daraus wurden 10 Meter. Dann 11 Meter auf dem Meer, dann 52 Fuss dann 75 Fuss und nun 98 Fuss mit Crew.

 

Die Frage was man braucht ist entscheidend aber kann sich natürlich sehr stark während dem Hobby ändern. Ich wollte immer selber fahren aber mit steigender Anzahl Tage habe ich nun wesentlich weniger Lust das Boot zu putzen usw.

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WuerttRene

Das ist interessant. Ihr habe ja auch beide, wenn ich das richtig lese, eher sportliche Boote (Gleiter?)

 

Was verbraucht denn ein 50 Fuß Boot bei Marschfahrt und von welcher Geschwindigkeit sprechen wir da? 10-15kn?

 

Verstehe ich das richtig, dass sich die Kosten eher nach der Größe und (bei einem gut gepflegten Boot) nicht nach dem Alter richten?

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WuerttRene

Das sind 40km/h, also ein Verbrauch von 250bis 375l auf 100km?

 

Ich dachte, Marschfahrt wäre doch recht sparsam mit 100-150l auf 100km und weniger als 15kn?

Bonhomme Richard

Die Eingangsfrage ist, was man unter "Superreiche" versteht. Ich zähle mich nicht dazu.

 

Anfangs 1990er haben wir eine neue zweimotorige Guy Couach (aus Diskretionsgründen werde ich nicht konkreter) gekauft. Da wir in den letzten Jahren nur noch 2 bis 3 Wochen auf dem Boot waren, wollen wir es nun verkaufen. Das Schiff ist bestens unterhalten bzw. die gesamte Inneneinrichtung wurde kürzlich modernisiert. Die Motoren haben keine 3500 Stunden. Trotzdem wird uns gerade noch 5 % des seinerzeitigen Kaufpreises geboten. Das macht zwar nur 3 % Abschreibung pro Jahr, ist aber eine ordentliche Stange Geld.

 

Der Kraftstoffverbrauch ist stark vom Tempo abhängig. Die maximalen 30 Knoten sind nicht wirklich lustig bzw. jeglicher Komfort ist dahin. Die 10'000 Liter sind dann in wenigen Stunden verbraucht. Fährt man "vernünftig", reicht der Diesel für mehrere Wochen. 

 

Ursprünglich lag das Schiff in Monte Carlo. Irgendwann wurde es uns aber mit dem Grand Prix zu blöd (die 2 Wochen kosteten nochmals so viel wie das ganze Jahr). Das war anfangs ganz unterhaltsam, aber auf Dauer nervt's. Wir verlegten dann in die Adria. Der Liegeplatz kostet zwar nur noch einen Bruchteil, ist aber noch immer teuer (rund 10'000 kEUR/Jahr bei 50 Jahre Pacht), aber in der Gesamtrechnung ein Klacks. 

 

Die Kosten für die allgemeine Wartung lagen so um die 50 kEUR/Jahr. Mal mehr, mal weniger. Teurer wurde es, wenn die Elektronik ersetzt wurde oder man am Interieur "herumdokterte". 

 

Bei 4 Doppelkabinen für Eigner und Gäste hat es Platz für 4 Mann Besatzung. In der Regel fuhren wir nur mit einem Kapitän (da wir meistens in der Nacht den Liegeplatz änderten, wollten wir nicht selber fahren, sondern schlafen). Mehr Personal hatten wir nur, wenn mehr als die Familie auf dem Schiff war. Das Vor- bzw. Nachbereiten des Schiffes kostete rund 2 bis 5 Manntage zusätzlich. Den Kapitän beschäftigen wir im Winter in der Firma und ab März bis Oktober auf dem Schiff. 

 

Die von Locodiablo genannten kEUR 150 p.a. erreicht man, ohne sich besonders anzustrengen. Mit Personal sind es dann nochmals mehr. Damit sind wir inklusive Abschreiber bei etwas unter 10 % p.a. des Anschaffungspreises. Superreich muss man dafür nicht sein, aber mit Harz-IV wird's eng. Rechnet man noch An- und Abreise (oft mit dem Privatjet, da Nizza oder die Adria meist nur kleine Flughäfen mit wenigen Direktverbindungen haben und dies meistens nur mit Eco) dazu, sind wir dann schon eher bei 10 %...

 

Rückblickend muss ich sagen, es war eine tolle Zeit. Aber ich hab's "gesehen" - insbesondere seit man uns im Hafen in Italien über den Winter 10'000 L (!!)  Diesel geklaut hat und wir das glücklicherweise noch vor dem Auslaufen bemerkten... Selbst wenn ein Boot mobil ist, schränkt es eben doch ein. Und selbst bei 30 m ist der Komfort eben doch geringer als in einem schönen Hotel - v.a. was die Vielfalt der Verpflegung anbelangt. So fliegen wir heute lieber in die Südsee und entspannen stationär auf einer schönen Insel.

 

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@locodiablo

Gina, ich bring dann auch was zu TRINKEN mit. 🙃

vor 1 Stunde schrieb locodiablo:

ABER auf einem Boot geht IMMER irgendwas kaputt. Ich habe im letzten Jahr inkl allem, alles Reparaturen, Diesel, Liegeplatz (ausserhalb deines Hafen so 150-220€ pro Tag) ca 150k auf den Kopf geschlagen.

Es geht natürlich auch billiger und in guten Jahren kommst mit 100k durch.

 

Zuvor hatte ich eine Sessa 52, mit der kam ich wesentlich günstiger durch den Sommer. Ich behaupte mal so ab 20 Meter wirds richtig teuer aber auch bei 50 Fuss bist Du schnell bei 50k pro Jahr.

 

Ach, einmal volltanken kostet so ca eine normale Rolex 😂

User Ultimatum wäre noch ein guter Kandidat für diesen Club, der beschäftigt sich auch mit dem Hobby. :)

 

Und hier noch aktuelle Preise einer 30 Meter Azimut:

  • Motorenservice: € 16.000
  • Generatorenservice: € 4.500
  • Teak abschleifen: € 5.000
  • Polish: € 21.500
  • Antifouling: € 10.000
  • Jacuzzi Reparatur: € 2.500
  • Werft Standgebühr 1 Woche:  € 1.850
  • Kran für Herausheben und zu Wasser lassen: € 4.800
  • Schale reinigen: € 850
  • Transport und Aufbocken: € 980

 

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WuerttRene
Zitat

Rückblickend muss ich sagen, es war eine tolle Zeit. [...] Selbst wenn ein Boot mobil ist, schränkt es eben doch ein. Und selbst bei 30 m ist der Komfort eben doch geringer als in einem schönen Hotel - v.a. was die Vielfalt der Verpflegung anbelangt. So fliegen wir heute lieber in die Südsee und entspannen stationär auf einer schönen Insel.

Das finde ich sehr interessant, Du hast Dein Boot ja seit über 30 Jahren. Was hat den Reiz ausgemacht? Bist Du mit dem Boot auch herumgefahren oder nur fest in den jeweilig genannten Marinas?

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WuerttRene

Habe dazu mal einen anderen Thread aufgemacht, dass das das Thema hier nicht verwässert :)

locodiablo
vor 1 Stunde schrieb Bonhomme Richard:

Die Eingangsfrage ist, was man unter "Superreiche" versteht. Ich zähle mich nicht dazu.

 

Anfangs 1990er haben wir eine neue zweimotorige Guy Couach (aus Diskretionsgründen werde ich nicht konkreter) gekauft. Da wir in den letzten Jahren nur noch 2 bis 3 Wochen auf dem Boot waren, wollen wir es nun verkaufen. Das Schiff ist bestens unterhalten bzw. die gesamte Inneneinrichtung wurde kürzlich modernisiert. Die Motoren haben keine 3500 Stunden. Trotzdem wird uns gerade noch 5 % des seinerzeitigen Kaufpreises geboten. Das macht zwar nur 3 % Abschreibung pro Jahr, ist aber eine ordentliche Stange Geld.

 

Der Kraftstoffverbrauch ist stark vom Tempo abhängig. Die maximalen 30 Knoten sind nicht wirklich lustig bzw. jeglicher Komfort ist dahin. Die 10'000 Liter sind dann in wenigen Stunden verbraucht. Fährt man "vernünftig", reicht der Diesel für mehrere Wochen. 

 

Ursprünglich lag das Schiff in Monte Carlo. Irgendwann wurde es uns aber mit dem Grand Prix zu blöd (die 2 Wochen kosteten nochmals so viel wie das ganze Jahr). Das war anfangs ganz unterhaltsam, aber auf Dauer nervt's. Wir verlegten dann in die Adria. Der Liegeplatz kostet zwar nur noch einen Bruchteil, ist aber noch immer teuer (rund 10'000 kEUR/Jahr bei 50 Jahre Pacht), aber in der Gesamtrechnung ein Klacks. 

 

Die Kosten für die allgemeine Wartung lagen so um die 50 kEUR/Jahr. Mal mehr, mal weniger. Teurer wurde es, wenn die Elektronik ersetzt wurde oder man am Interieur "herumdokterte". 

 

Bei 4 Doppelkabinen für Eigner und Gäste hat es Platz für 4 Mann Besatzung. In der Regel fuhren wir nur mit einem Kapitän (da wir meistens in der Nacht den Liegeplatz änderten, wollten wir nicht selber fahren, sondern schlafen). Mehr Personal hatten wir nur, wenn mehr als die Familie auf dem Schiff war. Das Vor- bzw. Nachbereiten des Schiffes kostete rund 2 bis 5 Manntage zusätzlich. Den Kapitän beschäftigen wir im Winter in der Firma und ab März bis Oktober auf dem Schiff. 

 

Die von Locodiablo genannten kEUR 150 p.a. erreicht man, ohne sich besonders anzustrengen. Mit Personal sind es dann nochmals mehr. Damit sind wir inklusive Abschreiber bei etwas unter 10 % p.a. des Anschaffungspreises. Superreich muss man dafür nicht sein, aber mit Harz-IV wird's eng. Rechnet man noch An- und Abreise (oft mit dem Privatjet, da Nizza oder die Adria meist nur kleine Flughäfen mit wenigen Direktverbindungen haben und dies meistens nur mit Eco) dazu, sind wir dann schon eher bei 10 %...

 

Rückblickend muss ich sagen, es war eine tolle Zeit. Aber ich hab's "gesehen" - insbesondere seit man uns im Hafen in Italien über den Winter 10'000 L (!!)  Diesel geklaut hat und wir das glücklicherweise noch vor dem Auslaufen bemerkten... Selbst wenn ein Boot mobil ist, schränkt es eben doch ein. Und selbst bei 30 m ist der Komfort eben doch geringer als in einem schönen Hotel - v.a. was die Vielfalt der Verpflegung anbelangt. So fliegen wir heute lieber in die Südsee und entspannen stationär auf einer schönen Insel.

 

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Darf man erfahren wo ihr das Schiff habt? Bin ebenfalls an der Adria - Rodi Garganico


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