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Kazuya

Ich bräucht da mal so 100 Mio. €

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Kazuya
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Servus zusammen,

 

seit Jahren schon hab ich da diese zwei Ideen (jaja Visionen hat usw.) die mich nicht loslassen. Die eine ist so naheliegend, dass sie vermutlich jeder schon mal hatte. Man macht es einem Enzo Ferrari, einem Horacio Pagani oder einem Herrn von Koenigsegg gleich und baut sich seinen eigenen automobilen Sportwagen Traum. Aber darum solls jetzt nicht gehen.

 

Auch die zweite Idee/Vision ist banal nahe liegend. In Süddeutschland gibt es gemeinhin nicht wenige wohlhabende Menschen die sich potente Autos leisten und die diese gerne auch entsprechend bewegen wollen. Dafür gibt es dann genau drei legale Möglichkeiten:

  1. AB: Tempo-Ballern macht kurzfristig laune, aber auf dauer ists dann schnell langweilig.
  2. Landstraße: Ja schon besser, aber eben auch deutlich gefährlicher, alleine schon wegen den "anderen" die auf das eigene sportliche ambitonierte Fahren nicht eingestellt sind.
  3. Rennstrecke: na das wäre doch die beste Lösung. Nun angenommen man lebt in München, und viele Menschen mit besagten performanten Autos leben da, oder im Speckgürtel, dann würde lt. Google Maps die Fahrt bis zur nächsten Rennstrecke (Salzburgring) dauert zwar "nur" 1:50 Std. aber ganz ehrlich, die Strecke schaut schon sehr dröge aus. Zwei lange Geraden, ein bisschen Schickane hier, ein paar Rechtskurven da, fertig. Was gibt sonst noch? Na klar, der Redbull Ring (4:05 Std.), Hockenheim (3:51 Std.) und Brno (6:04 Std) liegen nur nicht so ganz nahe. Und dann auch noch ohne Stau usw. Und wenn man sein Schätzchen die An- und Abfahrt auf eigener Achse ersparen will brauchts noch einen Anhänger mit dem man noch langsamer unterwegs ist.

Tja... wie wäre es aber, wenn es nur etwa 45 Min.(Fahrtzeit) von München entfernt eine vollwertige Rennstrecke für alle Rennserien (inkl. F1) geben würde die auch Touristenfahrten anbietet? Der Bayern-Ring, Bajuwaren-Ring oder benannt nach dem nächsten Ort.

Konzeptmäßig und weil reine Rennstrecken unwirtschaftlich sind, gäbe es folgendes:

  1. Große GP-Strecke: ca. 5-7 km lang, der Topografie angepasst mit vielen Höhenmeter.
  2. Test und Erprobungsstrecke: Hier könnten die Herren von BMW, Audi, MB und Porsche schön ihre Entwicklungsfahrzeuge hart ran nehmen. Man würde aber auch hier Touristenfahrten anbieten. Der "Clou", beide große Strecken lassen sich zu einer noch größeren kombinieren. Es soll keine NS-light sein, aber schon den Landstraßen-Charakter rüber bringen, aber letztlich auch eine echte Rennstrecke sein.
  3. Fahrsicherheits Parcours mit allem was gemeinhin dafür erwartet wird.
  4. Eine Kartstrecke
  5. Ein Off-Road "Spielplatz", für Leih und eigene Geländewagen
  6. Ein Spa- und Konferenz-Hotel in bester 4 Sterne Manier. Natürlich in Wurfweite zu den Strecken.

Wäre das nicht das neue Auto-Junkie Mekka für alle aus dem Süddeutschen Raum? Eine vollwärtige Rennstreck vor der eigenen Nase.

Natürlich würde es massive Proteste von Bürgervereiniungen, grünen Parteien, und sonstigen Umweltschutzverbänden geben. Ein vom aussterben bedrohter Lurch oder Singvogel wird dann auch aus dem Hut gezaubert, inklusiver wütender Anwohner (die aber finanziell davon profitieren würden) Aber hey, vielleicht bekäme man es hin, dass die Bayerische Staatsregierung an dem Projekt finanziell beteiligt. Schwierig aber nicht unmöglich.

Wäre das nicht längst überfällig? Tja und für dieses tollkühne Unternehmen bräuchte ich so grob geschätzt 100 Mio. Euro. als Invest. Diese Marktlücke besteht schon seit Jahrzehnten, der Bedarf wäre klar da.

 

Die Arbeit an so einem Projekt wäre mal wirlich mal sinnvoll, wertschöpfend und nachhaltig (im Sinne für viel Generationen) und nicht nur ein sinnentleertes bunt machen von Excellisten. 😕

 

Tja, nur habe ich keine 100 € oder mehr. Würdet ihr euch als Investor daran beteiligen? Auf gehts, pack mas!

 

LG aus München,

 

Harry :)

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F40org
Geschrieben

....nur wirst Du hier mit 100 Mio EUR nicht weit kommen. 

cinquevalvole
Geschrieben

Permanenter Stadtkurs wie in Monaco unter Einbeziehung der Maximilianstrasse? 🤪

 

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Ultimatum
Geschrieben

der altstadtring wäre perfekt 

double-p
Geschrieben
vor 56 Minuten schrieb F40org:

....nur wirst Du hier mit 100 Mio EUR nicht weit kommen. 

Die passende Flaeche mit passendem Bebauungsplan zu finden ist wahrscheinlich schwieriger, denn 100+Mio zusammen zu kratzen - nech? Wie stark war Bilster Berg "ueberzeichnet"?

cinquevalvole
Geschrieben
vor 57 Minuten schrieb Ultimatum:

der altstadtring wäre perfekt 

... den hast Du doch schon in Betrieb genommen, richtig?

master_p
Geschrieben

Dasselbe Konzept ist doch der Bilster Berg. Hat ja auch nur so mäßig geklappt. Aber wenn Du sowas pitchen möchtest, kannst Du ja mal in Richtung "Bad Driburg" schauen und Dir abgucken, was dort gemacht wurde. Mit 100 Mio.€ wirst Du aber nicht weit kommen. Alleine ein geeignetes Grundstück im Umkreis von 45 Min. außerhalb von München zu finden wird schwierig - vom Preis ganz abgesehen. Der Bau ist da noch überschau- und kalkulierbar. Aber eine FIA-Abnahme kann darüberhinaus nochmal richtig ins Geld gehen.

 

Ich wünsch Dir Glück bei Deinem Vorhaben - sofern es denn etwas wird. Und wenn Du fertig bist, gerne sowas auch in der Nähe von Hamburg umsetzen.

URicken
Geschrieben

Ob wir in Deutschland überhaupt noch irgendwann einmal eine "neue" Rennstrecke zugelassen bekämen?

Mir fehlt der Glaube...

 

Ohne einen vernünftigen Business Plan bekommst Du wahrscheinlich nicht einmal 10K zusammen.

Um Fördergelder vom Staat und EU zu bekommen, reicht es nicht aus, eine - interessante - Idee zu haben.

AC/DC_Gallardo
Geschrieben

Bilster Berg dürfte als Anhaltspunkt ein guter Vergleich sein, soweit ich weiss, läuft es da aber auch nicht überragend...

 

 

Gruss

 

R.

Thorsten0815
Geschrieben (bearbeitet)

Bau das doch in der "Speckfläche" Schweiz. :D 

Seit 2019 gibt es eine Rennstrecke mitten in Bern. Wer hätte das gedacht?

War ein riesen Spektakel. 

 

Das zeigt aber auch deutlich, dass nur wenn die Ziele/Ausrichtung "stimmen", so etwas möglich.

Ist nämlich eine Formel-E Strecke. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Formel-E-Rennstrecke_Bern

bearbeitet von Thorsten0815
buggycity
Geschrieben

Ich glaube die Ära der Rennstrecken für verbrennerbetriebene Fahrzeuge neigt sich langsam dem Ende zu. Politisch geht der Trend nach grün, von den ganzen Umweltfanatikern ganz zu schweigen. Subventionen vom Staat würde ich da nicht erwarten.

 

chip
Geschrieben

Zur Rennstrecke kommt ja noch die komplette Infrastruktur etc. dann ist da unten ja aufgrund des Wetters auch nicht 12 Monate im Jahr Betrieb möglich. Das müsste sich dann in wenigen Monaten im Jahr voll aromatisieren dazu fehlt mir der Glaube... und wer so was als Politiker durchwinkt der hat demnächst seinen Posten verloren und eine Grünen an seiner Stelle. 

emuman
Geschrieben

Sobald die öffentliche Ordnung auf ein bestimmtes Niveau abgesunken ist, finden die Rennen wie vor dem Krieg wieder auf öffentlichen Straßen statt. Neue Rennstrecken sehe ich nur als Option in Gegenden die kurzzeitig im Reichtum schwimmen, zb Hotspots in Asien.

Kazuya
Geschrieben

Ich dachte schon ich werd nur wieder als Spinner und Träumer abgetan, aber so ganz unattraktiv scheint das vielen ja nicht zu sein. Klar die tatsächliche Umsetzung wäre sehr schwierig, mit massiven Öko-Gegenwind, das seh ich schon auch. 

 

Und die 100 Mio. sind jetzt natürlich grob ins Blaue geschossen. Wie gesagt, ich hätte da nicht mal eine rein gewinnorientierte Sicht sondern mehr einen philanthropischen Ansatz dies einfach für nachfolgenden Generationen zu hinterlassen. (Kaum hat man ein Kind will man der Welt dauerhaft was hinterlassen...)

 

Im Grunde könnte man auch (gegen die Gegner) argumentieren, dass neben vielen Arbeitsplätzen die geschaffen werden, auch die Gefahr von der Straße auf eine kontrollierte Umgebung geleitet wird. Eben kein illegales Street-Racing. 

 

Ich hatte auch den Blister Berg und Ascari, beides als Driving Resort angelegt im Sinn. Ich kenne deren Bilanzen nicht, aber beide existieren und werden auch entsprechend genutzt. 

 

Würde es nicht wunderbar in eine Prä-Corona-Aufbruchs-Jetzt-erst-Recht Stimmung passen? :) Verdammt... wieso bin ich kein Milliardär :D ... und dann wird auch Idee 1. neben der Anlage verwirklicht ;) 

 

jo.e
Geschrieben

Ich halte das leider für völlig unmöglich in der Größenordnung "F1 Rennstrecke". Was da alleine die Infrastruktur kostet. Wäre es nicht sogar rentabler das kleiner zu machen? Nutzung als Teststrecke für die üblichen Automobilhersteller, Trackdays, Kartbahn und vielleicht noch ein kleines Museum o.ä., wo Besitzer ihre Schätze ausstellen können? Es wären keine riesigen Zuschauertribünen notwendig, nicht so eine immense Infrastuktur etc. Wie schwer du so ein F1 Rennen rentabel bekommst, zeigen ja Hockenheim und Co. 

 

Ich denke das alles steht und fällt aber mit dem Grundstück und den Auflagen bezüglich Lärm etc. Eine Rennstrecke ohne wirkliche Beschränkungen wegen Lärm wäre ein Knaller und sicher im von mir beschriebenen Nutzungsprofil extrem ausgelastet. Eine genaue Rechnung habe ich aber noch nie aufgestellt. 

Gast Dany430
Geschrieben (bearbeitet)
vor 2 Minuten schrieb Kazuya:

Ich dachte schon ich werd nur wieder als Spinner und Träumer abgetan

Wünsche mir in diesem Raum schon lange ein Track.... (Dann müsste ich mit  ,,Rennwagen`` nicht immer nachts auf der Landstrasse fahren und in Kreisverkehren die Perfomance testen 😆

bearbeitet von Dany430
Kazuya
Geschrieben (bearbeitet)
vor 3 Stunden schrieb master_p:

Aber wenn Du sowas pitchen möchtest, kannst Du ja mal in Richtung "Bad Driburg" schauen und Dir abgucken, was dort gemacht wurde.

Hilf mir mal auf die Sprünge, auch Google sagt das nix. 😐

 

Naja gut... nachdem RTL die Rechte für die F1 verloren hat ist so ein GP in Deutschland tatsächlich sehr unattraktiv geworden. Aber es gibt ja zum Glück noch mehr als nur die F1 die eine vernünftige Rennstrecke braucht. 

 

Aber ja, klein als Driving Resort starten und dann ggf. später eine GP Strecke dazu setzen... gerne. :)

bearbeitet von Kazuya
double-p
Geschrieben
vor 41 Minuten schrieb Kazuya:

Hilf mir mal auf die Sprünge, auch Google sagt das nix. 

Das ist Bilster Berg - bzw dort (Bad Driburg) ist die Strecke.

matelko
Geschrieben

Im Großraum München bekommen sie ja nichtmal die ICE-Streckenverlängerung vom HBF zum FJS-Flughafen durch. Ich erinnere nur an die Worte: "10 Minuten. Nur 10 Minuten..." - und wie lange ist diese Stoibersche Werbeformel schon her, ohne daß dieses Projekt jemals auch nur in die Nähe der Realisierung gelangte?

master_p
Geschrieben
vor einer Stunde schrieb Kazuya:

Ich kenne deren Bilanzen nicht

Da es sich beim Betreiber des Bilster Bergs um eine GmbH handelt ist der Bundesanzeiger Dein (digitaler) Freund. Einfach nach "Drive Resort GmbH & Co. KG" suchen und Du wirst fündig. Interpretationen überlasse ich dann jedem selbst.

 

Öffentlichkeit und Testzentrum für Hersteller schließen sich auch einfach aus. Der Nürburgring kann das nur bieten, weil die Strecke so einmalig ist. Die anderen Strecken wie Hockenheimring beherbergen zwar auch häufig Hersteller, aber damit ist nicht Prototypen- und Serienbau der großen Marken gemeint. Die finden in den ersten Varianten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt - auch nicht auf dem Nürburgring. Solange Deine Strecke das nicht bietet, wird sich da kein Hersteller draufwagen.

 

So ein Projekt geht nur mit wenigen großen Investoren und mit öffentlicher Unterstützung. Der Bilster Berg hat es mit vielen (potenten) Kleininvestoren versucht - knapp 180 Investoren. Es ist die einzige Rennstrecke in Deutschland in vollständig privater Hand. Und was man davon hat, wenn man 180 Leute mit großem Geldbeutel und noch größerem Ego zusammenbringt kann man hier erahnen - und das ist nur das, was an die Öffentlichkeit kommt:

https://www.capital.de/leben/rennstrecke-am-bilster-berg-zoff-unter-millionaeren

 

Ohne große Investoren und vor allem auch Investment durch den Statt wird so eine Anlage nur unter besten Voraussetzungen rentabel. Gerade wie @chip schon schreibt, wenn die Strecke nicht (wie Ascari) durchgehend genutzt werden kann. Wünschenswert wäre es, aber für die praktische Umsetzbarkeit braucht man den immer wieder zitierten Mäzen. Allerdings kann es so einen natürlich in und um München durchaus geben - genug Geld wäre vorhanden. Vielleicht findest Du ja jemanden, ich drücke die Daumen.

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Andreas.
Geschrieben

Zuerst müssten 2-3 politische Parteien aus den Köpfen der Leute verschwinden, bevor hierzulande irgendein Großprojekt funktioniert - bleibt nur was im privaten Rahmen.

Also nimm die 100 Mio., baue ein Museum mit passenden Autos und dazu eine kleine Teststrecke, damit die Schau laufen können - ähnlich Goodwood. Bekomme 3-4 gute Eventagenturen in den Laden rein, die Marketing & Vertieb übernehmen. Dann hat das vom Konzept her Potential.

au0n0m
Geschrieben (bearbeitet)
vor 15 Stunden schrieb Kazuya:

Die Arbeit an so einem Projekt wäre mal wirlich mal sinnvoll, wertschöpfend und nachhaltig (im Sinne für viel Generationen) und nicht nur ein sinnentleertes bunt machen von Excellisten. 😕

Ach was, Goodwood. Ich würde mal den Didi Mateschitz fragen. Der Salzburgring ging ihm ja durch die Lappen der hat bestimmt noch Geld übrig.

Oder den Besitzer eines Milchwerks, so wie den hier aus Alabama

 

 



 

bearbeitet von au0n0m
K-L-M
Geschrieben

Ich war auch von Anfang an als Investor dabei. (Nicht der Einzige bei CP!!!)  Rechtzeitig wieder ausgestiegen.

 

Auch wenn Du Milliardär wärst:  Lass die Finger davon!!

 

Gruß

Klaus

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double-p
Geschrieben

Ich sehe das nicht so negativ, auch wenn man BB als Basis nimmt.

Zuviele Leute, aber tolles Gelaende (und damit "Vorschriften").

 

Wenn ich das ohne Zuschuss/Foerderung sehe, braucht man keine konkreten Politiker.

 

Bei der von master_p gezeigten Beisserei zeigt sich vor allem eins: sehr viele glauben

an den Erfolg und wollen daher die "anderen" wegbeissen.

 

Das gibt es in allen Branchen und co.. aber ich frage da mal an den OP, gibt

es ueberhaupt Gelaende, das in Frage kommt - ganz jenseits der Kosten.

 

Du brauchst einen Flaechenbebaungsplan, Laermkonzept und und und. Ich hab

das als "Buxtehuder" auch nur so bekommen "war schon da, aber mehr, NEIN"

 

(PS: vergiss F1 gleich komplett)

Kazuya
Geschrieben
vor 5 Stunden schrieb master_p:

aber für die praktische Umsetzbarkeit braucht man den immer wieder zitierten Mäzen. Allerdings kann es so einen natürlich in und um München durchaus geben - genug Geld wäre vorhanden. Vielleicht findest Du ja jemanden, ich drücke die Daumen.

Jetzt müsste ich in der SZ eine ganzseitige Anzeige Schalten "Ungeborene Rennstrecke sucht solventen Mäzen". Ja und genau da scheitert es eben. Guter Wille, Idee und Leidenschaft bringen halt herzlich wenig wenn dies nicht mit finanzieller Power gestützt wird. :( 

 

Und die Tatsache, dass es diese Anlage um München herum nicht gibt, ist wohl auch der Beleg, dass es keinen Mäzen gibt der willens wäre da massiv Geld in die Hand zu nehmen. Umgekehrt könnte ich mir aber vorstellen, dass wenn es ihn gäbe, der Einfluss in die Politik gar nicht so klein wäre und man die Vorteile für das Land und die Region auch ohne Klüngelei und Geschmäckle herausstellen könnte. 

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    • Es gibt Dinge, die kann man verdrängen, aber nicht vergessen. So könnte man mein Verhältnis zur Nordschleife beschreiben, deren Anziehungskraft ich in den letzten 3 Jahren mit Abstinenz begegnet bin. Nun war es also an der Zeit, die alte Bekannte mal wieder zu treffen. Freitagmittag ging es über eine mit Baustellen, Regenschauern und Unfällen übersäte A3 von Passau nach Nürburg. Für das obligatorische Abendessen in der Pistenklause war ein Tisch zu 20.15 Uhr reserviert, der übrigens auf die Minute genau von meinen zwei Mitfahrern und mir besetzt wurde.
       
      Ohne große Umwege ging es dann ab in unsere Pension, schließlich gehört ein gesunder Schlaf zu den wichtigsten Grundausstattungen eines richtigen Rennfahrers. Unweit der Nürburg befindet sich die kleine Privatpension von Hedwig Merten, die im beachtlichen Alter von 80 Jahren noch immer allein ihre Gäste versorgt. Bereits als Kind in das Gewerbe hineingewachsen, hat sie Zeit ihres Lebens Gäste am Nürburgring beherbergt, und dementsprechend groß war ihr Schatz an Anekdoten und Erzählungen, die sich rund um die Geschichte der Rennstrecke ranken. Nach Kriegsende 1947, beim Eröffnungsrennen, war es für die aus den Städten kommenden Ringtouristen noch eine Besonderheit, an den Imbissbuden Kartoffelsalat essen zu können, wofür Frau Merten nächtelang Kartoffeln pellen musste. Ein bemerkenswerter Kontrast zum heutigen gastronomischen Überflussangebot. Aber sie sieht es ganz trocken und realistisch wenn sie sagt "wenn wir den Ring nicht hätten, dann wären wir hier ganz arm dran". Ob auch mal berühmte Rennfahrer bei ihr übernachteten, wusste sie mit ja zu beantworten, "da war einer im Zimmer 1, der ist jedoch schon lange tot (verunglückt), aber sein Sohn fährt noch immer Rennen". Der Name war ihr leider grad entfallen, nur dass es ein Deutscher war wusste sie noch.
       
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      Zum Zeitvertreib ging ich der Namenspatronin der Rennstrecke einen Besuch abstatten. Mein Spaziergang führte zur Burg, bei der man auf einem Schild lesen kann, dass sie die höchstgelegene Burg in Rheinland Pfalz ist (676,5m), und nach dem Basaltfelsen benannt ist, auf dem sie steht: „Mons Nore“, der schwarze Berg, aus dem der Begriff Nürburg entstand. Diese zeigte sich noch umhüllt vom typischen Eifelnebel, wobei gerade dieser der Burg eine tolle morgendliche Aura verlieh.
       

      Nach dem ausschweifenden Blick in die Vergangenheit und einem ausgiebigen Frühstück, sollte sich der Rest des Tages nur noch mit Motorsport beschäftigen, und der hieß erstmal Rundstrecken Challenge Nürburgring, kurz RCN. Dieses Breitensportprogramm beanspruchte die Nordschleife bis 13.30 Uhr für sich, wobei die Strecke anscheinend so strapaziert wurde, dass sich die Touristenfahrer noch bis nach 14 Uhr gedulden mussten.


      Während der Wartezeit bis zur Öffnung der Strecke, parkte ein weißer Wiesmann an der Zufahrt zur Nordschleife, dessen Fahrer den Motorsportfans kein unbekannter sein dürfte: Jörg van Ommen.

      Selbiger ist hier im Forum unter dem Synonym JvO angemeldet, und so kamen wir ins Gespräch. Da steht mir also der Jörg van Ommen gegenüber, der mich in meiner Jugend zusammen mit Kurt Thiim, Klaus Ludwig, Roland Asch und Ellen Lohr jedes Jahr (bis 1995) an die AVUS gelockt hatte, um die DTM zu sehen.
      Eine Erfahrung die ich in all den Jahren bei carpassion gemacht habe, ist dass die Begeisterung für Autos und Motorsport die unterschiedlichsten Menschen aus allen Altersgruppen und Schichten auf eine Verständnisebene bringt, die auf Anhieb einen lockeren Umgang miteinander ermöglicht. So war JvO dort also nicht als zweifacher DTM Vizemeister und Rennstallbesitzer aufgetreten, sondern war gesprächig und interessiert, kurzum ein sympathischer Typ ohne Allüren. Nach allerlei Benzingesprächen, wo er auch von seiner heutigen Tätigkeit als Instruktor für Fahrerlehrgänge erzählte, tönte es aus dem Lautsprecher "Achtung Achtung, die Nordschleife ist ab sofort für Touristenfahrten geöffnet". Aufgrund der schlechten Wetterprognose hatte sein "Fahrschüler" kurzfristig den Nachmittagstermin für ein Training abgesagt, was zur Folge hatte, dass JvO den Nachmittag nun komplett frei hatte. Welch ein Glück, denn es dauerte nicht lange, und wir befanden uns hinter dem Steuer meines Autos auf der Nordschleife.
      Vom Beifahrersitz aus gab JvO nun Instruktionen, wobei man hier sagen muss, dass ich erstmal einige Probleme hatte, seine Ansagen gleich in die Tat umzusetzen. Die letzte Runde lag doch ein paar Jährchen zurück.
      In der zweiten Runde wechselten wir die Sitzplätze, so dass ich mich nun voll und ganz auf die Erläuterungen zu den einzelnen Streckenabschnitten konzentrieren konnte. Leider zog sich nun der Himmel zu, und Petrus änderte die Rennstrategie erheblich. Auch hier bot sich die Gelegenheit, aus der Not eine Tugend zu machen, und JvO erklärte gleich mal, wie man eine Regenlinie fährt. Wer die Aktion in Full-HD sehen möchte:
      kAXPgYIPGdY
      Die nächsten zwei Runden sind wir dann trotz Regen ganz stumpf weiter gefahren, das heißt, ich durfte wieder hinters Steuer. Wir hatten nicht mehr damit gerechnet, dass es wieder trocken wird, weshalb wir die leere Strecke genutzt haben um Theorie zu pauken, praktisch schnell fahren ging ja leider nicht.

      Das war nicht mein erstes Instruktorentraining, denn in Spa Francorchamp saß schon mal Kurt Thiim dort, wo JvO nun saß. Das Instruktorentraining damals hatte mir schon viel gebracht und so bin ich schlussendlich doch positiv überrascht, dass ich hier noch etliche andere Grundlagen gelernt hab. Das war natürlich nicht nur die Regenlinie, sondern z.B. auch wie man in den Kurven Ruhe ins Auto bringt, wie man aus zwei hintereinander liegenden Kurven eine macht, die schnellste Linie am Adenauer Forst, wie man in das Karussell richtig rein und auch wieder hinausfährt, wo der Blickhorizont beim Rennfahren liegen sollte, welche Rolle der Kammsche Kreis spielt und warum man im Regen die Curbs tunlichst meiden sollte, um nur ein paar "lessons learned" zu nennen.

      Tja, nun sind wir vier Runden gefahren und obwohl JvO seinen Samstag auch hätte anders verbringen können, hat er sich noch die Zeit genommen, ausgiebig Anekdoten aus der alten DTM zu erzählen. Wusstet Ihr, dass JvO bei der Kartweltmeisterschaft gegen Leute wie Ayrton Senna und Stefan Bellof angetreten ist, und das teilweise auch mit Erfolg? Der Exkurs in die Historie des JvO war wie Balsam für die Motorsportseele. Die Zeit verging also wie im Flug, es war mittlerweile 18 Uhr durch, und so trennten sich unsere Wege nach diesem wunderschönen Samstagnachmittag, der mir wahrscheinlich für immer im Gedächtnis bleiben wird.

      DANKE JÖRG!
      Wie klein die CP-Welt ist, zeigte sich, als ich mit meinen zwei Freunden Johannes und Sebastian noch mal zur Zufahrt bin, um noch eine Runde Ringtaxi zu spielen. Da waren bekannte User wie quado mit Tina, jokker, R-U-F war wohl grad tanken, und den Bruder vom ZFreak hatte ich auch noch getroffen.

      Die Heimfahrt war übrigens eine Wohltat, Samstagnacht, eine staufreie und leere A3, ein glücklicher M3 und 3 Nordschleifenfreunde darin, die den Tag noch mal ausgewertet haben. Das Leben kann schon schön sein.


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