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Stig

Jaguar XJ220 - Erfahrungsbericht

Empfohlene Beiträge

Muhviehstar
Geschrieben
Am 2.10.2018 um 15:46 schrieb Stig:

Reifen in Originalgrösse waren langezeit ein leidiges Thema; seit kurzem bietet Bridgestone eine Neuauflage an, welche das Auto viel besser zum fahren macht.

Pirelli bietet ebenfalls J-Reifen für den XJ220 an: https://www.reifendirekt.de/RDNews9081.html

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BruNei_carFRe@K
Geschrieben
Am 2.10.2018 um 15:46 schrieb Stig:

PininFarina gestaltete einige XJ220 auf Wunsch des Sultans von Brunei um. Ein heute guter Freund von mir hat dieses Projekt dazumal geleitet. Einer dieser Pininfarina-XJ220 befindet sich nach wie von in Italien.

Gibt es Fotos von dem Wagen und eventuell mehr Informationen zu diesem Projekt. 

 

Das Foto habe ich die Tage im Netz gefunden. 

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Stig
Geschrieben
Am 1.10.2018 um 14:54 schrieb Stig:

Mittlerweile bin ich etwas an einem Scheidepunkt angelangt und weiss nicht, ob ich ihn noch weiter behalten soll. Einerseits hängt mir gerade dieser XJ220 besonders am Herzen, kann man nämlich irgendwie sagen, dass er sich noch „im Erstbesitz“ befindet. Zum anderen ist es schon immer etwas ein spezielles Highlight, damit ab und zu eine Ausfahrt zu machen.

Nun ging es plötzlich ganz rasch: Ein anderes Supercar, welches ich schon längere Zeit auf dem Radar hatte, tauchte plötzlich im Angebot eines grossen Sportwagenhänders auf. So habe ich nun den XJ220 nach reiflicher Überlegung dagegen eingetauscht.

 

Obwohl die Freude ab dem Neuen riesig ist, denke ich wehmütig an diesen tollen XJ220 zurück. Ich kann sagen, dass ich über die Jahre ausschliesslich nur positive Erinnerungen an diesen spektakulären Supercar habe, bekanntlich sogar bis zurück in meine Jugendjahre. Jede Ausfahrt - eigentlich jeder gefahrene Kilometer - bleibt in guter Erinnerung. Unvergessen bleiben die tollen Ausfahrten mit seinen "Weggefährten" F40 und EB110 von Freunden oder auch die grossen Passtouren quer durch die Schweiz. Sogar meine allerletzte Fahrt damit zum Händler bleibt in guter Erinnerung: Während einer Kaffeepause auf einer Raststätte hielt ein Engländer mit einem Wraith neben mir und konnte sich vor Faszination kaum beruhigen. ?

 

Ausschlaggebend für den Eintausch bzw. für den Wechsel auf ein moderneres Supercar war der Nutzwert: wie bereits in diesem Thema hier ausführlich beschrieben ist der XJ220 kein Auto, mit welchem man schnell spontan für ein Wochenende ins Tessin fährt. Die neueren Supercars sind diesbezüglich schon einiges unkomplizierter und nutzbarer. 

Aber irgendwie ist es eben genau diese komplexe Art - fernab von "Alltagstauglichkeit" - die diese Generation von Supercar so interessant und spekakulär macht. Ich zolle jedem grossen Respekt, der sich an ein solches Fahrzeug heranwagt, es fahren kann und dieser hochgezüchteten Renntechnik sein Vertrauen schenkt. Belohnt wird er damit unter Sportwagenkenner mit allerhöchster Anerkennung, ich rede hier aus Erfahrung.

 

Ich hoffe, dass ein zukünfitg neuer Besitzer von #176 sehr zu schätzen weiss, was für ein toller XJ220 er bekommt. Aus meiner Sicht der beste, welcher sich seit sehr langer Zeit auf dem Markt befindet. Jemand, der einen zum fahren und nicht nur zum anschauen sucht (z.B. ein konservierter Neuwagen), findet damit den perfekten XJ220. Vielleicht findet ja mein XJ220 den Weg zu einem CP-Mitglied, was mich natürlich ausserordentlich freuen würde.

Allerdings fand #176 vor einigen Jahren ja auch schon mal nach einem Eintausch später wieder den Weg zurück zu mir, wer weiss... ?

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Caremotion
Geschrieben

Eigentlich schade aber immerhin hast Du mit deinem XJ220 sehr viel erlebt und das ist doch das wichtigste. Jetzt stellt sich mir aber natürlich die Frage was den neues in der Garage steht? :D

Huschijunior
Geschrieben

Lieber @Stig, Respekt vor deiner Entscheidung. Du wirst wissen warum Du es getan hast. Ich war im Thread immer stiller Leser. Genau solche Threads fehlen mir öfter auf Carpassion. Ich liebe solche Storys! Ich bin auf deinen Neuerwerb ebenfalls gespannt und würde mich freuen, wenn wir mal ein Treffen hinbekommen, schliesslich geniessen wir das Leben im gleichen Land. Ganz viel Freude mit deinem Neuerwerb und bitte teile deine Autogeschichten mit uns :-))!

taunus
Geschrieben

Ich bin gespannt, was es denn jetzt geworden ist !

netburner
Geschrieben
Am 23.10.2018 um 08:59 schrieb BruNei_carFRe@K:

Gibt es Fotos von dem Wagen und eventuell mehr Informationen zu diesem Projekt. 

jaguar_xj220_1995_photos_1.thumb.jpg.2ca3baa8261916de7f99e9360ebda608.jpgjaguar_xj220_1995_photos_2.thumb.jpg.d2dcd486e41f6ee87711642319d57763.jpg

Caremotion
Geschrieben

Die Lichter erinnern mich an den Lotec 

Stig
Geschrieben

Gestern noch etwas erfahren: Bei Emil-Frey steht seit 1992 ein grüner XJ220-Neuwagen, welcher vom Käufer bis heute noch nicht abgeholt wurde ?

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asterix@lux
Geschrieben

...sag mal Stig.... Dein ehemaliger steht jetzt nicht zufällig in der autobau Erlebniswelt in Romanshorn ?

Da konnte ich mir gestern mal einen XJ 220. ganz genau ansehen...ein irre Teil.

 

(übrigens durchaus mal einen. Besuch wert: autobau.ch )

Stig
Geschrieben

Nein; so wie ich mich erinnere, ist der von Fredy Lienhard doch silber??

AC/DC_Gallardo
Geschrieben

Das letzte Mal, als ich da war, war der noch silber, ja ?

BruNei_carFRe@K
Geschrieben
Am 30.10.2018 um 20:19 schrieb netburner:

jaguar_xj220_1995_photos_1.thumb.jpg.2ca3baa8261916de7f99e9360ebda608.jpgjaguar_xj220_1995_photos_2.thumb.jpg.d2dcd486e41f6ee87711642319d57763.jpg

Danke netti, die Fotos kenne ich auch ?. Ich dachte es gibt eventuell Bilder von dem Modell, welches noch in Italien stehen soll. 

Caremotion
Geschrieben (bearbeitet)

@Stig Hast Du dein Fahrzeug an die Elite Garage verkauft? Stand kürzlich vor nem  XJ220 in der selben Farb  Kombi...sowas gibt man nicht weg :D 

bearbeitet von Caremotion
Kazuya
Geschrieben (bearbeitet)

Bugatti EB110, Cizeta V16T und eben der XJ-220 sind DIE Traumwagen meiner Jugend. Klasse das jemand so ein Schmuckstück nicht nur in irgend einer Halle vor sich hingammeln lässt, sondern auch fährt! 

 

Vor gut 20 Jahren hatten mein Bruder und ich spontan einen in Ismaning (Gemeinde bei München) gesehen (mit britischem Kennzeichen) und gut eine halbe Stunde gewartet, bis zwei junge Burschen ankamen. Wir im alten 944 gleich hinterher... na zumindest bis das 50er Schild kam :D Was ein Erlebnis! 

 

Der oben gepostete Wagen sieht aber dem Lotec Sirius durchaus ähnlich... gabs da Verbindungen?

bearbeitet von Kazuya
Kazuya
Geschrieben
Am 23.10.2018 um 08:59 schrieb BruNei_carFRe@K:

Gibt es Fotos von dem Wagen und eventuell mehr Informationen zu diesem Projekt. 

 

Das Foto habe ich die Tage im Netz gefunden. 

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Das Bild ist ja der Wahnsinn!! Hm... und schon hab ich ne Idee für einen neuen Thread :D 

Bärlin
Geschrieben (bearbeitet)
Am 10.10.2018 um 17:21 schrieb Markus Berzborn:

Zu dem Thema - nettes Video:

 

 

Gruß

Markus

Alleine das Bild reicht schon. Vor 25 Jahren hätte man noch gemeint, dass der Jaguar gegen einen Japaner getestet wird. Heute ist der Japaner ebenfalls ein Jaguar.

bearbeitet von Bärlin
Stig
Geschrieben

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      Am Besten schaltet man das automatisierte Schaltgetriebe manuell. Das Gaspedal wird im richtigen Moment beim Schaltvorgang kurz angehoben und im festen Gang wieder Vollgas gegeben (falls erforderlich). Dadurch lassen sich hektische Schaltschläge und unangenehme Lastwechselreaktionen effektiv vermieden. Wenn man richtig reagiert und das Prinzip begriffen hat macht das Ganze einen Höllenspaß und der Aventador ist brutal schnell unterwegs.
       
      Die Herausforderung Mensch und Maschine in Einklang zu bringen bzw. den Stier an den Hörner zu packen und zu zähmen ist genau der besondere Reiz was bei den heute üblichen automatisierten und assistenzsystemunterstützten (fast idiotensicheren) Fahrzeuge immer mehr fehlt.
       
      Motor: Im Aventador S arbeitet der 6,5-Liter-V12-Sauger noch mit nachhaltiger und robuster Saugrohreinspritzung. Er darf (bis auf die Katalysatoren) ohne Partikelfilter und Abgasturbolader frei aus- und einatmen wie ein wildes Tier. Aus meiner Sicht ist es kein Fehler, dass Lamborghini auf eine aufwändige Direkteinspritzung mit Hochdruckpumpe (hohe Temperatur und Druckbelastungen der Einspriztventile im Brennraum mit komplexerer, voluminöserer  Zylinderkopfkonstruktion) beim V12 verzichtet hat. Die Wirkungsgradvorteile der Verdampfungsenthalpie (Kühlung des Brennraum bei der Einspritzphase durch Energieaufnahme beim Aggregatzustandswechsel) werden signifikant verschlechtert, wenn der Auslass des Direkteinspritzer zusätzlich mit einem großem und schweren Partikelfilter vollgestopft werden muss um die neue Euronorm zu erfüllen. Von den negativen Auswirkungen aggressiver Verbrennungsrückstände an Einlassventile, Ventilsitze, Kolbenringe und den hochbelasteten Einspritzventile im Brennraum ganz zu schweigen. Hinsichtlich potentieller, zukünftiger Klassiker sind robuste Konstruktionen mit möglichst konventioneller Technik besonders relevant wie hier z. B. die vom Kühlwasser umströmten, reparaturfreundlichen Zylinderlaufbuchsen bei denen die Kolben nicht direkt im Motorblockmaterial mit all den typischen tribologischen Schwierigkeiten laufen müssen.
       
      Ab 5000 U/min fühlt sich der V12 richtig wohl und zieht dabei ohne mit der Leistung nachzulassen brutal schnell bis 8500 U/min in den Drehzahlbegrenzer. Im Vergleich zu den heute üblichen, aufgeladenen Sportwagenmotoren mit wesentlich höheren Literleistungen bricht bei dem Sauger die Leistungsabgabe bis in die höchste Drehzahlregionen unter Volllast nie ein da ein zunehmender Hitzestau aufgrund heiß laufender Laderkomponenten hier absolut kein Thema ist. Bezüglich Standfestigkeit gilt ganz klar die alt bewährte Formel - Hubraum ist durch nichts zu ersetzten. Hohe Drücke bei hohen Temperaturen wirken sich generell sehr negativ auf die Dauerfestigkeit aus!
       
      Schaltet man unter Volllast kurz vor dem Drehzahlbegrenzer die Gänge durch landet man recht zügig mit der Schaltung vom 6. im 7. Gang bei ungefähr 7500 U/min und über 330 km/h, was dank der 12 Zylinder einer schonenden Kolbengeschwindigkeit von 19 m/s entspricht. Er schreit sich dabei die Seele aus dem Leib ähnlich einem Formel1-Aggregat aus den 70er Jahre. Im direkten Vergleich mit voll geöffneten Klappen ist der Aventador S sogar noch lauter als der SVJ mit dem höhergelegtem Auspuff – probiert es mal aus, wichtig ist dass die Klappen beim S in den äußeren dicken Rohre dabei vollständig geöffnet bleiben.
       
      Es ist eine wahre Freude wie unnachgiebig und lässig der V12 jenseits der 340 km/h auch noch auf den üblichen Autobahnsteigungen immer weiter schiebt bis in den Höchstgeschwindigkeitsbegrenzer - den Begrenzer konnte ich leider nicht mehr erreichen da zu viele Beckenrandschwimmer auf der rechten Fahrspur aufgetaucht sind (hoffe, dass bald wieder eine Fußballmeisterschaft kommt und die meisten vor der Glotze hocken). Selbstverständlich werde ich niemand in irgendeiner Weise durch die schnelle Vorbeifahrt erschrecken oder in Bedrängnis bringen nur um zu kontrollieren ob der Höchstgeschwindigkeitsbegrenzer bei 8000 U/min und 362 km/h nach Tacho oder erst bei 366 und 8070 U/min einsetzt. Das hat man als Aventador-Fahrer überhaupt nicht notwendig, allein aufgrund der physikalischen Gegebenheiten hat das Fahrzeug bezüglich Topspeed gewaltiges Potenzial.
       
      Das Überholprestige ist das Beste was man sich (ohne Blaulicht) vorstellen kann und spart eine Menge Nerven. Über die Hälfte der Verkehrsteilnehmer machen bereitwillig Platz, wenn sie so etwas breites und flaches im Rückspiegel bemerken. Bei den übrigen Kandidaten schaltet man nur 2 bis 3 mal kurz runter um bei über 6000 U/min den bestialischen Formel1-Sound zu aktivieren. Mit dem Aventador ist dadurch ein dichtes Auffahren oder stressiges Drängeln komplett unnötig.
       
      Die niedrige Gesamthöhe von 1,13 m mit der dadurch resultierenden geringen Projektionsfläche und den beim Aventador S nicht vorhandenen abstehenden Spoiler wirken sich sehr positiv auf den Luftwiederstand und die Höchstgeschwindigkeit aus. Mehr Abtrieb benötigt er auch nicht da er im Vergleich zum SVJ rein statisch ein Mehrgewicht von 22 kg auf die Vorderachse und 50 kg mehr auf die Hinterachse bringt. Dass der S dabei ohne die weicheren Sportreifen des SVJ in der Beschleunigung von 0 auf 100 nur 0,1s, von 0 auf 200 nur 0,3s und von 0 auf 300 nur 0,2s länger benötigt ist ein Witz (Messwerte AutoBild Sportscars).
       
      Längere Staus bei einer rekordverdächtigen Affenhitze (Ende Juli) mit gemessener Außentemperatur von 41°C zwischen den reflektierenden Betonfassaden im Großstadtverkehr lässt sich mein komplett schwarzer Aventador S nicht im geringstem negativ anmerken. Die Temperaturen bleiben bei maximal aktivierter Klimaanlage stabil im Mittleren Bereich (ca. 100°C Öl und 90°C Wasser). Lamborghini hat die Kühlungskapazität über die Jahre immer weiter optimiert - perfekt für die Heißländer mit wohlbetuchter Kundschaft. Blickt man durch den Rückspiegel, wenn die großvolumigen Gebläse mit hohen Drehzahlen am Heulen sind flimmert nur so die Luft über dem Heck wie bei einem Kampfjet mit Nachbrenner beim Start. Überall freuen sich die Passanten und animieren einem zum Gas geben, so macht das Stehen im Stau bei den recht unangenehmen Außentemperaturen auch noch richtig Spaß. Echt verwunderlich, der brutale V12-Sound würde von anderen PKWs niemals in der Ausprägung so positiv akzeptiert werden.
       
      Fahrwerk: Die aktive Hinterradlenkung ist für den Aventador ein richtiger Segen und eine wesentliche Verbesserung im Vergleich zum Vorgänger. Damit lässt es sich richtig wendig um die Ecken fetzen wie bei einem viel kleinerem Auto mit kurzem Radstand. Der Allrad verspannt sich beim Abbiegen weniger und er hat in engen Kurven eine bessere Traktion weil die Hinterräder aktiv in die richtige Position gelenkt werden - er bringt dadurch die Leistung generell effektiver auf die Straße. Jedoch muss man sich bei den sehr hohen Geschwindigkeiten an die mitlenkenden Hinterräder gewöhnen. Er bleibt immer präzise und stabil in der Spur, wenn das Lenkrad möglichst ruhig geführt wird.
       
      Die magneto-rheologische Dämpfung lässt sich von hart bis knall-hart verstellen, für den artegerechten Umgang voll ausreichend, jedoch nichts für Weicheier. Das aufwändige Pushrod System mit den horizontal liegenden Dämpfer an Vorder- und Hinterachsaufhängung ist absolut das Beste was im Sport- und Rennwagenbau existiert.
       
      Das Infotainment habe ich außer ein paar dringender Telefonate in den ganzen 1,5 Jahre noch nie benötigt obwohl ich die nicht gerade günstige Sensonum-Musikanlage mitbestellt habe. Mit dem Aventador fahre ich auch nicht nach dem Navi sondern frei Schnauze dahin wo es mir gefällt und ich möglichst freie Fahrt habe oder freundlich Platz gemacht wird. Fakt ist; das richtige Sound- und Entertainment-System sitzt beim Aventador hinter den Sitzen im Motorraum in Form von 12 Zylinder! In 10 oder 20 Jahre ist das heute schon wieder veraltete Infotainment vollkommen irrelevant. Für einen angehenden V12-Klassiker zählen robuste und konventionelle Technik in einem einzigartigen Design. Wer ein Fahrzeug mit hochmodernem Multimediasystem sucht liegt hier völlig falsch und kauft sich am besten jedes Jahr ein billigeres Multimediavehikel.
       
      Der Verbrauch von 20 bis 30 L/100km entspricht keinem kränkelndem Spritsparwunder, sondern ganz den Fahrleistungen eines robusten, großvolumigen V12 und man darf sich öfters auf die Gaudi beim Tanken freuen. Da ist immer was los, 95% der Passanten sind dabei total begeistert. Den restlichen 5% (meist Artenschützer bzw. Hobbynaturschützer) erklärt man recht freundlich und fundiert, dass es sich dabei nicht nur um ein Fortbewegungsmittel zum sinnlosen Drauflosfahren handelt sondern um eine kunstvolle Synthese aus atemberaubendem Design und einer klassischen frei atmenden, vom Aussterben bedrohten V12-Verbrennungskraftmaschine mit artgerechtem Bewegungsdrang und Geräuschverhalten.
       
      Ein paar Nachteile oder kleinere Spaßbremsen muss es natürlich auch geben. Der Aventador ist generell nur sehr eingeschränkt alltagstauglich und höchstens als Zweit- oder besser als Drittwagen geeignet. Im Innenraum auf der Fahrerseite sind außer dem winzigen Fach in der Mittelkonsole keine Staufächer oder Ablagemöglichkeiten vorhanden. Nur in Verbindung mit dem Reisepaket für schlappe 952€ Brutto gibt es zwei Becherhalter in denen ich mein Handy mit Geldbeutel platzieren kann und ein zwingend erforderliches Gepäcknetz hinter den Sitze damit nicht alles durch die Gegend fliegt.
      Allein aufgrund seiner Dimensionen kann man nicht einfach einsteigen und drauflosfahren wie mit jedem anderen Auto. Die Sicht ist im Allgemeinen und Besonderem nach hinten extrem eingeschränkt. Hoch hängende Ampeln sind aufgrund der fast auf dem Boden liegenden Sitzposition kaum im Sichtbereich und alle andere Verkehrsteilnehmer schauen auf einem herab. Die Rückfahrkamera und das Liftsystem sind fast immer erforderlich. Da der Aventador ohne Rückspiegel schon über zwei Meter breit ist muss man sich vorher genau überlegen ob man in eine schmälere Straße einfahren kann oder z. B. mit Verengungen aufgrund geparkter Autos rechnen muss. Hohe Randsteine sind der blanke Horror! Permanent muss ich auf genügend Abstand zum filigranem Felgenhorn meiner schwarz beschichteten Diantus mit der extrem niederen Querschnittsbereifung achten.
       
      Beim Überholen eines LKW oder Landmaschine ist auf den schmäleren Land- oder Kreis-Straßen ein cooles Vorbeiquetschen wie z. B. mit dem 911er unmöglich, wenn der Andere nicht freiwillig auf den Straßenrand fährt. Enge Kurven machen gewaltigen Spaß und liegen dem Aventador S mit ordentlicher Querbeschleunigung richtig gut, nur darf nichts Breites entgegenkommen oder die Straße muss breit genug sein!
       
      Fazit: Die Unterhaltskosen gehen voll in Ordnung bei dem was er vor allem an Highspeed-Fun, atemberaubender V12-Soundkulisse, exklusivem Fahrfeeling, außergewöhnlichem Design und Überholprestige bietet. Da gibt es noch kostspieligere Exoten, die kaum schneller sind, schlechter verarbeitet sind und eine anfällige Technik ohne die notwendige Entwicklungstiefe mit ausreichender Erprobung haben. Ich möchte hier keine langwierige Milchmädchenrechnung aufstellen, kurz zusammengefasst kostet er wesentlich mehr wie mein ehemaliger Gallardo oder ein Huracan, aber nicht ganz das Doppelte. D. h. wer am besten gleich mit den doppelten Unterhaltskosten eines Huracan rechnet kommt mit den Ausgaben für den Aventador ganz gut klar.
       
      Wir können gespannt sein was bei den Ideen unserer Gesetzgeber noch von diesem einzigartigen, brutalen Fahrspaß ab kommender Euro7-Norm beim Nachfolger erhalten bleiben darf. Ich bin echt glücklich, dass ein pures Spaßfahrzeug in der Form noch eine Zulassung bekommen hat und ich diesen Aventador S mit all seinen aufregenden, ungefilterten Eigenschaften inkl. dem atemberaubenden Design, noch lange bis ins Rentenalter fahren kann während meine Alltagsauto immer geräuschloser, elektrischer und autonomer (langweiliger) werden.
       


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