Jump to content
EUROPAS GROßE
SPORTWAGEN COMMUNITY
jo.e

Augen auf beim Fahrzeugkauf - schlimmer geht immer!

Empfohlene Beiträge

Jetzt registrieren, um Themenwerbung zu deaktivieren »
chip
Geschrieben

 Danke für den tollen Bericht natürlich kann man nicht alle Händler über einen Kamm scheren und ich sag mal wirklich extrem schwarze  Schafe sind wahrscheinlich auch in der Ausnahme. Es ist natürlich verlockend wie in deinem Fall sich den Service für xxxx  € zu sparen und viele gehen wahrscheinlich einfach davon aus, dass der Kunde  Das einfach nicht merkt weil er mit einem schön Wetter Auto eh nur ein paar 1000 km im Jahr fährt. 

 

 Leider ist es nun mal so das diese Art von Behandlung  bis hin  zu massiven Betrügerei durch die ganzen Branche Auftritt.  Bei einem lokalen BMW Händler haben wir mal ein Auto für meine Frau gekauft das war  ein Mini Cooper  vereinbart war,  dass die Bremse vor Auslieferung noch neu gemacht wird. Großzügig wurden dann die Bremsbeläge erneuert obwohl die Scheiben komplett runter waren  und das obwohl ich und auch mein Vater in dem Autohaus kurz zuvor  ein Auto gekauft hatten. 

 Am Ende musst das dann mehrfach reklamiert werden und das Auto musst dann wieder hingebracht werden und so weiter und sofort das war höchst ärgerlich und das letzte Fahrzeug was ich bei dem Händler gekauft Habe.   Geschichten in dieser und ähnlicher Form sind mir schon mehrfach in den letzten 20 Jahren passiert z.b  das ich einen Porsche 996  bei einem renommierten Händler  gekauft hab dabei auf eine erneuerte Seitentür mit einen kleinen Schaden hingewiesen wurde und am Ende hat sich herausgestellt dass das Auto einen kompletten Schaden im Heck  hatte.  Den hat der Händler sogar selbst repariert  Weil er den Wagen vom Vorbesitzer ausdrücklich als Unfall Auto angekauft hat. 

 

Den Vogel abgeschossen hat aber  ein BMW M4 den ich zuletzt 2017  besichtigt habe. Das Auto stand bei einem Händler in der Nähe und sah aus wie neu.  Beim einsteigen ist mir dann der Spiegel mit Kompass aufgefallen und es hat sich herausgestellt   Dass der Wagen ein US Import war. Ich hab dann vor Ort über mein Handy Das Carfax  abgerufen. Dabei hat sich dann rausgestellt, das es ein Totalschaden war der Nach Litauen  exportiert wurde  bevor er dann plötzlich hier in Deutschland stand.   

 durch die Fahrgestellnummer konnte man im Internet noch die US Auktion  aufrufen bei der der Totalschaden verkauft wurde. Das war ein Zuschlag von unter 20.000 $ und es war sogar Fotos verfügbar die ein rundum  zerschossenes  Auto gezeigt haben.  so ein Auto dann nach Litauen exportiert dort billig oder mit geklauten Teilen wieder aufgebaut und nach Deutschland zurück verfrachtet. Da sind für den Händler oder dessen Hintermänner mal schnell 25-30.000 € Gewinn drin.  Wenn man davon ausgeht, dass sowas im großen Stil praktiziert wird dann wundert einen gar nichts mehr.

 

 leider animiert die Kfz Branche genau die Gastronomie sehr stark zum betrügen. 

Milumalu
Geschrieben

Interessanter Thread! Verstehe auch nicht warum der Händler den Check nicht machen liess.So ein Check entlastet ja in erster Linie den Händler.

 

Ich habe meinen GT3 RS auch zum 111 Punkte Check gebracht ehe ich ihn abgeliefert habe...So auch in den Vertrag genommen...hat mich ein paar Franken gekostet...aber auch befreit von jeglicher Nachwährschaft.

 

Gibts eigentlich bei Ferrari nicht auch so was wie ein genormter Check?

 

Betreff Unfallfreiheit...wenn ich das im

Vertrag zugesichert bekomme hinterfrage ich das nicht.Bin ich zu blauäugig? 

 

Es freut mich,dass du den Spass am 430 er nicht verloren hast.So wie du dein Hobby pflegst und zelebrierst -> gefällt mir! Du gibst deine Erfahrung weiter wobei andere Members profitieren können, das ist doch genau das Salz im Forum!

 

Wünsche dir weiterhin viel Spass mit deinem Cavallino Rampante.

michi0536
Geschrieben

Wie soll man als Händler sonst Geld verdienen? 

  • Gefällt mir 1
  • Haha 6
355GTS
Geschrieben

mit manipulierten Tachoständen.....

  • Gefällt mir 1
  • Haha 5
jo.e
Geschrieben

Also den Tacho kann ich aufgrund der Rechnungen ausschließen. :wink:

 

Hätte solch ein Verhalten eher von einem komischen Hinterhofhändler erwartet, nicht aber von einem Händler mit diesem Fahrzeugangebot und solch einer seriösen Außendarstellung. So kann man sich täuschen.

michi0536
Geschrieben

Der Hinterhofhändler kann aufgrund geringerer monatlicher Fixkosten "ehrlicher" arbeiten.

Dagegen rechne mal bei einem "Luxushändler" zusammen, was die Glashalle, die Empfangsdame, alleine die Zinsbelastung des hochwertigen Fahrzeugbestandes in Millionenwerten , die Events, die Espressomaschine, die Händler-Mobile-Plattform, die Reise- und Transportkosten und die Beseitigung der Gewährleistungsmängel 

für pingelige Kunden pro Monat ausmachen....

Glaubt hier wirklich noch jemand das Märchen, dass ein Rosstäuscher "geheime Einkaufsquellen" und ganz tolle Verbindungen hat, wo er Autos 30% günstiger kaufen kann als der private Käufer??? 

Die 30 TEUR Fixkosten pro Monat kannst Du nur erwirtschaften, wenn Du aus den günstigsten, importierten Zustand 3- Autos mit möglichst wenig Aufwand ein Zustand 1 Auto bastelst, wofür der Privatkäufer dann auch gerne etwas mehr zahlt, weil es ja vom seriösen Luxusautohändler stammt...

  • Gefällt mir 9
  • Haha 1
eisenwalter
Geschrieben

könnte auch ein Buch schreiben über meinen Erwerb ... habe 2 Jahre gesucht ... eine wahre Odyssee an negativen Erfahrungen ... viele Verkäufer spielen mit den Emotionen des Käufers, man ist einfach überwältigt wenn man vor seinen Traumwagen steht, oft sieht man dann über Kleinigkeiten, die sich später als Ärgernis herausstellen gerne hinweg, sehr schwer standhaft zu bleiben ... so ein Ferrari ist einfach ein geiles Gerät mit "Hirnausschaltfunktion" :crazy: und das wissen die Verkäufer aus Erfahrung :wink2:

jo.e
Geschrieben (bearbeitet)

Naja unfallfrei hin oder her. Ob er es wusste egal. Kann man sowieso kaum beweisen. Jedoch kann man von JEDEM Händler erwarten in einem Vertrag festgehaltene Vereinbarungen einzuhalten. Dann auch noch schriftlich den Kunde anzulügen ist wirklich unfassbar. Vor allem muss er doch wissen das er damit zu 99% nicht durch kommt ohne weitere Kosten, Ärger oder schlechte Bewertungen. Solch ein Verhalten schadet dem Händler auf Dauer doch selbst am meisten. 

 

Über Moral will ich gar nicht erst sprechen. Die ist in weiten Teilen der Wirtschaft sowieso nicht vorhanden.

bearbeitet von jo.e
tollewurst
Geschrieben (bearbeitet)

Das hört sich für mich eher nach Normal an als außergewöhnlich. Was ich im Moment mitbekomme was Händler so machenda wird einem schlecht. Aber meine Güte, es ist wie Michi sagt. Alle wollen einen Glaspalast aber das super Schnäppchen, wer merkt es.

Viel schlimmer finde ich dieses ganze perfekt 1a unfallfrei Gehabe, da muss einem doch klar werden das man versrscht wird, und wer das nicht will hat bessere Chancen bei einem Neuwagen.

Und dieses ständige der hatte mal nen Kratzer das ist ein Unfallwagen. Tauscht Ihr Eure Frauen auch sobald die auf High Heels mal leicht umknicken?

Und glaube mir, zu 95% kommen Höndler damit durch. Macht einer mal zu viel Stunk nimmt man das Auto zurück und verkauft es dem nächsten.

bearbeitet von tollewurst
jo.e
Geschrieben (bearbeitet)

@tollewurst

Darum geht es doch gar nicht. Ich schließe einen Vertrag mit jemandem. An diesen sind beide gebunden. In dem Vertrag wird die Beschaffenheit der Sache beschrieben und weitere Vereinbarungen festgehalten. Wenn sich dann ein Vertragspartner nicht daran hält muss zu Recht reklamiert werden. Wozu wird sonst nach einer Verhandlung ein Vertrag gemacht? 

 

Ansonsten bin ich bei dir. Ich empfinde mein Auto trotzdem als toll, sauber und schön. Ich habe Spaß damit, egal was nun davor war. Ich bin mir bewusst das es ein Gebrauchsgegenstand ist und Steinschläge bekommen wird. Kein Gebrauchter muss perfekt sein und das sind sowieso alles keine Sammlerautos. Aber wir leben in keinem rechtsfreien Raum und wenn schon Moral keine Rolle mehr spielt, dann muss wenigstens solch ein Verhalten bestraft werden. 

 

P.s. auf den Glaspalast kann ich verzichten. Sieht man auch an meiner Werkstatt. Ist das genaue Gegenteil,  würde aber nicht woanders hin gehen. Hatte das Auto im Netz gesehen und fand es schön, egal wo es steht.

bearbeitet von jo.e
tollewurst
Geschrieben

Ja, aber wer hält sich denn heute noch an Verträge? Da ist sie wieder die Vollkaskomentalität. Diesmal indirekt. Dadurch das ja heute keiner mehr für sein Handeln verantwortlich ist weil er durch rechtliche Konstrukte abgesichert ist oder irgendetwas anderes wird es den Leuten einfach gemacht. 

Was passiert so einem Händler denn? Nix! Die Klagen ziehen sich 5 Jahre hin und dann macht er einfach zu und firmiert neu.

 

jo.e
Geschrieben

Du beschreibst ein Problem das ich auch sehe...

chip
Geschrieben

Der Knackpunkt ist auch, das das Auto für den Privatkunden vom klassischen Händler ohne Werkstatt der typische Einmalkauf ist da brauchtest du keine Kundenbindung oder Empfehlung wenn der Wagen passt. Da ist mancher Zeitgenosse dann schon eher geneigt mal zu schummeln oder zu betrügen.  Dazu kann jeder das Gewerbe ausüben kein Sachkunde Nachweis und  keine Qualifikation nötig. 

hugoservatius
Geschrieben

Kinder, es geht um ein Auto!

Nicht um einen Picasso, ein Kirkman-Cembalo oder einen Henry Moore.

Nur um ein Auto, mit dem schrammt man sich eine Felge an, fährt die Lichtschranke vom Garagentor ab und übersieht auch mal einen Poller auf dem Parkplatz vor dem Apple-Store.

 

Und eventuell ist man auch mal in einer Kurve etwas zu zügig unterwegs und touchiert im günstigeren Fall den Kantstein, im ungünstigeren Fall die Leid!planke.

 

Ist doch nur ein Haufen Blech, Plastik, Gummi und eventuell Leder.

Und in einem Gebrauchtwagen steckt man eh' nie drin.

Wenn man das nicht erträgt, muß man einen Neuwagen kaufen und ewig behalten.

Wobei das auch keine Garantie für Unfallfreiheit ist...

Hauptsache, daß das Auto Spaß macht und man Herzklopfen bekommt, wenn man das Garagentor öffnet!

 

Realistische Grüße, Hugo.

  • Gefällt mir 5
  • Verwirrt 3
Dany430
Geschrieben

 

  • Gefällt mir 1
  • Wow 2
  • Verwirrt 1
michi0536
Geschrieben
vor 10 Stunden schrieb jo.e:

Also den Tacho kann ich aufgrund der Rechnungen ausschließen. :wink:

Kannst Du nicht. Jede Werkstätte schreibt Dir genau den Tachostand ins wartungsheft, der zum zeitpunkt des werkstattaufenthalts abgelesen wird. 

san remo
Geschrieben (bearbeitet)

Zerplatzte Träume, ich war kurz vor dem Kauf da ich mich unsterblich in den Wagen verliebt hatte, kleiner Parkrempler stand in der Anzeige.

Der von seinem Chef genervte Verkäufer hat mir dann heimlich diese Bilder von einem Abstellplatz in New Jersey zugemailt nachdem ich ihn mit dem Ergebniss des ausgelesenen Carfax konfrontiert hatte: "Total Loss" (Totalschaden).

Glück gehabt aber auch eine große Enttäuschung, ich hätte den damals so gerne gehabt.

 

Aufpassende Grüße

San Remo

6b93632fd6edb49d5b682b8f1998bf62_2015-05-29.jpg

7f2b1b8d3dad2aa18c4d8dd9cf57d8a9_2015-05-29.jpg

1.png

3.png

4.png

5.png

bearbeitet von san remo
  • Wow 4
  • Traurig 1
AC/DC_Gallardo
Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb hugoservatius:

Kinder, es geht um ein Auto!

Nicht um einen Picasso, ein Kirkman-Cembalo oder einen Henry Moore.

Nur um ein Auto, mit dem schrammt man sich eine Felge an, fährt die Lichtschranke vom Garagentor ab und übersieht auch mal einen Poller auf dem Parkplatz vor dem Apple-Store.

 

Liest du aus Prinzip immer nur den Titel oder waren es in diesem Fall einfach zu viele Buchstaben...

 

Es geht hier weder ums Auto selber noch um eine angefahrene Felge. Es geht um den Kaufvertrag, welcher von einer Vertragspartei nicht nur nicht eingehalten wurde, es wurde direkt und schriftlich gelogen.

Sowas kann auch bei deinen Cembalos und Moores passieren, welche du immer wieder so gerne verwendest um deinen Texten einen leicht überheblichen Ton zu geben.

 

 

Roman

  • Gefällt mir 8
  • Haha 1
tollewurst
Geschrieben

@san remo wirklich mehr als ein parkrempler ist das aber nun nicht. So sah das bei mir auch aus als ich in der Leitplanke geparkt habe.

  • Gefällt mir 1
  • Haha 3
erictrav
Geschrieben
vor 5 Stunden schrieb hugoservatius:

vor dem Apple-Store

Du läßt aber auch kein Klischee aus 🤣

Was ich schade finde, man bekommt kaum noch Autos von privat. In jeder Preisklasse tummeln sich nur noch Händler. 

 

GT 40 101
Geschrieben (bearbeitet)
vor 5 Stunden schrieb hugoservatius:

Kinder, es geht um ein Auto!

Mit dem "Auto" erfüllte sich hier jemand seinen persönlichen Traum.

Bei den mir bekannten Fahrzeugen deines Fuhrparks wäre mir das auch komplett wurscht😛

bearbeitet von GT 40 101
  • Gefällt mir 4
  • Traurig 1
chip
Geschrieben

Ich finde das muss jeder für sich selbst entscheiden wo seine Schmerzgrenze ist,  wo kein Kläger da kein Richter ist ja ein bekannter Spruch. Wer bei welchem Kaufvertrag welche Maßstäbe anlegt und sich ( arglistig) täuschen lässt, das ist nun mal das private Vergnügen. 

Wo hört da aber das Verständnis auf ? Wenn der Verkäufer einer gebrauchten Immobilie für 500.000 Euro  den massiven Schimmelbefall verschweigt und vorher nochmal fix mit Latexfarbe alles überstreicht ? Oder wenn der Zahnarzt mit statt Keramik Kunststoff einsetzt und Keramik für 10.000 Euro abrechnet ? Oder das neu gekauft Smartphone für 1000 Euro  schon 500 Ladezyklen aufweist ? Am Ende sind Haus Zähne und Smartphone alles Gebrauchsgegenstände und wer  da nicht so pingelig ist, der soll es so akzeptieren. 

 

Ich für mich mache in meinem Job nicht jedes Geschäft um jeden Preis und versuche mich eher zu korrekt zu verhalten als umgekehrt. Damit fahre ich seit 20 Jahren sehr gut und genauso ein Verhalten erwarte ich auch von jedem meiner Vertragspartner. 

TommiFFM
Geschrieben
vor 10 Stunden schrieb tollewurst:

 Tauscht Ihr Eure Frauen auch sobald die auf High Heels mal leicht umknicken?

Das kann man doch überhaupt nicht vergleichen :lol:. Wenn eine Frau auf High Heels umknickt, ist sie ja in Wirklichkeit ein Ballerina- oder Sneakers-Girlie (und z.B. Füsslinge sind nicht weit entfernt :o). Das ist natürlich nicht nur ein Mangel, sondern ein aliud, komplette Falschlieferung; das wäre nicht nur unfallfreier 430 bestellt und verunfallter 430 geliefert, neeee, das wäre ja unfallfreier 430 bestellt und totalgeschädigter Polo geliefert. Muss natürlich umgehend zurück :P.

  • Haha 3
  • Verwirrt 2

Schreibe eine Antwort

Du kannst jetzt einen Beitrag schreiben und dich dann später registrieren. Wenn du bereits einen Account hast, kannst du dich hier anmelden, um einen Beitrag zu schreiben.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Restore formatting

  Only 75 emoji are allowed.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorhergehender Inhalt wurde wiederhergestellt.   Editor leeren

×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.


  • Ähnliche Themen

    • Fantasti79
      Hallo zusammen,

      mich interessiert schon seit langem folgende Frage. Wie würde es ablaufen wenn man sich ein Auto für >120.000€ kaufen möchte?

      Dazu interessieren mich folgende Details:

      -Woher weiß der Verkäufer das ich mir das Auto wirklich leisten kann?
      Holt er eine Bankauskunft ein oder läßt er mich den Kaufvertrag so unterschreiben?

      -Wie wird man als "Normalo" in einem exclusiven Autohaus behandelt?

      -Macht man vorher einen Termin mit der Angabe ein teures Auto kaufen zu wollen
      oder geht man einfach hin?

      Vielleicht kann ja der eine oder andere einen Erfahrungsbericht aus eigener Sache schildern.

      Vielen Dank

      Gruß Fantasti
    • 806
      Vom 27.08.2009 (Datum der Einzelabnahme TÜV Nord) über den 03.11.2009 (Kaufdatum) bis heute sind 100.000 Kilometer an Straßen aller Qualität und auch unbefestigten Wegen „unter der 806 durchgekommen“. Am 7. April 2019 war’s so weit. 100.000 km.
       
       

       
       
      Sind manche mit Wiesmännern gefahren, ich aber mit einem. Manche haben auch viele Wiesmänner gefahren. Ich nur einen. Meinen. Deswegen trägt er auch meinen Namen statt "Wiesmann" auf dem Kofferraumdeckel. Er ist meine Idee eines Roadsters für alle Zwecke, bei der die Basis aus der Manufaktur in Dülmen stammt.
       
       

       


      Zeit, ein Resümee abzuliefern. Nicht das übliche Schwärmerische, sondern vor allem in Anbetracht der nurmehr als Gebrauchtwagen erhältlichen Fahrzeuge etwas in Richtung „und wie hat er’s ausgehalten?“ kombiniert mit „wie hast Du’s ausgehalten?“.

       
      Los geht’s!

      Das Lackkleid wird vor allem bei auch etwas schnellerem Einsatz allerorten leiden. Vorne besonders, aber auch an den Kotflügelverbreiterungen hinten. Steinschlag en Masse. Kein Wunder - der Lack ist nur quasi luftgetrocknet, das verhindert schon Widerstandsfähigkeit. Die netten „Schutzfolien“ sind zu klein, die Vorderräder schießen bis zur oberen Kotflügelkante den Straßensplitt hoch.

      Waschkratzer ist man selber schuld, Waschanlage habe ich einmal ausprobiert. Kann man machen, ist dann aber Mist, denn für Walzen und rotierende Bürsten oder Schleppvorhänge ist die Form schlicht ungeeignet.

      Um das Thema „Steinschlag“ abzuschließen: Die Frontscheibe ist spätestens bei 60.000 km fertig. Da sie sehr aufrecht steht, ist sie extrem anfällig. Da sie selten ist, ist sie extrem teuer. Und Werkstätten, die sie richtig einsetzen können und nicht mit dem Abschlußgummi hadern oder den Scheibenkleber eher grobschlächtig verschmieren darf man sich auch suchen … über weiteres schweigt des Sängers Höflichkeit.

      Das GFK der Karosserie ist extrem dick und damit auch erstaunlich robust. Wo andere Karossen Dellen im Blech bekommen, passiert eigentlich nichts. Man muß schon große Kräfte walten lassen, damit was bricht. Als „Preis, den man dafür zu zahlen hat“ sind die Spaltmasse selbst aus dem Weltraum noch zu sehen, denn zum einen ist die handwerkliche Fertigung nicht präzise genug und zum anderen bewirkt Temperaturänderung auch Größenänderung in einem Maße, das man von Blechautos nicht kennt. Seit der Sprühfolierung ist das nicht mehr so stark merkbar, vorher mußte man bei solchen Gegebenheiten öfter die Türscharniere nachziehen. Am MF3 ist das eine einfache Übung, alles gut zugänglich!

      Innen hat die 806 das „Serien-Standardleder“ in schwarz. Geschont wurde sie nicht, sie hat brütende Sonne in den Pyrenäen und auf Korsika, Dreck in Schottland, extrem viel Gepäck bis Portugal und viele Ausfahrten anstandslos ertragen. Alle Nähte sitzen, so gut wie nichts ist abgeschubbert (der weiße Keder seitlich an der Rückenlehne leidet an der Gurtdurchführung), nichts ist gebrochen.
       
       

       
       
      Tadellos. Dazu bis heute weich anzufassen und elastisch. Pflege? NIE mit „Lederpflege“, denn: Da ist kein Leder zu pflegen. Schwarzes Kuhleder gibt es nicht, die Haut ist gefärbt, die Oberfläche mit Kunststoff versiegelt. Daher: penibles Säubern - bei langen Ausfahrten im Zweifel täglich - vermeidet die Beschädigung der Beschichtung und erhält den Neuwagenlook. Alles andere ist teures Beruhigen der Nerven ohne sittlichen Nährwert. Lieber täglich mit einem sehr stark verdünnten „AllPurposeCleaner“ als quartalsweise mit Geschmier und „Ledergeruch“. Der bleibt nämlich bis heute auch so! Dem Lenkrad sieht man die Laufleistung an, das Leder ist glatt gegriffen. Weniger Kurvenfahrt mag da helfen …

      Die Abdichtgummis entlang des Schwellers überstehen unbeholfene Ein- und Ausstiegsmanöver dauerhaft nicht gut. Sie lassen sich zwar wieder in die Führung drücken, aber das Gezerre längt sie und sie werden immer leichter herausgerissen.

      Die Vorwerk-Teppichausstattung ist bestens in Form, selbst die arg strapazierte Fahrerfußmatte hat nur im Fersenbereich unterm Gasfuß an Profil ihrer Gummiauflage verloren. Halten locker nochmal 100.000 km. Kofferraum? Dasselbe - tadellos in Schuß. Dazu kommt, daß der Flor sich wunderbar saugen läßt. Wer einmal mit Nadelfilz rang, weiß das zu schätzen!

      Nicht alles Textile übersteht die Zeit so gut. Das Verdeck leidet. Stark und sichtbar. Mit weiter nachgebendem Gestänge läßt es sich immer „dichter“ zusammenlegen und das tut ihm nicht gut. Schabestellen und durchgedrücktes Material sind die Folge. Auch die vorderen Dichtgummis als Abschluß am Scheibenrahmen sind nicht dauerhaft, da ist nach zehn Jahren erkennbar aus optischen Gründen Ersatz gefordert. Dicht ist es bis heute. Der einfachen ungepolsterten Ausführung wegen nicht teuer ausnahmsweise, mein Sattler des Vertrauens schätzte ca. 1.500 €. Die Reißverschlüsse der Heckscheibe funktionieren nach wie vor und sind dicht.
       
       

       
       

       


      Und wieder ein Pflegemythos zerstört: Der Verdeckstoff ist so gut gefertigt, daß er keine „Verdeckimprägnierung“ braucht. Kein Ausblassen, kein Vergrauen. Das ganze Chemiezeugs kostet nur Geld und macht Arbeit - beim Auftragen und bei der späteren Pflege, weil der darin verklebte Dreck mühsam wieder ausgebürstet werden muß. Die 806 hat penible Reinigung mit extra beschaffter weicher Massagebürste (sonst sind die Borsten zu straff) und häufigstes Absaugen erlebt, außer den Schadstellen nichts. Der Heckscheibe hilft regelmäßiges Behandeln mit Sprühwachs - trotz sehr häufiger Öffnung ist sie klar und nur sehr leicht verkratzt.

      Die Instrumente tun ihren Dienst. Nicht immer genau, aber immerhin! Kühlmitteltemperatur wird ungeschickt am Zylinderkopfausgang statt Kühlereingang  gemessen, der Wert ist also etwas zu hoch im Vergleich zu üblichen Verfahren. 100° hat er selbst am Stilfser Joch nicht überschritten. Motoröl liegt jetzt auch bei schneller Fahrt nicht über 110°, da wirkt die von mir entworfene Unterbodenverkleidung zusammen mit dem größeren Ölkühler Wunder.
       
      Der unsäglichen Tachovoreilung (240 waren etwa 217 „echt“, jetzt sind’s laut Navi 232) habe ich abgeholfen durch richtige Übersetzung der Hinterachse (dazu komme ich noch) und die Wahl von größtmöglichen Rädern.  Nicht in der Breite (alles über 255 mm liegt nicht auf der Straße auf und ist nur fürs optische Beeindrucken gut, dafür rubbelt sich dann der Reifen innen viel schneller ab als außen), sondern im Durchmesser. 255/35 R 19 sind hinten drauf und 225/40 R 19 vorne. Again what learned: Die Hinterradgrößen von 275/30 R 19 oder gar 285/25 R 20 sind selten wie eine Blaue Mauritius und im falschen Moment einer Reifenpanne im Ausland tagelang nicht lieferbar. Die jetzigen Größen sind für die stark motorisierten BMW 3er/Audi A4/Mercedes C flott beschaffbar und bieten auch eine größere Auswahl an Marken.

      Mir gefallen die Dunlop SP Sport Maxx RT2 sehr gut, die Michelin Pilot SuperSport sind bei kühlerer Witterung sehr schnell sehr kalt im leichten Wiesmann und dann wird mir sehr schnell sehr warm, wenn sie nicht gut haften. Ist für Sommer-Gelegenheitsfahrer wurscht, aber wer weite und weiteste Touren in Europa fährt, sollte das bedenken. Auch naß sind sie nicht so der Hit, da sind die weniger spitz auf trockene sportliche Fahrt entwickelten Dunlops universeller und sicherer.

      Apropos: Die Reifen halten vorne quasi ewig, hinten je nach Schwere des Gasfußes. Ich erreiche hinten etwa 20.000 km, vorne wechsle ich nach der zweiten verschlissenen Hinterreifengarnitur. Sonst spinnt das ESP, weil die Abrollumfänge nicht mehr im Toleranzbereich liegen. Gefahren wird im Alltag mit einmal gedrückter Sport-Taste, sonst regelt das System schon bei einfachen Rechtskurven und greift ein. Der Sensor vorne rechts ist ungeschickt plaziert und schuld dran. Auch ohne ESP ist der MF3 verständig gefahren sehr gut beherrschbar (nach den Fahrwerksänderungen), paßaufwärts ist das meine bevorzugte Stellung. Natürlich ist er im Grenzbereich zickig: leicht, kurzer Radstand und wegen der Basis BMW E36/Z3 (!!) eigentlich vorsintlflutlich und veraltet, da "geht was", wenn was geht!

      Nur kurz gestreift: Die 806 ist ein 5-Gang-Handschalter. Das Differential habe ich gegen eine Drexler-Sperre getauscht, ich hatte nur die Serienausstattung mit 25 % Sperrwert anfangs und das ist bei forciertem Fahren nicht genug. Auch die werkseitig falsch übersetzte Hinterachse (eingebaut 3,46:1 - warum auch immer, in der Konfiguration nicht gewünscht und nicht enthalten) hat nun die passende längstmögliche Übersetzung von 3,23:1. Getriebe und Kupplung erfreuen sich bester Gesundheit, das Bedienen ist nach wie vor ein besonderer Quell der Freude. „Save the manuals!“

      Damit ist ja das nächste Thema berührt: Der Motor. Ein Trumm, sauschwer wegen Graugußblocks (selbst der Zwölfzylinder im 750i war leichter!). Ein Langhuber, der dennoch dreht wie verrückt für seine Zeit. Von Wiesmann künstlich gekappt, weil alle MF3 mit Ausnahme der CSLs nur das Mapping vom alten BMW Z3 M aufgespielt erhielten und deshalb zuverlässig um die 321-323 PS auf den Motorenprüfständen ablieferten. Jetzt nach Änderungen ein Dampfhammer, der ab 2000/min loslegt, ab 2500/min hart hinfaßt und in seiner jetzigen Abstimmung dennoch schon bei knapp 7000/min 350 PS liefert. Höher drehe ich eigentlich nie, dafür genieße ich die wunderbare Leistungsentfaltung, die keine Müdigkeit erkennen läßt. Pleuellager kamen neu nach 90.000 km vorsichtshalber (und unnötigerweise), die waren nicht angegriffen, die Tragschicht noch vollständig intakt.

      Mit der nachgerüsteten Airbox und optimiertem Mapping erreichte Markus Schmickler in der Spitze 365 PS bei 8080/min und ein Drehmoment von 366 Nm bei 4495/min. Das Drehmoment lag gleichmäßig über 320 Nm ab 2500 und bis 8000/min an statt vorher von 3500 bis 6500/min. Mit der hohen Maximaldrehzahl und der damit möglichen Verschleißerhöhung war ich noch nicht ganz zufrieden, die Leistungsentfaltung war schon unglaublich viel besser und die Fahrbarkeit durch das sattere Drehmoment deutlich verbessert.
       
       

       

      Bei der Firma Henni ließ ich weitere Optimierungen programmieren mit dem Ziel einer weiteren Verbesserung des Drehmoments bei Schonung im Spitzenbereich. Die Höchstleistung beträgt nun 359 PS bei 7700/min, das höchste Drehmoment aber 374 Nm bei 4600/min. Damit ist die Gesamtkurve wieder etwas gemäßigter und die Spitzenbelastungen bei Ausreizen der Verstellmöglichkeiten im VANOS sind gemindert. Das Ansprechverhalten ist beim Fahren gleich, nur ab etwa 7000/min fällt das Drehmoment nun stärker ab, so daß bei „Weiterorgeln“ über 7000/min keine wirklichen Leistungszuwächse mehr kommen. Diese Höchstdrehzahlen sind auch Höchststreß für alle drehenden Teile, von einer Absenkung auf sinnvoll zu fahrende 7000/min ergibt sich eine erhebliche Verringerung der mechanischen Beanspruchung.
       
       

       

      Warmfahren und Kaltfahren hilft der armen Zylinderkopfdichtung, die die unterschiedliche Ausdehnung von Graugußblock und Aluminiumkopf sonst nur unter Aufopferung ihrer selbst kompensieren kann. Sie hat bei sehr geringem Zylinderabstand nur ganz wenig Steg und wird dort deshalb besonders beansprucht. Durchs Zündkerzenloch endoskopiert: alles bene.

      Ölverbrauch? Zwischen den Wechseln keiner meßbar. Sprit? Zwischen 8,5 und 20 L/100 km ist alles drin. Normalerweise sind’s um die 10,5 bis 11 L/100 km. Stadt ist Gift, da fängt er das Saufen an. Dafür nehme ich ihn aber nicht, der Stadtanteil beträgt sicher weniger als 5 % der Gesamtlaufstrecke.

      Dem funzeligen Licht der kleinen Serienscheinwerfer versuchte ich, mit LED-Leuchtmitteln aufzuhelfen. Hell wird’s damit. Überall. Da der Reflektor nicht mehr zum Abstrahlverhalten der Leuchtmittel paßt - unkontrolliert und für Vorherfahrende mehr als störend. Bei Ausfahrten durfte ich mir ganz schön was anhören deswegen! Nicht umsonst ohne Zulassung. Wie alle Vielfahrer der MF3 es tun Abhilfe also durch H4-Leuchtmittel mit besserem Wirkungsgrad und mehr Lichtausbeute. Bosch und Philipps sind da gute Adressen und der Effekt ist schon deutlich merkbar. Die Rückleuchten sind mit LEDs erstarkt. Im heutzutage üblichen Lichtermeer an modernen Heckansichten mit Laufblinkern und sonstigem Unsinn geht man im kleinen MF3 sonst förmlich unter!

      Die Umbauten an der Karosserie mit Änderung der Stromversorgung auf LiFePO-Leichtbau-Batterien, die gescheiterten Versuche einer Klebefolierung (stattdessen jetzt satt sitzend und nahtfrei in originalem Farbton sprühfoliert), die Verkleidung des Motorraums und des Heckbereichs von unten, die dem BMW-Standard passend zum Motor entsprechende Aufrüstung der Kühlung sowohl für Wasser (mit stufenweise gesteuertem Elektrolüfter) wie Motoröl (mit fast viermal so großem Ölkühler statt des ab werk verbauten vom 286 PS-M3 ...) sowie die umfangreichen Modifizierungen des Fahrwerks bis zu komplett neuen Federbeinen vorne und die preiswerte Nachrüstung eines Tempomaten habe ich hier im Forum ja schon geschildert. Alles über zig-tausende Kilometer praxisbewährt, alles gut. Und die wesentlichen Schwächen des Autos sind gemindert oder abgestellt.

      Die sehr harte Fahrwerksabstimmung fordert bei flotterem Fahren auf nicht immer glattem Geläuf ihren Tribut: Die Fahrwerksteile verschleißen relativ schnell. Die Vorderachsträger (diese bananenförmigen großen Träger) sind Original-BMW-Teile und sehr günstig bei Lemförder zu beziehen. Bevor man sich an einem Traggelenk und dessen Ausbau lange versucht: Gleich ganz neu!

      An der Hinterachse ist die Erreichbarkeit mancher Verschraubungen unterirdisch. Durch das Gewirr an Lenkern und Streben erreicht man z.B. die Domlagerschrauben schier nicht und wenn, lassen sich die Schrauben nur mir Achtelumdrehungen lösen. Geduld und Spucke sind nötig!

      Die beteiligten Werkstätten kann ich hier auch zusammen auflisten:

      Fahrwerk/Bremsen: www.Rennfeder.de aus Helsa bei Kassel
      Motormapping: Markus Schmickler, Bad Neuenahr und www.henni-performance.de in Wernau
      Auspuffanlage: Stüber Auspufftechnik, Overath
      Sprühfolierung: www.cardip.de in Heilbronn
      Pleuellagerwechsel: Ralf Mork www.mw-perfomance.com in Rockenhausen (Pfalz)
      alles andere: mein Oldieschrauber des langjährigen Vertrauens aus Mutterstadt - im Vergleich zu "Fachwerkstätten" mit unbezahlbarem Wissen um Auto, Motor und Sport ...

      Eine teure Erfahrung: Winterfahrten sind wunderbar mit offenem Dach bei Schnee. Es ist eine Illusion, daß da nichts passieren könne von wegen „GFK-Karosse auf feuerverzinktem Rahmen“. Dieses Tun kostet ein korrodiertes Fahrwerk und eine ruinierte Bremsanlage! Diese Teile sind nach wie vor aus Stahl. Wie lernte man in Chemie? „Das Unedle opfert sich für das Edle.“ Stahl ist unedel, feuerverzinkt ist edel. Tolle Wurst! Achsträger, Wasserabweisbleche, Führungshülsen der Radbremszylinder - alles verrostet. Alles neu. Dabei flog die eigentlich sehr überzeugende MovIt-Anlage auch wieder raus. Lohnt nicht, weil’s fast denselben Effekt der besseren Reaktion und Dosierbarkeit durch viel billigere (und ich meine VIEL billiger) Maßnahmen erreicht wird: Zimmermann Rennbremsen, Seriensättel und Ferodo DS-Beläge bei Stahlflex-Bremsleitungen, dazu ATE-Rennflüssigkeit und alles ist gut. Sind sogar preiswerter zu haben als Ersatz der Serienteile. Verschleiß ist wegen des geringen Wagengewichts übrigens unglaublich gering auch bei flotterem Fahrprofil. Scheiben vorne können gut und gerne 100.000 km halten, Beläge ebenso.

      Ach ja - zu guter Letzt die Wartung.
       
      Ein sehr leidiges Kapitel, da sind manche Sünden unterwegs. Was da für teures Geld in „Fach“Werkstätten des In- und Auslands nicht oder falsch oder zu spät gemacht wird, ist teilweise ein Graus. Pannen bei "top-Werkstatt-scheckheft-gepflegten" Wagen wegen gravierendster Wartungsmängel sind erschütternd. Ich hielt mich an „wer gut schmiert, der gut fährt“ und veränderte die Arbeiten mit folgendem Schema:

      Motoröl neu alle 7.500 km oder jährlich, 5W40 Motul 300V jetzt, vorher Mobil 1 0W40, davor Mobil 1 5W50, das unsägliche alte Gebräu (Rezept aus den frühen 90igern ist sicher nicht mehr zeitgemäß) „Castrol 10 W 60“ nur anfangs. Ölfilter spätestens bei 15.000 km neu. IMMER den BMW-Originalfilter nehmen, kein Nachbau von Mann oder Hengst! Nur der Originalfilter hat eine Manschette ums Filterpapier, die Auseinanderdrücken der Lamellen verhindert und den Filtereinsatz damit druckfester macht.

      Getriebeöl alle 60.000 km neu (keine besonderen Anforderungen), Differentialöl alle 30.000 km. Das Differential wird sauheiß, da es nicht gut im Kühlluftstrom hängt und auch noch vom Auspuff gegrillt wird; deshalb das beste erhältliche von Castrol (heißt heute Syntrax) 75W140. Je öfter schnelle und lange Autobahnetappen anstehen, desto häufiger wechseln!

      Zündkerzen alle 40.000 km neu - NGK oder Bosch. Sind bei BMW sauteuer, im freien Handel für weniger als 40 € für den Satz (statt 120 € bei BMW) zu haben. Dabei gleich die Einzelzündspulen auf Korrosionsspuren an der Kontaktfläche prüfen - sonst funkt's trotz neuer Kerze nicht richtig!

      Kühlmittel und Bremsflüssigkeit alle zwei Jahre neu. Dabei auch Luftfiltereinsätze reinigen (Plattenfilter von K&N in der Airbox).

      Einriemen mit Riemenspanner und Umlenkrollen alle 50.000 km neu, die Spannrollen leiden immer und „sicher ist sicher“. Kostet nicht die Welt, beruhigt aber.

      Servolenkungsöl und Kupplungsflüssigkeit alle sieben oder acht Jahre neu. Ölist neu rot, nicht schwarz! Kostet um die 50 € mit Arbeit - die Servopumpe kommt auf 600 € plus Arbeit! Kupplungsflüssigkeit ist wie Bremsflüssigkeit, nur verträgt sie längere Betriebszeiten. Wasser ist Quell des Rostes und kostet Kupplungszylinder auf die Dauer.

      Ventilspiel ließ ich anfangs nach der Einlaufzeit kontrollieren und dann bei 50.000 und beim Pleuellagerwechsel nach 90.000 km. Unverändert. Ein Zeichen, daß Fahrweise und Wartung trotz allem materialschonend sind - ich vermeide aber auch das nach der Umprogrammierung unnötige volle Ausdrehen bis 8000/min. Maximal sind’s selten 7000/min, normal maximal 6000/min. Spitzenbelastung bringt nicht so viel mehr wie sie schädigt.

      Fahrwerksvermessung immer beim TÜV-Termin. Kostet nicht viel, dafür ist dann der Geradeauslauf immer untadelig und der Reifenverschleiß gleichmäßig. Wer’s beim Reifendienst machen lassen will: Die Werte entsprechen dem meist gespeicherten „BMW Z3 tief“. 100 € maximal.

      Was ging  kaputt?

      Eigentlich ehrlich gesagt fast nichts. Die Frontscheibe wegen Steinschlags. Kann das Auto grundsätzlich ja nix dafür. Der Auspuff war nach 50.000 km leergebrannt und fing an unerträglich zu dröhnen. Bei 3000/min fielen einem unterm geschlossenen Verdeck die Ohren ab. Durch neue Endrohre mit Schalldämpfern (individuell nach meinen Anforderungen gebaut) ersetzt, bei Konstantfahrt durch Totschallkammern etwas leiser als Serie und die Körper etwas verkleinert, so daß sie nicht mehr so oft aufsetzen.
       
      Die zweite Wasserpumpe ist immer noch spielfrei (sie muß nach meinem Umbau ja keinen am S54-Motor von BMW nicht vorgesehenen Viscolüfter zusätzlich bewegen, sondern einfach nur Wasser pumpen), Kupplung mit immer gleichem Druckpunkt, Getriebe leise und nach wie vor sehr fein zu schalten. Bremse spricht gut an, Verzögerung sehr gleichmäßig bei gleichmäßig steigender Pedalkraft. Abbremsung 55 %! Korrosion bin ich selber schuld, sie betraf die Fahrwerksträger vorne, die Verschraubungen hinten, die Verkabelung an der Batterie, die Bremsanlage und die Leitungen zum Lenkungskühler.

      Die Sitzheizung quittierte spektakulär ihren Dienst. Sie schaltete sich selber ein - natürlich sommers und bei großer per se herrschender Wärme. Sicherung gezogen und „Thema erledigt“ gedacht. Bis Markus Schmickler mich verzweifelt anruft und mitteilt, daß die 806 schier nicht sinnvoll abzustimmen sei auf dem Prüfstand, weil sie immer wieder völlig unplausible Werte zeige. Ob ich was an der Elektrik geändert hätte?? „Ich bin schon froh, wenn ich was mit Strom fehlerfrei schreibe!“ wollte ich antworten. Bis mir die Sitzheizung wieder einfiel. Lösung: Die ach so tolle selbstgefertigte Verkabelung der Manufaktur ist nicht so der Hit. Sie ist nicht sauber ausgeführt, teilweise werden nicht zulässige Lüsterklemmen (!!) verwendet. Direkt neben leistungsführenden Kabeln der Sitzheizung liegen haarfeinste Drähtchen für die Signale der Motorsteuerung. Als die Sitzheizung ihren Elektrogremlin entwickelte, indem sie einfach sanft anschmorte, ist der Kabelsatz der Steuerung angegriffen worden. In der Werkstatt fachgerecht korrigiert - Fehler weg. Sitzheizungen auch. Brauchen eh nur Weicheier.

      Zum Kapitel schlechte Ausführung der Kabel gehört auch, daß ich mich anfangs von der Motorkontrolle foppen ließ. Etwa alle 10.000 km reklamiert sie, daß ein Fehler vorliege. Manchmal auch öfter. Ausgelesen über OBD: „Fehler Heizung Lambda-Sonde Bank 2“. Immer. Immer wieder. Abhilfe 1: Sonde ersetzen. Teurer Spaß, habe ich zweimal gemacht. Nützt nur nichts. Fehler taucht wieder auf! Abhilfe 2: ignorieren. Schadet nichts, Motor startet und läuft wie immer.

      Erfahrung dazu: Scheint ein Fehler der Verkabelung zu sein. wenn’s feucht ist (oder ich den Krümmer ansprühe), ist der Fehler weg. Wundersame Heilung? Nein - die Autodoktoren bei Vox würden wieder sagen „Glaubste dat? DREI Lambdasonden für nix , dabei war et nur ein Fehler im Kabel!“ Leider ist die Verlegung auch nicht leicht zu erreichen, also lebe ich damit. Der TÜV mißt ja eh im Endrohr und da kommt nur Gutes heraus. Selbst jetzt  noch erreicht der Katalysator im Leerlauf ein CO von 0,2 % bei zulässigen 0,9. Lohnt sich, daß der teure M-Metallkat verbaut ist.

      In den letzten zehn Jahren und 100.000 km hat der MF3 an Reiz nichts verloren. Man ist vertraut, „anziehen wie einen Handschuh“ und los geht’s - auch auf weiteste Touren. Die konstruktiven Mängel habe ich für mich bestmöglich mit sinnvollem Aufwand abgestellt, sonst ist er im Allgemeinen grundsolide und erstaunlich haltbar. Das sorgt dann für Betriebskosten, die kein anderer Sportwagen dieser Leistungsklasse liefern kann.

      Wertverlust denken manche, komplett durch Wertgewinn ersetzen zu können - zu Mondpreisen kauft nur keiner einen MF3. Neupreis 120 k€ und nach acht Jahren 150 k€ verlangen - das ist Illusion. Dennoch ist für die Wagenklasse der Verlust sehr gering - was kein Wunder ist, denn er ist in der äußerst kompakten Form einzigartig und wie belegt haltbar, gebrauchstauglich selbst für Fernreisen und belastbar.

      So eine Wiesmann-Kappe mit bestimmt 70.000 "offen gefahrenen Kilometern" muß man sich erdienen!

       

       
       
       
      Markus
    • Pentium
      Hier starte ich ein Tagebuch meines frisch erworbenen SRTs.  Alle Höhen und Tiefen werde ich erbarmungslos offenlegen. Wer sich auch einen zulegen möchte, kann sich hier anfixen oder abschrecken lassen ….. auf geht’s:
       
      Es war einmal … quatsch - spontan hab ich mich am Samstagvormittag zu einem Wechsel von 3.0 CRD auf 6.1 HEMI entschlossen (danke DUH!), nun muss es aber schnell gehen, sonst zuckt der Schließmuskel und es wird wieder mal verschoben.
       
      Der nächstgelegen Interessante, der sich auch noch meinem Diesel annehmen möchte, steht bei einem Händler in gut 800km Entfernung ….. hmmmm … um 12:00 Uhr vollgetankt auf die AB - 800 km Richtung Norden  …..   so eine Geschichte darf nicht besonnen und gut überlegt starten….
      …. und um 20:30 Uhr schon wieder mit breitem Grinsen auf der Heimfahrt. Wie vom Verkäufer vorher gesagt, geht nach gut 200km die Motorkontrollleuchte an, den HEMI interessiert dies aber nicht im Geringsten, er marschiert tapfer brüllend über die A7….
       
      Nach weiteren  problemlosen 800 km Fahrt bringe ich ihn um 04:30 Uhr in die Halle. Den Durchschnittsverbrauch konnte ich zeitweise bei einem Schnitt von 120km/h von 17,5 auf 16,5 ltr. drosseln… Spaß geht anders…..
       
      Ein Auslesen gestern wies den Fehler P0430 „Katalysatoreffizienz (Bank 2)“ aus, einen Neuen gibt es von Magna schon um die 900€, verschieben wir auf den nächsten TÜV in 07/2020…..
       
      Viel schlimmer sind die Abrollgeräusche der abgefahrenen Winterreifen. Dafür gibt es am Montag neue Pirellis mit anschließender Fahrwerksvermessung.
       
      Am Dienstag wird dann noch das scheußliche ALPINE Doppel-DIN gegen ein Pioneer Z810 getauscht.
       
      Am Mittwoch darf der Dicke dann mit uns in den ersten gemeinsamen Urlaub in die Pfalz…
       
      Ein paar kosmetische Veränderungen stehen noch an, die Liste der gespeicherten Fehler muss noch reduziert werden….. ich werde be(r)ichten
       
       

    • irontomi
      Hallo erstmal danke für die Aufnahme hier in diesem Forum. Ich habe gleich mal eine Frage was haltet ihr von einem Ferrari 430 Baujahr 2008 mit zwei Novitec Kompressoren mit 50000 km Laufleistung kann man so etwas kaufen oder holt man sich da mit potenziellen Ärger ins Haus da der Motor ja mehr belastet wurde als ursprünglich angedacht hat jemand Erfahrungen mit einem solchen Wagen? Ach ja und was muss denn passieren damit die Katalysatoren bei einem 430 verschwunden sind und aus dem Endschalldämpfer ihre Überreste herausgeholt werden müssen Fragezeichen für Infos wäre ich sehr dankbar mit freundlichen Gruß Tom
    • Autopista
      Nachdem der GTR Thread inzwischen komplett ausgeufert ist, stell ich hier meinen Erfahrungsbericht zu dem Wagen ein.

      Ich bin den GTR am letzten WE etwa 2000km gefahren, davon knapp 500km Rennstrecke in Leipzig (Performance Training bei Porsche Leipzig, genialer Event:-))!).

      Zunächst ein paar Vorinfos, die meines Wissens nach noch nicht bekannt sind.

      Es gibt für den GTR 2 Setups, eines für die Straße, eines für den Track. Letzteres verstellt den Sturz auf extreme Werte, schnell für die Piste aber für die Straße nicht zu empfehlen. Ich bin mit dem Straßensetup gefahren, weil die Daten noch nicht verfügbar waren.

      Allgemein.......

      Der GTR ist wirklich riesig und erfordert einiges an Eingewöhnung. Der Wendekreis entspricht einem mittleren Bus. Man sitzt richtig hoch und für Gesellen ab 1.75m dürfte es mit Helm ziemlich schwierig sein eine gute Position zu finden. Die Ergonomie ist super, die Sitze find ich etwas mager beim Seitenhalt.

      Lange schnelle Autobahnfahrten führen teilweise zu einer enormen Hitze im Kofferraum. Lebensmittel sollte man dort nicht lagern, ebenso wenig Getränke im Mitteltunnel. Da wirds auch richtig warm, die Klima muss kräftig pusten.

      Den Playstation-Monitor hab ich teilweise verflucht. Wieso kann man Temperatur und Reifenluftdruck nicht gleichzeitig darstellen? Wer hat sich sowas ausgedacht? Auf der Strecke muss man ständig hin- und herschalten. Naja.....

      Nun zum wichtigen Teil:

      Also gleich vorweg: Der GTR ist ein brutaler Apparat. Motor und Getriebe hab ich so noch nie erlebt. Der Turbo spricht sofort an und feuert ab 3000 los, das Getriebe schaltet unglaublich schnell unter Volllast, da kommt nichts anderes mit, nicht einmal die famose Getriebebox aus dem California. Bei den Fahrleistungen spielt die Kiste locker in einer Liga mit dem 997 turbo, vielleicht ab 280 fällt der Nissan etwas ab. Eine Rolle spielt das aber in meinen Augen nicht.

      Fahrdynamik: Hammer, Hammer, Hammer! Der GTR fühlt sich überall super an. Lenkt zackig ein, liegt voll neutral, kennt keine Lastwechsel. Das komplette Inferno aber kommt am Kurvenausgang. Die Traktion ist Wahnsinn. Das Auto lässt sich voll im Drift fahren, die Karre kommt richtig aggressiv mit dem Heck, zackig gegenlenken,voll auf die Kette und man wird abgefeuert wie von einer Rakete. Wer das ein paar Runden gemacht hat ist dem GTR verfallen. Gibt sicher kein Auto mit dem man auf Anhieb so aggressiv am Limit fahren kann. Man muss absolut offen und ehrlich sagen, daß der 997 turbo da nicht mitkommen kann, so agil wie sich der GTR am Limit bewegt und wie apokalyptisch er aus der Kurve schiesst. Das Monster hat wirklich überall gewaltig Power und setzt diese zu 110% um. Bei dem Auto kann man an Stellen Gas geben, die mit anderen Sportwagen einfach nicht möglich sind.

      Einige Wehrmutstropfen aber bleiben trotzdem. Das Gewicht spürt man doch, beim Bremsen und an den Reifen. Die Brembos lassen nach einigen Runden schon nach und insgesamt ist der Wagen allgemein auf der Bremse etwas weich, nicht so definiert wie ein 997er. Die Reifen heizen sich extrem schnell auf, sind aber über einen breiten Bereich recht gut zu fahren, weil der GTR sehr gut ausbalanciert ist. Von 1,8-2,3 bar gehts knackig voran, dann wirds schmierig vor allem in schnellen Kurven. Das grösste Problem ist aber ohne Zweifel das Getriebeöl. Ich hab die Kiste 2mal abgestellt, weil die Temperatur an die 140 Grad ging. Wenn man es richtig fliegen lassen will, ist man nach 15min auch schon wieder fertig, länger packt es das Getriebe definitiv nicht!

      An der Stelle können die GTR Kritiker nun wieder auf den Wagen einschlagen. Sei's drum. Für gut 80.000 Euro ist der GTR trotzdem eine unglaubliche Kampfmaschine mit der man problemlos die Creme de la Creme ärgern kann auch wenns dann für den ultimativen Triumph nicht reichen wird. Ein 430 Scuderia z.b. fährt sich gerad erst warm, wenn der GTR bereits aus den Rohren dampft. Dennoch: Der Nissan GTR ist trotzdem eine ganz eigene Art von Sportcoupe. Ein echter Technikpanzer für Freaks. Das Auto hat einfach eine gewisse Ausstrahlung und ich hätte nie gedacht, daß er so gewaltig Spaß macht.........

      Also ihr lieben Porsche und Ferrari Fans, eure Autos sind nicht schlechter nur weil es den GTR gibt. Aber der Japaner ist definitiv eine Bereicherung für die Autowelt.

      PS.: Ebenso brachial wie der Antritt ist auch der Verbrauch. 50 Liter warens im Schnitt am Track. Wieder ein Grund, warums für die Langstrecke nicht reichen wird.

      PPS.: Mit keinem Auto erregt man derzeit soviel Aufsehen. Wirklich JEDER schaut der Kiste hinterher, will sich reinsetzen, etc.......Wieder eine Disziplin, die der Nissan beherrscht wie ein Exot obwohl er "nur" 80.000 kostet.

×
×
  • Neu erstellen...