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Lamborghini knackt erneut die Bestzeit

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BMWUser5
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Letzter Beitrag: (bearbeitet)

 

Der neue Lamborghini Aventador SVJ mit 770 PS V12 Saugmotor hat eine Rundenzeit von 6.44,97min auf der Nordschleife erreicht. Da J steht für Jota.

 

Somit ist Lamborghini trotz des realtiv schweren Autos (1,75 Tonnen) 2.28 Sekunden schneller als der Porsche 911 GT2 RS. Wobei man sagen muss das der neue SVJ auf der kleinen Runde 5 Sekunden langsamer als der GT2 RS ist. 

 

Der SVJ hat diese Zeit unter anderem durch die Anpassung von steiferen Stabis, erhöhte Dämpferrate, rekalibrierter Allradantrieb mit mehr Heckbetonung, angepasste Hinterachslenkung, wirkungsgradgesteigerten Unterboden und vor allem das ALA-System, sowie Trofeo R. Reifen erzielt. Der Motor hat 720 Nm und 6,5 Liter.

 

2020 soll der Nachfolger vom Aventador einen Elektromotor zu dem vorhandenen Saugmotor erhalten, um die Abgaswerte einzuhalten.

bearbeitet von BMWUser5
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AC/DC_Gallardo
Geschrieben

Die diversen Videos geistern ja schon seit einer Weile durch die Medien, ist die von dir geschriebene Rundenzeit denn etwas offizielles, was auch verlässlich ist?

 

Auch wenn ich bereits vermutet habe, dass Lamborrghini einen neuen Rekord hat, so wie die Videos in den letzten Tagen aufgegleist worden sind...

 

 

Roman

GT_MF5_026
Geschrieben

Diese regelmässige Rekordjagd, die aber nur Rekorde zeitigt, die nicht reproduzierbar sind, mag für das Ego gut sein, doch Aussagekraft hat sie keine. Was Mercedes mit dem AMG GT-R, Porsche mit mit dem GT2 RS und jetzt Lamborghini abliefern, tönt bestenfalls in Marketingartikeln gut. Kenner sind bestenfalls irritiert. Da lobe ich mir McLaren, die den 720s regelmässig in einer Konfiguration zu Test schicken, wie das Auto auch ausgeliefert wird.

 

Wer mit vorgeheizten Sonderreifen, die kaum zwei Runden halten und nur in der Theorie strassentauglich sind, einer Fahrwerkseinstellung, die werksseitig gar nicht möglich ist, usw. antritt, gewinnt nichts an Glaubwürdigkeit. Der mag vielleicht seine Fans begeistern, aber Kunden lassen sich so kaum gewinnen.

 

Ganz abgesehen davon, dass die wenigsten Lamborghini-Kunden diese Marke wählen, weil sie die absolut schnellsten Tracktools hervor bringt.

 

Wie auch immer: Die gemessene Zeit jedenfalls ist beeindruckend. Der "Rekord" selber weniger.

BMWUser5
Geschrieben (bearbeitet)

@AC/DC_Gallardo Diverse Autoredakteure haben den Wagen schon probegefahren und die Zeit mitgeteilt, somit sollte diese direkt von Lamborghini stammen und stimmen.

 

@GT_MF5_026 Natürlich, jedoch wenn jeder Hersteller die gleichen Tricks anwendet, hat man eine gute Ausgangsbasis um dies zu vergleichen. Das man selber diese Zeit nicht erreicht sollte einem bewusst sein. Aber somit ist klar, dass man selber im Modell A schneller sein wird, als im Modell B, wenn man damit auf die Rennstrecke geht. Es dient nur als kleiner Anhaltspunkt und sollte nicht überwertet werden.

 

McLaren testet sehr oft an der Nordschleife, jedoch verraten Sie keine Zeiten, vermutlich weil Sie schlechter sind. Ferrari hat erst gar kein Interesse an der Nordschleife und macht sein eigenes Ding (=eigene Hausstrecke). Viel konsequenter als McLaren.

bearbeitet von BMWUser5
AC/DC_Gallardo
Geschrieben

Für mich als Lambo-Fan der eher älteren Autos vor Huracan und Aventador bringen diese Zeiten eh nichts. Ich mag die alten Geräte, wo Design über Fahrdynamik stand, viel mehr.

 

Aber so lassen sich die Fahrzeuge nunmal vergleichen...

 

Der GT2 RS war meines Wissens auch auf sehr theoretischen Strassenreifen unterwegs, oder?

 

 

Roman

Ultimatum
Geschrieben
vor 54 Minuten schrieb AC/DC_Gallardo:

st die von dir geschriebene Rundenzeit denn etwas offizielles, was auch verlässlich ist?

Ja, Zitat aus dem aktuellen Pressebericht:

 

Der getarnte Aventador SVJ mit dem offiziellen Lamborghini Testfahrer Marco Mapelli am Steuer trat die Fahrt auf der 20,6 km langen Strecke an. Der Test wurde vom Team der Lamborghini Forschungs- und Entwicklungsabteilung vorbereitet und organisiert und von Pirelli mit Reifen, Technikern sowie einem Fahrer umfangreich unterstützt. Innen und außen mit Kameras und kompletter Telemetrie ausgestattet, wurde die Testrunde des Aventador SVJ während einer exklusiven Session auf der Nürburgring-Nordschleife unter formeller Kontrolle von Remak-Mitarbeitern für die Zeitnahme und GPS-Zertifizierung unter Einsatz von VBOX-Racelogic Instrumenten durchgeführt.

vor 34 Minuten schrieb GT_MF5_026:

Ganz abgesehen davon, dass die wenigsten Lamborghini-Kunden diese Marke wählen, weil sie die absolut schnellsten Tracktools hervor bringt.

das sehe ich anders: lamborghini ist aber seit jahren mit dem tropheo in der gt rennserie weltweit absolut führend, ein zusammenhang dürfte da mittlerweile schon gegeben sein.

bertl
Geschrieben

Im Prinzip hat hier jeder Recht, doch ich freue mich trotzdem über die neue Rekordzeit. Den das hochloben der Porsches in den Medien ist ja schon nicht mehr auszuhalten:evil:

 

Praktisch hat das für 99,99 der Fahrer dieser Fahrzeuge sowieso keine Auswirkung.

Der Reifen ist anders, das persönliche fahrkönnen liegt sehr selten in einem Bereich eines Testfahrers, keine Heizdecken, keine freie Stecke am Ring.........

Darum ist es für Werbung, Ego und was weiß ich noch alles gut und recht lustig für uns das ganze zu verfolgen.

Das schlimmste aber daran ist das beide unter der Fuchtel von VW stehen.

Wie in der Formel 1, wer darf heute gewinnen:D

 

Aber Hut ab vor der Technik die dahinter steckt!

Und wer von euch schon mal den Performante gefahren ist wird mir bestätigen das das ALA System mit Sicherheit eine Wucht ist, im normalen Straßenverkehr nicht an die Grenzen zu bringen und mit der Hinterradlenkung und noch mehr PS im SVJ sicher noch mehr Wahnsinn.

 

Und das geilste daran ist! Es ist noch immer ein SAUGER!!!! :-))!

Jones16v
Geschrieben

 

vor 1 Stunde schrieb BMWUser5:

Natürlich, jedoch wenn jeder Hersteller die gleichen Tricks anwendet, hat man eine gute Ausgangsbasis um dies zu vergleichen. Das man selber diese Zeit nicht erreicht sollte einem bewusst sein. Aber somit ist klar, dass man selber im Modell A schneller sein wird, als im Modell B, wenn man damit auf die Rennstrecke geht. Es dient nur als kleiner Anhaltspunkt und sollte nicht überwertet werden.

Da hast du leider einen kleinen Denkfehler drin. Wenn alle Hersteller die gleiche Tricks anwenden, dann sind zwar die Zeiten nachher besser vergleichbar, eine Aussage daraus zu ziehen, mit welchem Modell man selber schneller sein wird aber nicht.

Das hängt dann nämlich wieder davon ab, wie das Fahrzeug in der Serie dann zum Kunden kommt.

 

Beispiel:

Der GT2RS gewinnt gegen den McLaren beim Herstellertest. Wenn der GT2RS in der Serie dann allerdings sehr gezämt kommt und der McLaren nahezu in der Testausstattung, dann kann dieser für den Kunden plötzlich doch schneller sein.*

 

*Rein fiktives Beispiel (beide leider noch nie gefahren) und persönliche Handlings-Vorlieben außer Acht gelassen :-)

 

BMWUser5
Geschrieben

@Jones16v So meine ich das nicht, was ich damit sagen wollte ist, dass wenn man sich die Testbedingungen von den beiden unterschiedlichen Rekordhalter anschaut und dazu noch recherchiert mit welchen Fahrhilfen gefahren wurde - ist klar, dass man auch mit der Serie "leichter fahren kann".

 

Beim Porsche waren z.B. mehrere Fahrhilfen aktiviert, womit dieser "leichter" zu bewegen ist. Auch als "Normalo" kommt man damit an seine eigene Grenze viel Näher, als wenn die professionelle Zeit ohne jegliche Fahrhilfen gemeistert wurde. Dort traut man sich nicht so viel.

 

Um es kurz zu machen: Ich bewerte dies auch anhand der gefahrenen Runden, dort erkennt man auch Unterschiede, wie viel der Fahrer "arbeiten" muss bzw. wie das Auto reagiert und diese Systeme werden nicht "gezähmt", da Sie normalerweise einen professionellen Fahrer ausbremsen und einen "Normalo" beschleunigen.

vw-fahrer
Geschrieben

 

Gruß Stefan 

Andreas.
Geschrieben (bearbeitet)

Hm ... wenn also jeder gleiches Doping betreibt und ein sauberer Sportler dabei ist ... dieser zwar hoffnungslos unterlegen ist, aber die anderen Sportler dann ohne Doping „weniger performen“, wer ist dann der wirklich „Sportlichere“?

 

In einer SA-Ausgabe wurde das Thema „Rekordjagd“ recht gut beleuchtet. Ohne diese Tricks, Gimmicks & Profirennfahrern mit immenser Vorbereitung aber nicht erreichbar. Wer selbst diese Rennstrecken befährt, kann die Zeiten in etwa einsortieren. Mir persönlich ist das viel zu schnell, dennoch beeindruckend, ja. Aus Sicht der Machbarkeit. Aber „erfahrbar“ in eigentlichen Sinn? Never ever.

bearbeitet von Andreas.
nero_daytona
Geschrieben

Ist denn wirklich jemand so naiv zu glauben, dass wenn Otto-Normal-Sonntagsfahrer in sein Serienmobil steigt er mal eben diese Zeiten reproduzieren kann?😉

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Ultimatum
Geschrieben

ich denke wohl nicht. aber bei den Fahrmaschinen wie gt3, gt2, lamborghini und auch mclaren liegt durch die ausgefeilte technik und Aerodynamik der Grenzbereich im normalen Alltagsbetrieb extrem weit und selbst für einen trackday eigentlich unerreichbar weit. was natürlich zur folge hat, dass man sehr schnell unterwegs ist, ohne eigentlich viel können zu müssen. wer mehr will, das ist wie im richtigen leben muss auch mehr können. es ist aber wie überall, wer taucht mit seiner Rolex deepsea 600 meter tief, wer schiesst Profifotos mit seiner leica m10, wer läuft Rekordzeiten mit dem besten marathonschuh ....???

Andreas.
Geschrieben

normaler Alltagsbetrieb im Schnitt 78km/h bei 120km Fahrstrecke mit max. Querbeschleunigung von 0,7g bei der BAB-Abfahrt ... schafft sogar ein Suzuki Jimny mit Allwetterreifen :D 

 

@nero_daytona Echt nicht? Menno ... du zerstörst meine Rennfahrerkarriere bevor sie begann :)

JoeFerrari
Geschrieben

Da war der Porsche 919 Hybrid Evo aber neulich noch mit 5:19,55 doch um Welten schneller ;)

Karl
Geschrieben

Vor dem Hintergrund des weitaus höheren Gewichts und der bald 10 Jahre jungen Konstruktion des Aventador - 2010 habe ich ihn zum ersten mal fertig sehen können, die Jungs in St. Agata sind also schon länger dran gewesen - ist die Tatsache, dass dieses Urviech von einem Supersportwagen immer noch - wenn auch unter Einsatz großen Fahrkönnens, wie uns die Squadra Corse nach jeder Rekordfahrt berichtet - das aktuelle, weitaus modernere und leichtgewichtigere Sportwagenumfeld dominiert, mehr als aller Ehren wert.

 

Da wahrscheinlich alle an diesen Rekordfahrten beteiligten Parteien ähnliche kleine Tricks und Vorteile nutzen, macht für mich die Ergebnisse dann doch wieder vergleichbar.

GT_MF5_026
Geschrieben

Lamborghini hat den Rekord für Serienfahrzeuge erobert. Respekt.

Und das mit einem Auto, das offiziell noch nicht einmal vorgestellt, geschweige denn in Serie gebaut wird.

Das sagt doch schon alles. Nicht über Lamborghini sondern über den Rekord.

 

Diese Gier nach "Rekorden" seitens einiger Markenhersteller (ich denke primär an Porsche, Mercedes und neu auch Lamborghini) ist einfach nur peinlich. Mit Carpassion hat das rein gar nichts zu tun. Und neue Kunden erobert man damit auch kaum. Es ist ja nur eine Frage der Zeit (im wahrsten Sinne des Wortes) bis der eigene Rekord wieder von einer anderen Marke gebrochen wird. Was dann?

 

 

Svitato
Geschrieben
Am 27.7.2018 um 18:24 schrieb JoeFerrari:

Da war der Porsche 919 Hybrid Evo aber neulich noch mit 5:19,55 doch um Welten schneller ;)

 

Ultimatum
Geschrieben

ich finde es gut, ein Rekordfahrzeug kaufen zu können!

vor 4 Stunden schrieb GT_MF5_026:

Mit Carpassion hat das rein gar nichts zu tun.

den zusammenhang verstehe ich jetzt nicht. carpassion ist das, was wir daraus machen. der eine laut, der andere leise, gelb, grün oder schwarz. 4,6, 8 oder 12-zylinder. 2 oder 7 sitzer. alter oder neuer rekord  ......

 

was soll's. alles ist möglich und alles ist passion! alle sind irgendwie verrückt auf ihre weise.

stelli
Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb GT_MF5_026:

Diese Gier nach "Rekorden" seitens einiger Markenhersteller (ich denke primär an Porsche, Mercedes und neu auch Lamborghini) ist einfach nur peinlich. Mit Carpassion hat das rein gar nichts zu tun.

Ich finde es schon mega interessant zu wissen, was ein Hersteller mit maximalem Einsatz für straßenzugelassene Fahrzeuge aus der Nordschleife herausholen kann.

Wer schon mal dort gefahren ist, weiss um die Besonderheiten der Strecke und die enorme Beanspruchung ans Material und Fahrer.

Finde ich interessanter als ne Fiorano Zeit von Ferrari. Weil die kann ich nicht bewerten, da die Strecke nicht normal geöffnet ist. Aber die Nordschleife kannst du genauso befahren wie es Porsche und Co auch für die Rekorde macht.

 

Sicherlich ist die Zeit für nen normalen Fahrer so nicht reproduzierbar. Aber wenn man z.B. mit nem GT2 RS ganz normal zur Nordschleife fährt, da ne knapp über 7 Minuten Zeit herausfährt und dann wieder heimwärts rollt, ist das schon ne Ansage...zeigt halt wie gut das Auto funktioniert, wenn man es mal drauf anlegt. Das ist dann schon Carpassion!

Caremotion
Geschrieben

Ich finde diese Rekordjagden einfach nur interessant. Ich kann mit den Zeiten allerdings nichts Anfangen weil diese für mich keine echte Basis bieten. Darf man den Medien glauben schenken, gibt es keine echte Kontrollinstanz. Somit wer weiss was verändert wurde. Auch Porsche hat ja schon einiges geboten bei solchen Rekordfahrten... 

 

Trotzdem muss man schon den nötigen Respekt für die Zeit aufbringen die Lambo da geschafft hat.

Stueberr
Geschrieben
Am 3.8.2018 um 10:45 schrieb Ultimatum:

was soll's. alles ist möglich und alles ist passion! alle sind irgendwie verrückt auf ihre weise.

das seh ich auch so.

Man gönnt sich einen (Jugend-) Traum. Ober dieser jetzt in 9,9 oder 8,9 Sekunden auf 200 ist ?? Ist das kaufentscheidend ? oder ist es doch die schöne Form, der gutklingende Name oder die Umsetzung des Traumes ?

Ich muss mir und anderen nicht mitteilen "Meine Marke ist die Schnellste am Ring". Wenn es so ist, ok, wenn nicht, auch egal.

 

Da kann man drüber stehen.

Der Eigenspass zählt 😀

BMWUser5
Geschrieben (bearbeitet)

900 Stück zum Preis von 349.116€, wobei davon 63 in einer limitierten Carbon Edition erscheinen werden. 63 soll an das Gründungsjahr erinnern.

 

Lustig, dass der SV teurer war: 389.356 Euro.

bearbeitet von BMWUser5
stelli
Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb BMWUser5:

900 Stück zum Preis von 349.116€

Nettopreis ;)

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      Ab 5000 U/min fühlt sich der V12 richtig wohl und zieht dabei ohne mit der Leistung nachzulassen brutal schnell bis 8500 U/min in den Drehzahlbegrenzer. Im Vergleich zu den heute üblichen, aufgeladenen Sportwagenmotoren mit wesentlich höheren Literleistungen bricht bei dem Sauger die Leistungsabgabe bis in die höchste Drehzahlregionen unter Volllast nie ein da ein zunehmender Hitzestau aufgrund heiß laufender Laderkomponenten hier absolut kein Thema ist. Bezüglich Standfestigkeit gilt ganz klar die alt bewährte Formel - Hubraum ist durch nichts zu ersetzten. Hohe Drücke bei hohen Temperaturen wirken sich generell sehr negativ auf die Dauerfestigkeit aus!
       
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      Der Verbrauch von 20 bis 30 L/100km entspricht keinem kränkelndem Spritsparwunder, sondern ganz den Fahrleistungen eines robusten, großvolumigen V12 und man darf sich öfters auf die Gaudi beim Tanken freuen. Da ist immer was los, 95% der Passanten sind dabei total begeistert. Den restlichen 5% (meist Artenschützer bzw. Hobbynaturschützer) erklärt man recht freundlich und fundiert, dass es sich dabei nicht nur um ein Fortbewegungsmittel zum sinnlosen Drauflosfahren handelt sondern um eine kunstvolle Synthese aus atemberaubendem Design und einer klassischen frei atmenden, vom Aussterben bedrohten V12-Verbrennungskraftmaschine mit artgerechtem Bewegungsdrang und Geräuschverhalten.
       
      Ein paar Nachteile oder kleinere Spaßbremsen muss es natürlich auch geben. Der Aventador ist generell nur sehr eingeschränkt alltagstauglich und höchstens als Zweit- oder besser als Drittwagen geeignet. Im Innenraum auf der Fahrerseite sind außer dem winzigen Fach in der Mittelkonsole keine Staufächer oder Ablagemöglichkeiten vorhanden. Nur in Verbindung mit dem Reisepaket für schlappe 952€ Brutto gibt es zwei Becherhalter in denen ich mein Handy mit Geldbeutel platzieren kann und ein zwingend erforderliches Gepäcknetz hinter den Sitze damit nicht alles durch die Gegend fliegt.
      Allein aufgrund seiner Dimensionen kann man nicht einfach einsteigen und drauflosfahren wie mit jedem anderen Auto. Die Sicht ist im Allgemeinen und Besonderem nach hinten extrem eingeschränkt. Hoch hängende Ampeln sind aufgrund der fast auf dem Boden liegenden Sitzposition kaum im Sichtbereich und alle andere Verkehrsteilnehmer schauen auf einem herab. Die Rückfahrkamera und das Liftsystem sind fast immer erforderlich. Da der Aventador ohne Rückspiegel schon über zwei Meter breit ist muss man sich vorher genau überlegen ob man in eine schmälere Straße einfahren kann oder z. B. mit Verengungen aufgrund geparkter Autos rechnen muss. Hohe Randsteine sind der blanke Horror! Permanent muss ich auf genügend Abstand zum filigranem Felgenhorn meiner schwarz beschichteten Diantus mit der extrem niederen Querschnittsbereifung achten.
       
      Beim Überholen eines LKW oder Landmaschine ist auf den schmäleren Land- oder Kreis-Straßen ein cooles Vorbeiquetschen wie z. B. mit dem 911er unmöglich, wenn der Andere nicht freiwillig auf den Straßenrand fährt. Enge Kurven machen gewaltigen Spaß und liegen dem Aventador S mit ordentlicher Querbeschleunigung richtig gut, nur darf nichts Breites entgegenkommen oder die Straße muss breit genug sein!
       
      Fazit: Die Unterhaltskosen gehen voll in Ordnung bei dem was er vor allem an Highspeed-Fun, atemberaubender V12-Soundkulisse, exklusivem Fahrfeeling, außergewöhnlichem Design und Überholprestige bietet. Da gibt es noch kostspieligere Exoten, die kaum schneller sind, schlechter verarbeitet sind und eine anfällige Technik ohne die notwendige Entwicklungstiefe mit ausreichender Erprobung haben. Ich möchte hier keine langwierige Milchmädchenrechnung aufstellen, kurz zusammengefasst kostet er wesentlich mehr wie mein ehemaliger Gallardo oder ein Huracan, aber nicht ganz das Doppelte. D. h. wer am besten gleich mit den doppelten Unterhaltskosten eines Huracan rechnet kommt mit den Ausgaben für den Aventador ganz gut klar.
       
      Wir können gespannt sein was bei den Ideen unserer Gesetzgeber noch von diesem einzigartigen, brutalen Fahrspaß ab kommender Euro7-Norm beim Nachfolger erhalten bleiben darf. Ich bin echt glücklich, dass ein pures Spaßfahrzeug in der Form noch eine Zulassung bekommen hat und ich diesen Aventador S mit all seinen aufregenden, ungefilterten Eigenschaften inkl. dem atemberaubenden Design, noch lange bis ins Rentenalter fahren kann während meine Alltagsauto immer geräuschloser, elektrischer und autonomer (langweiliger) werden.
       

    • Das ist schon ziemlich beeindruckend. Vor allem wenn man bedenkt das der GT2 RS auf den Cup 2 R unterwegs war und der Pista auf den normalen Semis oder?
       
       
    • Es gibt Dinge, die kann man verdrängen, aber nicht vergessen. So könnte man mein Verhältnis zur Nordschleife beschreiben, deren Anziehungskraft ich in den letzten 3 Jahren mit Abstinenz begegnet bin. Nun war es also an der Zeit, die alte Bekannte mal wieder zu treffen. Freitagmittag ging es über eine mit Baustellen, Regenschauern und Unfällen übersäte A3 von Passau nach Nürburg. Für das obligatorische Abendessen in der Pistenklause war ein Tisch zu 20.15 Uhr reserviert, der übrigens auf die Minute genau von meinen zwei Mitfahrern und mir besetzt wurde.
       
      Ohne große Umwege ging es dann ab in unsere Pension, schließlich gehört ein gesunder Schlaf zu den wichtigsten Grundausstattungen eines richtigen Rennfahrers. Unweit der Nürburg befindet sich die kleine Privatpension von Hedwig Merten, die im beachtlichen Alter von 80 Jahren noch immer allein ihre Gäste versorgt. Bereits als Kind in das Gewerbe hineingewachsen, hat sie Zeit ihres Lebens Gäste am Nürburgring beherbergt, und dementsprechend groß war ihr Schatz an Anekdoten und Erzählungen, die sich rund um die Geschichte der Rennstrecke ranken. Nach Kriegsende 1947, beim Eröffnungsrennen, war es für die aus den Städten kommenden Ringtouristen noch eine Besonderheit, an den Imbissbuden Kartoffelsalat essen zu können, wofür Frau Merten nächtelang Kartoffeln pellen musste. Ein bemerkenswerter Kontrast zum heutigen gastronomischen Überflussangebot. Aber sie sieht es ganz trocken und realistisch wenn sie sagt "wenn wir den Ring nicht hätten, dann wären wir hier ganz arm dran". Ob auch mal berühmte Rennfahrer bei ihr übernachteten, wusste sie mit ja zu beantworten, "da war einer im Zimmer 1, der ist jedoch schon lange tot (verunglückt), aber sein Sohn fährt noch immer Rennen". Der Name war ihr leider grad entfallen, nur dass es ein Deutscher war wusste sie noch.
       
      Es regnete die ganze Nacht und das Frühstück hatten wir zu 08.30 Uhr bestellt. Blöd wenn man dann um 06.30 Uhr bereits hellwach ist. Beim Zähneputzen fiel mir ein, dass der Gast aus Zimmer 1 eigentlich nur Manfred Winkelhock gewesen sein kann. Frau Merten war auch schon wach und machte das Frühstück für die Frühaufsteher unter den Gästen. Kurzer Smalltalk, und meine Intention mit Manfred Winkelhock erwies sich als richtig.
       
      Zum Zeitvertreib ging ich der Namenspatronin der Rennstrecke einen Besuch abstatten. Mein Spaziergang führte zur Burg, bei der man auf einem Schild lesen kann, dass sie die höchstgelegene Burg in Rheinland Pfalz ist (676,5m), und nach dem Basaltfelsen benannt ist, auf dem sie steht: „Mons Nore“, der schwarze Berg, aus dem der Begriff Nürburg entstand. Diese zeigte sich noch umhüllt vom typischen Eifelnebel, wobei gerade dieser der Burg eine tolle morgendliche Aura verlieh.
       

      Nach dem ausschweifenden Blick in die Vergangenheit und einem ausgiebigen Frühstück, sollte sich der Rest des Tages nur noch mit Motorsport beschäftigen, und der hieß erstmal Rundstrecken Challenge Nürburgring, kurz RCN. Dieses Breitensportprogramm beanspruchte die Nordschleife bis 13.30 Uhr für sich, wobei die Strecke anscheinend so strapaziert wurde, dass sich die Touristenfahrer noch bis nach 14 Uhr gedulden mussten.


      Während der Wartezeit bis zur Öffnung der Strecke, parkte ein weißer Wiesmann an der Zufahrt zur Nordschleife, dessen Fahrer den Motorsportfans kein unbekannter sein dürfte: Jörg van Ommen.

      Selbiger ist hier im Forum unter dem Synonym JvO angemeldet, und so kamen wir ins Gespräch. Da steht mir also der Jörg van Ommen gegenüber, der mich in meiner Jugend zusammen mit Kurt Thiim, Klaus Ludwig, Roland Asch und Ellen Lohr jedes Jahr (bis 1995) an die AVUS gelockt hatte, um die DTM zu sehen.
      Eine Erfahrung die ich in all den Jahren bei carpassion gemacht habe, ist dass die Begeisterung für Autos und Motorsport die unterschiedlichsten Menschen aus allen Altersgruppen und Schichten auf eine Verständnisebene bringt, die auf Anhieb einen lockeren Umgang miteinander ermöglicht. So war JvO dort also nicht als zweifacher DTM Vizemeister und Rennstallbesitzer aufgetreten, sondern war gesprächig und interessiert, kurzum ein sympathischer Typ ohne Allüren. Nach allerlei Benzingesprächen, wo er auch von seiner heutigen Tätigkeit als Instruktor für Fahrerlehrgänge erzählte, tönte es aus dem Lautsprecher "Achtung Achtung, die Nordschleife ist ab sofort für Touristenfahrten geöffnet". Aufgrund der schlechten Wetterprognose hatte sein "Fahrschüler" kurzfristig den Nachmittagstermin für ein Training abgesagt, was zur Folge hatte, dass JvO den Nachmittag nun komplett frei hatte. Welch ein Glück, denn es dauerte nicht lange, und wir befanden uns hinter dem Steuer meines Autos auf der Nordschleife.
      Vom Beifahrersitz aus gab JvO nun Instruktionen, wobei man hier sagen muss, dass ich erstmal einige Probleme hatte, seine Ansagen gleich in die Tat umzusetzen. Die letzte Runde lag doch ein paar Jährchen zurück.
      In der zweiten Runde wechselten wir die Sitzplätze, so dass ich mich nun voll und ganz auf die Erläuterungen zu den einzelnen Streckenabschnitten konzentrieren konnte. Leider zog sich nun der Himmel zu, und Petrus änderte die Rennstrategie erheblich. Auch hier bot sich die Gelegenheit, aus der Not eine Tugend zu machen, und JvO erklärte gleich mal, wie man eine Regenlinie fährt. Wer die Aktion in Full-HD sehen möchte:
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      Die nächsten zwei Runden sind wir dann trotz Regen ganz stumpf weiter gefahren, das heißt, ich durfte wieder hinters Steuer. Wir hatten nicht mehr damit gerechnet, dass es wieder trocken wird, weshalb wir die leere Strecke genutzt haben um Theorie zu pauken, praktisch schnell fahren ging ja leider nicht.

      Das war nicht mein erstes Instruktorentraining, denn in Spa Francorchamp saß schon mal Kurt Thiim dort, wo JvO nun saß. Das Instruktorentraining damals hatte mir schon viel gebracht und so bin ich schlussendlich doch positiv überrascht, dass ich hier noch etliche andere Grundlagen gelernt hab. Das war natürlich nicht nur die Regenlinie, sondern z.B. auch wie man in den Kurven Ruhe ins Auto bringt, wie man aus zwei hintereinander liegenden Kurven eine macht, die schnellste Linie am Adenauer Forst, wie man in das Karussell richtig rein und auch wieder hinausfährt, wo der Blickhorizont beim Rennfahren liegen sollte, welche Rolle der Kammsche Kreis spielt und warum man im Regen die Curbs tunlichst meiden sollte, um nur ein paar "lessons learned" zu nennen.

      Tja, nun sind wir vier Runden gefahren und obwohl JvO seinen Samstag auch hätte anders verbringen können, hat er sich noch die Zeit genommen, ausgiebig Anekdoten aus der alten DTM zu erzählen. Wusstet Ihr, dass JvO bei der Kartweltmeisterschaft gegen Leute wie Ayrton Senna und Stefan Bellof angetreten ist, und das teilweise auch mit Erfolg? Der Exkurs in die Historie des JvO war wie Balsam für die Motorsportseele. Die Zeit verging also wie im Flug, es war mittlerweile 18 Uhr durch, und so trennten sich unsere Wege nach diesem wunderschönen Samstagnachmittag, der mir wahrscheinlich für immer im Gedächtnis bleiben wird.

      DANKE JÖRG!
      Wie klein die CP-Welt ist, zeigte sich, als ich mit meinen zwei Freunden Johannes und Sebastian noch mal zur Zufahrt bin, um noch eine Runde Ringtaxi zu spielen. Da waren bekannte User wie quado mit Tina, jokker, R-U-F war wohl grad tanken, und den Bruder vom ZFreak hatte ich auch noch getroffen.

      Die Heimfahrt war übrigens eine Wohltat, Samstagnacht, eine staufreie und leere A3, ein glücklicher M3 und 3 Nordschleifenfreunde darin, die den Tag noch mal ausgewertet haben. Das Leben kann schon schön sein.

    • Keine Ahnung, ob ein Aventador Squadra Corse 18 einen neuen Thread verdient, gegebenenfalls bitte in den entsprechenden bereits existierenden Thread verschieben.
       
      Weiß jemand schon Näheres?
    • Hallo Autofans :-)
      Ich starte hier vielleicht für ein paar Leute ein komisches Thema.
      Doch es ist ein grosser Wunsch von mir, vielleicht kann mir ja jemand helfen, diesen zu erfüllen.

      Ich, ein junger Mann aus Weil am Rhein (bei Basel), bin seit meinem 14 Lebensjahr ein extrem grosser Autofan. Für mich eines der tollsten Hobbys. Oldtimer sowie die neuen.

      Und in eines habe ich mich sofort verliebt, in den Lamborghini Aventador.
      Das Design, die Form, einfach ein Traum. Leider bin ich noch weit weg davon, und kenne das Auto daher nur von Videos & Bilder.

      Deshalb wollte ich mal in die Lamborghini-Runde werfen, ob vielleicht nicht jemand mal zufällig in der Nähe von Weil am Rhein ist, oder aus der Umgebung kommt, und vielleicht 15 Minuten Zeit hätte, und ich mir das Auto mal in real anschauen könnte (und vielleicht ein paar tolle Erinnerungsfotos machen darf :-))

      Ich würde mich aufjedenfall riesig freuen. Für mich schon ein Highlight, den Aventador in echt zu sehen und zu hören.

      Eine Tankfüllung geht gerne auf mich.

      Liebe Grüsse Lukas

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