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Frecher geht nicht mehr bei Porsche

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Marc W. CO   
Marc W.
Geschrieben
vor 10 Stunden schrieb BMWUser5:

Naja wenn D die Werke zum bankrott zwingt, werden Sie ja wohl kaum ausländische Dieselprodukte zulassen...

 

Genau das ist momentan der Fall, der VW-Konzern wird diffamiert und an den Pranger gestellt. Ford, Renault, Fiat und wahrscheinlich noch viele andere sind aber viel schlimmer und verkaufen ihre Produkte in Deutschland völlig unbescholten weiter.

 

Moral und Ethik ist auch eine Frage der Kultur, sie wird nicht überall gleich empfunden. Wenn wir (Deutschen) als Saubermann und gutes Beispiel vorweg gehen wollen, müssen wir bei der Dosierung höllisch aufpassen, in jedem Fall wird uns dieser Anspruch an uns selbst sehr weh tun. Genau das geschieht gerade, es wird dem mündigen Bürger aber nur mit Ausreden verkauft.

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Gast   
Gast
Geschrieben (bearbeitet)
vor 12 Stunden schrieb Thorsten0815:

Also ca. eine Million der Mittelschicht. Da gibt es dann bald billige Häuser in Deutschland........ hm..... was würde es kosten diese zu versorgen und, wenn überhaupt so schnell der Bedarf geschaffen werden kann, um zu schulen? Welche Steuerausfälle würden dazu entstehen?

1. "Wir schaffen das!"

2. Irgendwas mit Medien

 

tuete.gif

vor 11 Stunden schrieb matelko:

Glaubst Du wirklich, ein Ingenieur aus der Automobilbranche kann mal eben als Chemieingenieur anheuern? Oder etwa im Anlagenbau?

Ich ja. Gerade in den Ingenieurwissenschaften und verwandten Naturwissenschaften kann man sich in neue Fachgebiete in wenigen Wochen einarbeiten. Wenn man will.

 

Strukturwandel ist viel schwerer  und langwieriger für ungelernte und angelernte Arbeiter. Das hat gerade das Ruhrgebiet gezeigt. Weil es immer weniger Jobs gibt für sogenannte "einfache" Menschen, die eben nicht mal eben schnell umlernen können. Der Anteil "einfacher" Menschen bleibt konstant, die Anzahl von Arbeitsplätzen für diese nimmt jedoch ab. Nicht alle sind für den "Dienstleistungssektor" geeignet.

bearbeitet von Gast
dragstar1106 CO   
dragstar1106
Geschrieben (bearbeitet)

Das ist hier alles ziemlich OT und relativ nahe an der Politik. Aber gut, irgendwie gehörts ja doch dazu.

 

Da wir als Exportmotor Europas, und da spielt die Automobilindustrie eine gewichtige Rolle, offensichtlich nach wie vor nicht stottern (siehe die aktuellen Rekordzulassungszahlen von Produkten deutscher Automobilhersteller), bin ich noch immer der Meinung, dass diese Diskussion nach der Wahl abflachen wird, wenn der Wahlkampf vorüber ist. Einzig die dann existierende Opp, wer auch immer das sein sollte, wird das Thema oben halten, solange kein anderes gewichtigeres Thema davon ablenkt.

 

Wir nähmen mal an, dass es so kommt, wie einige hier schwarz malen, also rein hypothetisch:

Es ist weltfremd, zu glauben, dass die überwiegende Mehrheit von Mitarbeitern eines "zerschlagenen" Industriezweiges so einfach von A nach B wechseln könnte. Ein (kleiner) Teil von hoch qualifizierten Mitarbeitern wird das nicht betreffen. Aber die "einfachen" Menschen, beispielsweise am Band, wird das treffen. Schon alleine an der fehlenden Infrastruktur der Wohnumgebung würde das scheitern, da viele Menschen wegen z.B. hoher Wegekosten kaum 100km zum nächsten potentiellen Arbeitgeber fahren könnten. Wie gesagt, im Einzelfall mag das gehen, aber die breite Masse würde auf der Strecke bleiben. Viel mehr kann und will ich jetzt dazu hier nicht schreiben.

 

Zum Thema: Wenn Porsche aufgrund der aktuellen Lage die Lücke nutzt, um Absätze zu generieren, halte ich das für nicht verwerflich. Ich bin mangels tiefer Kenntnisse nicht in der Lage, die Gründe für die Hexenjagd auf einen Hersteller nachzuvollziehen, dem man ein Zulassungsverbot auf eines seiner Erfolgsmodelle auferlegt.

 

Aber, wie schon mehrfach beschrieben, solange es sog. "nicht einheimische" Hersteller gibt, welche sich Popcorn essend hinten anlehnen und zuschauen, wie man sich in D schlecht redet, derweil ihre Diesel oder sonstige Antriebsvarianten gut bis sehr gut in D verkauft, sollte man mMn nicht alles zerreden und in die Tonne werfen wollen. 

 

Es gibt andere Probleme auf dieser Welt, die es zu lösen gilt...

 

 

bearbeitet von dragstar1106
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matelko CO   
matelko
Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb Jarama:

Ich ja. Gerade in den Ingenieurwissenschaften und verwandten Naturwissenschaften kann man sich in neue Fachgebiete in wenigen Wochen einarbeiten. Wenn man will.

Hmmm.... Dann wollen die Physiker und Chemiker wohl nicht wirklich...  Und der namhafte Chemiker, der bei BAYER vor vielen Jahren im Werk Emden in neuer Funktionsausübung mal eine neu errichtete Anlage "gesprengt" hatte (wobei es sogar einen Toten gegeben hat), der hat wohl auch "nur gewollt" - aber eben nicht gekonnt.

 

Mal weg von der Polemik: Natürlich kann man sich relativ schnell einarbeiten. Es bleibt aber ein riesiger Unterschied, ob man aufgrund jahrelanger Ausbildung in seinem Fachgebiet nicht nur Wissen erworben hat und die ständige Frage nach dem "Warum" beantworten kann, sondern in der Lage ist, spielerisch mit diesen beiden Punkten umzugehen. Denn nur dann kann eine wirklich kreative Leistung entstehen - und das wiederum unterscheidet den Ingenieur von einem Techniker. Sich viel später in andere Fachgebiete einarbeiten ist zwar möglich, indem man sich Wissen aneignet. Aber das alleine reicht noch lange nicht, um damit eine schöpferische Leistung zu erbringen. Und daran scheitert es. 

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Marc W. CO   
Marc W.
Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb matelko:

Mal weg von der Polemik: Natürlich kann man sich relativ schnell einarbeiten. Es bleibt aber ein riesiger Unterschied, ob man aufgrund jahrelanger Ausbildung in seinem Fachgebiet nicht nur Wissen erworben hat und die ständige Frage nach dem "Warum" beantworten kann, sondern in der Lage ist, spielerisch mit diesen beiden Punkten umzugehen. Denn nur dann kann eine wirklich kreative Leistung entstehen - und das wiederum unterscheidet den Ingenieur von einem Techniker. Sich viel später in andere Fachgebiete einarbeiten ist zwar möglich, indem man sich Wissen aneignet. Aber das alleine reicht noch lange nicht, um damit eine schöpferische Leistung zu erbringen. Und daran scheitert es. 

 

Das sehe ich genau so, der Unterschied ist, das man echte Pionierarbeit nur in dem Fachgebiet leisten kann, mit welchem man quasi gewachsen ist. Wechselt man die Branche, stehen da plötzlich ganz oft viele andere, die dort eben gewachsen sind und einen uneinholbaren Vorsprung aufweisen. Dann verkommt auch ein Akademiker ganz schnell nur noch zum Handlanger. Im gesellschaftlich-ökonomischen Sinne auch sehr negativ.

 

Genauso, wie die Einkommenssituation der jetzigen "Arbeiter am Band". Der VW-Konzern zahl, so weit ich weiß Tarif-gezwungen und auch aus der Vergangenheit gewachsen sehr gute Löhne. Wenn die einfachen Arbeiter nun gezwungen sind die Branche zu wechseln, wird auch dies nur mit erheblichen Einkommensabstrichen einher gehen. Ebenfalls ökonomisch nicht wünschenswert.

 

Zitat

Da will mir jetzt jemand erzählen, wenn sie sich an die Regeln halten würden gehen sie pleite? Lächerlich.

 

"Pleite gehen" nicht, wir schwächen aber unsere Industrie. In dem Zusammenhang sollte man sich schon etwas patriotischer hinter einen der größten einheimischen Arbeitgeber stellen. Erst recht, wenn man sieht, dass mit zweierlei Maß gemessen wird und sich die internationalen Mitbewerber nur ins Fäustchen lachen.

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BMWUser5   
BMWUser5
Geschrieben
vor 14 Minuten schrieb Marc W.:

echte Pionierarbeit nur in dem Fachgebiet leisten kann, mit welchem man quasi gewachsen ist. Wechselt man die Branche, stehen da plötzlich ganz oft viele andere, die dort eben gewachsen sind und einen uneinholbaren Vorsprung aufweisen.

Das ist natürlich ein Aspekt der absolut stimmt, jedoch ist das Bild der Arbeitnehmer nicht mehr unbedingt etwas Neues sensationelles zu leisten oder sich zu Arbeitgeber X zugehörig zu fühlen. Früher war man wohl sein ganzes Leben lang beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt. Heutzutage wechseln die "jungen" alle 5-7 Jahre die Stelle. Die Prioritäten haben sich da wohl verschoben.

matelko CO   
matelko
Geschrieben
vor 14 Minuten schrieb BMWUser5:

jedoch ist das Bild der Arbeitnehmer nicht mehr unbedingt etwas Neues sensationelles zu leisten

Das ist ein Punkt, den ich sehr, sehr oft von Diplomanden und Doktoranden höre, die später im Beruf selbst an etwas "Sensationellem" arbeiten wollen - alles andere sei nur langweilig. Grundsätzlich kann ich diesen Gedanken in jeder Hinsicht nachvollziehen. Allerdings muß ich dann immer einwenden, daß die Grundlagenforschung der Universitäten und Hochschulen eine völlig andere Zielrichtung hat als Entwicklungstätigkeiten, die sich auch verkaufen lassen müssen. Und erst der Verkaufserfolg eines Produkts, in welchem eine bestimmte Entwicklung steckt, die zu einem erkennbaren Nutzen führt, ist der Gradmesser des eigenen Erfolgs, nicht das "Sensationelle". Wer "Sensationelles" leisten möchte, der sollte sich in aller Konsequenz auf eine Stelle an einem Fraunhofer-Institut, der DLR, dem KIT, oder einer anderen kommerziellen Forschungseinrichtung bewerben. Aber nicht in der Industrie.

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Gast   
Gast
Geschrieben (bearbeitet)
vor 4 Stunden schrieb matelko:

 jahrelanger Ausbildung in seinem Fachgebiet nicht nur Wissen erworben hat und die ständige Frage nach dem "Warum" beantworten kann, sondern in der Lage ist, spielerisch mit diesen beiden Punkten umzugehen. Denn nur dann kann eine wirklich kreative Leistung entstehen

Das sehe ich ein bissl anders. Mehr Potential für Leistungen und Ideen abseits des "Mainstream" entsteht bei "Quereinsteigern" mit wirklich fundiertem und eher breitem Grundwissen sowie der Bereitschaft sich selbst irgendwo tief hinein zu denken. Denn der sieht noch den Wald trotz der Bäume.Und kann zudem abseits ausgetretener Pfade völlig neue Ansätze machen.

 

Das erinnert mich an eine Sache, es ging um vertical D-MOS Trench-Halbleiterstrukturen. Die Fachleute in der entwickelnden Firma sicherlich mit erheblich mehr Wissen und Erfahrungen im Detail als ich, der sich eher als "Generalist" versteht, welcher im Bedarfsfall mit entsprechendem Zeitaufwand in die Tiefe gehen kann. Das Design wird natürlich mittels diverser Spezialsoftware gemacht. Ich wurschtel mich ganz "analog" in das (auf dem Papier "fertige") Teil ein, denke, grüble, recherchiere und traue mich am Ende mitzuteilen, dass das Teil m.E. ein technologisch sehr aufwändiger Kurzschluss ist, wenn man nicht ein gewisses Detail ändert. Nach einiger Zeit wurde das dann genau so bestätigt ...

 

Jetzt auch ich ein bissl polemisch: Das Gegenteil behaupten gerne alle solche, die über Jahre und Jahrzehnte ihre Position und ihr Renomee "ersessen" haben und nur noch in erstarrten Entwicklungsprozessen zu denken vermögen. Und das dann allein deshalb behaupten, um dem Risiko der Bloßstellung eigenen kreativen Unvermögens zu entgehen. Sozusagen Besitzstandsverteidigung ..tuete.gif.3ceceba01a00f82762ef23fdaac9bfa3.gif

bearbeitet von Gast
BMWUser5   
BMWUser5
Geschrieben
vor 50 Minuten schrieb matelko:

sehr oft von Diplomanden und Doktoranden höre, die später im Beruf selbst an etwas "Sensationellem" arbeiten wollen - alles andere sei langweilig 

Ich bezog meine obige Aussage nur auf industrielle Tätigkeiten inkl. Entwicklungsarbeit und nicht auf Grundlagenforschung wie Max-Planck-Institut, HGF, Leibniz etc.

 

Bei den Bachleranden und Masteranden wird zumeist im Studium eh nur die Auffassungsgabe innerhalb kurzer Zeit abgeprüft. Vorausgesetzt diese machen kein duales Studium oder arbeiten schon nebenher in ihrem späteren Zweig. Die ersten Monate oder Jahre im Beruf müssen sich diese sowieso in die Thematik einarbeiten. Meistens durch Verständigung sowie Teamarbeit. Vieles was man im Studium gelernt hat kann man getrost in die Tonne treten.

 

Jetzt kann ich nur mutmaßen, aber vielleicht kommt daher das verlangen den Job in kurzer Zeit zu wechseln, da man vor einer erneuten Einarbeitung nicht zurückschreckt. Keine Persektive sieht? Gehaltsverhandlung nicht entsprechend verläuft oder einen neuen Job mit besseren Gehalt leichter zu bekommen ist. Viele junge Leute (die neue Generation) noch flexibel und nicht ortsgebunden sind.

 

Viele Doktoranden in der Industrie, welche eine höhere Positionen besetzen, machen zumeist eh nur noch Office- und Organisationsarbeiten. Das hat im Prinzip fast gar nichts mehr mit der ursprünglichen Ausbildung zu tun. Doktoranden sind meiner Meinung nach eh etwas überwertet. Ein guter Ingenieur der 5 Jahre an einem Projekt in der Firma gearbeitet hat, hat bestimmt mehr Ahnung als jmd. der den Doktortitel an einer Uni erworben hat. Vorausgesetzt das Themengebiet war ähnlich und es ging um eine Verbesserung eines bestehenden Systems.

Gast   
Gast
Geschrieben (bearbeitet)

Der "uneinholbare Vorsprung" der Alteingesessenen ist schon von der simpelsten Logik her Quark. Denn dann könnte ja auch nichts "nachwachsen", es sei denn der IQ jeder subsequenten Generation wächst mindestens linear :P.

 

Das Problem ist eher und schon seit jeher, der Mangel an Bereitschaft über den Tellerrand zu schauen, aus Bequemlichkeit. Am Anfang meiner Postdoc-Zeit ging ich auch in einen benachbarten Fachbereich und trug dort vor, ich würde mich dafür interessieren, was dort alles gemacht wird. Das erzeugte zunächst Verblüffung mit der Bemerkung, dass aus dem Bereich XY (da wo ich war) sich schon seit Jahren niemand habe blicken lassen. Dann wurde mir eine eine wirklich ausführliche Führung angediehen, wobei sich die Gruppenleiter nach dem Intro "Hier ist einer aus dem Bereich XY und will tatsächlich wissen was wir hier machen :D" auch richtig Zeit genommen haben. Was später auch in der einen oder anderen Kooperation für Aspekte meines Projekts resultierte

bearbeitet von Gast
matelko CO   
matelko
Geschrieben
vor 26 Minuten schrieb Jarama:

Das sehe ich ein bissl anders. Mehr Potential für Leistungen und Ideen abseits des "Mainstream" entsteht bei "Quereinsteigern" mit wirklich fundiertem und eher breitem Grundwissen sowie der Bereitschaft sich selbst irgendwo tief hinein zu denken. Denn der sieht noch den Wald trotz der Bäume.Und kann zudem abseits ausgetretener Pfade völlig neue Ansätze machen

Da sind wir beide weit weniger auseinander, als es sich vielleicht liest. Ganz im Gegenteil, eigentlich sind wir einer Meinung. Und wie das zusammen passt, erschließt sich leichter, wenn man die oben von Marc gewählten Worte nimmt. Nämlich die, daß man mit seiner ur-eigenen  Kompetenz "gewachsen" sein muß. Das trifft es eigentlich viel besser. Denn Quereinsteiger sind wiederum nur dann besonders erfolgreich, wenn sie eigentlich schon immer sehr breit orientiert an anderen (vielleicht ergänzenden?) Fachrichtungen interessiert waren und dies mit vergleichbarer Intensität "studiert" haben, wie die Schwerpunkt-Fachrichtung. Dann können sie fast jeden Experten schlagen, weil sie unterm Strich gelernt haben, ihren eigenen Verstand zu nutzen und sich nicht nur auf Erfahrung zu stützen.

 

@BMWUser5:

Natürlich hast Du Dich nur auf industrielle Tätigkeiten bezogen - das ist ja gerade der gedankliche Fehler. "Sensationell Neues" zu entwickeln, ist in der Industrie grundsätzlich schwierig und war es auch immer schon. Da kann ich gerne mal ein paar Beispiele von Porsche aus der weiteren Vergangenheit bringen, in der Porsche auch immer glaubte, etwas "Sensationelles" entwickeln zu müssen. Was sich unterm Strich im wahrsten Wortsinne nicht auszahlte.

 

Übrigens, Dein Ansatz, "vieles was man im Studium gelernt hat kann man getrost in die Tonne treten", verfehlt den Sinn eines Hochschulstudiums völlig. Ein Hochschul- oder gar Universitätsstudium war noch nie eine Berufsausbildung. Es wird nur leider immer mehr dazu gemacht, indem man die ursprünglichen Studiengänge immer weiter verschult, spätestens seit die Vordiplome und Diplome zu Bachelor und Master umgemodelt wurden. Das hat mit wirklichem Studium immer weniger zu tun und dann fehlt auch die Möglichkeit, sich während des Studiums mal in ganz anderen Fachbereichen umzusehen. Das halte ich für eine äußerst bedenkliche Entwicklung. Und eine Promotion hat erst recht rein gar nichts mit Berufsausbildung zu tun. Eine Promotion bescheinigt lediglich, daß der Kandidat befähigt ist, ein Thema mit wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten. Mehr bedeutet es nicht.

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BMWUser5   
BMWUser5
Geschrieben

@matelko

 

Ich glaube wir reden etwas aneinander vorbei. Das Sensationelle bzw. deine Worte die "Pionierarbeit" bezog ich auf den Anteil der Personen die in der Industrie arbeiten. Dort schrieb ich, dass Arbeitnehmer genau dies nicht machen wollen, da diese auch in der Industrie arbeiten.

 

Eine gewisse Grundvoraussetzung einer Bescheinigung, wie Diplom oder Master braucht man natürlich. Aber der Doktor in der Industrie ist z.T. nicht nötig. Die Aufgaben kann auch ein "normaler" Ingenieur ausführen. Natürlich wird dies mit einer Promotion nochmals zusätzlich bescheinigt. Aber auch schon mit einer Diplom-, Bachelor- oder Masterarbeit wird die Methodik einer wissenschaftlichen Umsetzung eines Problems beurkundet. Nur eben nicht in diesem zeitlichen Umfang wie bei einem Doktor. Wenn man nicht in die Industrie gehen will sollte man eine Promotion andenken. Welchen Mehrwert bringt denn ein Doktor, der frisch von der Uni kommt, ohne wirklich nennenswerte Berufserfahrung, der Firma X. Da geht man doch lieber gleich nach dem Master/Diplom in die Industrie und bekommt während den 5 Jahren mehr Geld, Berufserfahrungen + interne Abläufe. Nur weil jemand kein Doktor gemacht hat, heißt das ja lange noch nicht, dass er sich nicht mit einem Thema wissenschaftlich auseinandersetzen kann.

 

Ein Studium dient zur Berufsqualifizierung. Auch im Bachelor oder Master, welcher äquivalent zum Diplom ist, kann man andere Fachbereiche auswählen. Somit erfolgt auch dort ein Studienabschluss nach eigenem Ermessen.

matelko CO   
matelko
Geschrieben

So, wie Du die Promotion in vielen Fällen für überbewertet hälst, halte ich die Berufserfahrung für überbewertet. Ausführung siehe oben.

 

Eine Promotion bescheinigt Dir die Befähigung zur selbständigen Erarbeitung einer neuen oder neuartigen Methode, ein Diplom bescheinigt Dir lediglich die Befähigung zur (von jemandem anderes vorgegebenen) selbständigen Anwendung einer Methode. Das ist ein nicht zu vernachlässigender Unterschied. Ein Vordiplom bescheinigt überhaupt keine wissenschaftliche Arbeit, sie bescheinigt Dir, ein Kandidat für eine wissenschaftliche Arbeit zu sein. Deswegen lautet der offizielle Titel eines Vordiploms "cand.".

Die Industrie heuert promovierte Studienabgänger an, um eben von den Eigenschaften, nämlich der Befähigung, neue Methoden in einem speziellen Sachgebiet zu erarbeiten, zu profitieren. Neue Methoden zu entwickeln, heißt in der Industrie, nicht selbst im Labor zu stehen, sondern Mitarbeiter dazu anzuleiten. Deswegen sitzen sie mehr am Schreibtisch als im Labor.

 

In einem Punkt hast Du zweifelsfrei Recht, methodisches Vorgehen wird auch abseits akademischen Arbeitens verlangt und benötigt. Einfaches Beispiel: Ein sehr guter Verkäufer wird zum Verkaufsleiter ernannt. Dies erfolgt nicht etwa als Belohnung für seine sehr guten Resultate. Nein, die Aufgabe als Leiter besteht nun darin, seine angewandte Methode so zu abstrahieren, daß sie auch von den übrigen Mitarbeitern angewendet werden kann. Und somit aus einer erfolgreichen Person eine erfolgreichere Abteilung zu machen. Leider wird das bei Beförderungen m.E. viel zu wenig kommuniziert, weshalb Beförderungen in der Mehrheit der Fälle immer noch als Belohnung für vergangene Erfolge angesehen werden.

 

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amc VIP   
amc
Geschrieben

Interessiert alles nicht, weil wir bald alle nur noch batterieelektrische Autos fahren die "real soon now" statt viel teurer zu sein billiger sind als die Verbrenner. "iPhone"-Moment, you know?

 

Blöd nur daß man zwar postfaktische News schreiben aber ziemlich schlecht postfaktische Autos bauen kann. :crazy:

 

Aber vielleicht lernen irgendwann ein paar Leute auch mal, daß Technologieentwicklung und -Möglichkeiten nicht das gleiche sind wie lustige Kurven von "Trendforschern" und Strategieberatern.

erictrav   
erictrav
Geschrieben

Der Artikel ist ja ganz niedlich, reduziert aber alles auf die DUH. 

War der Auslöser nicht ein ganz anderer?

Darüber hinaus ist es schon sehr weit hergeholt die Autoindustrie als Opfer darzustellen.

Naja, Focus halt.

 

Marc W. CO   
Marc W.
Geschrieben

"Niedlich" ist in dem Zusammenhang das falsche Wort. Mal unabhängig davon, dass die DUH massgeblich an der Propaganda-Welle beteiligt ist, zeigt dieser Artikel aber vor allem die Relationen zwischen den einzelnen Herstellern und den ökologischen Stellenwerten ihrer Produkte.

 

Auch wenn die "Schummel-Software" ein Betrugsdelikt ist, sind unsere einheimischen Hersteller in der Umwelttechnik ganz offensichtlich die Vorreiter. Es wäre demnach erstrebenswert, wenn alle ausländischen Hersteller sich denjenigen als Vorbild nehmen würden, der gerade verurteilt und geächtet wird.

amc VIP   
amc
Geschrieben

Insbesondere der Volkswagen-Konzern hat nun wirklich aktiv darum gebettelt an den Pranger gestellt zu werden, da muss ich erictrav allerdings zustimmen. Mein Verständnis dafür und für das Verhalten des Konzerns seitdem habe ich keinerlei Verständnis, und ich werde dort auch nicht mehr Kunde werden unter dem heutigen Vorstand und Aufsichtsrat. Auch bei Porsche nicht.

 

Was dann danach allerdings losgetreten wurde - insbesondere daß so gut wie niemand über die französischen, japanischen und koreanischen Diesel spricht - ist eine ganz andere Sache. Die allerdings schon mit den CO2-Vorgaben der EU begann.

 

Vielleicht hätte man auch darüber nachdenken sollen wie gut es funktionieren kann, die Kosten für Verbrauchsreduzierung und Abgasreinigung zu erhöhen und im gleichen Zeitraum dann noch mit zig weiteren Pflichtausstattungen als Kostentreibern zu kommen.

 

Am Ende muss das Produkt halt doch jemand bezahlen, und die Formel "wenn wir es verbindlich machen wird es am Ende für alle billig genug" funktioniert eben nur bis zu einem gewissen Grad. Irgendwas kommt dann unter die Räder.

 

Marc W. CO   
Marc W.
Geschrieben

Vom Prinzip ist der VW-Konzern (auch ein Stück weit typisch deutsch) übermotiviert gewesen. Er hat technisch ohnehin das beste Produkt am Markt, was aber den CO2-Vorgaben immer noch nicht genügte, in dem Augenblick wurde in die illegale Trickkiste gegriffen. Nichtsdestotrotz sind es wohl die saubersten Diesel am Markt, wer einen anderen Diesel kauft, weil er den VW-Konzern abstrafen will, begeht einen ökologischen Bärendienst.

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erictrav   
erictrav
Geschrieben

Mein letzter Kommentar zu dem Thema.

 

Keiner sagt, man soll einen anderen Diesel kaufen (ausser eventuell BMW) sondern keinen Diesel. 

Darüber hinaus ist der Konzern aus Wob beim Thema Diesel wirklich übel unterwegs gewesen und PAG haut jetzt sowas raus, das geht gar nicht.

 

Ich kenne sowohl den Konzern wie auch die PAG von innen, Porsche waren für mich immer die besten Fahrzeuge überhaupt (natürlich absolut objektiv), aber so etwas macht man einfach nicht.

 

Mittlerweile überlegen ich meinen nächsten (allerdings gebrauchten) Porsche zu lassen und nach Alternativen zu suchen. 

 

Und keine Angst, da geht schon keiner Pleite, das ist eh nur PR Geschwätz.

 

tollewurst CO   
tollewurst
Geschrieben
Am 5.9.2017 um 08:43 schrieb matelko:

Wer "Sensationelles" leisten möchte, der sollte sich in aller Konsequenz auf eine Stelle an einem Fraunhofer-Institut, der DLR, dem KIT, oder einer anderen kommerziellen Forschungseinrichtung bewerben. Aber nicht in der Industrie.

Was ein Schwachsinn. Grundlagenforschung ist meist viel Langweiliger als alles andere. Und wer glaubt er kann immer spannende Sachen machen ist von der Realität so weit entfernt wie ein Politiker vom wahlversprechen.

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Thorsten0815 VIP CO   
Thorsten0815
Geschrieben

Ich hätte es anders ausgedrückt, aber inhaltlich bin ich bei Dir. :-))!

Wobei es bei DLR und KIT auch spannende Aufgabenbereiche gibt.......

tollewurst CO   
tollewurst
Geschrieben

Die Coolen Projekte sind aber fast immer Studentische Projekte und keine Projekte der Forschung, sprich nix für den Job später.

Thorsten0815 VIP CO   
Thorsten0815
Geschrieben

Zum Beispiel solche Projekte zu betreuen ist eine coole Aufgabe in meinen Augen.

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