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Hauptstromschalter Batterie als Relais

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Gast
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Ich stelle es mal hier hinein, weil es wohl nur für ältere Autos relevant sein dürfte, die keine elektronischen Komponenten haben, die permanent Batteriespannung benötigen.

 

Das Problem: Bei vielen alten Autos (so auch bei meinem Lambos und dem Monti) ist die Batterie im Fahrzeugheck untergebracht. Von dort geht ein dickes +12V Kabel noch vorne, entweder direkt an den Anlasser, oder an ein massives +12V Terminal im Motorraum. Dieses Kabel ist entlang verschiedener phantasiervoller Wege geführt und in den seltensten Fällen mal erneuert worden. Den Zustand kann man allerdings nur durch Ausbau inspizieren, was man ssich eher selten antun möchte. Zudem ist die sonstige Fahrzeugelektrik, Kabel und Steckverbinder, meist ebenso alt mit der Folge von schlechten Kontakten, die sich dann beachtlich erwärmen bis hin zur Entwicklung von Qualmwölkchen und mehr. Auch kommen oft Kriechströme vor, welche die Batterie bei langem Stehen entleeren.

 

Übliche Lösung: Der manuelle Batterie Hauptstromschalter. Entweder direkt bei der Batterie, also im Fahrzeugheck, angeordnet. Wenn dann während der Fahrt etwas anfängt zu qualmen, oder schlimmer, zu brennen, dann muss erst angehalten, hingelaufen etc. werden. Auch ansonsten eher unpraktisch daran zu kommen und den Schalter zu betätigen. Oder der Hauptstromschalter ist vorne im Fußraum oder unter dem Armaturenbrett angeordnet. Sieht meist blöd aus, ganz angesehen davon, dass dann typischerweise nicht Masse geschaltet wird, sondern das dicke +12V Kabel, für das dann zudem eine "Umleitung" gelegt werden muss. Scheuert das Kabel irgendwo zwischen Heck und Schalter durch und "schmurgelt", dann nutzt auch der Schalter nichts, aus offensichtlichen Gründen.

 

Vorschlag: Lange habe ich nach geeigneten Hochlastrelais gesucht und eher zufällig bin ich auf so etwas im Schiffsbaubereich gestoßen. Bei Schiffen sind die Batterien meist tief im Rumpf angeordnet und die Schiffsführer haben keine Lust immer runter zu klettern, um die Batterien an- bzw. auszuschalten. Daher gibts beispielsweise dieses Produkt https://www.bluesea.com/products/7700/ML-RBS_Remote_Battery_Switch_with_Manual_Control_-_12V_DC_500A . Gibts auch bei deutschen Händlern für marinen Bedarf, einfach ergoogeln.

 

Das ist ein bistabiles Relais, das 500A schalten kann. Also selbst während des Anlaßvorgangs könnte die Batterie abgeschaltet werden. Bistabil heisst, dass das Relais sowohl in der an-Position als auch in der aus-Position stromlos ist, also keinen Strom verbraucht. Die elektrische Betätigung ist mittels einer Erregerspule, die einen kurzen Stromimpuls benötigt, um das Relais von der einen stabilen ind die andere stabile Position zu schalten. Das erfolgt mit einem Taster, der in einer Mittelstellung die Spule stromlos hält und bei kurzem Drücken nach oben oder unten die Spule kurz bestromt, so dass das Relais in die jeweilige an- oder aus-Position springt. Das Relais läßt sich übrigens auch manuell betätigen.

 

Ich habe es in meine Fahrzeuge eingebaut und damit wird direkt bei der Batterie der Masseanschluss geschaltet. Es führt eine elektrische Leitung nach vorne zu einem Taster, der vom Fahrersitz leicht erreichbar ist (und auch für nicht-Eingeweihte nicht in seiner Funktion erkennbar). Wenn ich den Wagen abstelle, ein kurzer Druck und der Wagen ist stromlos. Zum Losfahren wieder ein kurzer Druck und es kann los gehen. Falls während der Fahrt etwas passiert (beispielsweise die "klapp hands" Scheibenwischer sich verhaken und dadurch der Motor tierisch strom zieht und heiß wird), dann einfach Zündung aus, ein Druck auf den Taster und nichts kann mehr passieren. Zündung muss aus, weil sonst alles weiter läuft, allein durch die Lima, die dann auch bald aufraucht.

 

Ungemein praktisch war es auch bei der Erneuerung der Innenausstattung und Sanierung der Elektrik unter dem Armaturenbrett, da zum Testen von Kreisen direkt vorne die Batterie an- und zum Herumlöten wieder ausgeschaltet werden konnte, ohne dauernd nach hinten rennen zu müssen.

 

Hier sind Bilder aus dem Espada. Das Relais ist an die Stelle gesetzt, wo normalerweise eine Abdeckung der Leuchteneinheit ist. Wo der Taster vorne sitzt, sage ich nicht :D. Die originale Batterieabdeckung liegt im Regal, ich wwollte da keine Ausnehmung hinein sägen.

 

 

Mains2.jpg

Mains1.jpg

Mains3.jpg

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planktom
Geschrieben (bearbeitet)

gibt's auch KFZ spezifisch z.B. bei Westermann Motorsport

bearbeitet von planktom
Gast
Geschrieben (bearbeitet)

Das ist, anders als im Link beschrieben, eine vollelektronische Lösung ..... Bei Leistungshalbleitern habe ich immer so ein ungutes Gefühl ... :D 

 

Nachteil ist auch, dass bei einer Fehlfunktion des Teils keine (manuelle) Notbetätigung möglich ist. Ich vermute auch, dass die Elektronik Strom verbraucht, egal in welchem Schaltzustand.

 

P.S.: Siehe auch http://www.cartekmotorsport.com/de/battery_isolators.html

Ich liebe die Experten (Westermann), die für Ihre Produkte noch nicht einmal eine korrekte Produktbeschreibung hinbekommen, von vollständig bzw. informativ gar nicht mal zu sprechen ...

bearbeitet von Gast
planktom
Geschrieben (bearbeitet)

war mir nur spontan eingefallen dass ichs schonmal irgendwo gesehen habe...für nen schlichten und billigen "Natoknochen" gibt's ja auch fernbetätigungen ... zumindest zwecks stromtrennung im notfall

bearbeitet von planktom
Gast
Geschrieben (bearbeitet)
vor 3 Stunden schrieb planktom:

für nen schlichten und billigen "Natoknochen" gibt's ja auch fernbetätigungen ... zumindest zwecks stromtrennung im notfall

??? Wie sieht die denn aus? Den Natoknochen kenne ich natürlich, gegen treten meinst Du ja wohl nicht ... :D

bearbeitet von Gast
planktom
Geschrieben

meist bowdenzug mit griff

sstaiger
Geschrieben

Danke für den Tipp, ist ne Idee.

Bin froh um jedes Auto das schon einen Hauptschalter hat - optimaler Platz dafür, mit allen genannten Nachteilen, ist fürs Nicht-Rennauto IMO der Beifahrerfußraum.

 

Was ich auch in zwei hab' sind die hier:

http://basba.de/quick-power-batterieklemmen.html

 

Viel besser als der Kruscht mit dem Rädchen zum drehen.

Gast
Geschrieben (bearbeitet)

Diese Batterieklemmen hatte ich lange Zeit auch, die sind wirklich praktisch. Jedenfalls dann,wenn man schnell und unkompliziert an die Batterie kommt, beispielsweise im Motorraum. Schwieriger wird es beispielsweise bei meinen alten Vehikeln mit der Batterie im Heck, erst recht wenn auch noch Urlaubsgepäck geladen ist und es womöglich eilig ist (beispielsweise wegen sich schon entwickelnder Qualmwölkchen). Zum Glück hatte ich diese Erfahrung noch nicht, aber bei sich verhakenden Scheibenwischern (der blockierte Motor zieht dann määäächtig Strom und wird schön warm) war ich mal recht  froh, einfach schnell die Zündung auszuschalten und eine Taste zum kompletten "cut-off" drücken zu können. Die Dinger in strömendem Regen auseinander zu fummeln und den Beifahrerwischerarm einfach (?!) abzuschrauben, das ist wiederum eine andere Geschichte ...

 

Apropo Qualmwölkchen, bei Autos mit Amperemeter empfiehlt es sich, die Kontakte am Instrument alle paar Jahre zu prüfen, ggf. zu reinigen und auf festen Sitz zu prüfen, gerade da hat es schon so manche unschöne Hitzeentwicklung wegen schlechter/oxidierter/loser Kontakte gegeben.

bearbeitet von Gast
planktom
Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb Jarama:

Apropo Qualmwölkchen, bei Autos mit Amperemeter empfiehlt es sich, die Kontakte am Instrument alle paar Jahre zu prüfen, ggf. zu reinigen und auf festen Sitz zu prüfen, gerade da hat es schon so manche unschöne Hitzeentwicklung wegen schlechter/oxidierter/loser Kontakte gegeben.

Amperemeter würde ich heute eh nicht mehr verbauen,zumindest nicht die alte bauart wo der komplette Strom übers das Instrument geht...relativ neu gibts auch welche die mittels "stromzange" induktiv den Strom messen ...ein Voltmeter tuts aber auch um zu sehen was sache ist ;)

Gast
Geschrieben (bearbeitet)

Stimme ich im Prinzip zu, aber zunächst ist es ja bei den alten Fahrzeugen (hätte fast "Kiste" gesagt :D) auch eine Frage der "Originalität" die ursprüngliche Instrumentierung zu erhalten, und zwar auch gut funktionsfähig. Die Voltmeter klassischer Bauart haben ansonsten den Nachteil, dass sie sehr "gedämpft" anzeigen, also nicht sofort erkennbar ist, was Sache ist. Beim Amperemeter sieht man demgegenüber sofort und unmittelbar, ob geladen oder entladen wird.

 

Ein Amperemeter klassischer Bauart (also nicht die Induktionszange) funktioniert problem- und gefahrlos, solange die Kontaktanschlüsse gepflegt werden. Denn im Grunde ist es ja ein empfindliches Voltmeter (Drehspule, Messbereich im mV Bereich), das den Spannungsabfall über einen Shunt (Leistungswiderstand mit seeeehr geringem Widerstandswert, im mOhm-Bereich) misst. Probleme machen dabei nur die Kontakte der Anschlüsse zwischen Shunt und (Anschluss-) Kabeln. Das eigentliche Messwerk ist unproblematisch, würde es kaputt gehen, würde nichts angezeigt, ansonsten aber alles weiter funktionieren (wie beim Voltmeter ja auch)

bearbeitet von Gast

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