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Alaska

Analyse Motoröl

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Alaska
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Liebe Ferraristi,

In diesem thread soll es um Ergebnisse und Folgerungen aus der Analyse von Motoröl der Ferrarimotoren, besonders der Modelle 355 und 360 gehen. Das Öl meines 355 (Shell Helix 10 W60, nach 5000 km und 1 Jahr) habe ich bei Ölcheck analysieren lassen und es haben sich die folgenden Werte ergeben: 5 Eisen, 1 Chrom, 0 Zinn, 2 Aluminium, 2 Nickel, 63 Kupfer, 0 Blei, 20 Silizium, 2 Kalium, 0 Natrium, (alles ppm) und <0,10% Wasser und 0,40% Kraftstoff. Alle Werte wurden mit Ausnahme von Kupfer als ok befunden. Es wäre interessant, ob Ihr auch Motorölanalysen habt machen lassen, wie die Ergebnisse waren und wie sie beurteilt wurden. Natürlich interessiert mich auch die Ursache für den erhöhten Kupfergehalt meines Öls. Gibt es dazu Erfahrungen? Ich denke an Ölkühler oder Wasser-Öl-Wärmetauscher oder Leitungen, die aus Kupfer sein könnten. Was haltet Ihr davon? Bin gespannt auf Eure Einschätzung.

Beste Grüße André

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Werdenn
Geschrieben

Hi,

ich hätte da Angst, weil:

der Kupferwert ergibst sich aus:

Hauptbestandteil von Messing und Bronze. Ölpumpe, Ölkühler,

Pleuel-, Kolbenbolzen-, Kipphebelwellen-Lager, Dichtscheiben

Für einen Benziner sind die Normalwerte 15 – 45

d.h. die Wahrscheinlichkeit eines potentiellen Lagerschadens ist nicht gerade gering, auch wenn es ein paar harmlosere Erklärungsmöglichkeiten gibt.

Aber der Ölcheck liegt doch Empfehlungen bei, was wurde denn da gesagt?

Alaska
Geschrieben

Danke für Deine Antwort. Die Empfehlung von Ölcheck ist: Veränderung anhand der nächsten Analyse beobachten. Die sehen es also nicht als sofortigen Handlungsbedarf.

Grüße André

sxf250
Geschrieben

Oh Oh, alle Achtung, da hast du dir aber wirklich ein sehr diffiziles Thema ausgesucht. Ich möchte einmal meine Meinung hierzu darlegen, obwohl ich glaube, dass du dir da etwas anderes von versprochen hast:

Die genannten Ergebnisse im ppm-Bereich sind eigentlich schlüssig und nachvollziehbar, da

1. Eisen aus Mikroabrieb der Kurbelwelle, Nockenwellen sowie aller bewegten Stahlteile normal ist.

2. geringe Chrommengen aus dem Abrieb der Kolbenringe,Ölabstreifringe

3. Zinn und Blei als Legierungsbestandteile im Motorenbau nur noch sehr wenig verwendet werden

4. Aluminium durch die sehr große Oberfläche der mit Öl benetzten Motorinnenseiten auch in Lösung geht

5. Silizium als Alugußbestandteil wie unter 4. sowie als mechanischer Mikroabrieb der Nicasilbeschichtung der Zylinderbuchsen

6. Kupfer als mechanischer Mikroabrieb bei Gleitlagerbuchsen, Hauptlager,Pleuellager.

Soweit sogut. Wenn wir jetzt noch hinzuziehen, dass genannte Elemente alle auch noch unterschiedliche Löslichkeitsverhalten in unterschiedlichen Bestandteilen des Öls ( Ölbasis, Additive, Wasser- und Kraftstoffanteile) haben und keiner von uns weiss, woher die analysierten Größenordnungen kommen ( gelöst oder mech. Abrieb), dann wird wenigstens mir so langsam eines klar: schönes Zahlenwerk, aber anfangen kann man damit leider nichts. Und mache dir bitte keinen Kofp um deine 63 ppm Cu. Wir reden hier über ppm und du brauchst nur einen wirklich winzigen kleinen Abriebbestandteil eines kupferenthaltenden Bauteils in deiner Probe gehabt zu haben und schon ist die gesamte Analytik für die Katz.

Ich sagte ja zu Anfangs: Ist nicht das, was du hören wolltest, aber solche Analysen sind wirklich mit Vorsicht zu geniessen. Wir arbeiten im mg-Bereich, und hier ist es schon sehr schwierig, Bestimmungsgrenzen, Wiederfindungsraten, Systemfehler u.v.m zu händeln.

Aber vieleicht gibt es ja noch andere Meinungen hierzu.

amc
Geschrieben

Bei den Saugmotor M-BMWs ab E46 ist das empirische Ergebnis: wer sichergehen will, schraubt alle 80.000, spätestens 100.000 auf und spart sich die Ölanalysen.

SManuel
Geschrieben

Man sagt ja beim F. sollte man alle 10 Tkm ein Öl wechsl machen lassen, da der Motor doch recht beansprucht wird. So hat man das gesagt zu Mir bei Ferrari.

FerraristiV12
Geschrieben

wenn er nur steht kann mans länger drin lassen 8-)

360erfreak
Geschrieben

ich hau mich weg.... :geil:

Alaska
Geschrieben

sxf250: Deine Antwort deckt sich durchaus mit meiner Meinung. Ich bin auch völlig entspannt deswegen. Das Thema ist sicher schwierig und läuft letztlich auf die Kenntnis der Werkstoffe im Motor und in den öldurchflossenen Teilen drumrum hinaus. Bei fast allen verwendeten Werkstoffen handelt es sich um Legierungen, mit Ausnahme vielleicht von Kupferleitungen und Ölkühler. Deshalb sollte neben dem Kupfergehalt auch immer ein anderer Elementgehalt hoch sein, was hier nicht der Fall ist. Ich nehme dabei an, dass die Analytik ok ist. Interessieren würden mich allerdings eventuelle Ergebnisse anderer Ferraris, besonders 355/360er, da die den ziemlich gleichen Motor haben. Aber vielleicht machen nur wenige solche Analysen oder es kommt noch was.

FerraristiV12 und 360erfreak: das stimmt :).

Grüße André

xx.flash
Geschrieben (bearbeitet)
... Wir arbeiten im mg-Bereich, und hier ist es schon sehr schwierig, Bestimmungsgrenzen, Wiederfindungsraten, Systemfehler u.v.m zu händeln ...

Da stimme ich Dir absolut zu, daher auch die Empfehlung...

... Veränderung anhand der nächsten Analyse beobachten ...

"Trendbeobachtungen" sind die gängige Vorgehensweise, um zum einen Messabweichungen /-fehler zu minimieren und zum anderen, um von allgemein gültigen Werten Rückschlüsse auf einen spezifischen Motor und dessen "Lebenserwartung" schließen zu können.

Eine einzige Wertereihe ist statistisch nur sehr bedingt verwertbar und sagt daher auch nicht viel aus.

Ein paar Infos eines Anbieters der Analyse zum Thema:

http://www.oelcheck.de/fileadmin/oelcheck/pdf/imagebroschuere.pdf

Du machst also alles richtig - cool bleiben.

...und natürlich "B" sagen, nachdem Du jetzt schon mal "A" gesagt hast, sonst bringts nichts. Hier wichtig - nicht den Anbieter wechseln!

wenn er nur steht kann mans länger drin lassen 8-)

Das würde ich nicht tun.

Gilt auch für alle anderen Flüssigkeiten.

Viele Grüße

Thomas

bearbeitet von xx.flash
race850i
Geschrieben

Große Faktor für Sauberes Öl Spielt der Ölabscheider.

Wenn er nie gereinigt wird schmutzt ständigt das Öl.

Eigentlich zb. bei 355 wenn der Motor raus ist für das Inspektion mussen Alle Rohrchen ausgebaut werden und gereinigt.

Jörg_911
Geschrieben

Hallo,

ich habe mein Öl jetzt auch mal aus Interesse analysieren lassen. Auch weil ich vor kurzem Probleme mit einem Einspritzventil und eine seltsame Ölvermehrung stattgefunden hatte.

Hier meine Ergebnisse von Oelcheck.de mit 5000km alten Öl:

ANALYSENERGEBNISSE Aktuelle Probe Frühere Untersuchungen

LABORNUMMER 2498590

GESAMTBEWERTUNG

Untersuchungsdatum 26.08.2013

Datum Probenentnahme 23.08.2013

Datum letzter Ölwechsel 15.02.2013

Nachfüllmenge seit Wechsel -

Laufzeit seit Wechsel km 5000

Laufzeit gesamt -

Öl gewechselt Nein

VERSCHLEIß

Eisen Fe mg/kg 6

Chrom Cr mg/kg 0

Zinn Sn mg/kg 0

Aluminium Al mg/kg 2

Nickel Ni mg/kg 1

Kupfer Cu mg/kg 5

Blei Pb mg/kg 0

Mangan Mn mg/kg 1

PQ-Index - < 25

VERUNREINIGUNG

Silizium Si mg/kg 12

Kalium K mg/kg 25

Natrium Na mg/kg 0

Wasser % < 0.10

IR-Glykol - negativ

Kraftstoff % 1.03

ÖLZUSTAND

Viskosität bei 40°C mm²/s 124.43

Viskosität bei 100°C mm²/s 19.11

Viskositätsindex - 174

Oxidation A/cm 5

Nitration A/cm 1

Sulfation A/cm 0

Schmutztragevermögen % 98

ADDITIVE

Kalzium Ca mg/kg 2233

Magnesium Mg mg/kg 3

Bor B mg/kg 63

Zink Zn mg/kg 966

Phosphor P mg/kg 789

Barium Ba mg/kg 0

Molybdän Mo mg/kg 3

Schwefel S mg/kg 3519

Oelcheck.de hat auf den hohen Kaliumgehalt hingewiesen. Ich benutze in meinen Autos schon immer ein Additiv im Kraftstoff von Mathy. Das wird jetzt gerade geklärt ob der erhöhte Wert von dem Additiv stammen könnte.

Sailor
Geschrieben

Für mich sieht es so aus, als ob Du ein teilsynthetisches 10W60 Öl im Motor hast.

Die Viskositäten sind allerdings ein klein bißchen auf der niedrigen Seite.

Wenn Du ein hochwertiges Öl verwendest, bei dem der Hersteller sicher auch ein teures Additivpaket verwendet hat, warum glaubst Du dann die Qualität durch ein zugemixtes Additiv noch verbessern zu können?

Wenn Du bei Paul Boceuse ißt, bringst Du doch auch nicht noch Deine eigenen Gewürze mit.

Etwas besseres als das Shell Helix Ultra usw 10W60 oder Mobil1 5W50 wirst Du durch selber mixen wohl nicht hertellen können.

Jörg_911
Geschrieben

ich kippe kein Additiv in das Öl sondern in den Kraftstoff.

Das Öl ist vom Vorbesitzer eingefüllt worden, ich denke das werde ich jetzt eh mal wechseln und dann nach 5tkm eine neue Analyse machen lassen.

Pinin1970
Geschrieben

Was soll das Aditiv den bewirken? Mehr Leistung? Weniger Verbrauch ? Ist das messbar? Oder nur "gefühlt"?

Und was sagt den die Ölprüfung aus? Ich lese da nur ein paar Zahlen die in keiner gut/schlecht Relation stehen.

Jörg_911
Geschrieben

ob das Additiv was bewirkt kann ich nicht sagen. Ist wohl ne Glaubensfrage.

Es handelt sich um dieses Zeug:

https://www.mathy.de/pkw/kraftstoff-additiv/fuer-universal.html

Zur Ölanalyse:

Der Kommentar von Ölcheck.de ist wie folgt:

Diagnose der aktuellen Laborwerte

Die Verschleißwerte liegen innerhalb des normalen Bereiches. Kalium ungewöhnlich hoch. Üblicherweise kein Additiv. Mögliche

Ursache: Eintrag von Salzen oder Laugen. Wird eventuell ein Kraftstoffzusatz verwendet? Leicht erhöhter Kraftstoffgehalt im Öl. Alle

übrigen ermittelten Daten liegen innerhalb der zulässigen oder erwarteten Werte. Ich rate Ihnen: Senden Sie uns die nächste Probe

bei Ihrer nächsten Wartung oder anlässlich der üblichen Inspektion zu einer Beobachtung des Trendverhaltens.

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