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Unfall mit Sportwagen - Erfahrungen und Analysen

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C6-Baby
Geschrieben

Ich seh nur einen.... den 458 im Gleisbett am Stachus.

Wo ist der zweite?

Toni_F355
Geschrieben

Mit 0,8 hinter´s Steuer gesetzt? :evil:

Dafür hab ich null Verständnis, ganz im Gegenteil.

Die Versicherung weigert sich wahrscheinlich, den Schaden zu zahlen!

Das ist nur ein kleiner Teil der gerechten Strafe!

F40org
Geschrieben

Beide Autos eindeutig durch Fehlverhalten der Fahrer verunfallt.

Einmal angedudelt in die Straßenbahnschienen und beim anderen Unfall gibt es Augenzeugen berichte, dass man auf feuchter Straße nach Aufhebung des Speedlimits wohl etwas zu energisch aufs Gas getreten ist.

Wie immer keine gute Werbung fürs Ansehen der Sportwägen in der Öffentlichkeit sowie über Vernunft und Fahrkönnen derer Besitzer.

Wäre es ein normales Fahrzeug gewesen, hätten es sensationslüsternde Mitmenschen sicherlich nicht in allen Foren verbreitet.

schirmi
Geschrieben

Nunja, das mit dem 458er ging ja noch recht glimpflich ab. Mit 0,8 fährt man nunmal nicht mehr. Ich habe selbst einen Alkomaten und kann daher recht gut einschätzen bei wievielen Getränken ich welchen Alkoholspiegel habe und wie es sich anfühlt. Mit 0,8 merkt man den Alkohol schon sehr deutlich - es sei denn man ist totaler Spiegelsäufer. Ich hatte neulich nach einer Radlermaß 0,1 Promille, eine normale Maß bringt es bei mit auf etwa 0,35. 0,5 Promille ergeben sich bei mir aus zwei normalen Bier und einem großen Caipirinha (und damit fahre ich nicht mehr - da ist man zwar nicht betrunken, aber doch durchaus angeheitert). Für 0,8 dürfen es schon gerne eine komplette Flasche Rotwein, oder zwei, drei starke Cocktails vom Schlage Mai Tai/ Long Island/etc... sein

Der Scud sieht recht übel aus, sieht so aus als wäre die Nase direkt unter die Planke geschossen und die Scheibe nebst Dach wurde regelrecht abrasiert :-o Wünsche dem Fahrer schnelle Genesung.

Was mich noch interessieren würde, wie schnell man mit einem Golf auf einen Aston brettern muss um sich aufs Dach zu legen, mit 50 klappt das wohl auch nicht X-)

Ultimatum
Geschrieben
Beide Autos eindeutig durch Fehlverhalten der Fahrer verunfallt.

Einmal angedudelt in die Straßenbahnschienen und beim anderen Unfall gibt es Augenzeugen berichte, dass man auf feuchter Straße nach Aufhebung des Speedlimits wohl etwas zu energisch aufs Gas getreten ist.

Wie immer keine gute Werbung fürs Ansehen der Sportwägen in der Öffentlichkeit sowie über Vernunft und Fahrkönnen derer Besitzer.

Wäre es ein normales Fahrzeug gewesen, hätten es sensationslüsternde Mitmenschen sicherlich nicht in allen Foren verbreitet.

der f458 ist mit den regelsystemen eigentlich narrensicher. es sei denn, man schaltet im alkoholbedingten übermut auch noch alles aus.

C6-Baby
Geschrieben

Und beide sind 52 - ist wohl ein gefährliches Alter............... :-o

Ultimatum
Geschrieben
Und beide sind 52 - ist wohl ein gefährliches Alter............... :-o

dann haben rolando und ich ja noch etwas zeit 8)

F40org
Geschrieben

In der Tat. Da haben wir zusammen ja noch ein halbes Leben Zeit. :wink:

Dr4g0n
Geschrieben
Der Scud sieht recht übel aus, sieht so aus als wäre die Nase direkt unter die Planke geschossen und die Scheibe nebst Dach wurde regelrecht abrasiert

Ich denke eher dass das Dach bei der Bergung abgeschnitten wurde.

Vor allem auf der Beifahrerseite sieht die A-Säule sehr gerade abgetrennt aus.

skr
Geschrieben

dann haben rolando und ich ja noch etwas zeit 8)

Also ich glaub' ja, der Rolando ist da schon drüber. X-)

Gast Peter_Pan_
Geschrieben

Awwer logger..... :wink:

Alton
Geschrieben

also 0,8 ist nicht viel - bis vor Kurzem war das die Toleranzschwelle in vielen Eu Staaten (und was der Gesetzgeber noch gerade toleriert nist immer lächerlich wenig - siehe Geschwindigkeitsbegrenzungen...) trotzdem wäre ich mit ein wenig "intus" konzentriert und relativ langsam gefahren - mit den Fahrhilfen, die ein 458er hat darf man n eh nicht so leicht abfliegen....

tollewurst
Geschrieben

Man fährt garnicht wenn man getrunken hat :evil: Also auch kein Beileid an die Angehörigen (zumal ich sie nicht mal kenne). Da ist jeder mit bei wenn er so fährt und sollte auch wissen das so etwas passieren kann. Wohlmöglich waren sie nicht mal angeschnallt.

Sonst sieht es aus wie am Kurvenausgang aufs Grün gekommen, gedreht, seitlich ins Gras, überschlagen und vor den Baum.

Bei roten Scud waren mit Sicherheit die Fahrhilfen aus, sonst dreht der sich nicht einfach weg und der alkoholisierte Fahrer ist selber Schuld.

FerraristiV12
Geschrieben
Man fährt garnicht wenn man getrunken hat :evil: Also auch kein Beileid an die Angehörigen (zumal ich sie nicht mal kenne). Da ist jeder mit bei wenn er so fährt und sollte auch wissen das so etwas passieren kann. Wohlmöglich waren sie nicht mal angeschnallt.

Sonst sieht es aus wie am Kurvenausgang aufs Grün gekommen, gedreht, seitlich ins Gras, überschlagen und vor den Baum.

Bei roten Scud waren mit Sicherheit die Fahrhilfen aus, sonst dreht der sich nicht einfach weg und der alkoholisierte Fahrer ist selber Schuld.

den Verdacht mit dem ,,angeschnallt´´ hatte ich auch schon, so schlimm sieht der F430 nämlich gar nicht aus.....

schattenfell
Geschrieben

Na dann bin ich ja mal gespannt, ob die Versicherung den 430 Scuderia auch auf 200 T€ schätzt, wie es der Zeitungsexperte tut, um auf seine 600 T€ Schaden zu kommen.

Whoosaa
Geschrieben

Oh man, solche Fälle sind echt gefundenes Fressen für Ihr-wisst-schon-wen. Traurig..

Kennt jemand die Stelle? Wäre interessant zu wissen, wie die Strecke dort beschaffen ist, dass man ein Stauende so übersehen kann..

Need 4 Speed
Geschrieben
Oh man, solche Fälle sind echt gefundenes Fressen für Ihr-wisst-schon-wen. Traurig..

Kennt jemand die Stelle? Wäre interessant zu wissen, wie die Strecke dort beschaffen ist, dass man ein Stauende so übersehen kann..

Das Sichtfahrgebot verlangt, dass man stets nur so schnell fährt, dass man in der Lage ist, das Fahrzeug jederzeit innerhalb der sichtbaren Fahrstrecke anzuhalten. Ein Stauende kann man nicht übersehen. Die Strecke kann nicht schuld sein, der Fahrer ist schuld, Punkt, Absatz.

schirmi
Geschrieben

"Der Ferrari [...] tötete 2 Menschen." :???:

Der arme Ferrari kann da wohl herzlich wenig dafür.

Ist ja ne tragische Sache aber derartige Unfälle passieren leider fast tagtäglich... jedoch nicht wegen Ferraris sondern wegen Leuten die beim Autofahren pennen. Noch verheerender sieht das ganze aus wenn wir statt von einem Ferrari von einem LKW reden...

Eno
Geschrieben

Masse mal Beschleunigung.

Bei 5 ineinandergeschobenen Autos kann er einem LKW schon fast Konkurrenz machen.

Tragisch sind solche Geschichten allemal.

Es gibt allerdings wirklich recht unübersichtliche Autobahnabschnitte, in denen ein Stauende mehr als gefährlich ist.

Ggf, sollte man hier überlegen, die Geschwindigkeit auch entsprechend zu begrenzen

Wie schnell man in so eine Situation kommen kann (auch ohne zu pennen) habe ich auch schon erlebt, als in einer langgezogenen Linkskurve auf einmal ein Polizeiwagen links auf dem Standstreifen (und weil dieser ja zu klein ist zur hälfte auf der linken Spur) stand.

Selbst bei einer "humanen" Geschwindigkeit von ca. 190 km/h bin ich da zwischen dem Polizeiwagen (der zugehörige Vollhonk von Polizist fummelte irgendwas hinter der Mittelleitplanke) und dem, den ich grad überholte durchgerauscht.

Wärs ein Stauende gewesen, das rechtzeitige Anhalten wäre mir wohl nichtmehr gelungen (und selbst wenn, dann wär mir spätestens der nachfolgende Verkehr reingerauscht)

Es werfe der den ersten Stein, dem sowas nicht theoretisch auch passieren könnte.

Sein wir ehrlich, solang sich der Verkehr bewegt, ist alles i.O. aber wehe, in einer Kurve stehts mal bei 0...

Bleibt zu hoffen, dass es bei den 2 Todesopfern bleibt, und sich die (schwer) Verletzten wieder erholen.

Gruß

Eno.

GT 40 101
Geschrieben

Auf der Heimfahrt vom CND fuhr bei gut 200 ein Minivan (Fahrer telefonierte mit dem Handy) auf meine Spur. Einzige Chance war links an die Begrenzung und voll beschleunigen, sonst hätte ich den voll abgeschossen. Hinter mir gabs eine riesige Staub und Dreckwolke.

Im Falle eines Unfalls wär ja wohl klar gewesen wer Schuld gehabt hätte:wink:

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    • Hallo Sportwagenfans,
      nach 1,5 Jahre artgerechter Einfahrzeit möchte ich Euch von den Erfahrungen mit meinem Aventador S berichten. Dies ist mein erster Beitrag in dem Forum obwohl ich schon seit einigen Jahre immer wieder mitlese. Ich denke, dass für den einen oder anderen ein paar interessante Fakten dabei sind da im Internet leider eine Menge an Halbwissen und falschen Vermutungen von Einigen verbreitet wird die den Aventador S nur oberflächlich oder so gut wie gar nicht kennen.
       
      Vorweg, ich bin seit über zwei Jahrzehnte leidenschaftlicher Porschefahrer und besitze noch mehrere Autos und Motorräder. Den Porsche mit dem hohen Perfektionsgrad möchte ich zur täglichen Fahrt, Sommer wie Winter keinesfalls vermissen. Bei jedem neuen Modellwechsel wurde die Leistung erhöht, der Verbrauch weiter optimiert und die Beherrschbarkeit durch Assistenzsysteme derart verbessert, dass man immer weniger falsch machen kann obwohl man deutlich schneller unterwegs ist - dies ist eine enorme Ingenieursleistung von Porsche. Jedoch ging über die Jahre ein wenig der Reiz verloren, das Geräuschverhalten wurde immer weiter gezähmt und die Stückzahlen steigen und steigen. Bei uns im Ländle (zwischen Stuttgart und Bodensee) steht fast in jeder zweiten Hofeinfahrt bzw. Garage ein Porsche - nicht falsch verstehen, als echter Porschefan freu ich mich über jeden Handwerkermeister oder Landwirt bzw. Biostromproduzenten der sich so etwas leistet. Es gibt hier kein schnelles Internet, dafür schnelle Autos! Selbst mit einem GT2 oder GT3 fällt kaum noch auf da sich alle neueren 911er ziemlich ähnlich sehen.
       
      Von daher ergänzte ich meinen Fuhrpark vor über 7 Jahre mit einem damals aktuellen und sehr schönem LP560. Da es damit keine Qualitätsprobleme gab und ich nur gute Erfahrungen bezüglich Zuverlässigkeit inkl. der professionellen Betreuung durch den Händler machen konnte bestellte ich mir nach genauer Überlegung einen aufregenderen Aventador S. Er ist für mich heute die optimale Ergänzung und bietet noch genau den Reiz der im Laufe der fortschreitenden Fahrzeugentwicklung mit verschärften Euronormzertifizierungen verloren gegangen ist.
       
      Auf einen SVJ wollte ich aufgrund der Unsicherheit überhaupt noch einen in gewünschter Ausstattung zu bekommen nicht noch länger warten. Heute bin ich froh, dass ich einen neuen selbst konfigurierten Aventador S besitze. Das cleane Design und die klare Linienführung ohne dem Spoiler- und Flügelwerk ist ein einzigartig harmonisches Kunstwerk. Eventuelle Wertsteigerungen oder Wertverluste sind mir dabei ganz egal, ich möchte den Fahrspaß für den ein Aventador entwickelt wurde und keine tote Kapitalanlage.
       
      Die Verarbeitungsqualität war bei meinem LP560 schon hervorragend und ist beim Aventador S (mit Baujahr 2018) noch besser geworden, auf höchstem Niveau. Es scheint so als würden sich die gehobenen Qualitätsanforderungen vom Mutterkonzern richtig gut auf Lamborghini auswirken. Vor allem die Lackqualität (NeroAldebaran) ist das Beste was ich jemals bekommen habe. Gleichmäßige Spaltmaße und die homogene Klavierlackqualität von Vorne bis Hinten runden das Gesamtbild ab. Im Vergleich dazu ist das was in diesem Preis- und Sportwagen-Segment aus Maranello kommt sehr bescheiden und für mich nicht passabel wenn man jahrzehntelang Porsche- bzw. AUDI-Qualität gewohnt ist (sorry, rein objektive Feststellung ohne alle Emotionen).
       
      Folgendes zum Getriebe, da dieses immer wieder kritisiert wird: Im Aventador wird ein sehr kompaktes und automatisiertes 7-Gang Schaltgetriebe mit hoher Effizienz eingesetzt, ohne den Durchtriebsverluste eines Doppelkupplungs- oder Lastschaltgetriebe. D. h. während beim Aventador nach dem Schaltvorgang nur das Ausrücklager entlastet werden muss um die Kupplung zu schließen wie bei jedem Handschaltgetriebe, müssen die Lastschaltgetriebe permanent über eine Hydrauliksystempumpe genügend Druck auf die Lamellenpakete mit mindestens 2 oder mehreren Reibflächen bringen um den Kraftschluss sicherzustellen. Besonders bei Motoren mit hoher Momentabgabe wird ein signifikanter Anteil der Antriebsleistung zum Sicherstellen der Kraftübertragung benötigt um ein Aufreißen der Lamellen zu verhindern, während der Aventador mit Schaltgetriebe die gesamte Antriebsleistung für den Vortrieb nutzen kann. Im Vergleich zum Doppelkupplungsgetriebe existieren hier auch keine Reibungsverluste zwischen den Lamellenflächen der geöffneten Kupplung wenn die andere des aktiven Antriebstrang zur Kraftübertragung geschlossen ist. Was sich besonders bei hohen Drehzahlen positiv (auf die Höchstgeschwindigkeit) auswirkt.
       
      Am Besten schaltet man das automatisierte Schaltgetriebe manuell. Das Gaspedal wird im richtigen Moment beim Schaltvorgang kurz angehoben und im festen Gang wieder Vollgas gegeben (falls erforderlich). Dadurch lassen sich hektische Schaltschläge und unangenehme Lastwechselreaktionen effektiv vermieden. Wenn man richtig reagiert und das Prinzip begriffen hat macht das Ganze einen Höllenspaß und der Aventador ist brutal schnell unterwegs.
       
      Die Herausforderung Mensch und Maschine in Einklang zu bringen bzw. den Stier an den Hörner zu packen und zu zähmen ist genau der besondere Reiz was bei den heute üblichen automatisierten und assistenzsystemunterstützten (fast idiotensicheren) Fahrzeuge immer mehr fehlt.
       
      Motor: Im Aventador S arbeitet der 6,5-Liter-V12-Sauger noch mit nachhaltiger und robuster Saugrohreinspritzung. Er darf (bis auf die Katalysatoren) ohne Partikelfilter und Abgasturbolader frei aus- und einatmen wie ein wildes Tier. Aus meiner Sicht ist es kein Fehler, dass Lamborghini auf eine aufwändige Direkteinspritzung mit Hochdruckpumpe (hohe Temperatur und Druckbelastungen der Einspriztventile im Brennraum mit komplexerer, voluminöserer  Zylinderkopfkonstruktion) beim V12 verzichtet hat. Die Wirkungsgradvorteile der Verdampfungsenthalpie (Kühlung des Brennraum bei der Einspritzphase durch Energieaufnahme beim Aggregatzustandswechsel) werden signifikant verschlechtert, wenn der Auslass des Direkteinspritzer zusätzlich mit einem großem und schweren Partikelfilter vollgestopft werden muss um die neue Euronorm zu erfüllen. Von den negativen Auswirkungen aggressiver Verbrennungsrückstände an Einlassventile, Ventilsitze, Kolbenringe und den hochbelasteten Einspritzventile im Brennraum ganz zu schweigen. Hinsichtlich potentieller, zukünftiger Klassiker sind robuste Konstruktionen mit möglichst konventioneller Technik besonders relevant wie hier z. B. die vom Kühlwasser umströmten, reparaturfreundlichen Zylinderlaufbuchsen bei denen die Kolben nicht direkt im Motorblockmaterial mit all den typischen tribologischen Schwierigkeiten laufen müssen.
       
      Ab 5000 U/min fühlt sich der V12 richtig wohl und zieht dabei ohne mit der Leistung nachzulassen brutal schnell bis 8500 U/min in den Drehzahlbegrenzer. Im Vergleich zu den heute üblichen, aufgeladenen Sportwagenmotoren mit wesentlich höheren Literleistungen bricht bei dem Sauger die Leistungsabgabe bis in die höchste Drehzahlregionen unter Volllast nie ein da ein zunehmender Hitzestau aufgrund heiß laufender Laderkomponenten hier absolut kein Thema ist. Bezüglich Standfestigkeit gilt ganz klar die alt bewährte Formel - Hubraum ist durch nichts zu ersetzten. Hohe Drücke bei hohen Temperaturen wirken sich generell sehr negativ auf die Dauerfestigkeit aus!
       
      Schaltet man unter Volllast kurz vor dem Drehzahlbegrenzer die Gänge durch landet man recht zügig mit der Schaltung vom 6. im 7. Gang bei ungefähr 7500 U/min und über 330 km/h, was dank der 12 Zylinder einer schonenden Kolbengeschwindigkeit von 19 m/s entspricht. Er schreit sich dabei die Seele aus dem Leib ähnlich einem Formel1-Aggregat aus den 70er Jahre. Im direkten Vergleich mit voll geöffneten Klappen ist der Aventador S sogar noch lauter als der SVJ mit dem höhergelegtem Auspuff – probiert es mal aus, wichtig ist dass die Klappen beim S in den äußeren dicken Rohre dabei vollständig geöffnet bleiben.
       
      Es ist eine wahre Freude wie unnachgiebig und lässig der V12 jenseits der 340 km/h auch noch auf den üblichen Autobahnsteigungen immer weiter schiebt bis in den Höchstgeschwindigkeitsbegrenzer - den Begrenzer konnte ich leider nicht mehr erreichen da zu viele Beckenrandschwimmer auf der rechten Fahrspur aufgetaucht sind (hoffe, dass bald wieder eine Fußballmeisterschaft kommt und die meisten vor der Glotze hocken). Selbstverständlich werde ich niemand in irgendeiner Weise durch die schnelle Vorbeifahrt erschrecken oder in Bedrängnis bringen nur um zu kontrollieren ob der Höchstgeschwindigkeitsbegrenzer bei 8000 U/min und 362 km/h nach Tacho oder erst bei 366 und 8070 U/min einsetzt. Das hat man als Aventador-Fahrer überhaupt nicht notwendig, allein aufgrund der physikalischen Gegebenheiten hat das Fahrzeug bezüglich Topspeed gewaltiges Potenzial.
       
      Das Überholprestige ist das Beste was man sich (ohne Blaulicht) vorstellen kann und spart eine Menge Nerven. Über die Hälfte der Verkehrsteilnehmer machen bereitwillig Platz, wenn sie so etwas breites und flaches im Rückspiegel bemerken. Bei den übrigen Kandidaten schaltet man nur 2 bis 3 mal kurz runter um bei über 6000 U/min den bestialischen Formel1-Sound zu aktivieren. Mit dem Aventador ist dadurch ein dichtes Auffahren oder stressiges Drängeln komplett unnötig.
       
      Die niedrige Gesamthöhe von 1,13 m mit der dadurch resultierenden geringen Projektionsfläche und den beim Aventador S nicht vorhandenen abstehenden Spoiler wirken sich sehr positiv auf den Luftwiederstand und die Höchstgeschwindigkeit aus. Mehr Abtrieb benötigt er auch nicht da er im Vergleich zum SVJ rein statisch ein Mehrgewicht von 22 kg auf die Vorderachse und 50 kg mehr auf die Hinterachse bringt. Dass der S dabei ohne die weicheren Sportreifen des SVJ in der Beschleunigung von 0 auf 100 nur 0,1s, von 0 auf 200 nur 0,3s und von 0 auf 300 nur 0,2s länger benötigt ist ein Witz (Messwerte AutoBild Sportscars).
       
      Längere Staus bei einer rekordverdächtigen Affenhitze (Ende Juli) mit gemessener Außentemperatur von 41°C zwischen den reflektierenden Betonfassaden im Großstadtverkehr lässt sich mein komplett schwarzer Aventador S nicht im geringstem negativ anmerken. Die Temperaturen bleiben bei maximal aktivierter Klimaanlage stabil im Mittleren Bereich (ca. 100°C Öl und 90°C Wasser). Lamborghini hat die Kühlungskapazität über die Jahre immer weiter optimiert - perfekt für die Heißländer mit wohlbetuchter Kundschaft. Blickt man durch den Rückspiegel, wenn die großvolumigen Gebläse mit hohen Drehzahlen am Heulen sind flimmert nur so die Luft über dem Heck wie bei einem Kampfjet mit Nachbrenner beim Start. Überall freuen sich die Passanten und animieren einem zum Gas geben, so macht das Stehen im Stau bei den recht unangenehmen Außentemperaturen auch noch richtig Spaß. Echt verwunderlich, der brutale V12-Sound würde von anderen PKWs niemals in der Ausprägung so positiv akzeptiert werden.
       
      Fahrwerk: Die aktive Hinterradlenkung ist für den Aventador ein richtiger Segen und eine wesentliche Verbesserung im Vergleich zum Vorgänger. Damit lässt es sich richtig wendig um die Ecken fetzen wie bei einem viel kleinerem Auto mit kurzem Radstand. Der Allrad verspannt sich beim Abbiegen weniger und er hat in engen Kurven eine bessere Traktion weil die Hinterräder aktiv in die richtige Position gelenkt werden - er bringt dadurch die Leistung generell effektiver auf die Straße. Jedoch muss man sich bei den sehr hohen Geschwindigkeiten an die mitlenkenden Hinterräder gewöhnen. Er bleibt immer präzise und stabil in der Spur, wenn das Lenkrad möglichst ruhig geführt wird.
       
      Die magneto-rheologische Dämpfung lässt sich von hart bis knall-hart verstellen, für den artegerechten Umgang voll ausreichend, jedoch nichts für Weicheier. Das aufwändige Pushrod System mit den horizontal liegenden Dämpfer an Vorder- und Hinterachsaufhängung ist absolut das Beste was im Sport- und Rennwagenbau existiert.
       
      Das Infotainment habe ich außer ein paar dringender Telefonate in den ganzen 1,5 Jahre noch nie benötigt obwohl ich die nicht gerade günstige Sensonum-Musikanlage mitbestellt habe. Mit dem Aventador fahre ich auch nicht nach dem Navi sondern frei Schnauze dahin wo es mir gefällt und ich möglichst freie Fahrt habe oder freundlich Platz gemacht wird. Fakt ist; das richtige Sound- und Entertainment-System sitzt beim Aventador hinter den Sitzen im Motorraum in Form von 12 Zylinder! In 10 oder 20 Jahre ist das heute schon wieder veraltete Infotainment vollkommen irrelevant. Für einen angehenden V12-Klassiker zählen robuste und konventionelle Technik in einem einzigartigen Design. Wer ein Fahrzeug mit hochmodernem Multimediasystem sucht liegt hier völlig falsch und kauft sich am besten jedes Jahr ein billigeres Multimediavehikel.
       
      Der Verbrauch von 20 bis 30 L/100km entspricht keinem kränkelndem Spritsparwunder, sondern ganz den Fahrleistungen eines robusten, großvolumigen V12 und man darf sich öfters auf die Gaudi beim Tanken freuen. Da ist immer was los, 95% der Passanten sind dabei total begeistert. Den restlichen 5% (meist Artenschützer bzw. Hobbynaturschützer) erklärt man recht freundlich und fundiert, dass es sich dabei nicht nur um ein Fortbewegungsmittel zum sinnlosen Drauflosfahren handelt sondern um eine kunstvolle Synthese aus atemberaubendem Design und einer klassischen frei atmenden, vom Aussterben bedrohten V12-Verbrennungskraftmaschine mit artgerechtem Bewegungsdrang und Geräuschverhalten.
       
      Ein paar Nachteile oder kleinere Spaßbremsen muss es natürlich auch geben. Der Aventador ist generell nur sehr eingeschränkt alltagstauglich und höchstens als Zweit- oder besser als Drittwagen geeignet. Im Innenraum auf der Fahrerseite sind außer dem winzigen Fach in der Mittelkonsole keine Staufächer oder Ablagemöglichkeiten vorhanden. Nur in Verbindung mit dem Reisepaket für schlappe 952€ Brutto gibt es zwei Becherhalter in denen ich mein Handy mit Geldbeutel platzieren kann und ein zwingend erforderliches Gepäcknetz hinter den Sitze damit nicht alles durch die Gegend fliegt.
      Allein aufgrund seiner Dimensionen kann man nicht einfach einsteigen und drauflosfahren wie mit jedem anderen Auto. Die Sicht ist im Allgemeinen und Besonderem nach hinten extrem eingeschränkt. Hoch hängende Ampeln sind aufgrund der fast auf dem Boden liegenden Sitzposition kaum im Sichtbereich und alle andere Verkehrsteilnehmer schauen auf einem herab. Die Rückfahrkamera und das Liftsystem sind fast immer erforderlich. Da der Aventador ohne Rückspiegel schon über zwei Meter breit ist muss man sich vorher genau überlegen ob man in eine schmälere Straße einfahren kann oder z. B. mit Verengungen aufgrund geparkter Autos rechnen muss. Hohe Randsteine sind der blanke Horror! Permanent muss ich auf genügend Abstand zum filigranem Felgenhorn meiner schwarz beschichteten Diantus mit der extrem niederen Querschnittsbereifung achten.
       
      Beim Überholen eines LKW oder Landmaschine ist auf den schmäleren Land- oder Kreis-Straßen ein cooles Vorbeiquetschen wie z. B. mit dem 911er unmöglich, wenn der Andere nicht freiwillig auf den Straßenrand fährt. Enge Kurven machen gewaltigen Spaß und liegen dem Aventador S mit ordentlicher Querbeschleunigung richtig gut, nur darf nichts Breites entgegenkommen oder die Straße muss breit genug sein!
       
      Fazit: Die Unterhaltskosen gehen voll in Ordnung bei dem was er vor allem an Highspeed-Fun, atemberaubender V12-Soundkulisse, exklusivem Fahrfeeling, außergewöhnlichem Design und Überholprestige bietet. Da gibt es noch kostspieligere Exoten, die kaum schneller sind, schlechter verarbeitet sind und eine anfällige Technik ohne die notwendige Entwicklungstiefe mit ausreichender Erprobung haben. Ich möchte hier keine langwierige Milchmädchenrechnung aufstellen, kurz zusammengefasst kostet er wesentlich mehr wie mein ehemaliger Gallardo oder ein Huracan, aber nicht ganz das Doppelte. D. h. wer am besten gleich mit den doppelten Unterhaltskosten eines Huracan rechnet kommt mit den Ausgaben für den Aventador ganz gut klar.
       
      Wir können gespannt sein was bei den Ideen unserer Gesetzgeber noch von diesem einzigartigen, brutalen Fahrspaß ab kommender Euro7-Norm beim Nachfolger erhalten bleiben darf. Ich bin echt glücklich, dass ein pures Spaßfahrzeug in der Form noch eine Zulassung bekommen hat und ich diesen Aventador S mit all seinen aufregenden, ungefilterten Eigenschaften inkl. dem atemberaubenden Design, noch lange bis ins Rentenalter fahren kann während meine Alltagsauto immer geräuschloser, elektrischer und autonomer (langweiliger) werden.
       

    • dieses foto könnte der start vieler schöner fotos von hunden und sportwagen sein, eine kombination, die eher ungewöhnlich ist. 


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