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Erfahrungen mit Lithium Starterbatterie


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Hallo,

ein Autohersteller aus Zuffenhausen bietet ja bekanntlich bei seinen "Sportmodellen" optional für 2.000 € eine Lithium Starterbatterie an.

Hat denn jemand hier aus dem Forum Erfahrungen mit einer Lithiumbatterie in einem Ferrari ?

Die Gewichtsersparnis liegt bei ca. 10 KG

Werden event. die Steuergeräte Wegfahrsperre Lichtmaschine usw. beeinträchtigt ? (habe von Autoelektronik keine Ahnung)

 

Grüße

355GTS

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Erfahrung im Ferrari hab ich damit zwar keine aber folgende Dinge gibt es meines Erachtens dabei zu bedenken:

  • Ein Lithium Akku (LiPo nehme ich an) braucht eine eigene Ladeelektronik. Einfach so ein paar Zellen statt einem Bleiakku reinzuschrauben geht nicht. Bzw. nur 1 mal da dann das Auto beim Laden des Akkus über die Lichtmaschine abfackelt.
  • Lithium Akkus mögen keine Kälte. Ok, ist bei unseren Autos wohl eher nicht so das Problem.
  • Der Entladestrom von Lithium Akkus ist begrenzt. Wenn man darüber hinausgeht können sich die Teile aufblähen und auch brennen. Daher muß eine eigene Elektronik das überwachen und trotzdem noch genügend Strom für den Anlasser liefern. D.h. Akku + Elektronik + Stromverbrauch im Fahrzeug beim Start müssen darauf abgestimmt sein. Ob man das bei einem älteren Fahrzeug bezahlbar hinbekommt ist fraglich (einzelnen Steuergeräte können da ja nicht einfach über den Fahrzeugbus abgeschalten werden).

Lithium Akkus sind zwar bei richtiger Handhabung nicht so gefährlich wie immer geschrieben wird aber so ganz ohne ist es dann auch wieder nicht. Wenn die beschädigt werden dann können die abfackeln was in der Modellfliegerei schon oft bewiesen wurde O:-) ... und langsam finden das Fahrzeughersteller auch raus.

Also ich würde statt Lithium Akkus lieber eine kleinere Blei oder Blei-Gel Batterie einbauen und zur Not ein Überbrückungskabel mitnehmen. Wobei es aber auch Ferraris gibt die durchaus Gewicht auf der Vorderachse gebrauchen können, da wäre eine leichtere Batterie dann eher schlecht.

Viele Grüße,

Bruno

@Bruno

"- Ein Lithium Akku (LiPo nehme ich an) braucht eine eigene Ladeelektronik. Einfach so ein paar Zellen statt einem Bleiakku reinzuschrauben geht nicht" kenne keine Lithium Batterien fuer pkw bereich aber ein Batterie mit eingebautem lade-elektronik ist nicht undenkbar ..

"- Lithium Akkus mögen keine Kälte. Ok, ist bei unseren Autos wohl eher nicht so das Problem." Dann senkt nur der Kapazitaet, das richtige problem ist waerme .. wenns zu heiss wird, wird es gefaehrlich obwohl Li-Po schon etwas sicherer ist als nur Li-ion

"- Der Entladestrom von Lithium Akkus ist begrenzt. Wenn man darüber hinausgeht können sich die Teile aufblähen.. " ???? dass ist nur abhaengig vom interne widerstand die sehr niedirg ist bei Li-Po und sogar vielleicht noch niedriger als Blei batterien, aber dies weiss ich nicht genau sicher. Meine erfahrung ist das LiPo eine sehr niedrige interne Widerstand hat und auch noch niedrige impedanz (wechselstrom widerstand). Du meinst hier vielleicht das nicht unter eine bestimmte ladung entladen werden darf. 'Komplett'-zellen haben aber immer eingebautem circuits gegen zu tiefen entladung..

"Wenn die beschädigt werden dann können die abfackeln was in der Modellfliegerei schon oft bewiesen wurde ... und langsam finden das Fahrzeughersteller auch raus." -> stimmt genau

"Also ich würde statt Lithium Akkus lieber eine kleinere Blei oder Blei-Gel Batterie einbauen und zur Not ein Überbrückungskabel mitnehmen." ... Li-Po hat bei gleiches Volumen, 4-5 fach mehr kapazitaet als Blei !!!! so wenn Raum ein Problem ist .. ist Li-Po ein gutes idee vielleicht, obwohl der Preis ..

Ein idee sein koennte vielleicht beide Batterien mit power Shottky dioden zusammen zu schalten. Weil die interne widerstand vom Blei bei teil entladenem Batterie hoch ist, liefert die Li-Po batterie dann die benoetigte Strom an den Starter. Und so wirden beide Technologien geschieden und fliessen keine fehlerstromen zwischen beide technologien usw usw, alles ist moeglich.

Was ich lange her mal gemacht habe ist ein 2e billige blei-batterie (mit sehr grosse durchmesser kabel verbunden an primaere auto-batterie) angeschlossen am audio-endverstaerker zusammen mit 2F kondensator. Dies verbessert die spannungversorgung fuer Audio unglaublich viel. Und wenn mit dioden getrennt, gibt es kein ausgleichstromen mehr zwischen beide Batterien, und falls du startstrom braucht weil die primaere Batterie leer ist, ist beischalten vom 2e Batterie einfach. Mit dies alles gewinnst du summiert folgendes :

- dies alles kostet fast nichts

- superioere spannungskwalitaet fuer audio power verstaerker

- immer reserve Batterie da

nachteil : mehr gewicht.

Interessantes Thema, ich beschäftige mich auch gerade damit. Elektrotechnisch bin ich ein wenig vorbelastet, so dass ich von meinem ursprünglichen Plan, einfach meine Bleibatterie durch eine Li-Batterie zu ersetzen wieder abgekommen bin.

Gedacht hatte ich an die hier: http://faktor.de/index.php?option=com_virtuemart&view=productdetails&virtuemart_product_id=7&virtuemart_category_id=2〈=de

Sowas kann gut gehen, muss aber nicht. Die Problematik mit der Lade-/Entladeregelung sollte man nicht vernachlässigen.

Von Voltphreaks aus den USA gibt es Batterien mit integriertem Lademanagement. Die sollen gut funktionieren. ISA vertreibt die Dinger: http://www.isa-racing.com/index.php/cat/c1208_Voltphreaks-Lithium-Batterien.html

Habe seit ca. 3 Jahren die Faktor verbaut.

ca, 15,5 kg weniger Gewicht.

Seit 3 Jahren OHNE Probleme:

(kann natürlich gleich morgen eines geben)

Foto in meinem Album "Ein schöner Tag"

Michl

  • 9 Jahre später...
Roland V12

Ich bringe das Thema noch mal nach oben und berichte aus eigner Erfahrung, da ich 3 Produkte in meinen Fahrzeugen  verbaut habe.

  • Die Gewichtersparnis von ca.  15 kg gegenüber orig. Ferrari Batterie ist schon einiges und da kleiner, ist sie auch besser händelbar im Fußraum eines 430er
  • Alle Daten sind per app abrufbar (sicherheitshalber auf 2 Hdy),  somit konnte ich nachvollziehen, dass: die Startsicherheit bei nicht verschlossenem Fahrzeug mindestens 4 Wochen beträgt, der Ladestrom über 50A liegt und sie auch bei kurzer Fahrstrecke voll aufgeladen wird und das eine Zellenüberwachung , mit Abschaltung bei Tiefentladung,  die Batterie schützt und evtl. Fehler für Service (! ) speichert.

Zum Saisonende Oktober wurde per "APP-Killschalter"  das Auto ruhig gestellt, seiddem ist die Ladekapazität von 100% auf 94 % (heute) gesunken. Sollte dies linear so weitergehen kann ich die Batterie bis April/Mai vergessen.

... und wenn,  hier im Forum zu lesen,  einige  Probleme mit Nachladung, kein Stromanschluss in der Garage oder längere Abwesentheit haben , bietet sich ein derartiges Produkt an. 

 

Für mich Kaufentscheiden war,  geringes Gewicht sowie  Ladezustand , Killschalter und Wegfahrsperre per app bedienbar und sekundenschnell vor dem Café /Hotel aktiviert , falls gewünscht.

Eine Frage zur Wirtschaftlichkeit kann ich noch nicht beantworten, nur, dass die Originale von  Ferrari Nr.243320  z.Zt 452,70 GBP ex. Vat kostet und dem eine mehrfache Lebensdauer der Li-Batterie entgegen stehen soll. Ich werde berichten.

Ein Nachteil hat das kleine Powerpaket  dennoch: Fremdstarthilfe geht nicht,  da durch die hohen Ströme einiges in die Knie geht ....

 

Li1.jpg

Li2.jpg

  • Gefällt mir 7
Chris King
Am 16.1.2021 um 21:49 schrieb Roland V12:

Ein Nachteil hat das kleine Powerpaket  dennoch: Fremdstarthilfe geht nicht,  da durch die hohen Ströme einiges in die Knie geht

Das verstehe ich nicht. Kannst du das näher beschreiben? 

Roland V12

Gerne:  Li-Batterien haben einen geringen Innenwiderstand und daher auch der hohe Ladestrom nach dem Starten. Ich konnte kurzfristig 80 A ablesen.  Eine leere Li-B. verhält sich somit noch extremer, schon beim anklemmen des Überspielkabels fließen hohe Ströme. daß die  Polkemmen /Kabel arg belastet werden , zudem leidet die Lebensdauer der LiB. ,  darunter. Im Notfall  unter Vorbehalt machbar,  Startsicherheit ist ab 5 % gegeben und die sind mit den Ladegerät schnell erreicht.

  • Gefällt mir 3
  • 2 Monate später...
Roland V12

Kurzinfo zum 2.4.  : 100% zum Saisonende .... heute ergab die Auslesung  Restkapazität 31% , somit für mich eine "echte" wartungsfreie . Startsicherheit ist bis 5% lt. Hersteller gegeben.

  • Gefällt mir 3

Ein Li Io Batterie würde ich nur einbauen, wenn du eine wirklich sehr gute Feuerversicherung hast! Für Auto und auch deine Garage/Haus und Fahrzeuge, die noch darin stehen! 

Roland V12

Bei meinen Motorrädern (Honda,Ducati) und dem Lotus meines Sohnes sind sie ab Werk mit entsprechenden Ladegeräte ab Werk in Serie drin. Wer da Angst hat sollte das Handy aus der Hose nehmen.

  • Haha 1
  • Verwirrt 1

Stimmt nicht so ganz. 😉  Wenn es in meiner Hose heiß wird, dann entferne ich ganz locker das Handy aus der Tasche. Wenn dein Auto in der Garage brennt und du schläfst, merkst du es lange nicht. 

Ich lade zum Beispiel nie was mit Li Io unbeaufsichtigt, bzw. wenn ich schlafe. Ich hab leider schon oft in unserer Firma der Werksfeuerwehr zugeschaut, wie die brennende Li Io Akkus aus der Halle rausgezogen haben (mit schweren Atemschutz und Getöns) und kontrolliert abbrennen haben lassen! Und je mehr Kapazität der Akku hat, umso mehr Energie (zum Brennen) hat der Akku. 
Besser sind da die neuen LiIo Akkus. Die kommen aber erst 

https://www.elektroniknet.de/power/was-tun-bei-batteriebrand.171926.html
 

ein guter Artikel 😉

https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/lithium-ionen-akkus-bergen-gefahren-3835.html

  • 2 Wochen später...
Am 3.4.2021 um 11:27 schrieb Roland V12:

Bei meinen Motorrädern (Honda,Ducati) und dem Lotus meines Sohnes sind sie ab Werk mit entsprechenden Ladegeräte ab Werk in Serie drin. Wer da Angst hat sollte das Handy aus der Hose nehmen.

Stimmt so leider nicht.

 

Ich verbaue schon seit einigen Jahren Lithiumbatterien in Motorrädern, diese haben aber eine adaptive Ladeelektronik integriert, da die Ladeelektronik der Fahrzeuge nicht für (nicht adaptierte) Lithiumbatterien ausgelegt ist bzw. dafür konstruiert wurde.

Seit kürzerem gibt es das auch für Autos und Wohnmobile.

Nach etlichen (von mir vorgenommenen Tests) habe ich in meinem Porsche (-15 kg) auch eine.

Aber keines Deiner oben Genannten Fahrzeuge hat eine Ladeelektronik für Lithiumbatterien an Bord.

Solltest Du (kann man überall billig kaufen) so ein zusammengelötetes AKKUPACK in irgend einem Deiner Fahrzeuge haben, schmeiß es bitte (im Interesse aller) raus.

Mir ist ein Mororrad (Akku war nicht von mir, sondern aus EBAY) ca. 2 Std. nach der Probefahrt abgebrannt.

 

Gruß Jürgen

  • Gefällt mir 1
Roland V12
vor 17 Stunden schrieb 26452Leu:

Aber keines Deiner oben Genannten Fahrzeuge hat eine Ladeelektronik für Lithiumbatterien an Bord.

Solltest Du (kann man überall billig kaufen) so ein zusammengelötetes AKKUPACK in irgend einem Deiner Fahrzeuge haben, schmeiß es bitte (im Interesse aller) raus.

Keine Sorge: Meine Panigale R (H9) CBR 1000 RR SP1 sowie Lotus 380 GP Edition wurden alle serienmäßig - keine Sonderaustattung-  mit Li-Batterie ab Werk ausgestattet . 

  • Gefällt mir 1

Das ist gut, aber es ist tatsächlich so, daß die adaptive Ladeelektronik in den Batterien ist.

Das war auch nicht böse gemeint.

Ich habe leider immer wieder Fahrzeuge in der Werkstatt, die irgendwelche (günstigen) zusammengelötete Akkupakete drin haben.

Bei Inspektionen o. ä. baue ich diese aus und mache die Arbeiten mit legitimen Batterien.

Den Wiedereinbau muß dann tatsächlich der Kunde (wegen Gefahrenübergang) selbst vornehmen.

Ich lasse mir in solchen Fällen sogar entsprechende Hinweise unterschreiben.

 

Gruß Jürgen

Roland V12

Habe ich auch nicht böse verstanden, mir geht es nur darum mein Wissen und meine Erfahrung hier ium Forum mitzuteilen, da ich selber danach gesucht habe und freue mich über jede Stellungsnahme

Vorsorglich  habe ich gerade mit Ducati und Honda gesprochen: Die Lima und Regler  etc. sind bei o.g. Fahrzeugen identisch , egal ob Li oder Pb Batterie  bei Standardausführung. Erhaltungslader natürlich nicht.

Mein Interesse geht dahin, daß ich weitere Fahrzeuge mit Li Batterien ausstatten möchte, die nicht ab Werk darüber verfügen. Billigschrott ist da nicht angesagt.

Deinen Umgang mit den Kunden finde ich völlig richtig und ist zudem für sie aufklärend.

Gruß Roland

 

  • Gefällt mir 3

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