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Karl

Fahrbericht Lamborghini Aventador LP700-4 – Der König ist tot, es lebe der König

Empfohlene Beiträge

sauber   
sauber
Geschrieben

Hat dir schon jemand gesagt Karl, dass du Auto technisch zu den glücklichsten Menschen auf diesem Planeten gehören musst. :wink:

Dein Bericht ist einfach Wow! :-O:-))! Da spürt man mit jeder Faser, dass du den Aventador, pardon König, liebst. Wenn ich das nötige Kleingeld hätte, hättest du mich schon überzeugt, den Stier zu kaufen. :D

Das Design ist einfach nur Geil, ich kann es nicht anders Sagen. Auch das Cockpit, so finde ich, passt in die heutige Zeit. Von den Fahrleistungen brauchen wir gar nicht zu reden. Freue mich auf die ersten Tests in den Fachzeitschriften. Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass sie auch nur annähernd so Emotional sind wie dein Bericht Karl. :)

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Ferrarinarr   
Ferrarinarr
Geschrieben

@Karl:

Was für ein Auto, und was für ein Bericht! :-o:-o:-o

Ich sage nur:danke: Mehr kriege ich nicht raus...

Viele Grüße,

Philipp

albertbert   
albertbert
Geschrieben

Top Bericht !! :-))!

Gibt es schon einen genauen Termin für die Vorstellung bei den Händlern.

Es hiess ja mal er käme im Mai, aber Winkelmann meinte neulich in einem Interview er kommt im 2. Halbjahr....

4200GT CO   
4200GT
Geschrieben

:applaus:

danke für den tollen bericht!

jetzt fällt es mir schwer mich wieder auf meine arbeit zu konzentrieren...

lg. aus wels

fe355 CO   
fe355
Geschrieben

... Respekt:-))!

Gast Peter_Pan_   
Gast Peter_Pan_
Geschrieben

Sehr schöner Bericht.

Der macht so richtig Appetit auf mehr..... :-))!

Karl VIP CO   
Karl
Geschrieben
Gibt es schon einen genauen Termin für die Vorstellung bei den Händlern.

Es hiess ja mal er käme im Mai, aber Winkelmann meinte neulich in einem Interview er kommt im 2. Halbjahr....

In der Tat startete die Produktion der Vorführwagen später als gewünscht, doch sie läuft. Auch die ersten Kundenfahrzeuge sind bereits in der Fertigung. Ich denke die Vorführwagen erreichen ab Juli die Vertragshändler.
PoxiPower CO   
PoxiPower
Geschrieben

Faszinierender Bericht über ein faszinierendes Auto! :danke:

Schade, sowas gibts wohl nur alle zehn Jahre :D

therealleimi   
therealleimi
Geschrieben

Sehr amüsant geschrieben! In der Autocar Review kommt das Getriebe ja nicht so gut weg. Haben die da nur den Corsa-Mode nicht gefunden oder ist da was dran? Ich meine nämlich irgendwo gelesen zu haben dass das Getriebe Schaltzeittechnisch mit modernen DKG's mithalten kann.

me308 VIP CO   
me308
Geschrieben

nach der Lektüre brauche ich jetzt erstmal einen Moment allein... 8)

:-))!

cinquevalvole CO   
cinquevalvole
Geschrieben
nach der Lektüre brauche ich jetzt erstmal einen Moment allein... 8)

:-))!

Besser isses :P

1009daffy-duck-being-naughty.gif

Goiler Wagon!

Karl VIP CO   
Karl
Geschrieben
In der Autocar Review kommt das Getriebe ja nicht so gut weg. Haben die da nur den Corsa-Mode nicht gefunden oder ist da was dran? Ich meine nämlich irgendwo gelesen zu haben dass das Getriebe Schaltzeittechnisch mit modernen DKG's mithalten kann.
Na ja, die Schaltzeiten sind mit Sicherheit so schnell wie Lamborghini sie angibt. Der Fahrer nimmt jedoch nur die Art und Weise der Schaltvorgänge wahr. Und jene sind beim ISR-Getriebe eben weiterhin spürbar.

Das Schalten eines DKG hat ja keinerlei Einfluss auf das Fahrzeug an sich, während das Schalten eines sequentielles Getriebes für den Fahrer spürbar ist. Und zwar länger, als der eigentliche technische Schaltvorgang andauert.

Letztendlich ist es eine Geschmacksfrage. Das DKG im Ferrari 458 Italia arbeitet perfekt und zum niederknien schnell. Doch wenn im Aventador während des Schalvorganges ein schneller, kurzer Ruck in Längsrichtung durch das ganze Auto geht, weil dich das ISR mit einem Arschtritt nach vorne in den nächsten Gang befördert, während der V12-Motor schreit als gebe es kein Morgen...

:wink:

Der Corsa-Modus arbeitet in der Tat sehr schnell, aber deutlich geschliffener als in einem Gallardo LP570-4 Superleggera. Der Arschtritt jedoch bleibt, wie gesagt. Im Strada-Modus sind die Schaltvorgänge weicher und gefühlt langsamer. Wer DKG erwartet, kann hier enttäuscht werden. Wobei es nicht wenige Stimmen gibt, denen eine DKG zu langweilig arbeitet. Letztendlich geht probieren über studieren.

bmw_320i_touring   
bmw_320i_touring
Geschrieben

Karl, toller Bericht. Der perfekte Zeitvertreib im Stau.

Toll geschrieben.

taunus   
taunus
Geschrieben

Toller Bericht ! Mein Neid ist dir sicher...

Man könnte meinen, das du die Dinger verkaufen musst ! :wink:

Karl VIP CO   
Karl
Geschrieben
Man könnte meinen, das du die Dinger verkaufen musst ! :wink:
Die Aventador werden angesichts weltweit rund 1.000 Bestellungen eher verteilt :wink: . Und noch ist kein Kaufinteressent das Fahrzeug gefahren, dass heißt der Schwung an Bestellungen nach den Testfahrten bei den Vertragshändlern steht noch aus.
AlexGT-R   
AlexGT-R
Geschrieben

ey karl, für den bericht bekommst du das iPhone 5 von mir kostenlos wenns rauskommt:D

heiliges bodenblech, was hat lamborghini da bloß auf die beine gestellt, obwohl ich als alter purist so einige sachen mit meiner seele nicht vereinbaren kann (keine analogen anzeigen, keyless go etc. der neumoderne quatsch eben)

aber in sachen styling und sound haben sie endlich wieder eine schüppe draufgelegt...und das bei einer basisversion.

die nächsten modelle und neuerungen versprechen also jetzt schon lustig zu werden

danke nochmals...nach so einem bericht wird mir immer klar, für welche marke ich lebe und arbeiten gehe:-))!

Mr.lambo CO   
Mr.lambo
Geschrieben

Bin gespannt auf die ersten Rennversionen...

Der Aventador sollte eigendlich die idealen Vorausetzungen für die Rennstrecke haben..:D

Need 4 Speed CO   
Need 4 Speed
Geschrieben

Sehr schöner Bericht, danke dafür. Das ist Carpassion.

MARKFE   
MARKFE
Geschrieben

@Karl: super schoen geschreibener & emotionaler Bericht, danke dafuer :-))!

Ich moechte von dir mal einen Bericht ueber ein neues XYZ BlueMotionEfficientBlaFahrzeug lesen, wenn du dabei sogar Emotionen einbauen kannst, ach lass mal: bleib bei richtigen Sportwagen :wink:

Zur Schaltung: ich persoenlich moechte gar kein klinisches, ruckfreies DKG in einem Sportwagen; ein Getriebe in dieser Spezies von Fahrzeuge muss Schlaege austeilen, darf Geraeusche von sich geben: das gehoert zum Package: der Weg ist das Ziel, das Fahrzeug das Mittel dazu ! Ich fand das bei meinem M5 auch immer grossartig : SMG im schnellsten Stand und den laengsten, kurvigsten Weg nach hause, nicht den schnellsten O:-) Nach der fahrt musste man mein Grinzen operativ entfernen an der naechsten Tankstelle X-)

Wem das alles zu hart ist, soll ein SDI fahrenO:-)

  • Gefällt mir 1
Mitchi_S   
Mitchi_S
Geschrieben

Warum und wofür sollte jemand aus dem Aventador einen Rennwagen entwickeln? Davon gehe ich nicht aus, dass dies jemand tun wird. Für einen GT1 lohnt es sich nicht mehr und für einen GT2 ist der Motor TO schwer und zu groß.

AlexGT-R   
AlexGT-R
Geschrieben

@mitchi...

reiter engineering hat son sprung in der schüssel...:D

da kommt bestimmt was

Mitchi_S   
Mitchi_S
Geschrieben

Gut, wenn der Hans sich selbst damit (fast) in die Pleite reiten (im wahrsten Sinne des Wortes) will. ;) Ich glaube es trotzdem kaum, es gibt keine derzeitigen Rennserien, die den neuen Stier unterstützen würden.

absolutmuc   
absolutmuc
Geschrieben

Ich kenne mich mit den FIA-Einstufungen nicht besonders gut aus, aber ich habe den Eindruck dass Reiter mit dem Gallardo GT3 und GT2 sowie dem Murcielago R-GT und GT1 ganz ordentliche Rennwagen aufgebaut hat, die von Reiter selber und Kundenteams eingesetzt werden.

Warum sollte der Aventador nicht in eine FIA-Klasse passen? Ob man sich damit ein potentiell siegfähiges Auto holt, war anfangs beim Gallardo und Murcielago auch nicht die oberste Prämisse. Es gibt halt offensichtlich auch Kunden, die einfach gerne in einem Lamborghini Rennen fahren. Warum sollte Reiter deswegen pleite gehen?

AM-DBS   
AM-DBS
Geschrieben

Liegt daran, dass die GT1 Klasse, in welcher der Murcielago startete, mehr oder weniger am aussterben ist. Bleibt abzuwarten wie sich die Rennserien entwickeln, ich hoffe aber das beste.

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    • 806
      Zum Jahresanfang kann ich auch gleich was Neues beginnen – nämlich meinen nächsten „laaangen Dauertest“. Jetzt nicht mehr im großen Bereich „sonstige Fahrzeugmarken“, sondern im Sportwagen- und Luxusmarken-Forum …

      Seit 29.11.2013 ist das Dickschiff ersetzt durch einen A 45 AMG, der mir in den nächsten Jahren als Alltagsauto dienen wird. In loser Folge schreibe ich hier nieder, was auffällig oder unauffällig am Auto ist, was bei längerer Benutzung stört, sich bemerkbar macht oder auch erfreut, wie sich der Kleine hält und was an ihm auseinanderfällt.

      Anders als bei meinem im Avatar abgebildeten liebsten Hobbyauto von allen, wird es hier nicht um Verbesserungen/Umbauten/Ausbauten gehen, denn das habe ich nicht vor. Einfach wieder die Zusammenstellung von Erlebtem und Erfahrenem!


      Das Auto

      Also stelle ich Euch den neuen Kleinen erst einmal vor.

      Im Rahmen der Möglichkeiten unauffällig bis zur Unscheinbarkeit ist er zirrusweiß lackiert und emblemlos bis auf die „Sterne“. Selbst bei Benzens wußten sie nicht, daß mit Bestellcode 261 auch die Beschriftung der vorderen Kotflügel entfällt. Das Panormadach paßt zur Farbfamilie „schwarz-weiß“ genauso wie die 19“-Felgen von AMG. Unterstützt wird diese Idee vom "Night-Paket" mit schwarz abgesetzten Leisten und dunklen Heckscheiben.








      Sommers mit glanzgedrehtem Rand, winters in komplettem Schwarz wie „Edition1“.

      Intelligent Light System macht hell, Audio20 macht Musik und Becker MapPilot macht Wegweisung. Besondere Lautsprecher brauche ich nicht, Musik höre ich nur im Stau. Die Klimaautomatik nimmt sich der Temperierung an unterstützt von Sitzheizung vorne, Vergeßlichen hilft elektrische Sitzverstellung mit Memory vorne. Hinten hat er ein Auge (Rückfahrkamera), aber auf häßliche Löcher für Parkpiepser hatte ich keine Lust mehr. Dazu noch das Licht- und Sichtpaket, damit es innen nächstens nicht so trist aussieht und ein Ablagenpaket, damit die demnächst vorgeschriebenen Warnwesten ihren Platz unter den Vordersitzen finden und im Kofferraum eine Steckdose bereit ist. Den Luxus des Performance-Lenkrades habe ich mir der größeren Schaltpaddel wegen gegönnt, damit einher geht der knubbelige Schalthebel in der Mittelkonsole.

      Richtig: er hat KEINE roten Gurte, KEINE roten Bremssättel, KEINE noch lautere Auspuffanlage, KEINE zusätzlichen Spoiler und KEIN noch härteres Fahrwerk – das ist mir dauerhaft zu aufdringlich und damit lästig, außerdem kostet’s alles zusätzliches Geld, das ich dafür nicht ausgeben will.


      Das erste Drama


      Aus dem Datum der Erstzulassung ergibt sich schon das Problem der erforderlichen Winterbereifung. Als ich der Preisvorstellungen der Niederlassung Mannheim für Originalfelgen ansichtig wurde, schwanden mir schier die Sinne. 19“ Felgen als „Vielspeichen“ kosteten schon 3.600 €, dazu noch Reifen – das muß anders gehen. Nächster Vorschlag: 215er Reifen auf 18“-Felgen für komplett 3.500 €. Mickrige Größe, Schneeketten habe ich nicht, brauche ich nicht und kann ich nicht montieren. Selbst die Serienfelgen in 18“ kämen schon auf 3.000 €.

      Alle Tuner/Felgenhersteller abtelefoniert, mit Mails bombardiert und die Quintessenz erfahren: „Haben wir derzeit nicht, rechnen Sie nicht vor Frühjahr damit.“ Tolle Wurst – und bis dahin? Die Sommerreifen runter, Winterreifen drauf und im Frühjahr dasselbe wieder zurück ist mir zuwider, also weiter suchen. Erster Lichtblick: Das Autohaus Kunzmann in Aschaffenburg (ein großer Vertragshändler) unterhält einen Onlineshop und bietet auf einmal AMG-Vielspeichen in 19“ für nur 3000 € an. Gleich zum Hörer gegriffen und im Telefonat ein Vorschlag: „Nehmen Sie doch die 19“ von Lorinser in schwarz, die kosten nur 1700 €.“ Da fragt man nicht zweimal – hätte man aber sollen!

      Prompte Lieferung, freudestrahlend die Michelin PilotAlpin 4 (frei bis 270 km/h!) montieren lassen und gleich aufs jungfräuliche Auto montiert. Problem: Ab etwa Tempo 100 unerträgliche Vibrationen. Nachwuchten rundherum bringt nichts. Was ist denn da los? Einfache Analyse: Im TÜV-Gutachten steht, daß wegen Freigangs zum Bremssattel 3 mm Spurplatten verwendet werden müssen. Ist an sich schon Murks, aber am A 45 noch viel mehr! Benz verwendet wohl für alle „A“ dieselben Radaufnahmen. Durch die große Bremse vorne rückt alles mehr nach außen und die Zentrierhülse steht nur noch etwas mehr als 6 mm heraus, das Mindestmaß, das hiesige Prüfer für solche Gelegenheiten erwarten. Zieht man davon die Spurplatten ab, bleiben nur noch jämmerliche 3 mm (DREI MILLIMETER), die die Zentrierung der Felge sicherstellen sollen. Die hat auch noch einen gefasten Zentrierring, so daß faktisch die Mittenzentrierung verloren geht. So fährt er sich auch.

      Nach kurzem aber heftigem Hin und Her mit Lorinser direkt („Wollen Sie wirklich, daß ich diese Lösung dem TÜV für die Einbaubescheinigung vorführe?“), die sich aber ernsthaft Mühe bei der Suche um schnelle Abhilfe gaben, nehmen sie die Felgen zurück.

      Geworden sind’s dann zähneknirschend die schwarzen Vielspeichen und jetzt läuft alles wieder „rund“. Ich bin mal gespannt, wie die anderen Hersteller dieses Problem in den Griff bekommen …






      Das Einfahren


      Aber nun zurück zum Auto selber: In Rastatt abgeholt und daher gleich mit den ersten Kilometern außerhalb des Werksgeländes „eingefahren“. Ach du liebe Zeit, was machen die Leute da ein Buhei drum – zusätzlich verängstigt durch relativ strikte Einfahranweisungen des Werks: Nicht über 4500/min, nicht schneller als 140 km/h, kein Kickdown.“ Klebt wie in seligen Zeiten sogar in der Windschutzscheibe.

      Dazu gibt es ja mehr Auffassungen, Ansichten und Anspielungen als Autos. Im Grunde genommen kann man’s nie richtig machen; zu „zahm“ ist nix, zu „scharf“ ist nix, zu „schnell“ ist nix? Wie sagt der Pfälzer dann? „Ach, steigt mer doch all‘ in die Tasch‘!“ Das Werk spendierte die erste Tankfüllung (voll!!) und daher schauen wir geschenkten Gäulen nicht zu lange ins Maul.

      Auf den ersten hundert Kilometern auf der Landstraße habe ich dem Motor im vierten Gang in schönem Rhythmus Anzug von 80 auf 120 beigebracht und ihn nach jeder Beschleunigung immer wieder ausrollen lassen. Ähnelt einem Parabelflug und ist ähnlich unspaßig. Dem Maschinchen wurde dabei sogar richtig warm, das Motoröl erreichte 105°. Das war’s dann aber auch, seitdem wird er einfach gefahren, wie ich ihn auch sonst fahren würde. Schön durchölen lassen nach dem Kaltstart, sanft warm fahren, sanft kalt fahren vor dem Abstellen, und sonst gefahren wie es ihm auch in der Zukunft bevorsteht (nach 500 km durften auch mal 5500/min mit wenig Gas anliegen, sonst macht ja eh die Automatik alles). Oh Wunder: Nichts ist undicht, geplatzt, abgerissen oder sonst was passiert.

      So ganz stimmt‘s nicht. In manchen Foren hieß es, daß er bis 1500 km ein Einfahrprogramm habe, das das Gemisch anfette und so den Einfahrvorgang unterstütze durch somit abgesenkte Brennraumtemperaturen. Hört sich komisch an, scheint aber tatsächlich zu existieren. Schlagartig ab diesem Kilometerstand sank der Durchschnittsverbrauch bei flotter Fahrt um 1 L/100 km. Bei 1200 km kamen frisches Motoröl und ein neuer Filter (nicht vorgeschrieben, aber mir ist es lieber so), seitdem läuft er immer besser.

      Da er anfangs etwas beim Anfahren mit seinen Kupplungen „rupfte“, was sich nach knapp 500 km völlig gelegt hat, werde ich ihm auch überobligatorisch einen Getriebe- und Differentialölwechsel gönnen, da hat sich scheinbar doch einiges tatsächlich „einlaufen“ müssen und mir ist dann einfach wohler, wenn alles gut versorgt ist. Manche glauben, ein Wechsel nach 3000 km sei „Vorschrift“, sind aber von der insoweit unklaren Betriebsanleitung im Stich gelassen. Nur AMGs mit Sperrdifferential müssen dann zum Wechsel, der A 45 hat keins, also muß er auch nicht. Meiner kriegt’s trotzdem, weil „wer einschenkt, muß auch nachschenken“.

      Inzwischen sind schon fast 3000 km voll, so daß ich auf freier Autobahn auch mal das Geschwindigkeitsmaxim ausgetestet habe. Im siebten Gang ist das etwas müde ab etwa 230, aber im sechsten geht es ab wie die Feuerwehr. Gefühlt dauert es zwei Wimpernschläge von 200 auf 230 und geht dann unvermindert weiter und weiter und weiter, ohne daß bei 250 km/h Schluß wäre. Tacho 260 standen ziemlich unangestrengt an, im siebten hält er das Tempo, legt aber kaum noch zu. Tachoabweichungen sind minimal, sagt mein zusätzlich bereitgehaltenes Navi.

      Drehzahlorgien sind eh nicht sein Ding, im sechsten sind dafür etwa 5300/min erforderlich, im siebten stehen etwa 4200/min auf dem Drehzahlmesser. „Heiß“ wird ihm dabei auch nicht, das Kühlwasser steht bei 93° und das Motoröl wird auch nicht wärmer.

      Weder ist er dann ungebührlich laut noch in irgendeiner Weise unruhig oder „leicht“, sondern einfach satt und souverän. Im echten Verkehr ist das kein vernünftiges Tempo, denn mit Gaswegnehmen wird das Tempo nicht schnell weniger, sondern der geringe Luftwiderstand läßt ihn im siebten lange schieben; zu Dauerbremserei habe ich keine Lust, das wird dann unrund und hektisch auf langen Strecken. Klar wird aber auch: alles bis 200 ist ratzfatz erreicht und für den Motor keine echte Anstrengung. Wieso da schon die wildesten „Tuningfreaks“ schon über 400+ PS mit Chippen nachdenken, erschließt sich mir beim besten Willen nicht.


      Bedienung


      Ein Kapitel, dem man heutzutage durchaus ein paar Worte widmen kann bzw. leider manchmal muß.

      Schon bei der Probefahrt störte der falsch positionierte Blinkerhebel. Jetzt stört das immer mehr, er sitzt schlicht zu hoch und läßt sich aus normaler Lenkradhaltung nicht intuitiv bedienen; der Tempomathebel hingegen ist bestens erreichbar und statt Blinken kommt er vor allem im Kreisverkehr zum Einsatz. Bei Regenfahrten nervt zudem, daß die schönen großen Schaltpaddel zu nah am Schalter für den Heckwischer sind und der am „Multifunktionshebel“ nur durch verrenktes Greifen bedienbar ist. Ich kann nicht deutlich genug machen, daß das unbrauchbarer Stuß ist!

      Genug geärgert, ansonsten ist die Handhabung des Fahrzeuges allenfalls noch durch den großen Wendekreis erschwert, wenn man sich an Benztypisches eh schon gewöhnt hat und mit einem gewissen Wohlwollen den neumodischen Bedienungsprofilen („Assistenten“, Menüführungen usw.) gegenübertritt.

      „Dunkel war’s, der Mond schien helle“ wäre das passende Motto für die Leuchtstärke des Hauptscheinwerfersystems. Tadellos gleichmäßig und weit hell, selbst der „Fernlichtassistent“ funktioniert in 99 % der Fälle gut. Kurvenlicht auch bei mehr als 110 km/h (Audi ...?). Moderne Lichtsysteme nehmen den Nachtfahrten nun wirklich endgültig den Schrecken.





      In diesen Tagen fällt auf, daß er sich besonders verdient macht mit gleichmäßiger, schnell ansprechender und gut wirkender Heizung – die Klimaautomatik muß nur der Temperatur wegen bedient werden, den Rest macht das System selbständig und beanstandungsfrei. Vor der Sitzheizung muß ich warnen: Die bollert bis in die Schulterbereiche auf der höchsten Stufe dermaßen los, daß es binnen Sekunden schon unangenehm wird. Allenfalls auf Stufe 2 kurz und dann für ein paar wenige Minuten auf Stufe 1, danach wird es schnell zu warm. Eiweiß gerinnt bei 67° …


      Beanstandungen?


      Die nationalen und internationalen Foristen beklagen ja schon seit längerem Verarbeitungsmängel der A-Klasse und manche Unzulänglichkeiten auch beim A 45. Liest man das als Unbefangener, könnte einen ja das Grausen überkommen.

      Bis dato ist der Zusammenbau gelungen, die Verarbeitung stimmt (für die Fahrzeugklasse), die Lackierqualität ist gut, nahezu alles funktioniert, wie es soll. Nahezu, weil das Radio bei Stummschaltung die Verkehrsfunkdurchsagen nicht laut genug stellt und sich nicht zu größerer Lautstärke überreden läßt. Das „Knistern“ aus dem Bereich der Mittelkonsole sind die Stellgeräusche der Klimaanlage beim Bedienen der Luftverteilungsklappen, an das heimelige Geräusch des sich kümmernden Elektronengehirns gewöhnt man sich schnell.

      Manche beklagen, daß er kalt sehr zäh Gas annehme. Das stimmt, scheint aber ein Schutzprogramm zu sein, solange nicht Grenztemperaturen des Getriebes erreicht sind. Ich helfe mir mit dem manuellen Schaltmodus und rolle ihn gemütlich bei niedrigen Drehzahlen warm, dann fällt’s nicht so auf. Anfangs dachte ich, das „angeschärfte“ Schaltprogramm „S“ funktioniere nicht, weil sich die Schaltcharakteristik von „C“ nicht unterschied. Ich bin ihm drauf gekommen: solange das Getriebe nicht wärmer als 40° ist, läßt er das schnellere Schalten nicht zu und hält die Drehzahlen zur Vermeidung zu großer Sprünge niedrig. Danach dreht er in „S“ weiter aus bis zum Hochschalten und schaltet auch deutlich früher zurück. Schön gelöst: er erkennt, wenn nicht mehr beschleunigt wird legt dann einen höheren Gang auch vor Erreichen der Schaltdrehzahl nach.

      Bei den ersten Handwäschen zeigte sich, daß er ein paar Dreckecken hat, die immer besonderer Zuwendung bedürfen. Das ist zum einen der gesamte Bereich entlang der Griffleiste der Heckklappe (um die Kennzeichenleuchten und den Griff), da sind Vertiefungen und Rähmchen, die man nur mühsam wieder sauber bekommt. Außerdem ist die Blechnaht nahezu rechtwinklig und mit einer nicht komplett durchgezogenen Abdichtung versehen, da sammelt sich nur mit einem Pinsel entfernbar Dreck.








      Gleiches gilt für die Türunterkanten, die unnötigerweise mit Höhenversprüngen aufgeführt sind, in denen sich hartnäckig Schmutz festsetzt.





      Der Bereich unter dem Dachspoiler“überhang“ wird in Waschanlagen sicher nicht gesäubert – da muß man leiden und nachwischen.

      Einsauen kann er sich eh wie ein Großer, die unteren Seitenflächen sind in Windeseile verdreckt. Erstaunlich: Motorhaube und Dach nicht, ebenso die Seitenscheiben. Wie früher bleiben sie auch bei starkem Regen sehr lange schmutzfrei und damit die Sicht in die großen Spiegel klar. Der Motorraum saut sich nahezu gar nicht ein auch bei langer Fahrt im strömendem Regen, das gefällt.

      Einmal mahnte er zum Nachfüllen des Kühlwassers bei scharfem Beschleunigen in größeren Gängen, aber weder stimmte der Pegel nicht noch kam diese Meldung erneut.


      Verbrauchswerte


      Im Moment – wir gewöhnen uns ja noch aneinander – gilt das alles noch nicht wirklich. Ich denke, daß da auch bei wärmeren Temperaturen noch der eine oder andere Liter weniger zu Buche stehen wird. Zwischen 7,5 und 15 L/100 km hatte ich alles schon zu verzeichnen. Ruhig herumgerollt im Mittelstreckenverkehr mit Tempomat reicht der kleinere Wert, bei forcierter Fahrt mit dauerhaft mehr als Tempo 180 der höhere, die Wahrheit liegt wie immer dazwischen und derzeit bei 10,7L/100 km.

      Motoröl fehlte ca. ein Drittelliter nach den ersten 500 km, seitdem ist nahezu Ruhe. Blöd ablesbarer Ölpeilstab und helles Motoröl machen das Messen nicht leichter. Die Betriebsanleitung ist da gelinde gesagt „unscharf“, denn sie empfiehlt Öl nach MB-Freigabe 229.51 (beschränkt auf entweder 0 oder 5 W 40), obwohl solches nach 229.5 gewünscht ist und die andere Freigabe für Diesel mit Partikelfilter gilt.


      Die Erwartungen werden alle erfüllt, ich fange an zu ahnen, was er im Zweifel könnte – jede Fahrt eine kleine Freude im Alltag!


      Markus

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