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botzelmann

Vakuumtechnik - jemand Erfahrungen?

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botzelmann
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Letzter Beitrag:

Hallo zusammen,

Ich bin vor einiger Zeit an eine Vakuumpumpe gekommen und bin gerade dabei, mich etwas in die Materie einzuarbeiten und mir eine kleine Vakuum"anlage" zu bauen, daher versuche ich möglichst viele Ideen reinzuholen, wie man an die Sache rangehen kann. Vielleicht hat hier ja jemand auch ein paar Ideen.

Folgende Problemstellung:

Eingang:

Eine Vakuumpumpe (Öldrehschieberpumpe, 40m³/h, 0,5mbar Endruck)

Ausgang:

6-10 Anschlüsse um parallel diverse Vakuumverfahren ablaufen lassen zu können.

Wenn jemand ein paar Tipps hat, wie man den Weg zwischen Eingang und Ausgang am sinnvollsten gestalten kann, wäre das natürlich super. Wobei das Thema an und für sich doch schon sehr speziell ist - aber vielleicht habe ich ja Glück:)

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CP
Geschrieben (bearbeitet)

Ich stehe gerade etwas auf dem Schlauch. Unter der Fragestellung, "wie man den Weg zwischen Eingang und Ausgang am sinnvollsten gestalten kann" kann ich mir jetzt nichts genau vorstellen. Was ist denn ganz konkret Dein Problem?

Willst Du Stützstoff in eine Negativform einsaugen? Wenn ja, dann würde ich sagen, dass 0,5 bar Enddruck erfahrungsgemäß etwas wenig sind.

Was mich interessieren würde: Wie laut ist Deine Pumpe?

Ich habe eine Drehschieberpumpe (Rietschle Trockenläufer) mit 140 mbar Absolutdruck. Leider zu laut für Dauerlauf.

EDIT:

Unterdruckbehälter als Vakuumpuffer ist immer gut. Gib bei E-Bay mal "Unterdruckbehälter" ein. So drei blaue Kugeln von Audi/VW haben ca. 0,8 l Volumen. Wenig Volumen aber leicht und ungefährlich. Kann man ja auch je nach Bedarf mehrere nehmen.

Ansonsten werden z.B. Gasflaschen genommen. Mancher experimentiert auch mit Sektflaschen oder Senfgläsern. Glas ist mir aber zu heikel. Oder man schweißt sich einen eigenen Behälter.

Bei Formen in Vakuumsäcken ist Dichtigkeit immer ein Thema. Nimm Acryl (nie Silikon!) aus dem Baumarkt. Billig und erprobt. Am einfachsten ist es übrigens einen Membranpumpe (Thomaspumpen) zu nehmen und als Dauerläufer durchlaufen zu lassen. Ansonsten brauchst Du eine Differenzdruckschaltung (KFZ-Unterdruckdose).

Material gibt es bei R&G in Waldenbuch.

bearbeitet von CP
botzelmann
Geschrieben

Es geht darum Fasermaterialien zu infiltrieren, Vakuumzupressen und Harze zu exsikkitieren - und das am besten Parallel. Die Lautstärke ansich ist kein Problem. Steht aufgrund des Ölnebels so oder so in einem externen Raum. Das mit dem Enddruck ist an und für sich kein Problem, da das System so oder so nicht 100% dicht ist und der Enddruck nie erreicht werden kann. Wichtiger ist für mein Bedürfniss das Fördervolumen und dass sollte voll und ganz ausreichen.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was ich da an unterschiedlichen Wege(ventilen), Sicherheitsventilen, Schläuchen etc. benötige und was ich auf jedenfall vermeiden soll bzw. auf was ich beim Aufbau einer solchen kleinen Anlage beachten muss.

Da mir auch jede Erfahrung in dieser Hinsicht fehlt, will ich mich möglichst breitflächig informieren, bevor ich Geld ausgebe

CP
Geschrieben (bearbeitet)

Parallel mit einer Pumpe verschiedene Anwendungen mit Vakuum zu versorgen würde ich eher nicht machen.

Geht vielleicht, wenn Du einen großen Vakuumbehälter als Puffer hast und dann mal kurz zwischendrin umschalten kannst. Sehe ich aber trotzdem problematisch. Erhöht die Möglichkeiten Fehler zu machen und sich sein Laminat zu versauen. Man steht eh schon immer genügend unter Zeitdruck beim Laminieren.

Der Kleinkram an Zubehör summiert sich übrigens ganz nett.

Absperrhähne habe ich von http://www.ewo-stuttgart.de/ .

Ein Nutzen von Sicherheitsventilen fällt mir jetzt zumindest für meine Anwendungen ad hoc nicht ein, da es nirgends einen Überdruck gibt.

EDIT:

Vari hört sich nach größeren Bauteilen an!?

EDIT2:

Hier findest Du übrigens Leute, die auf dem Gebiet fit sind:

http://www.rc-network.de/forum/

=> Werkstoffe & Bearbeitung

=> GFK, CFK, AFK & sonstige Kunststoffe

EDIT3:

Hat jetzt nix mit Vakuum zu tun: Achte immer auf guten Arbeitsschutz: Handschuhe aus (geeignetem Material!), Atemschutzmaske, Belüftungssystem (!), Hautkontakt vermeiden. Mit Harzen und Fasern ist nicht zu spaßen! Faserstäube sind meiner Meinung nach ziemlich heikel, auch wenn ich kein Mediziner bin. Schau mal mit der Sufu den Rc-Network-Bereich zu dem Thema durch.

bearbeitet von CP
Gast
Geschrieben

Hat jetzt nix mit Vakuum zu tun: Achte immer auf guten Arbeitsschutz: Handschuhe aus (geeignetem Material!), Atemschutzmaske, Belüftungssystem (!), Hautkontakt vermeiden. Mit Harzen und Fasern ist nicht zu spaßen! Faserstäube sind meiner Meinung nach ziemlich heikel, auch wenn ich kein Mediziner bin. Schau mal mit der Sufu den Rc-Network-Bereich zu dem Thema durch.

Die Harze sind akut wohl gefährlicher als die Stäube, einfach weil dort oft Lösungsmittel abdampfen. Das kann wirktlich zu akuten Vergiftungen führen. Die Stäube machen meist "nur" langfristige Lungenprobleme (Krebs, etc.). Nimm ne ordentliche Maske! Nicht nur so ein billiges Baumarktding. FFP3 Maske mit Ventil kann man sich da mindestens gönnen.

botzelmann
Geschrieben

@CP:

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten! in der Anlage werden am Ende etliche Teile verarbeitet werden, wenn es eng auf eng kommt, könnte das größte aus einer Form von 2m Länge kommen und parallel dazu mehrere andere CFK-Teile durchs Vakuum gezogen werden. Im letzten Jahr hatten wir auch schonmal Probleme, als 2 Teile mit der selben Vakuumleitung durchzogen wurden und eine Folie nicht dicht war und das andere Teil in Mitleidenschaft gezogen hat. Naja, das gilt es zu vermeiden - daher auch die Frage, wie man so eine Anlage am besten aufziehen kann, da es ziemlich sicher zu Engpässen und Zeitproblemen kommen wird. Und wenn einem beim Vakuuminfusionieren von größeren Teilen auffällt, dass zB zuwenig Harz exsikkitiert wurde, dann hat man auch schon wieder ein Problem, dass mit nur einem Anschluss nicht lösbar wäre. :wink:

Zum Thema Gesundheit:

CFK mit ausgehärteten Epoxidharzsystem halte ich für unkritisch (außer das es juckt wie Sau und schwarzes Zeug aus der Nase kommt). Geil ists nicht und ich tue natürlich alles, um das unter einem gewissen Maß zu halten. GFK ist da schon kritischer was das Krebsrisiko angeht - und das mit den Dämpfen ist klar, da habe ich noch ganz andere Mittelchen (in Richtung Acrylfüller, Coatsealer etc.), wo Lösungsmittel ohne Ende rausdampfen. Die Nachbearbeitung von Formen geschieht natürlich auch im Freien. Die Allergischen Reaktionen von Epoxidharzen und Härtern an und für sich sind mir auch bekannt. Wir hatten da auch schon einen Fall, der richtig übel und gefährlich war - wobei da auch jegliche Sicherheitsregel missachtet wurde (geht übrigens um Formula Student). Aus diesen Fehlern lernt man. Nitril- und Latexhandschuhe, sowie genügend Aceton stehen natürlich auch immer bereit, genauso wie Schutzkleidung und Mundschutz.

Mir stehen 2 Räume zur Verfügung. Einer nur für Vakuuminfusionen, Tempern, Fasern schneiden etc. und der andere mit Durchbruch für die Pumpe und Abfüllen von Harzen etc. um den eigentlichen Arbeitsraum sauber zu halten - da ist eine Vakuuminfusion ja doch ziemlich sauber und schön. Einen weiteren Raum für Nasslaminate gibt es ebenfalls. Es ist also an alles gedacht, nur noch nicht, wie man eine Vakuumanlage am besten schaltet :wink:

Und danke für den Tipp mit dem Forum, da werde ich beizeiten durchstöbern!

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