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Wiesi

Tipps für die Winterpause?

Empfohlene Beiträge

sy-bonn
Geschrieben

Du darfst immer, mein Schatz!

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806
Geschrieben

Wenn ich jemals rauskriege, wie ich Fotos aus meiner Kamera ins Forum lade, kann ich meine Geschichtchen auch bebildern ... :oops:

Heute war das sonnige Pfalzwetter zu verlockend! Also Schaufel raus und das Hoftor im Schwenkraum von 30 cm Neuschnee befreit, die 806 aus dem Carcover gepellt, einen Heizlüfter rein, damit sie sich nicht so erschrickt, Schlüssel rein, kurz durchschmieren lassen und los geht's!

Winterpause? Völliger Unsinn! Neuschnee, wenig gestreute Straßen, wenig Verkehr und Sonne - Herz, was willst Du mehr? Na gut, dem Herz wären etwa 5° mehr ganz recht gewesen, vor allem die Fingerspitzen werden bei -6°C schon recht schnell recht kalt, sonst geht das aber richtig gut. Erst mal dran gewöhnen und langsam auf das Wetter "einfahren". Hmmm - die 806 mag das, nachdem sie ungefähr 15 Minuten lang auf Betriebstemperatur eingefahren wurde.

Von Anstiegen in den Pfälzer Wald nehme ich Abstand, nachdem mir schon hier im Flachland nicht geräumte und gesperrte Straßen begegnen. "Sperren" ist untechnisch, denn ein bloßes Schild und ein bißchen Schnee halten weder mich noch ein paar andere ab. Ein Freudenfest, wie die 806 sich im Neuschnee verbeißt, dazu strahlende Sonne über tiefverschneitem Wald und ein kalt-bellender Auspuffklang.O:-) Zickig wird sie nur bei Lastwechsel (Auskuppeln beim Gaswegnehmen!) und sie bevorzugt sanftes Einkuppeln tunlichst mit Zwischengas - dafür zieht der Roadster unnachgiebig seine Bahn.

Ein bestens geräumter Aldi-Parkplatz wird zur Spielwiese umfunktioniert: "DSC" für fünf Sekunden drücken und alle Helferlein sind aus. Anfangs noch unbeholfen zu früh zu viel Gas gebend kommen erst ein paar Piruetten zustande, mit etwas Gewöhnung gibt es dann sogar rechtsrum (linksrum kann ich irgendwie nicht?) am Ende sauber durchgehaltene Drifts um 180°. Erst nach links ausholen, mit scharfem Einschlag rechtsrum, nach etwa 30° der Kurve (sie schiebt jetzt über die Vorderachse) ein kurzer Gasstoß im zweiten Gang, auskuppeln bis zum Scheitelpunkt, dann das querstehende Auto mit gefühlvollem Gegenlenken und zwei, drei Gassstößen ganz um die Kurve drücken - das geht zum Schluß richtig flott.

Und dann kommt es, wie es kommen muß: Nach ausgiebigem Frühstück verlangt der Kaffee immer drängender (der Sicherheitsgurt wirkd schon unangenehm) nach winterlichem Freigang. "Ich halt des nimme aus, die nägschdi Oifahrt in de Wald is moini!" ("Ich halte das nicht mehr aus, die nächste Einfahrt in den Wald ist meine!")

Gesagt, getan.

Erleichterung, Entlastung, noch ein Kippchen dazu und weiter geht's.

Nö, geht's nicht.

806 fährt etwa 20 cm an, dann wäre ein Absatz von 10 cm (im Schnee nicht zu sehen) zu überwinden. Wird er aber nicht! Schaukeltechnik - Fehlanzeige. Völlig bescheuerter Tip aus dem Fernsehen: Die edle Wiesman-Fußmatte vor das durchdrehende Rad soll aus dem Schlamassel helfen. So ein Blödsinn! Ratzfatz habe ich das gute Stück ohne Hilfe auf eisigem Untergrund in den Wald katapultiert. Also Motor aus, erst mal einen Schlachtplan machen. Zweites Kippchen macht auch nicht schlauer. Alle Räder mit der Hand freigeschaufelt - bringt nix. Alle Anfahrversuche scheitern, 806 steht quasi numismatisch auf "polierter Platte".

Mein herbeitelefonierter Freund hilft mit seiner Freundin beim Schunkeln, nach nur fünf Minuten kann's weitergehen. Ich erweitere meine "eisernen Regeln" damit um eine weitere: "Fahrt nicht in unbekanntes Gelände, wenn Ihr nicht wißt, wie man wieder rauskommt!" (eine andere ist: In einer Wiese sind dunkelgrüne Stellen sehr verdächtig: entweder hat einer hingeschi****n oder da steckt was im Gras, über das man nicht fahren kann oder wollen sollte).

Nur am Rande: auf festgefahrener Schneedecke schaffe ich 0-100 (auf vollkommen leerer zweispuriger "gesperrter" Straße) in ca. 30 s. Höher als 4000 drehen bringt nix, ab dem 3. Gang faßt er richtig gut hin.

Ich habe die Winterpause genutzt, um in (na gut, nicht immer) vergnüglicher Fahrt einen Vierteltank in wärmendes CO2 zu verwandeln.:rolleyes::rolleyes:

In diesem Sinne Euch allen einen "Guten Rutsch"!

Markus

seifertp
Geschrieben

Hallo Markus,

danke für den schönen Bericht, der mich zum ersten mal über die Sinnhaftigkeit meiner Saisonkennzeichen nachdenken lässt :-)

Ich wünsche noch viele sonnige Tage ohne Salz, dafür aber pulverbedekte Straßen (dachte immer das wäre nur schön zum Skifahren)!

VG

Peter

Felix
Geschrieben

Ein toller Bericht Markus, die Fotos dazu hätte ich nur zu gern gesehen.

Insbesondere die Fussmatten-Aktion

...Völlig bescheuerter Tip aus dem Fernsehen: Die edle Wiesman-Fußmatte vor das durchdrehende Rad soll aus dem Schlamassel helfen. So ein Blödsinn! Ratzfatz habe ich das gute Stück ohne Hilfe auf eisigem Untergrund in den Wald katapultiert. ...

Ich hab das nämlich auch mal gehört, man könnte im Zweifel die guten Mercedes-Rips Matten als eine Art Sandbleche verwenden. Anscheinend ist dem wohl nicht so, aber ich musste beim lesen gerade köstlich schmunzeln. Schön das die Geschichte gut ausgegangen ist.

Grüße,

Felix

806
Geschrieben (bearbeitet)

Am 2.1. war es in der Südpfalz/im Nordelsaß wunderbar sonnig - eine Gelegenheit, die schöne Landschaft zu erfahren und für artgerechte Nachladung der Batterie zu sorgen:

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Die Fotos sind von meinem Freund Stefan - mit meiner Billigcam wäre das nichts geworden, außerdem weiß er, wie man so was ins Netz kriegt ...X-)

Jetzt warte ich auf die versprochenen "+8°" in den nächsten Tagen, denn nach runden 250 km ist die 806 nicht mehr wirklich weiß.

Richtig angezogen (s.o.) ist das sehr gut auszuhalten, die Heizung muß halt alles hergeben, mit den Düsen im Fußraum läßt sich die Innenraumtemperatur "unter der Gürtellinie" noch erträglich gestalten. Bei der Kälte ist der Auspuffklang schon zwei bis vier Nummern härter, bei 2000/min im 4. mit echten 55 durch den Ort sind wirklichwirklich laut. Der Eindruck von sauberer weißer Schneelandschaft beim dachlosen Durcheilen ist unvergleichlich. Die rund vier Stunden Fahrzeit (es waren auch Autobahnetappen dabei) sind wie im Flug vergangen. Selbst einbrechende Dunkelheit hat mich nicht zum Dachschließen veranlassen können.

Der Mf3 ist schließlich ein Roadster!:-))!

Markus

bearbeitet von 806
AronCanario
Geschrieben

ich habe gleiches problem, keine ahnung wie ich bilder hier ins netz bekomme,

und auch ein weiteres, ich kann deine bilder nicht sehen, ich sehe vier weiße quadrate mit nem roten "x" darin und habe keine ahnung wie ich diese öffnen kann.

brauche eure hilfe !

806
Geschrieben

Soderla - ganz so einfach mit "Grafikadresse kopieren" und "Grafik einfügen" war das nicht. Die Bilder müssen erst auf meinen Rechner kopiert werden und dann über "Anhänge verwalten" hier hochgeladen werden.

Dauert ein bißchen, weil ich im Moment nicht einmal DSL 768 habe - Telekom sei Dank!

Markus

ToM3
Geschrieben

Markus, deine Links führten zum einem Download. Für einen Direktlink muss der Link zu einer Bilddatei führen (/.jpg/.bmp).Dies funktioniert am besten mit Filesharing Seiten. Zum Beispiel:

http://www.imageshack.us/ (http://de.wikipedia.org/wiki/Imageshack)

http://www.flickr.com/ (http://de.wikipedia.org/wiki/Flickr)

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten wie man Bilder auf CP posten kann (bei fremden Bildern Copyright beachten!). Zum einen kann man sie auf den CP Server hochladen, dann erscheint eine kleine Vorschaugrafik und nur eingeloggte User können die Bilder anschauen. Alternativ setzt man direkte Links von externen Seiten, wobei dann jeder Besucher der Seite die Bilder sehen kann. Beide Vorgänge sind in den FAQs beschrieben.

http://www.carpassion.com/faq.php?faq=vb3_reading_posting#faq_vb3_attachments

Folgender Thread könnte auch noch hilfreich sein:

http://www.carpassion.com/fotoshootings/40833-lade-bilder-anhang-cp-server-anleitung.html

seifertp
Geschrieben

So,

noch zwei Wochen und der Wiesi darf wieder raus in die Natur. Freue mich schon wie ein Schneekönig. Die Pause hat diesmal gar nicht so weh getan, da der Dezember und Januar mit viel Salz auf den Straßen eine Fahrt mit dem Wiesmann ausgeschlossen hätten.

So langsam fängt's aber an zu kribbeln :-) Hoffentlich ist am 01. März schönes Wetter!

VG

Peter

ts-bonn
Geschrieben

In 1,5 Wochen soll der Winter wieder kommen...... .

Zum Glück hab ich kein Sasionschild...... X-)

Sonnige Grüsse

TS

...............

Tip 1

Fahrzeug immer, absolut immer angemeldet und fahrbereit halten!

hobbeshh
Geschrieben

Kennt jemand diesen Hersteller für Autocover???

http://permabag.com/

Hört sich gut an und ich brauche ja jetzt auch wirklich eins. :)

Sonst wurde ja noch das original BMW Z4 Cover empfohlen - das gucke ich mir auch noch an, aber bei BMW weiss ich immer nicht so recht, ob ich da nicht auch noch den Namen mitbezahle...

AronCanario
Geschrieben

Meiner hat von dieser Firma seinen Schlafanzug,

und zwar den "Auto-Pyjama" in 100% Cotton, beige, in der Größe XSS.

Der ist innen flauschig flanelliert und passt perfekt für den Kurzen.

Da sich mein Wiesel bis heute noch nicht beschwert hat kann ich den nur weiterempfehlen.

No 01
Geschrieben

Der Hersteller ist mir bekannt. Habe mehrere Cover daher.

Sie bieten zwar jeden Hersteller an, sind aber dann in Größen unterteilt.

D.h. sie passen recht ordentlich, sind aber keine 100% Passformen.

Für den MF3 und MF5 haben wir 100%ige von www.corval.ch.:-))!

hobbeshh
Geschrieben

@No.1: Ich habe die Firma mal angeschrieben und nach einer Preisliste für WIESMÄNNER zu fragen, evtl. interessiert das ja auch andere. Danke für den Tipp. :-))!

LG,

Frank

gecko911
Geschrieben

"Auto-Pyjama" in 100% Cotton, beige kann ich auch nur empfehlen.

seifertp
Geschrieben
"Auto-Pyjama" in 100% Cotton, beige kann ich auch nur empfehlen.

Falls es hilfreich ist, kann ich am Mittwoch mal in die Garage gehen und ein Bild vom beigen Auto-Pyjama machen...

Qualität des Pyjamas ist m.e. gut.

VG

Peter

hobbeshh
Geschrieben

Also ich habe gerade am WoEnde ein original Wiesmann Car Cover (neu) angeboten bekommen - das werde ich erstmal kaufen und ausprobieren. Ich teile meine Meinung dann danach kund.

Brrrrrrr, ist das KALT hier im Norden....

:???:

hobbeshh
Geschrieben

Alles zurück - ist doch kein Original, kaufe dann doch lieber die von Einigen empfohlene BWM Z4 Stoffgarage.

Schade.

hobbeshh
Geschrieben

...oder auch nicht - ich war heute morgen bei dem Freundlichen und habe mir die "Plane", und genau das war es auch, mal angesehen. Unglaublich, für ein Stück Plastik wollen die Jungs doch glatt €210,- haben. Das Carcover ist von innen NICHT gefüttert sondern nur mit einer Isolationsschicht versehen. Es wird in einer billig wirkenden Plastiktasche geliefert und riecht extrem nach Kunststoff.

Ich rate also aus meiner Sicht definitiv davon ab.

LittlePorker-Fan
Geschrieben

Bei BMW gibt es immer zwei Arten Car Cover: Indoor (meist Blau) und Outdoor (dieser silberne Plastik-Kram).

Kann es sein, dass Dir die Outdoor-Plane gezeigt wurde?

hobbeshh
Geschrieben

Davon gehe ich aus, allerdings wurde mir nichts von einem Unterschied gesagt (spricht mal wieder sehr von der typischen BMW Gelichgültigkeit).

Egal, habe jetzt den Auto-Pyjama aus Satin/Fleece bestellt - ist günstiger und wohl auch besser verarbeitet...hoffe ich... :)

No 01
Geschrieben

Auf jeden Fall ne gute Wahl!

Wirst du mit zu Frieden sein!

seifertp
Geschrieben

Ich habe das Satin Teil für einen Wagen und das Baumwoll (creme flanelliert) für den Wiesi. Finde das Baumwollteil sogar besser, obwohl es preiswerter ist...

Lediglich das Microfaser Schutztuch (war beim Satin Teil dabei) ist hilfreich gegen die Fusselbildung und fehlt bei der Baumwoll Version.

VG

Peter

ts-bonn
Geschrieben

Hallo zusammen!

Ich darf mich wiederholen... Der Car Duster von Swizöl ersetzt mir jedes Carcover und das läßtige überziehen entfällt absolut.

Mein Wiesel wird so oft es geht gefahren. Da würde mich der "Brassel" mit dem Mützchen nur nerven. :wink:

Übrigens war heute wieder ein wunderschöner, sonniger Tag! :-))!O:-)8)O:-):-))!

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      Die Anfahrt nach Burgund als erster Etappe ist durch bestens bekanntes Geläuf, da geht’s nur um „Strecke machen“. Einfaches aber sauberes kleines Hotel mit leckerer Küche reicht uns.
       
      Ab jetzt kommt Neues, nämlich die Cevennen. Wunderschön, kaum erschlossen und traumhafte Straßen. Ein bißchen viele, wir kommen nur mühsam voran. Einfacher Grund: Ich habe der Handynavi (sehr empfehlenswert: Navigon-App) vorgegeben, „schön“ für einen „PKW“ zu führen. Das tut sie mit Inbrunst. Wir gurken auf kleinen und kleinsten Sträßchen, bis uns die Lust am ewigen Gekurbel etwas schwindet. Tip aus der Praxis: „Motorrad“ wählen, dann fallen sehr unebene Strecken weg und langwierige Ortsdurchfahrten mit Ampeln werden tunlichst vermieden.
       
       

       
       

       
      „AEG“ - Aus Erfahrung Gluch!
       
      Im katalanischen Frankreich (die mit Erstaunen auf Ihre Geschwister in Spanien und deren politische Bemühungen blicken) erreichen wir das Mittelmeer. Es ist noch keine rechte Badesaison, um es mal so zu sagen. Regen ist international gleich lästig für Aktivitäten wie diese.
       
      Kaum über die Grenze nach Spanien lichtet sich alles und uns empfängt eine völlig andere Landschaft mit völlig anderem Wetter. Alles gut und schön, aber ohne Klimaanlage kann auch sogenanntes „schönes Wetter“ nerven!
       
       

       
       
      Die Monokulturen entlang der Strecke sind genauso erschreckend wie sie interessant anzusehen sind. Erst sind’s Orangen, dann werden’s Oliven. Daß das Land ein Wasserversorgungsproblem hat, ist nachvollziehbar. Geisterstädte haben wir nur gestreift, Senasationstourismus stand nicht auf dem Programm. Da stehen ernsthaft Siedlungen mit allem Pipapo - Straßen, Plätze, Häuser, Beleuchtung, Schilder - und KEINER wohnt da. Abartig.
       
       

       
       
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      Die Landschaft wird in der Region Murcia eintönig und wüstenartig, so daß wir uns wirklich auf Granada freuen. Sehr sehenswert, Weltkulturerbe völlig zu recht. Mit dem Wiesmann durch die Altstadt zur Hotelgarage löst allerdings ähnliches Aufsehen aus …
       
       

       
       

       
      Südspanien haben wir passiert und kommen nach Portugal. Erstaunlich, daß die Landesgrenze auch sonst eine ist: Die Landschaft ändert sich binnen weniger Kilometer komplett! Korkeichen über Korkeichen säumen den Weg, nicht selten werden die Wälder von Kühen oder Schweinen durchforstet. Ronda ist unser nächstes Etappenziel, ein wirklich bezauberndes Städtchen in perfekter Lage auf einem Felsen, wunderschön! 
       
       

       
       
      Quartier beziehen wir in Beja, das wir von früheren Reisen schon kennen. Die Pousada liegt sehr nett (ein aufgegebenes Kloster, das Hotel wurde) und die Innenstadt ist immer einen Abendspaziergang wert. Essengehen ist schwer - wir landen ernsthaft in einer italienischen Pizzeria. Hat dem Geschmack keinen Abbruch getan!
       
      Auf dem Weg nach Sintra liegt Estoril. Ein Sportwagen muß zur Rennstrecke (wenn auch „darauf“, das wäre für mich zu infizierend und für das Auto möglicherweise nicht gesund. „Gesperrt“ und ein grimmiger Sicherheitsdienst an der Schranke. Tja - ein schnuckeliges kleines Auto mit lautem Motor erweicht weltweit die Herzen. Mit dem Versprechen, nur kurz zum Fahrerlager vorzufahren, dort ein Foto zu machen und dann zurückzukommen, dürfen wir passieren! Ich entschuldige mich hiermit bei Peugeot, daß wir die Vorstellung der „SUV-Flotte“ auf dem Racetrack boykottiert haben und alle Presseleute und Gäste sich dem kleinen weißen zuwandten ….
       
       

       
       
      Im Großraum Lissabon sind wir schon, in Sintra werden wir in einem ausgezeichneten Bed & Breakfast übernachten und uns zum Wendepunkt der Reise aufmachen. Zur rechten Zeit, denn normal ist es dort proppenvoll. Bei uns ging’s und für Fotos und Urkunde hat’s gereicht.
       
       

       
       
      Auf dem weiteren Weg ins Douro-Tal passieren wir auf Empfehlung Einheimischer Viseu. Die Menschen hatten recht, das ist ein lebhaftes bezauberndes Städtchen abseits der Tourihauptrouten.
       
       

       
       
      Das Douro-Tal sollte uns nach der Anfahrt etwas Entspannung geben. Autofrei zum Probieren der Portweine mit der Bahn - unser einfaches aber sehr sauberes Hotel liegt direkt am Bahnhof in einem gottverlassenen Nest und näher als mit dem Zug kann man dem Fluß nicht kommen. Eine herrliche Gegend - da kann sich die Mosel mal ein Scheibchen von abschneiden!
       
       

       
       

       
       

       
      Nordspanien empfängt uns mit Einöde. So was von Einöde auf dem Weg nach Leon habe ich noch selten erlebt. Die sinnfreie völlig neue und völlig leere Autobahn führt schnurgerade durch unbewohnte Landschaft mit Feldern im Format „unter 100 Hektar ist Kleingarten“.
       
       

       
       
      Die Küstenregion dagegen erinnert fatal an Südtirol - nur anders arrangiert. Es geht immer von der Küste weg in ein Tal, Querverbindungen sind selten. Man klappert also in den „Picos d’Europa“ quasi Tal um Tal ab auf dem weg Richtung Bilbao.
       
       

       
       
      Bei Irun geht’s zurück nach Frankreich, wo wir beim Durchqueren Aquitaniens die Errungenschaft moderner Forstwirtschaft bewundern können: Bäume wie die Soldaten aufgereiht, durchschnitten von kerzengeraden Straßen. Bewohner? Kaum. Wenn aber: „lecker Essen auf’m Land“!
       
       

       
       
      Auf dem Weg zurück in die Pfalz ein letzter kulinarischer Stop in Pontaubert - und die Heimat hat uns ohne eine einzige Schramme wohlbehalten wieder.
       
       

       
       
      Quintessenz aus dieser Marathontour:
       
      Wer geschickt packt, kriegt alles lässig im Wiesmann unter. Herumrasen ist dem Fahrspaß abträglich, gepflegtes Abroadstern mit offenen Augen und wachen Sinnen ein einziges Vergnügen.  Ein kurioses Auto (ich glaube, wir waren der erste Wiesmann in Portugal, zumindest dort, wo wir unterwegs waren) ist ein Türöffner und mit etwas gutem Willen kann man sich immer verständlich machen. Was „laß’ mal unter die Haube gucken“ heißt, erschließt sich schnell.
       
      Auf einer solchen Tour lernt man außerdem, daß Spanien viel bessere Hotels und Betten hat als Frankreich, man dort aber viel besser ißt - die Rezepte sind halt vielfältiger und die Zubereitungen abwechslungsreicher. Auf dem Land wird nicht gerast, weder in Spanien noch in Frankreich, aber Portugiesen lieben es, dicht aufzufahren. Man klebt am Vordermann, beachtet aber das Tempolimit strikt. Muß sehr teuer sein, das nicht zu tun!
       
      Und eine ganz wichtige Lehre am Schluß: RECHTS fahren, so weit wie eben möglich! (Steht übrigens auch in § 7 Absatz 2 der StVO). Das heißt nicht nur, bei mehreren Spuren die rechteste freie zu nehmen, sondern auch, innerhalb der Fahrspur so weit wie möglich rechts zu bleiben. Quasi am Randstreifen entlang. Das hat uns in den Cevennen einen schweren Unfall erspart.
       
      Mitten im Nirgendwo donnert ein Milchlaster auf seiner Routinetour. So schnell wie’s geht, also auch manchmal Kurven schneidend. Uns kommt er entgegen. Ziemlich in der Mitte aus einer Kurve heraus, wir waren für ihn durch einen Hain nicht sichtbar. Wäre ich auch „optimiert schnell“ unterwegs gewesen, hätte es granatenmäßig geknallt. Getreu dem Motto: „Montags ist da noch nie einer gekommen, was macht Ihr denn da??“ So hat er Platz genug, um mit einem scharfen Lenkmanöver auszuweichen. Ein paar Verkehrsschilder räumt er ab - das ist aber wohl Routine, er hält nämlich vorsichtshalber gar nicht erst an, sondern braust ungebremst weiter!
       
       

       
       
       
      Wie dem auch sei: Diese andere Art des Reisens ist anstrengend (wir haben trotz ausgiebigen Testens der Landesküche nicht zugenommen), aber selbst in einem knappen Roadster sehr gut machbar. Die nächsten Touren hätte ich schon „im Koppe“ …. 

      Markus

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