Jump to content
RB26DETT

Porsche 964 - Liste aller produzierten Versionen

Empfohlene Beiträge

Andy962   
Andy962
Geschrieben

Ja, vom 964 Speedster wurden 14 Stück ab Werk , für besondere "Freunde des Hauses" hergestellt.

Sind recht teuer, in Österreich wurde letztes Jahr ein roter angeboten, in Frankreich ein schwarzer.

Hast also ne echte Rarität gesehen (wenn er nicht nachträglich umgebaut warO:-) )

Gruss, Andreas

gecko911 CO   
gecko911
Geschrieben

Er war Silber und ich habs erst danach kapiert, dass er eigentlich selten sein müsste......:D

Und umdrehen wollt ich auch nicht, da am Starnberger See heute doch einiges los war.

LittlePorker-Fan VIP   
LittlePorker-Fan
Geschrieben

In Japan wurde ebenfalls letztes Jahr ein Wagen vom Mercedes-Händler Auto Sports angeboten und verkauft.

Die Stückzahlen variieren je nach Quelle zwischen 7 und 20 originaler Fahrzeuge die von Exclusiv umgebaut wurden. Wie man am japanischen Fahrzeug sieht, sind es typische Exklusiv-Fahrzeuge: Sonderleder, Details (Lenkrad) ... viele (evtl. alle?) haben leider Tiptronix.

post-42436-14435351718565_thumb.jpg

post-42436-14435351720218_thumb.jpg

post-42436-14435351721815_thumb.jpg

post-42436-14435351723225_thumb.jpg

gecko911 CO   
gecko911
Geschrieben

Wow, ist der wirklich so ab Werk ausgeliefert worden?

Sieht echt super aus, aber die Tipse ist ein absolutes No-Go!!!

LittlePorker-Fan VIP   
LittlePorker-Fan
Geschrieben

Das Radio ist moderner. Tieferlegung und Felgen könnten nachgerüstet sein.

Ist bei den Exclusiv-Werken immer schwer zu sagen ...

Andy962   
Andy962
Geschrieben

Vielleicht noch ganz interessant in Sachen 964 Speedster.

Porsche plante das Fahrzeug eigentlich von Anfang an als TL zu bringen, erst später entschloss man sich doch zugunsten der schmalen Variante.

Der 1. Prototyp, der auch der Presse im Jahr 1990 vorgestellt wurde war ein lilaner 964 Turbolook, sah wirklich klasse aus:-))!

Gruss, Andreas

Phil   
Phil
Geschrieben

Unter dem Link unten sind einige gute Bilder zum Carrera 4 Leichtbau zu finden (Detailaufnahmen).

55 km => "Preis auf Anfrage" :wink: Der Preis dürfte wohl in der Region "überirdisch" liegen...

http://www.lutziger-classiccars.ch/porsche-911-Carrera-4-Leichtbau--1990-Weiss_2Ubx3bS4oNwnH4yeLrFERQauto.aspx

Sehr spannender Thread übrigens! :-))!

Und die Erzählungen zum 964 Turbo S von Autopista faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Darf man fragen, was zum Verkaufsentscheid geführt hat?

AlexM CO   
AlexM
Geschrieben

Dafür, dass es nur sehr wenige C4 light weight gibt (20 Stück), sind immer einige am Markt.

Bei Bonhams gibt es einen für USD 120 - 140k.

Das Problem des Wagens ist, dass man eigentlich nicht wirklich was damit anfangen kann, der Wagen ist für keine Klasse homologiert worden. Durch die kurze Übersetzung und das Fahrwerk ist er als trackday car auch nicht so richtig tauglich.

Grüsse

AlexM

gecko911 CO   
gecko911
Geschrieben

Und Straßenzulassung hat er meines Wissens auch keine.

Vor kurzem wurde ein gelbes Exemplar beim Springbok angeboten.

Kann aber nicht sagen, für welchen Preis es verkauft wurde.

LittlePorker-Fan VIP   
LittlePorker-Fan
Geschrieben

Die Fahrzeuge werden nur von Händler zu Händler weitergereicht. Mal verschwinden sie wieder für etliche Monate um dann wieder angeboten zu werden. Es scheint kein großes Interesse an den Fahrzeugen zu bestehen - kann ich bei dem Kuriosum auch nachvollziehen. Dazu kommt noch das Überangebot.

Eine reguläre Zulassung gibt es nicht, ich wüsste auch von keiner Einzelabnahme. Ist durch das Bremssystem anscheinend nicht mal mit viel Vitamin B möglich. Lediglich in England gab es mal einen einzigen C4RS mit Zulassung.

matelko CO   
matelko
Geschrieben (bearbeitet)

Jürgen Barth war der Mann hinter dem 964 C4 Leichtbau und seine Anmerkungen zu dieser "Kreation" sind nicht minder bemerkenswert kurios:

Seinen Worten nach entstand die Idee zu diesem Auto auf Anfrage eines ihm persönlich bekannten Kunden aus USA. Es war nie vorgesehen, dieses Auto für eine Rennserie zu homologieren, das Auto sollte nur "renn-nah" sein. Eigentlich war es eine reine Beschäftigungstherapie für die Formel-1 Ingenieure in Weissach, die mit dem abrupten Ende des F1 Engagements im Jahr 1990 "arbeitslos" waren. Dazu griff man in Weissach einfach ins Komponenten-Regal und verbaute eine Menge übrig gebliebener Teile, z.B. vom Typ 953. Laut Jürgen Barth sind 22 Fahrzeuge entstanden. Er hatte um die 50 Bestellungen vorliegen, aber es gab letztlich nicht genug Teile im Regal. Die Motoren kamen aus dem Carrera Cup Auto jener Tage, während der Antriebsstrang aus besagten Restbeständen des Typs 953 stammten (daher auch die merkwürdig kurze Getriebeübersetzung). Auch die Aufhängung kam aus den Cup Autos. Die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse sowie zwischen links und rechts(!!!) konnte der Fahrer manuell über zwei Drehknöpfe in der Mitte des Armaturenbretts aus verstellen. Die Bremsen stammten laut Jürgen Barth vom 964 Turbo, waren allerdings mit Pagid-Rennbelägen bestückt. Es gab kein ABS und nur eine hydraulische Handbremse. Die Felgen sind übrigens aus Magnesium, obwohl sie wie die Standard-Versionen aus Aluminium aussehen. Die meisten Fahrzeuge gingen nach Amerika, etliche nach Japan und nur ein oder zwei Exemplare sind nach Aussagen von Jürgen Barth in Deutschland geblieben. Fahrzeug Nr. 7 wurde ursprünglich nach Japan geliefert und steht heute bei einem Spezialisten für diese Fahrzeuge in GB zum Verkauf. Mit 5000 km auf der Uhr dürfte die Nr. 7 wohl dasjenige Exemplar mit den mit Abstand meisten Kilometern sein...

EDIT:

wie ich gerade herausgefunden habe, gibt's zum 964 C4 Leichtbau bereits einen ganzen Thread, in dem eigentlich schon alles gesagt wurde. Wenngleich vor knapp 3 Jahren andere Quellen bemüht wurden:

http://www.carpassion.com/porsche-964-993/30140-964-carrera-4-rs-leichtbau.html

bearbeitet von matelko
  • Gefällt mir 4
LittlePorker-Fan VIP   
LittlePorker-Fan
Geschrieben

Eine perfekte Zusammenfassung ist immer gut, noch dazu kommen ja immer wieder neue Details raus.

RB26DETT   
RB26DETT
Geschrieben

Hier ist meine momentane Liste: (Ergänzungen sind nat. weiterhin willkommen)

:-))!

Modell Motor Stückzahl

964 Carrera 2 Coupé (3,6l 250PS) 18.200

964 Carrera 2 Targa (3,6l 250PS) 3.500

964 Carrera 2 Cabrio (3,6l 250PS) 10-11tsd

964 Carrera 2 Cabrio WTL (3,6l 250PS) 720

964 Carrera 2 American Roadster (WTLUSA) (3,6l 250PS) 450

964 Carrera 4 Coupé (3.6l 250PS) 13.300

964 Carrera 4 Targa (3,6l 250PS) 1.300

964 Carrera 4 Cabrio (3,6l 250PS) 4,800

964 Speedster (3,6l 250PS) 910

964 Speedster WTL (3,6l 250PS) ca. 20

964 30 Jahre Porsche (3,6l 250PS) 1080

964 Carrera 2 Cup (3,6l 265/275PS) ca.100-130

964 Carrera RS (Stückzahl inkl. N/GT) (3,6l 260PS) 2.300

964 Carrera RS N/GT (Clubsport Variante) (3,6l 260PS)

964 Carrera 4 Leichtbau (3,6l 265PS) ca. 20

964 Carrera RS America (3,6l 250PS) ca. 701

964 Carrera RS 3,8 (3,8l 300PS) ca. 70

964 Carrera RS 3,8 Clubsport (3,8l 300PS) ca. 12

964 Turbo (3,3l 320PS) 3.600

964 Turbo 3,6 (3,6l 360PS) ca. 1400

964 Turbo 3,6 Package US (alle mit WLS) (3,6l 385PS) 20

964 Turbo 3,6 (Flachbau) (Japan X83) (3,6l 360PS) ca. 10

964 Turbo 3,6 (Flachbau) (ROW X84) (3,6l 360PS) ca. 27

964 Turbo 3,6 (Flachbau) (USA X85) (3,6l 360PS) ca. 39

964 Turbo S (3,3l 381PS) 86

964 Turbo Cabrio (alle mit WLS) (3,3l 355PS) 6

Werksleistungssteigerungen:

964 Turbo 320PS auf 355PS

964 Turbo II 360PS auf 385PS

LittlePorker-Fan VIP   
LittlePorker-Fan
Geschrieben

Ein paar Ergänzungen, solche Listen sind nämlich prädestiniert dass so Mythen wie der "965" oder "Targa" bei den Transaxle entstehen:

A) bei den ca. 1.080 Stück Carrera 4 Werksturbolook sind auch 964 Carrera 4 WTL dabei, die nicht in der Sonderserie "30 Jahre 911" gelaufen sind. Von der Sonderserie gab es (wahrscheinlichst) nur 911 Stück.

Porsche verkaufte aber auch so, vor allem in den USA, den Carrera 4 im Standard-Programm optional als Turbolook (und das Cabrio als Turbobreiten Carrera 2 "America Roadster"). Die Stückzahlen sind unklar. Mir sind ca. 170 Stück US-C4-WTL ("Wide body") zuwenig, für ROW-Modelle aber wiederum zuviel. Einige WTL/Jubi-Foren und -Spezialisten sitzen da zusammen mit Porsche zusammen aber bis jetzt gibt es außer einigen, anscheinend unvollständigen, Listen nichts - geschweige denn verbindliches.

B) Clubsport gab es beim 964 nicht. Bei den 964 Carrera RS 3.6 gabs optional ein N/GT-Paket, es gab als Gegenstück auch ein Touring-Paket. Die Autos mit N/GT-Paket sind ganz normale RS, keine eigenständigen Modelle.

C) Es gibt auch keinen "Carrera RS 3.8 Clubsport". Die Autos sind Carrera RSR 3.8 und haben in der Regel keine Straßenzulassung. Die Fahrzeuge die inzwischen eine solche haben, haben diese durch Einzelabnahme, Abänderungen etc. nachträglich, nach ihrer Renn-Karriere bekommen. Es war ein reines Motorsport-Modell.

D) Der 964 Turbo II ist die 320 PS-Variante (bzw. mit WLS 355 PS). Der Nachfolger hieß 964 Turbo 3.6.

Der erste Turbo in dieser Nomenklatur ist der 930 =

Turbo = 930

Turbo II = 964 3,3 (320 PS/WLS 355 PS)

Turbo 3.6 = 964 3,6 (360 PS/WLS 385 PS)

... 993TT ... 996TT ... 997TT

  • Gefällt mir 5
RABBIT911   
RABBIT911
Geschrieben

@L-P-F - Ich staune immer wieder über dein Fachwissen. :-o *Reschpekt* :-))!

MOK24   
MOK24
Geschrieben (bearbeitet)

Weil ich den Thread mit grossem Respekt vor dem Fachwissen verfolge - darf ich hier mal eine Frage stellen, die mich quasi seit meiner Kindheit verfolgt?

Als junger Mensch habe ich in einer Autozeitschrift (ich meine, es müsste die "Gute Fahrt" gewesen sein) einen speziellen Porsche 964 gesehen.

Und zwar einen lilanen 964 im Werksturbolook und speziellen Felgen. Mehrteilige (?) Felgen mit unzähligen Nieten am Felgenrand.

Es war die Rede davon, daß es sich um ein spezielles Anniversary Modell handelt.

Nun weiss ich, daß es vom 964 ein 30th Anniversay Sondermodell gab - allerdings weiß ich nicht, ob es diese Sonderserie war.

Für das Modell, das ich meine, habe ich nämlich eine Stückzahl von nur 30 Stück im Kopf - das 30th Anniversary Modell wurde aber häufiger gebaut.

Nun ist die Frage : Handelt es sich bei meiner Fantasie um den feuchten Traum eines noch jungen Autonarren oder gabs es ein solches Modell wirklich?

Ich suche (eigentlich schon seit Jahren) immer mal wieder unregelmäßig nach Informationen über dieses Fahrzeug, war bisher aber nicht erfolgreich.

Fast glaube ich, das Auto, das ich meine, gibt es überhaupt nicht .. :oops:

Gruß

Martin

bearbeitet von MOK24
Inhalt Text
nordstadt   
nordstadt
Geschrieben

Das war wohl ein 964 30 Jahre mit nachgerüsteten 18" Speedlines in 3-teilig, daher die vielen kleinen Schrauben (Nieten).

Chris

  • Gefällt mir 1
MOK24   
MOK24
Geschrieben
Das war wohl ein 964 30 Jahre mit nachgerüsteten 18" Speedlines in 3-teilig, daher die vielen kleinen Schrauben (Nieten).

Das kann sein - dann hätte ich die Tatsache, daß das in der Zeitschrift abgebildete Modell nicht die Serienfelgen drauf hatte, mit der Zeit unterschlagen.

Aber eine Sonderserie in diesem Lilaton mit nur 30 gebauten Modellen gab es nie?

Gruß

Martin

LittlePorker-Fan VIP   
LittlePorker-Fan
Geschrieben

Von so einer Sonderserie habe ich noch nie etwas gehört. Die typische (Sonder)Farbe für die Jubiläumsmodelle "30 Jahre 911" war Viola-metallic (W8 ), es wurden aber erheblich mehr als 30 Fahrzeuge mit dieser Lackierung ausgeliefert.

post-42436-1443535196029_thumb.jpg

  • Gefällt mir 2
MOK24   
MOK24
Geschrieben (bearbeitet)
Von so einer Sonderserie habe ich noch nie etwas gehört.

Nehmt mir ruhig meine Illusionen :wink:

Dann wird es sich bei dem Fahrzeug in meiner Erinnerung vermutlich wirklich um einen "normalen" Anniversary mit den o.g. Speedline Felgen handeln.

Danke euch beiden! :-))!

Gruß

Martin

bearbeitet von MOK24
typo
gecko911 CO   
gecko911
Geschrieben
Von so einer Sonderserie habe ich noch nie etwas gehört. Die typische (Sonder)Farbe für die Jubiläumsmodelle "30 Jahre 911" war Viola-metallic (W8 ), es wurden aber erheblich mehr als 30 Fahrzeuge mit dieser Lackierung ausgeliefert.

Ich auch nicht.

Wurden denn von dem Sondermodell wirklich nur 911 Stück gebaut????

LittlePorker-Fan VIP   
LittlePorker-Fan
Geschrieben

Es wurden (anscheinend) nur 911 Stück mit Plakette gefertigt. Den Carrera 4 WTL/Wide Body gab es aber auch außerhalb des Sondermodells zu kaufen, in USA hatte er sogar zusammen mit dem America Roadster ein eigenes Mini-Prospektchen.

Von doppelten Nummern bei den Jubis habe ich bis jetzt noch nie was gelesen. Da die Szene um die Jubi´s und den Turbo-Looks/Wide Body´s im In- und Ausland sehr aktiv ist, kann man es wahrscheinlich ausschließen ((wobei bei weitem nicht alle Jubis bei den IG´s etc. erfasst sind und inzwischen Dutzende Totalschaden erlitten haben).

  • Gefällt mir 1
gecko911 CO   
gecko911
Geschrieben

So kenn ich es auch....Danke.

Aber Viola konnte man doch ganz normal für den Turbo-Look bestellen, oder?

LittlePorker-Fan VIP   
LittlePorker-Fan
Geschrieben

Ich hab für 964 nur die Original-Farbkarte von 1992. Lt. Fachbücher (die absolut nicht unfehlbar sind) war die Farbe nicht im Standard-Farben-Programm, sondern Exklusiv für den Jubi.

Über Sonderwunsch war sie aber vermutlich bei jeder Baureihe möglich. Es gibt Berichte über 964 außerhalb des Jubi, 968 und 993 in der Farbe, ich hab so Autos aber noch nicht zu Gesicht bekommen.

gecko911 CO   
gecko911
Geschrieben

Hm, also bei den Coupes bin ich mir nicht sicher, aber Cabrios vom 964 hab ich auf jeden Fall schon in Viola gesehen.....:???:

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Erstelle ein neues kostenloses Benutzerkonto.

Jetzt registrieren

Anmelden

Bereits Mitglied? Melde dich hier an.

Bereits registriert?


  • Ähnliche Themen

    • AppleiPhone
      Hi,

      wie ich gesehen habe, bekommt man einen Porsche 911 Turbo (S) Cabriolet mit 55.000 Km bereits ab 65.000€ (450PS).
      Was würde dieser Porsche als Zweitwagen im Unterhalt kosten?
      Vollkaskoversicherung + Haftpflicht,...
    • Steph
      Hallo Zusammen, 
      haben ernsthaftes Interesse an einem Panamera Turbo 970. Wäre unser erster Porsche. Hättet ihr Tips, auf was wir achten sollen? Was meint ihr?
      Danke schon mal.
    • GT_MF5_026
      Ostern -Männertag. Inzwischen ist der zum dritten Mal durchgeführte Event fast schon Tradition geworden. Drei Auto-Enthusiasten fahren im Schwarzwald mit drei Autos – jeder fährt jeden Wagen wenigstens eine Stunde auf kurzvenreichem Geläuf.
       
      2016 waren ein Donkervoort D8 GTO, ein McLaren 650s Spider und ein Wiesmann Roadster MF3 am Start. 2017 waren es ein Caterham Seven 485s, ein Wiesmann GT MF5 V10 sowie ein Lotus Exige Sport 380. 2018 teilten wir uns einen McLaren 720s s, einen McLaren 570s und ein Porsche 911 Carrera S Cabrio (991.2).
       
      Ich begann mit dem 720s, dann der Porsche und zuletzt der 570s.
       
      McLaren 720s
      Der Wagen war erst am letzten Donnerstag ausgeliefert worden und hatte erst 260 km auf der Uhr. Entsprechend musste er noch im Einfahrmodus bewegt werden. Somit durfte die volle Leistung noch nicht abgerufen werden. Doch was zur Verfügung stand, war mehr als genug.
      Dank dem Dachausschnitt ist der Einstieg vergleichsweise einfach. In den Schalensitzen findet man eine perfekte Sitzposition. Man fühlt sich mittig im Auto. Platz hat es genug – wenigstens für zwei. Ein Handschuhfach fehlt wie bei seinem Vorgänger, dafür gibt es neu je ein Staufach in der Tür und hinter den Sitzen hat es eine grosse Ablagefläche, auf der eine grosse Tasche gut Platz findet.
      Schalter gibt es nur wenige. Die, die man braucht, sind zentral und übersichtlich angebracht. Die anderen Knöpfe sind dagegen weniger intuitiv platziert.
      Kurz auf die Bremse getreten und den Startknopf gedrückt – der Motor meldet sich prompt. Für ein Auto dieser Leistungsklasse arbeitet er vergleichsweise diskret. Per Schalter den Gang einlegen und los geht es.
      Dank der Glaskuppel ist die Übersichtlichkeit ausgezeichnet.
      Der V8 mit 4 Litern Hubraum und Doppelturbo hat Dampf ohne Ende. Ein Turboloch kennt er nicht. Bereits aus dem Drehzahlkeller schieben die 720 Pferde mächtig an. Das üppige Drehmoment von 770 Nm ist praktisch permanent präsent. Doch die Pferde wollen auch gefüttert werden. Und das nicht unbescheiden: fast 20 Liter genehmigten sie sich…
      Absolut ausserirdisch ist das Fahrwerk. Ohne jede Wankbewegung giert der Wagen nach kurven. Die Lenkung ist superpräzise und der Wagen folgt der gewählten Linie wie an einer Schnur gezogen. Grenzbereich? Auf öffentlichen Strassen kaum erfahrbar!
      Im Komfortmodus ist der McLaren erstaunlich sanft. Der Modus wird seinem Namen gerecht und federt Unebenheiten locker weg. Man fühlt sich gut aufgehoben. Selbst in den schärferen Modi Sport und Track wird der Wagen nicht zum Rodeopferd.
      Am meisten überrascht mich das Getriebe. Kaum spürbar werden die Gänge gewechselt. Erst im schärfsten Modus werden die Gänge richtig reingehämmert – einen Leistungsunterbruch spürt man nicht. So muss es sein!
      Auch mit faktisch angezogener Handbremse – sprich: Einfahrmodus – hat der 720s Power ohne Ende. Selbst der zarte Umgang mit dem Gaspedal drückt einem mächtig in den Sitz.
      Über das Design mag man geteilter Meinung sein. Mir jedenfalls gefällt der Wagen. Er sieht aus wie von einem anderen Stern. Jede Öffnung hat eine Funktion, nichts ist Show oder Effekthascherei. Form follows Function in Reinkultur.
      Fazit: Sehr teuer – aber jeden Euro/Franken wert! Fahrmaschine mit hohem Restkomfort.
       
       
       
       
      Porsche 911 Carrera S
      Der Wagen hat alles, was man für Geld kaufen kann. Selbst eine Hinterachslenkung ist an Bord. Der Porsche ist markentypisch perfekt verarbeitet und trotz der vielen Knöpfe und Schalter wirkt das Cockpit aufgeräumt.
      Verglichen mit dem McL sitzt man fast wie in einem SUV. Die Sitzposition ist gut, aber eben nicht perfekt; für mich vor allem etwas zu hoch.
      Natürlich ist es nicht fair, den 911 mit dem 720s zu vergleichen. Trotzdem machen wir es. Das Leistungsdefizit ist spürbar – kein Wunder, es fehlen auch über 250 PS. Ebenso markant ist der Unterschied beim Fahrwerk. Obwohl der Porsche zum Besten gehört, was man für Geld kaufen kann, ist – wenn man vom 720s kommt – die Seitenneigung gewöhnungsbedürftig. Im McLaren fehlt diese gänzlich, im Porsche ist sie gering, aber vorhanden.
      Eigentlich gibt es am Getriebe nichts zu bemängeln. Es schaltet rasch, sauber und ruckfrei. Doch mit den Paddels hatte ich so meine Mühe. Mehrmals schaltete ich, ohne es zu wollen.
      Im heutigen Trio ist der Porsche an der Zapfsäule klarer Gewinner. Während die beiden Briten schon nach den ersten zwei von drei Etappen die Zapfsäule herbei sehnten, fuhr der Porsche heute ohne einmal nachzutanken – mit weniger als 13 Litern war der Konsum für ein Auto in dieser Leistungsklasse bescheiden und beweist, dass Turbos keine Säufer sein müssen.
      Fazit: Der alltagstaugliche Sportwagen für jeden Tag. Eine Art Schweizer Armeemesser. Nur dass man das perfekte Steak eben nicht mit dem Taschenmesser geniesst…
       
      McLaren 570s
      Die Scherentüren öffenen deutlich weiter als die des 720s und brauchen entsprechend mehr Platz, was im Alltag nicht unbedingt positiv ist.
      Auch er top verarbeitet, perfekte Sitzposition und intuitive Bedienung. Optisch eine Augenweide – innen wie aussen.
      Für mich ist der 570s bezüglich Preis/Leistung eines der besten Angebote auf dem Markt. Doch eines muss er sich vorhalten lassen: Sein Turboloch. Unterhalb von 2000 Umdrehungen passiert nicht viel. Bis 3000 Touren geht was und darüber explodiert der Wagen. Wenn die Turbos mit vollem Druck zur Attacke blasen, gibt es keine Gnade. So müssen sich die Apollo-Astronauten beim Start gefühlt haben. Der Schub geht sauger-like bis über 8000 Umdrehungen! Die Geräuschkulisse ist vernehmlich, aber gesittet. Kein Inferno, aber präsent.
      Die Bremse will hart getreten werden; macht man das, wirft der Wagen Anker. Kein Bremsfading, kein flattern – nichts, einfach nur Energievernichtung und zwar in einer Form, die einem die Gurten in die Brust schneidet…
      Im Gegensatz zum 720s hat der 570s ein konventionelles Fahrwerk. Also keine hydraulischen Pumpen, die jede Unebenheit oder Wankbewegung bereits im Ansatz vernichten. Doch so wirklich vermissen tut man die Features des 720 nicht. Der Mittelmotorwagen schnupft die Kurven nur so auf. Gemeinheiten sind im fremd. Ebenso Wankbewegungen. Wer ihn lenkt, weiss wie Mikrochirurgen mit dem Skalpell arbeiten. Kurve anvisieren, einlenken und der 570 fährt die Linie in seiner unnachahmlichen Präzision. Es ist ein Vergnügen höchster Güte.
      An der Tanksäule zeigt sich, dass die Euphorie ihren Preis hat. Er genehmigt sich kaum weniger als der 720s.
      Fazit: Wer einen Sportwagen auf Turbo S-Niveau sucht und dabei Sportlichkeit gegen Alltagstauglichkeit tauscht, ist hier richtig.
       
      Schlusswort
      Pech für den 911er, dass er zu diesem unfairen Vergleich antreten musste. Doch Fairness war nicht das Ziel des heutigen Tages - es gab nur ein Ziel: Spass, Fahrspass!
      Selbstredend bin ich nicht objektiv. Ich bin ein bekennender McLaren-Fan und habe 2015 mit Porsche abgeschlossen. Das ändert aber nichts daran, dass Porsche die besten Sportwagen baut, wenn Alltagstauglichkeit gefragt ist. Will man mehr Sport, ist man bei McLaren besser aufgehoben. Doch das darf glücklicherweise jeder für sich entscheiden.
    • KennwortManager
      Hallo,
       
      könnt ihr mir sagen ob und welche Unterschiede es zwischen einem 991.1 Carrera S und dem GTS gibt?
      Vor allem wenn der Carrera S die WLS hat.
       
      Vielen Dank
    • F40org
      Das hat der F430-Motor nicht verdient. Ein totaler Verfall von Sitte und Moral! 🤔🤔🤔
       





×