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Streiks und ihre Auswirkungen

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ViperGTS
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Musste beruflich am DO morgen in aller Hergottsfrüh in Berlin sein, zu einer Verhandlung vor einer Europäischen Behörde. Der Termin war seit >3 Monaten terminiert und nicht zu beeinflussen. Also am Mittwoch nach Berlin fliegen...war ein Abenteuer, mit den Streiks.

Zuerst mal am Morgen schon 15cm Neuschnee hier und die üblichen Behinderungen im (Auto-) Verkehr. O:-)

Dann mal wieder 2 LKW´s, die aufeinander gefahren sind, bei Kirchheim b.M. und Stau - ich sah mich schon zu spät kommen - hätte ich NUR gewusst, was noch auf mich zukommt, wäre ich gelassener gewesen. Aber nach dem Stau gings flott im JEEP weiter und tatsächlich war ich einigermaßen früh am Airport MUC.

Parkplatz? Nicht in der Nähe des Terminals 1A. Alles VOLL. Also rumkurven und schließlich am entgegengesetzten Ende des Flughafens einen Parkplatz gefunden! Kostete dann auch nur 36 Euro für 28 Stunden...:-(((°

NUN war RENNEN angesagt, mit einem kleinen Koffer für die Klamotten und einem Handgepäck für den LapTop und die Akte. QUER durch den Airport MUC. Von "F" nach "A"...

Durchschwitzt und etwas genervt treffe ich am Schalter der AIR BERLIN ein, um dort eine ellenlange Schlange zu sehen...keine ORGA, nix. Keiner, der die Wartenden aufteilt nach Eile/Abflugzeit oder ähnliches - also hinten anstellen und geduldig warten...gut, nach 30 Minuten endlich CHECK-IN und ab zur Sicherheitskontrolle.

Dazwischen brutaler Lärm im Gebäude, als die Streikenden mit Trillerpfeifen und Plakaten lärmend und tösend an den Wartenden vorbeiziehen...Unverschämtheit.

Sicherheitskontrolle: eine endlose Schlange!!! Scheisse. Ich sah meinen Flieger schon ohne mich abheben. Laut der Anzeigetafel nur noch 25 Minuten. Boarding time war schon längst erreicht.

Da kommt eine Durchsage durch die Lautsprecher - wie gerufen: bitte nutzen Sie auch die Sicherheitsschleusen hinter "A", um zu ihren Abflug-Gates zu gelangen!

Ich nicht blöd (denke ich), dass ist meine CHANCE. Renne aus der Warteschlange Richtung Sicherheitsschleusen, gefolgt von 10-15 anderen Wartenden, die das auch erkannt haben...2 Minuten später. Schleuse DICHT!!!

Ungläubige Gesichter! Zurück zur Riesenwarteschlange vor der "normalen" Sicherheit. Dazwischen schnell noch einen Flughafen-Bediensteten gefragt, was das soll, mit der Durchsage...Antwort: ja, habe ich auch gehört, aber dort ist zu - Pech gehabt.

Also wieder in die Schlange einreihen und durch die Sicherheit. Warten-warten-warten...endlich durch...

Nur noch 250 m bis zum Abflug-Gate...hetz...

Monitor: kurzer Check - mein Flug ist noch "geplant" und keine "Gate geschlossen" steht da.

Endlich in Sicht, das Gate "A11". Doch der Zugang zum Flieger ist abgesperrt. 2 Mädels von AIR BERLIN unterhalten sich nett und ignorieren mich....

ÄHMMMM...mache ich mich bemerkbar, HALLO, BITTE....

Was ist mit meinem Flug nach Berlin? Gnädig dreht sich eine der beiden um: haben Sie nicht die Durchsage gehört? Der Flug verspätet sich um mindestens 2 Stunden.

Ich: wie, was, wo? Ich stand draußen am Check-In und an der Sicherheit an. Nix gehört!

Ach ja, stimmt ja, sagt das Mädel. Unsere Durchsagen hört man ja nur hier drinnen, vor den Gates...

Ich: und warum zeigen Sie das dann nicht auf den Monitoren an?

Betretenes Schweigen....

Ich dreh mich um und geh erst mal was Essen und den Ärger mit einem PILZ runterspülen...

Während der "Zwangspause" kommt dann die Durchsage, der Flieger nach Berlin käme jetzt dann bald und wir sollten zum Gate "A18" gehen, dort wäre dann das Boarding...100 Leute quälen sich durch die zahlreichen Wartenden an allen Gates im Terminal 1A. Kaum Plätze zum Setzen.

Nach einer längeren Wartezeit dann die Durchsage: T´schuldigung: Ihr Gate hat sich schon wieder geändert, der Flieger nach Berlin geht nun ab Gate "A17"....o.k. wieder setzen sich 100 in Bewegung und kämpfen sich den Weg durch die Wartenden frei...dann die Durchsage...wir (AIR BERLIN) möchten uns für die aufgetretenen Unannehmlichkeiten bei Ihnen bedanken.... es dauert eine Sekunde, dann bricht das gesamte Terminal in schallendes Gelächter aus...als das verhallt ist: oh, oh, bitte Verzeihung (mit Wisperstimme), ich meinte natürlich "entschuldigen".

Ums kurz zu machen: ich bin dann doch noch nach Berlin gekommen, mit mehrstündiger Verspätung. Allerdings wurde uns noch durchgesagt, dass aufgrund des Streiks nicht sicher ist, dass auch unser Gepäck dort ankommt....

Schon wieder "Schei**e"! Verhandlung in Jeans. Mal was Neues.

Das Gepäck kam an, aber in BERLIN hat der öffentliche Verkehr gestreikt und ein TAXI zu bekommen, war nicht einfach.

Fazit: ich hasse Streiks, zumal diese Menschen alle einen rechtsgültigen Arbeitsvertrag unterzeichnet haben, mit einem festgelegten Gehalt. Ich fühle mich zutiefst beeinträchtigt durch die Behinderungen im Luftverkehr und öffentlichen Verkehr.

P.S.: Nächste Woche wollte ich am Mittwoch mit dem Zug vom Chiemsee nach FFM - geschäftlicher Termin. Ich habe vorsorglich schon mal das Zugticket storniert und werde lieber mit dem Auto fahren. Da weiss ich, dass ich ankomme. Die Bahn streikt ja ab nächster Woche flächendeckend.

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Astra_GT
Geschrieben

Ich kann deinen Unmut gut verstehen.

Ich wohne in Berlin und bin (da ich grad mein Auto verkauft habe) nun auf den öffentlichen Verkehr angewiesen.

Hier streikt alles, nur noch S-Bahn fährt. Busse fahren nur wenige Linien alle 30 Minuten, dann ist der Bus auch immer randvoll von Menschen.

Straßenbahn und U-Bahn fahren gar nicht.

Montag streikt die deutsche Bahn, da fahren auch keine S-Bahnen mehr. Das heißt, es gibt GAR KEINEN öffentlichen Verkehr mehr in Berlin am Montag.

Ich habe mir extra einen Mietwagen bis nächsten Freitag geholt!!!!!!!!!! (holen MÜSSEN!)

ABER: Die Leute haben das Recht zu streiken und das ist auch in Ordnung so. Immerhin haben die Menschen noch eine gewisse Macht über den Verkehr, das dürfen die auch ruhig mal ausnutzen. Viele andere Angestellte in anderen Branchen haben diese Macht nicht und müssen alles vom Arbeitgeber hinnehmen.

CountachQV
Geschrieben

Ich weiss nicht wie das in D ist, aber in der Schweiz gibt es kein Recht zum Streik, ich finde es auch ziemlich fraglich ob jemand das Recht zum Streik hat um eine Lohnerhöhung zu erpressen.

Ich stelle nicht in Frage dass es Berufe gibt in denen die Arbeitenden zu wenig Lohn erhalten, aber als Aussenstehender hat man manchmal das Gefühl dass die Streik so jährlich wiederkehrend sind wie der Oster-Stau.

Da redet man von Seiten der Gewerkschaften von Arbeitsfrieden und bei jeder Gelegenheit werden die Fahnen gehisst und die Arbeit niedergelegt, dies notabene in einer Wirtschaft mit 35h Woche und 6 Wochen Ferien...

skaone
Geschrieben

ABER: Die Leute haben das Recht zu streiken und das ist auch in Ordnung so. Immerhin haben die Menschen noch eine gewisse Macht über den Verkehr, das dürfen die auch ruhig mal ausnutzen. Viele andere Angestellte in anderen Branchen haben diese Macht nicht und müssen alles vom Arbeitgeber hinnehmen.

Genau da sehe ich aber das Problem. Was die GDL beispielsweise abgezogen hat ist für mich nicht mehr in Ordnung, denn es wird ja nicht nur der eigene Arbeitgeber geschädigt, sondern es entsteht ein Schaden für unbeteiligte Menschen und Unternehmen.

Es kommt halt immer ein bisschen auf den Umfang und die Forderungen des Streiks an...

@CountachQV

Obwohl ich sicherlich kein Freund von Streiks bin und - wie gerade geschrieben - manche Methoden sehr zweifelhaft finde, finde ich es gut, dass es das prinzipielle Recht zum Streik gibt, denn als Arbeitnehmer muss man wohl leider manchmal für eine faire Behandlung den Arbeitgeber unter Druck setzten.

Aber wie gesagt: Es kommt immer auf den Umfang und die Forderungen an...

ViperGTS
Geschrieben

Jeder von den streikenden Arbeitnehmern hat einen Vertrag mit dem Arbeitgeber abgeschlossen. Wem das nicht passt, kann jederzeit zu seinem Chef gehen - und gute Leistungen vorausgesetzt - ein höheres Gehalt aushandeln.

Das System "Gewerkschaft" geht auf eine Zeit zurück, in der diese vielleicht notwendig waren - heute sind sie unzeitgemäß.

In den U.S.A. machen die Gewerkschaftler gerade die komplette Auto-Industrie platt. Wem soll das langfristig dort etwas nützen?

chip
Geschrieben

@ Viper GTS

auch mit ernstem Inhalt nett geschrieben :-))!

Das Problem in Deutschland ist, das die gesamte Republik irgendwie am Limit operiert. Soll heißen: Straßenverkehr, öffentlicher Dienst, Bahn, Flughafen, Parkhäuser etc. sind in der Regel nicht mit Reserven ausgestattet. Überall wird nur gespart und verkleinert. Die Auswirkungen sind täglich spürbar. und wenn dann nur eine Kleinigkeit passiert wie z.B. ein Streik oder das Weihnachtsgeschäft in der Düsseldorfer Innenstadt oder ein paar Flocken Schnee auf der Autobahn, dann ist sofort der Super GAU da und nix geht mehr.

Ein Paradebeispiel ist z.B. die Post (war nicht vor ein Paar Tagen irgendwo die Schlagzeile, dass z.B. in Hamburg 2/3 aller Ämter weggefallen sind?)

Ich kenne aus eigener Erfahrung in D,dorf und Umgebung kein Amt ohne gigantische Warteschlangen wenn man z.B. mal drauf angewiesen ist und ein Paket abholen muß.

Zurück zum Streik: Durch dieses operieren am Limit im Lande ist es natürlich einfach mit relativ wenig Aufwand die gesamte Republik lahmzulegen. Da werden in der nächsten Zeit noch so einige Dinge auf uns zu kommen. Die Just in Time Liefermethoden vieler Unternehmen können denen da schnell zum Verhänginis werden und an die Probleme im öffentlichen Dienst will ich garnicht erst denken...

Tim
Geschrieben

Viper, du machst mir echt angst. Ich muss am Freitag mit dem Flieger von Stuttgart über Frankfurt nach Philly und freu mich jetzt schon. Das Problem mit den nicht angezeigten Verspätungen hat aber leider nichts mit dem Streik zu tun, ist immer so. Man steht am Gate, Flieger sollte eigentlich vor 10 Minuten starten und dann kommt ne Durchsage, dass die Maschine grade erst in "Sydney" gestartet ist...

Eigentlich habe ich immer verständnis, wenn die Leute mehr Geld erstreiken wollen. Aber wer ein Angebot über 5% mehr Geld auf dem Tisch hat und darüber nicht mal reden will, der hat den Knall echt noch nicht gehört! Absolute Frechheit.

Viele Grüße, Tim

janimaxx
Geschrieben

Das Recht zu streiken hat es in Deutschland so ziemlich immer gegeben und wird es - neben dem Amen in der Kirche - auch immer geben. Das Problem wird aber erst in 15 bis 25 Jahren bei uns in Deutschland öffentlich diskutiert werden. Bis dahin wid munter weiter gestreikt.

Eins haben Streiks in der Vergangenheit bewirkt: Das qualifizierte Arbeit entsprechend honoriert wird. In nahezu allen Branchen, in denen dieses der Fall ist, wird nicht mehr gestreikt, vielmehr arbeiten Betriebsrat und Geschäftsführung Hand in Hand (Automobilindustrie, Chemie, Stahl, Piloten, Ärzte, etc). Der letzte große Streik in Deutschland war der GdL-Streik der Lokführer. Und auch hier war die Forderung begründet, wenn auch heftig überzogen: Gutes Geld für qualifizierte Arbeit.

Die qualifizierte Arbeit ist in Deutschland mittlerweile verteilt, es gibt größtenteils nur noch austauschbare Jobs. Ich möchte hier keine Berufsgruppe schlecht reden, aber Busfahrer, Müllmann, Dutzede Jobs im öffentlichen Dienst; das sind austauschbare Jobs. Da werden Menschen unterschiedlicher Coleur angelernt. Wenn diese Menschen heute streiken, sitzen sie morgen auf der Straße - ausgetauscht gegen einen X-Beliebigen, der eine genauso geringe Qualifikation mitbringt, um den Job zu erledigen.

Die heutigen Streikführer (Frank Bsirske und Michael Sommer) weisen eine Biographie auf, in der der Begriff "Freie Wirtschaft" nicht vorkommt! Weder der Eine, noch der Andere hat jemals für ein wirtschaftlich tätiges Unternehmen, geschweige denn als Unternehmer gearbeitet. Somit wissen die beiden aus eigener Erfahrung nicht, wie Wirtschaft funktoniert.

Und aus diesem Grund werden nach Streikende Zehntausende ihren Job verlieren und nach vorsichtiger Schätzung in etwa halb so viele Menschen wieder einen Job bekommen. Die bestreiketen Unternehmen und Verwaltungen nutzen diesen Streik, um die Personalfluktuation in gelenkte Bahnen zu ordnen.

Sicherlich wird es auch zukünftig den ein oder anderen Streik geben, wo sich geltungsbewußte Streikführer mal zu weit aus dem Fenster lehnen, dieses wird aber mit der Zeit abnehmen. Denn irgendwann werden auch die dümmsten Menschen begreifen, daß man seinem Henker nicht die Hand schüttelt. :wink:

bill367gates
Geschrieben
Somit wissen die beiden aus eigener Erfahrung nicht, wie Wirtschaft funktoniert.

Achja wie funktioniert sie denn? Angebot und Nachfrage? :D

Das ich nicht lache...

Das würde ja bedeuten, dass sich in der BRD (z.B.) niemand finden ließe, der die "Arbeit" von Frau Suckale für weniger als 140.000€ im Monat ausführen würde.

Und sowas bei einem Unternehmen, bei dem die BRD Inhaberin aller Anteile ist. :???:

Da wäre es meiner Meinung nach mal wieder an der Zeit für einen Generalstreik...

Weder der Eine, noch der Andere hat jemals für ein wirtschaftlich tätiges Unternehmen, geschweige denn als Unternehmer gearbeitet.

Was hätten sie denn deiner Meinung nach dort gelernt?

Etwa das man für sein Geld hart arbeiten muss?

Und in wirtschaftlich schlechten Zeiten auch mal Einsparungen hinnehmen muss?

Wenn du die in ein Wirtschaftskurs stecken willst, dann aber zusammen mit dem Vorstand der DB...

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