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Transrapid in München kommt

Empfohlene Beiträge

ToniTanti CO   
ToniTanti
Geschrieben

Das Dumme ist ja nur, dass man die Transrapidstrecke sehr gerade bauen muss, man kann nicht mal eben nen Schlencker machen. In China siedelt man da mal eben radikal ein Dorf um, in Deutschland muss nur ein seltener Schmetterling auf der Wiese -angeblich- vorkommen und das wars dann.

Ähnlich sehe ich das (geht in Richtung Offtopic) mit den geplanten Wolkenkratzern in Frankfurt am Main (Stichwort Milleniumtower und andere), die einfach nicht verwirklicht werden, weil sich die Behörden einschei*en seit dem 11th September oder aus anderen Gründen.

Nun wird sich wohl jemand fragen, wozu wir Wolkenkratzer brauchen, die kosten ja nur... Ja wie oft ist die Skyline einer bekannten Stadt in der Werbung zu sehen? Eine Skyline ist ein Symbol für eine Stadt oder ein ganzes Land und hat einen wahnsinnigen Marketingeffekt. Außerdem ist eine gute Skyline sehr förderlich für unsere Bauingenieure und Architekten und auch für einen ganzen innerdeutschen Industriezweig.

In Shanghai wird ein neuer Wolkenkratzer nach dem anderen gebaut, neben dem Jin Mao Gebäude gleich noch ein neuer >500 m. Dass das Jin Mao Gebäude und der Rest nur zu 50% vermietet ist, ist dabei scheiß egal. Es geht um Prestige.

Alles ohne Frage richtig. Aber:

1. Die Dörfer werden zwangsweise geräumt. Zu Lasten der Menschen. An die dramatischen umweltpolitischen Auswirkungen und das menschenverachtende Vorgehen beim Jangtze-Staudamm sei hier nur mal am Rande erinnert. Ich möchte hier keine chinesischen Maßstäbe haben, da diese in vielen Punkten nicht mal annähernd unserem Verständnis von Menschlichkeit entsprechen. Ob bei uns jede Wasserlaus schützendwert ist, sei dahingestellt. Fakt ist aber, man kann dies bei uns streibar diskutieren und ggf. einer rechtlichen Prüfung unterziehen, ohne mit persönlichen Repressalien (siehe aktuell Myanmar/Birma) rechnen zu müssen.

Ohne Frage stehen wir in anderen Bereich im direkten Wettbewerb zu China und werden auch hier flexibler wwerden müssen.

2. Schön, daß dort Skyscraper nur zu 50% vermietet sind. Schön das dort aus Prestige alles möglich ist.

Aber das Prestigedenken der Deutschen Arbeitnehmer endet doch schon bei der nächsten Lohnrunde, bei der 37-Stunden-Woche, bei der Pendlerpauschale und den ganzen anderen sozialen Errungenschaften.

Welcher Immo-Fonds könnte seinen hiesigen Anlegern eine Quote von 50% Fehlbelegung anbieten? Die Schließung zahlreicher Immo-Fonds vor zwei Jahren ist mir noch in bester Erinnerung. Und das aktuelle Immo-Finanz-Debakel mit zahlreichen Bankenkrisen spricht ja auch eine andere Sprache.

Würde mich mal interessieren, ob deutsche Anleger oder Investoren aus "Prestiggründen" auf eine Negativ-Rendite oder gar den Verlust des eingesetzten Kapitals stehen? So weit geht das Thema Prestige dann wohl doch nicht.

Wie ich schon sagte, Prestige muß man sich leiten können oder wollen

Adios.

Lamberko   
Lamberko
Geschrieben

Einige Gedanken zu diesem Thema...

- Geht es hier wirklich um die Präsentation deutscher Hochleistungstechnologie, oder möchte sich hier jemand nur ein eigenes Denkmal setzen, welches aufgrund der extremen Kosten - gerade in sozial äußerst schwierigen Zeiten - mit absoluter Sicherheit in die Geschichte eingehen wird???

- Dieses Projekt wird aufgrund der extremsten Kosten (für Entwicklung, Bau und anschließender Wartung) niemals schwarze Zahlen schreiben können. Beim Finanzamt würde man das bei einem Unternehmer ganz einfach "Liebhaberei" nennen und somit ein gewinnorientiertes Handeln aberkennen. Der Staat nennt das allerdings "Prestige". Das ist die interne Bezeichnung für unnütze Investitionen, die nur schweinemäßig viel Geld kosten aber dem eigenen Volk weder sozial noch finanziell irgendeinen nachvollziehbaren und belegbaren Vorteil jemals bieten werden.

- Ob ein Umzug nach Berlin, ob elitäre Studiengebühren, ob ein völlig überteuerter aber leider schon längst veralteter Eurofighter, ob kirchliche Bauwerke (die nicht mal im Besitz und Eigentum der BRD sind) welche mit enormen Steuergeldern eine beispiellose Luxussanierung genissen dürfen und für deren Besuch das gemeine Fußvolk leider ausgeschlossen ist, ob....hier wird eingespart und gleichzeitig wieder verschleudert wo und wie immer es nur geht. - Demokratie?

- Hartz-IV-Empfänger werden wie moderne Arbeitssklaven für 1,- Euro pro Stunde in Zwangs-Dienste gestellt ohne jegliches Arbeitsrecht auf ihrer Seite haben zu dürfen.

- Wettbewerbsfähige Zuschüsse zu den Lohnkosten und existenzsichernde Mindestlöhne werden auf die lange Bank geschoben.

- Rentner werden nach lebenslanger Arbeit für den Staat und das Volk mit nahezu lächerlichen Rentenerhöhungen abgespeist und leben am Existenzminimum mit dem erniedrigenden Zwang zum örtlichen Sozialamt gehen zu müssen.

- In allen wichtigen sozialen Institutionen wird der Rotstift gnadenlos angesetzt und es wird gestrichen was es überhaupt noch zu streichen gibt.

- Alle mir bekannten Kassen sind leer und wir steuern einer unglaublichen Volksarmut entgegen mit dem unschönen Nebeneffekt, dass die Kriminalität in bisher eher untergeordneten Armuts-Bereichen schon länger zunehmend ist und zukünftig die "Beschaffungskriminalität" für sehr viele Menschen in Deutschland ein täglich Brot zum reinen Überleben sein wird.

Transrapit? - Dieser "Zug" ist schon lange veraltet und längst abgefahren!

Statt für mehrere Milliarden (das werden die letztendlichen Gesamtkosten nämlich sein, da es an der planerisch-kalkulatorischen Tagesordnung ist einen geschätzten Etat mal eben locker um 50 bis 150 Prozent zu überschreiten) eine hochtechnologisierte aber völlig überflüssige Minifahrstrecke für Besserverdienende mittels staatlichem Gewaltakt über sämtliche Bürgerköpfe hinweg aus dem Boden zu stampfen, sollte unser Staat äußerst verantwortungsvoll mit unseren sauer-verdienten Steuergeldern haushalten, und diese nicht wie nachwachsendes Spielgeld behandeln!

Sicherlich wandern hier wieder prallgefüllte Briefumschläge in die Taschen der verantwortlichen Entscheidungsträger wenn endlich das "Okay" für diese Schwachsinnsinvestitution und unglaubliche Geldverschwendung gegeben wird...und nur darum soll der Transrapid nun endlich in Gang kommen! - Und dass wir mit dem "Transrapid im eigenen Land" eventuell einen wirtschaftlich vorteilsbringenden Export dieser Technologie ankurbeln könnten, ist ja wohl absolut naives Wunschdenken, da gerade solche Technologien längst nicht mehr eingekauft sondern gnadenlos abgekupfert werden.

Wenn ein Unternehmen solch ein Projekt auf die Beine stellen möchte und dafür dann auch ganz alleine das wirtschaftliche und finanzielle Risiko trägt, dann würde mich das nicht im geringsten jucken. Aber warum werde ich ungefragt zu einem Zwangs-Unternehmer mit Nachschußpflicht gemacht, wenn ich schon vor der Firmengründung alles für eine glatte Fehlinvestitution halte?

"Alles über 10 Prozent ist unseriös." - Die Banken müssen bei Anlageberatung auf hohe Risiken hinweisen. Dazu sind sie gesetzlich verpflichtet. Schneeballsysteme sind verboten, und trotzdem duldet und unterstützt unser Staat die Rente, Kranken- und Sozialversicherungen sowie Bausparen, obwohl alle diese Systeme auf diesem Schneeballsystem aufbauen. - Warum? - Er hat die Macht und die absolute Kontrolle. Nur er, der Vater Staat, darf und wird sich über alles hinwegsetzen, während wir mündige Bürger und brave Steuerzahler gefälligst die Schnauze zu halten haben. - Demokratie???

Aus diesen Gedankengängen kann sich jeder selbst heraussuchen was ihm gefällt oder nicht. - Ich jedenfalls habe, wie auch viele andere, innerlich schon längst gekündigt. Was wohl passieren mag wenn endlich mal das gesamte Volk ihrer Regierung "gekündigt" hat, kann sich jeder selbst ausmalen....

m zetti   
m zetti
Geschrieben

Eben. Genau darauf wollt ich ja hinaus.

FutureBreeze   
FutureBreeze
Geschrieben

leider zieht sich sowas durch alle Herrschaftsformen - und das schon seit Anbegin der Geschichtsschreibung!

Immer profitierte und luxorierte der Staatsapparat.

Immer wurden die Reichen noch reicher!

Immer wurden die Armen noch ärmer!

Fällt was auf?

Die Demokratie ist doch garnicht das Problem - es ist der Mensch selber, der sobald er Macht bekommt, seine Lobby unterstützt!

Die perfekte Staatsform gibt es nuneinmal nicht, sogar unter Ulbricht und Co trieb der Staat seltsame Blüten!

Und was will man dagegen machen? Den Reichen ihr Geld nehmen?

Warum? Die meisten haben für ihr Geld hart gearbeitet, und die ein oder andere Entbehrung einstecken müssen.

Den Armen das Geld in den hintern pusten auf gut Deutsch?

Bringt auch nix - dann lehnen die sich nämlich manchmal zurück und nehmen es als selbstverständlich an!

Solange diese Gesellschaft weiter nur nehmen will, und nicht im geringsten bereit ist auch mal etwas zu tun, ohne eine direkte Gegenleistung dafür zu bekommen, werden wir mit all den Problemen weiter leben müssen!

Der Mensch ist eben nunmal in seiner Evolutionsstufe zum absoluten Einzelkämpfer geworden, der sich gegen alle durchsetzen muss!

Erst wenn wir diesen Schatten wieder überspringen, dann können wir von der perfekten Gesellschaft träumen! Aber solange müssen wir halt noch mit dem Inhalt der Büchse der Pandora leben!

Auf die Politik schimpfen hilft garnichts, und ist für meine Begriffe fast Bildzeitungsniveau!

Jeder von uns muss mit den Rahmenbedingungen dieser Gesellschaft fertig werden, und schafft dieses mehr oder weniger gut.

Manche haben Glück, manche haben Pech, manche werden bevorzugt, manche werden benachteiligt!

So ist das nuneinmal - Leider!

Wer etwas ändern möchte gehe doch bitte gleich heute noch zu der Partei seiner Wahl, und engagiere sich in der Öffentlichen Kommunalpolitik!

Egal welche Partei! Ihr werdet merken, dass Politik nicht so einfach ist, wie es von hier unten scheint! Vor allem ist Politik eines: Arbeitsintensiv!

Ohne Fleiss, Ellenbogen und Gönner kommt man über die Kommunalpolitik nicht hinaus!

Aber jetzt sind wir wieder mächtig OT und vorallem mächtig Politisch geworden ;-)

Der Transrapid kommt meines Erachtens auch zu spät und auf der falschen Strecke.

K-L-M VIP CO   
K-L-M
Geschrieben

- Wettbewerbsfähige Zuschüsse zu den Lohnkosten und existenzsichernde Mindestlöhne werden auf die lange Bank geschoben.

Zum TR wurd wohl inzwischen alles gesagt. Da gibts nix neues mehr.

Aber ich bin froh, daß Du oben nicht geschrieben hast "arbeitsplatzsichernde"

Mindestlöhne . :-o

Aber jetzt würde es hochpolitisch werden. Also OT

Gruß

Klaus

Autopista   
Autopista
Geschrieben

Was man nicht vergessen sollte ist die Tatsache, daß die für den Transrapid aufgewendeten Gelder nicht einfach in den Müll wandern, sondern weiterhin im volkswirtschafltichen Kreislauf verbleiben.

Die Entwicklung, der Bau und der Betrieb des Transrapid schaffen Arbeitsplätze und fördern den Technologiestandort Deutschland.

Eine Gesellschaft brauch Visionen und technologischen Fortschritt. Unser Leben besteht nicht nur aus Diskussionen um Krankenbeiträge und Hartz IV.

Sumita CO   
Sumita
Geschrieben

Hi Autopista,

volle Unterstützung meinerseits mit dieser Aussage, habs zwar versucht in meinen Beiträgen " durch die Blume " zu sagen, aber scheinbar ist es so nicht angekommen.

Positiv denken, das ist eines der wichtigsten, auch zukunftsweisenden Eigenschaften.

herzliche Grüße

Sumita

AlexGT-R   
AlexGT-R
Geschrieben

eben...

es gibt genug produkte die wir gutgläubig aus der hand gegeben haben und andere viel geld mit verdienen, bzw weltweit eingesetzt werden.

ich erwarte es sogar von einem indurstriestaat, der nur mit ideen und konzepten geldverdienen kann, mit solchen sachen dann auch zu "protzen"

wir haben nunmal keine richtigen ölquellen, oder andere wertvolle rohstoffe. 2018 sind die zechen im pott auch alle platt und dann? nur noch moderne autos verschachern, die von den grünen auch noch kaput geredet werden, weil sie keine hybrid autos bauen?

die xxxx müsste man xxxxxxxx! wie kann auf der einen seite solche länder mit steuergelder auch noch fördern und dann auch noch dazu aufrufen, deren autos zu kaufen! toll wirklich ganz toll.

wenn das so weiter geht, spielen bald alle Politikmikado

(der erste verkäufer, der sich bewegt fliegt raus)

:D

grade noch aufgegriffen

"MÜNCHEN "Die mit unseren Partnern unterzeichnete Realisierungsvereinbarung für den Bau der Münchner Transrapidstrecke straft die Grünen Lügen. Wir sind zu einer tragfähigen Lösung und einem Durchbruch gekommen. Die Systemindustrie hat sich bereit erklärt, den Transrapid zu einem Festpreis zu bauen. Jetzt steht fest: Der Transrapid wird kommen, denn es gibt zu ihm verkehrs- und industriepolitisch keine vernünftige Alternative. Einem eventuellen Volksbegehren sehen wir gelassen entgegen." Mit diesen Worten reagierte Bayerns Verkehrsminister Erwin Huber auf die heutigen Aussagen der Landtags-Grünen zum Münchner Transrapidprojekt. "

und...

"Huber: "Wir lassen uns von der Fortschrittsfeindlichkeit der Grünen nicht vom Kurs abbringen. Wir können unseren Wirtschaftsstandort nicht als kollektiven Naturpark betreiben, wie es den Grünen in ihrer ideologischen Verbohrtheit und Fortschrittsfeindlichkeit offensichtlich vorschwebt. Ein Hochtechnologiestandort wie Deutschland kann nicht auf Dauer von seiner technologischen Substanz leben. Mit einer Verweigerungspolitik, wie sie die Grünen propagieren, würden wir in Bayern und Deutschland sehr schnell unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit verlieren."

mein reden :)

es ist gradezu peinlich, dass ausgerechnet am TR, der nichteinmal gebaut wurde, angeblich demonstriert werden kann, wie verschwenderisch doch mit den steuergeldern umgegangen wird...klar und bei anderen gebäuden etc wird geschohnt kalkuliert ;)

dieser zirkus ist dermaßen lächerlich, dass man sich eigentlich nur noch fragen kann: gibt es sowas wie einen amoklaufenden portokassenverwalter?

also ich sags euch lieber nochmal in kurzform...;)

es wird gegen dieses verkehrsmittel mit aller macht gekämpft!

es werden bewegungen veranlasst, die PR dazugeschaltet und auf einmal ist jeder fernsehsender aktiv.

eigentor würde ich sagen...

ich bin der festen überzeugung, dass der kampf gegen TR deshalb scheitern wird, weil es niemand unserem land antun will, derartige bewegungen siegen zu lassen.

es wird hier wehement gegen die industrie, quasi "das system" und seine vertreter gearbeitet, dass man nun mit allen mitteln dieses projekt durchbringen wird!

Lamberko   
Lamberko
Geschrieben
[...] Aber ich bin froh, daß Du oben nicht geschrieben hast arbeitsplatzsichernde Mindestlöhne. [...]
Stimmt, Klaus. - Was nützt mir denn ein staatlich finanziell unterstützter aber "gesicherter" Arbeitsplatz, wenn ich davon aber leider nicht "existieren" kann und somit weiterhin und zusätzlich noch staatlich sozialsubventioniert werden muß?

Der kleine aber feine Unterschied ist mir durchaus bekannt und bewusst...

:wink:

*****************************************************

BTT:

Mit einer 20 Jahre alten und völlig unwirtschaftlichen Technologie zu finanziellen Lasten der Steuerzahler zeigen wir also jetzt dem Rest der Welt wo der Hammer hängt!?!?

Nach dem Transrapit wird in Deutschland das Wirtschaftswachstum wie in den Nachkriegsjahren einsetzen und alle Bürger sind in Arbeitsverhältnissen, haben gesicherte Existenzen, Rentner und sozial Schwache haben ihr Auskommen und alle sind glücklich und zufrieden....Amen!

Vielleicht kommt ja dann in den nächsten Jahren auch noch ein Solidaritätsbeitrag für den Transrapit?

In dem letzten Jahr wurden laut dem Bund der Steuerzahler über 30.000.000.000,-- Euro an Steuergeldern gnadenlos verschwendet....da fällt eine Minitestrecke für einen veralteten und angeblichen Technologieträger doch kaum noch ins Gewicht. - Der Transrapit. - Ich bin froh, dass Deutschland keine anderen Probleme hat...

:evil:

Für mich persönlich ist die Realisierung, Produktion und auch eine Subventition einer neuen Technologie nur dann wirklich sinnvoll...also im Sinne des zahlenden Volkes...wenn sie in einem wirtschaftlich ausgewogenen und vertretbaren Verhältnis steht.

Das der Transrapit nicht schon vor 20 Jahren so richtig in Gang gekommen ist, liegt nicht daran, dass diese Technologie damals nicht zukunftsweisend gewesen wäre, sondern daran, dass sie auch in Zukunft unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht tragbar ist.

Eine neue Technologie ist nur dann entwicklungswürdig, wenn sie dem Unternehmen, dem Volk oder der ganzen Welt einen oder besser mehrere gewisse Vorteile bringen wird. Sind diese Vorteile nicht gegeben oder lassen sich nicht mit finanziell angemessenen Beträgen realisieren, so macht eine weitergehende Entwicklung auf "Teufel komm raus" oder sogar eine Realisierung beziehungsweise Produktion mittels finanzpolitischem Gewaltakt keinerlei Sinn. Man befindet sich auf dem Weg in eine Sackgasse. Und nur weil man bereits die Hälfte dieser Sackgasse mit goldenen Steinen gepflastert hat jetzt auch noch die restliche Strecke zu vergolden, macht keinen wirklichen Sinn und dient ausschließlich den davon profitierenden Unternehmen und den politischen Entscheidungsträgern. Ein positiver volkswirtschaftlicher Nutzen ist - zumindest für mich - nicht zu erkennen.

Das Argument, dass das Jahrzehnte lang bereits in diesem Projekt versenkte Steuergeld ja jetzt wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden würde, ist so nicht ganz richtig. Diese Gelder sind bereits längst wieder dem Kreislauf zugeführt worden! Für den neuen Transrapit müssen also erstmal wieder Gelder aus dem Kreislauf entnommen werden. Eigentlich ja gar kein Problem, wenn denn diese Quelle nicht aus Steuergeldern bestehen würde, sondern aus unternehmenseigenen Investitionsrücklagen!

Werden denn in diesem Projekt ausschließlich Teile "Made in Germany" verbaut, oder läßt man benötigte Teile aus Kostengründen (der versprochene Festpreis muß ja irgendwie eingehalten werden) lieber wieder in den benachbarten Billiglohnländern produzieren, was eine Abwanderung unserer "Kreislaufgelder" bedeuten würde???

Werden denn tatsächlich durch den Transrapit neue Arbeitsplätze geschaffen, oder werden eventuell beim öffentlichen Nah- und Fernverkehr Stellen vernichtet und diese dann anschließend eigentlich nur lokal verlagert?

Wird der Transrapit sich irgendwann in barer Münze auszahlen, und wenn "Ja", wie? ...oder ist er für immer und ewig nur eine reine (und zeitlich leider wirklich sehr unpassende) Prestige-Investition selbstherrlicher Entscheidungsträger?

Natürlich ist es schön sagen zu können, dass wir die größten Häuser, die schnellsten Autos, den besten Zug und die dicksten Eier haben, aber sowas sollte man sich dann aber auch leisten können. Wenn die Protz-, Kriegs- und Prestigekassen so richtig prall gefüllt wären, dann würde ich ja gar nicht meckern, aber so?

Wer profitiert denn eigentlich wirklich von diesem Transrapit? Der normale Steuerzahler, welcher jeden Cent zweimal umdrehen muß bevor er ihn ausgeben kann, oder nur einige wenige Wirtschaftsriesen?

Welche Folgekosten verursacht dieser Transrapit? ...und wer wird sie bezahlen müssen? ...und kann ich als teilhabender Steuerzahler negative Ergebnisse in meinem Lohnsteuerjahresausgleich mit einfliessen lassen, oder dürfen nur die milliardenschweren Unternehmen wieder fleissig abschreiben und sich in Armut rechnen?

Haben wir tatsächlich noch eine Demokratie, oder ist der Bau des Transrapit nur das Werk einer oder mehrerer Diktatoren?

Nicht das ich grundsätzlich nicht offen wäre für zukunftsweisende neue Technologie. "Neue Technologie" gab es schon immer und in allen denkbaren Bereichen. Bis zu bestimmten Punkten wurden diese neuen Technologien auch stets entwickelt und oftmals auch öffentlich gefördert. Irgendwann hat sich dann eine vernünftige, wirtschaftlich vertetbare und nutzbringende Technologie durchgesetzt und andere Technologien blieben eben auf der Strecke. Spätestens wenn man erkannt hat ob "Sackgasse" oder "Überholspur". Der rein technisch hervorragende und höchst interessante Transrapit war niemals auf der Überholspur. Auch nicht vor 20 Jahren! Und jetzt soll er mit mehreren Milliarden nach Jahrzehnten wieder vom am Ende der Sackgasse liegendem Schrottplatz abgeholt und auf die Überholspur gesetzt werden!?!?

:???:

Autopista   
Autopista
Geschrieben

Das ist mal wieder eine typisch deutsche Neiddiskussion nach dem Motto: "Jetzt setzt sich der Stoiber auf unsere Kosten ein Denkmal!" Sowas aber auch.

Keine Technologie kann sofort vom Start weg wirtschaftlich sein. Erst Skaleneffekte und damit einhergehende Massenproduktion ermöglichen auf Dauer "Wirtschaftlichkeit".

Es gehört zur Aufgabe einer zukunftsweisenden Politik Technologien zu fördern die nachhaltig von Nutzen sein können. Eine der wesentlichen Vorteile des Standortes Deutschlands ist die sehr gut ausgebaute Infrastruktur. Der Transrapid setzt diesbezüglich ein klares Zeichen für ausländische Investoren, das da heisst: "Wir sind nicht nur ein Land der Erbsenzähler. Wir stehen für Fortschritt". Staaten die in Zukunft ein ähnliches Gefährt wollen werden an deutschen Unternehmen kaum vorbeikommen. Von Lohnauslagerung in Billigländer kann daher absolut keine Rede sein. Ob der Transrapid Zukunft hat steht für mich übrigends ausser Frage. Wir können nicht für ewig mit der Eisenbahn fahren, die im Grunde genommen schon an die 200 Jahre alt ist.

K-L-M VIP CO   
K-L-M
Geschrieben

Zitat:

Zitat von K-L-M

Zitat:

Zitat von Lamberko

[...] Wettbewerbsfähige Zuschüsse zu den Lohnkosten und existenzsichernde Mindestlöhne werden auf die lange Bank geschoben. [...]

[...] Aber ich bin froh, daß Du oben nicht geschrieben hast arbeitsplatzsichernde Mindestlöhne. [...]

Stimmt, Klaus. - Was nützt mir denn ein staatlich finanziell unterstützter aber "gesicherter" Arbeitsplatz, wenn ich davon aber leider nicht "existieren" kann und somit weiterhin und zusätzlich noch staatlich sozialsubventioniert werden muß?

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Ich wollte damit zum Ausdruck bringen dass das alles nichts nützt wenn ich wegen zu hoher Mindestlöhne keinen Arbeitsplatz mehr habe.

Schicke Dir mal eine pn. Das Thema ist zu empfindlich und hochpolitisch um es hier breit zu treten.

RABBIT911   
RABBIT911
Geschrieben
Ich wollte damit zum Ausdruck bringen dass das alles nichts nützt wenn ich wegen zu hoher Mindestlöhne keinen Arbeitsplatz mehr habe.

Schicke Dir mal eine pn. Das Thema ist zu empfindlich und hochpolitisch um es hier breit zu treten.

da hast du leider Recht. Wäre sicher für den Einen oder Anderen interessant, es aus Erster Hand zu hören. :(

Ich bin jetzt erstmal gespannt, was aus den Klagen gegen den TR wird. Mittlerweile mischt sich ja Hinz und Kunz in Sachen ein, bei dennen er selber lieber die Klappe halten sollte!!! :evil:

Lamberko   
Lamberko
Geschrieben
[...] Mittlerweile mischt sich ja Hinz und Kunz in Sachen ein, bei dennen er selber lieber die Klappe halten sollte!!! :evil:
Das ist aber auch gut so. War ja nicht immer so in unserem Lande. Wir haben dazugelernt.

Als Verkäufer muß ich den Käufer überzeugen.....nicht überreden!

Beim Transrapit wird weder verkauft noch überzeugt. Hier wird ungefragt die Verkaufsware zugestellt und der offene Rechnungsbetrag einfach mal so eben abgebucht. Sowas darf - gerade in dieser Größenordnung - nicht sein!

Als mündiger Bürger möchte ich bitte auch mündig bleiben. Keiner soll ungefragt einfach so in meine Geldbörse greifen können bzw. dürfen!

RABBIT911   
RABBIT911
Geschrieben
Das ist aber auch gut so. War ja nicht immer so in unserem Lande. Wir haben dazugelernt.

Als Verkäufer muß ich den Käufer überzeugen.....nicht überreden!

Beim Transrapit wird weder verkauft noch überzeugt. Hier wird ungefragt die Verkaufsware zugestellt und der offene Rechnungsbetrag einfach mal so eben abgebucht. Sowas darf - gerade in dieser Größenordnung - nicht sein!

Als mündiger Bürger möchte ich bitte auch mündig bleiben. Keiner soll ungefragt einfach so in meine Geldbörse greifen können bzw. dürfen!

Dies hätte aber auch in den letzten 20 Jahren passieren können, und nicht jetzt wo man loslegen könnte!

Wo war denn die Klage der Stadt München, als die Strecke zu den Auserwählten berufen wurde? Das ist nicht gestern passiert, sondern schon vor etlichen Jahren!

Sumita CO   
Sumita
Geschrieben

Es wird auf Dauer keine bessere Alternative zum Transrapid ( zu Lande ), geben.

Auch jetzt nach 20 Jahren ist noch kein besseres Konzept technisch machbar.

Nimmt man, um einige seiner Vorzüge zu nennen,

Geschwindigkeit, ( alles wird schnellebiger, denn Zeit ist Geld ),

Umweltfreundlichkeit, ( auch die heutigen E-Loks benötigen immense Energien, alles was dazu gehört wie Schranken, Unfallträchtigkeit mit Pw`s, etc. fällt weg ).

geringere Wartungskosten, ( am Transrapid selbst, da so gut wie keine Verschleißteile, man benötigt auch fast so gut wie keine Reparaturen und Instandhaltungskosten, anders als bei den alten Gleisen durch Abrieb, oder sogar Neubau ).

Entlastung der Straßen, da man vermutlich genau schnell ist wie mit dem Flugzeug.

Wer weiter auf den normalen Zugverkehr setzt, setzt unter Garantie auf ein Massengrab, zu veraltet.

Schon in den letzten Jahren wurden etliche Strecken stillgelegt, eben wegen den Kosten, und weil auch nicht mehr Zeitgemäß mit ner " Bimmelbahn " zu fahren.

Weiter auf den TGV od. ICE zu setzen ist auch nicht ratsam, da man hier langsam an die Grenzen stößt, und mit Verlaub, schon wieder erst recht veraltet ist.

70 % der neuen ICE können übrigens auf den maroden, alten Schienennetz gar nicht fahren, es müßte alles neu gebaut werden.

Trotzdem wurde der ICE von den Kunden eher angenommen und ist seltsamerweise erstaunlich mehr als gut ausgelastet, da er ein moderneres Fortbewegungsmittel ist.

Soweit mir bekannt ist, kostete die neue Trasse, Würzburg, Fulda, Kassel mit Unterführungen und Neubau der Schienen für den ICE , ca. 6,8 Milliarden €.

Auch eine stolze Summe für ca. 180 od. 200 km.

Wenn ich zum Vergleich setze, 40 km Transrapid, 1,8 Milliarden, dann ist gar nicht so ein großer Unterschied auf 6,8 Milliarden, da würde der Transrapid für 180 km ca. 8 Milliarden € kosten, gerade mal 1,2 Milliarden mehr, und man hätte das modernste, schnellste Fortbewegungsmittel zu Lande.

Alles kostet am Anfang immens mehr Kosten , doch als Serienprodukt vermindert sich erfahrungsgemäß auch erheblich der Preis.

Vermutich wäre das beim Transrapid auch nicht anders.

Aber lassen wir uns doch, wie bei vielen anderen technischen Errungenschaften auch, in denen wir Vorreiter waren, und Milliarden an Forschungsgelder schon verplembert haben, wieder die Butter vom Brot nehmen, ( übrigens das sind in meinen Augen unsinnige Steuergelder dann ).

Schauen aber dann belämmert, wenn es uns andere Länder mit unseren Ideen dann beweisen und vormachen, daß es trotzdem geht, und regen uns dann auf, .....eine verkehrte Welt ist das manchmal.

Nur zu gut daß man den technologischen Fortschritt die die Zeit mit sich bringt, keiner von uns aufhalten kann, und wenn es noch so pessimistisch in vielen neuen Errungenschaften aussah, im Nachhinein stellte sich überwiegend doch heraus, daß es gar nicht so verkehrt war.

Weil darauf neue, weiterführende Erkenntnisse ihre Grundlage fanden.

Und wenn der Transrapid kommt, in 100 Jahren werden mit Sicherheit wieder neue Technologien zum Einsatz kommen, die genauso vehement anfänglich verteufelt werden wie die heutzutage.

herzliche Grüße

Sumita

K-L-M VIP CO   
K-L-M
Geschrieben

Auszüge SZ v. 09.10.

Verlängerung der Strecke in Schanghai offenbar ernsthaft im Gespräch berichtet das kommunistische Parteiorgan Volkszeitung. Nach Informationen

von Thyssen-Krupp.

......Chinesische Experten wiesen darauf hin, dass die jüngste deutsche Vorentscheidung für den Bau in München "hilfreich" gewesen sei. Bis dahin hätten Gegner des Projektes mit dem Argument , dass die Deutschen den Transrapid nicht einmal selber bauten.......

F40org CO   
F40org
Geschrieben
.....Chinesische Experten wiesen darauf hin, dass die jüngste deutsche Vorentscheidung für den Bau in München "hilfreich" gewesen sei. Bis dahin hätten Gegner des Projektes mit dem Argument , dass die Deutschen den Transrapid nicht einmal selber bauten.......
Wäre uns doch auch nicht anders gegangen. Wenn kein Vertrauen ins eigene Produkt, bla bla bla.

Ich hatte es schon vor einigen Posts erwähnt - die Kritiker werden verstummen genauso wie die die damals dachten München braucht keinen neuen Flughafen.

AlexGT-R   
AlexGT-R
Geschrieben

für die entscheidung zur expo 2010 wird es aber ein wenig knapp...wäre natürlich gigantisch, von shanghai aus mit dem zug schnell zur expo zu rattern:D

der TR ist einfach das fernverkehrsmittel der zukunft(oder seine Nachfolger)

ToniTanti CO   
ToniTanti
Geschrieben
Wäre uns doch auch nicht anders gegangen. Wenn kein Vertrauen ins eigene Produkt, bla bla bla.

Sorry, ab sag das doch mal den sog. deutschen Premium-Automobilherstellern-Herstellern hinsichtlich der (mehr als dürftigen) Garantieleistungen.

Entschuldigung - war jetzt zwar OT, konnte es mir aber nicht verkneifen. Hat auch nur am Rande was mit dem Tread zu tun. So und nun zurück zum Thema.

Adios

TPO VIP   
TPO
Geschrieben

Gibt es bereits Fahrpläne für den TR in München?

Da die meisten ICE am Hauptbahnhof stündlich fahren kann es gut möglich sein dass der TR für Fernreisende überhaupt keinen Vorteil bringt, nur dass diese am windigen HBF rumsitzen dürfen während die S-Bahn Fahrer für den selben ICE ein paar Minuten später nachkommen.

Soll heisen wenn der TR Takt nicht genau abgestimmt ist, dann bringt der Zeitvorteil auch nichts mehr.

AlexGT-R   
AlexGT-R
Geschrieben

10 minuten alle 10 minuten bei nur 3 zügen!!!

da werden bei 40 km ersteinmal klar, wieviel zusätzliche s-bahnen man sich spart und wie schnell der TR wirklich ist!

an einem anschlussflieger wird es nicht scheitern, denn die gäste checken schon am hauptbahnhof ein und geben gepäck ab, dann mit dem TR zum airport und ohne koffer und weiteren stress dutyfree shoppen und abfliegen. das konzept wurde schon gut angepasst.

genialer fahrplan oder? da verpasst niemand mehr was, da will auch niemand mehr mit der sbahn fahren...von lange warten kann dann auch nicht mehr die rede sein

das ist genau das problem. die leute schreien "scheiße" und wissen garnicht wie was geplant ist...das ärgert mich ein wenig

F40org CO   
F40org
Geschrieben

Der Fahrpreis soll auch nur 18 EURO betragen für die einfache Strecke. Das Taxi kostet jetzt schon das x-fache und wenn es blöd läuft ist auch eine Stunde hin.

Moos   
Moos
Geschrieben

Und was viele vergessen: Die S-Bahn kostet derzeit auch ca. 10€

master_p   
master_p
Geschrieben

10€ vom Flughafen in die Innenstadt mit der S-Bahn? Also ich war zwar ca. 2 Jahre nicht mehr am Münchener Flughafen, aber das halte ich echt für ein Gerücht.

Und ob das einchecken am Hbf überhaupt sicherheitsrechnisch möglich sein wird, ist noch offen. Schließlich haftet der Flughafen-Sicherheitsbetreiber für das Gepäck. Die müssten also eine "Außenstelle" im Hbf haben.

ToniTanti CO   
ToniTanti
Geschrieben

Eine Einzelfahrt kostet 8,80 EUR. Wenn der TR wirklich 18,00 EUR kosten soll, werden sicherlich diejenigen, die es eilig haben den TR nutzen. Urlauber, die mit genügend Zeitpolster anreisen, werden nach wie vor die S-Bahn nutzen. Die Differenz sind dann bei einem Ehepaar Hin- und Rückfahrt immerhin 36,80 EUR zu Gunsten der S-Bahn.

Adios

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