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Melkus RS 1000

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S.Schnuse
Geschrieben

Der Wartburg hatte in seiner letzten Ausführung dann schon einen 4-Takt Motor, ich glaube das war ein VW Polo-Motor aus Lizenznachbau.

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Lobi
Geschrieben
Der Wartburg hatte in seiner letzten Ausführung dann schon einen 4-Takt Motor, ich glaube das war ein VW Polo-Motor aus Lizenznachbau.

Neenee, ich glaub der Wartburg hatte ne 1,3er Maschine aus dem Golf.

Der 1,1er ausm Polo war im Trabant.

Ich telefonier mal mit zuhause. Meine Mutter hat früher in Leipzig als Buchhalterin bei GISAG gearbeitet. Und die haben dort die Kurbelgehäuse gegossen für einen der beiden Motoren. Welchen genau muss ich mal erfragen.

Autopista
Geschrieben

Der Wartburg bekam kurz vor der Wende nochmal einen 1.3l Motor aus dem Golf. Das war aber keine technische Entscheidung sondern ein Regierungsbeschluss. Leider bedachte man nicht, daß der Umbau des 2-Takter Wartburg mit längs eingebautem Motor auf 4-Takt mit Quereinbau aufwendiger war als eine komplette Neuentwicklung. Diese wurde seinerzeit schon in den 70ern immer wieder an die Politiker herangetragen aber natürlich stets abgelehnt. Im Nachhinein war es dann bereits 1 Jahr später eh für die Katz.

Natürlich hätten die Melkus Mannen lieber von Grund auf einen neuen Wagen konstruiert. Am liebsten wäre dem Herrn Melkus sen. immer ein 130PS starker 4-Zylinder gewesen. 4-Takt natürlich. Gabs aber alles nicht. Der RS 1000 wurde komplett in einer kleinen Garage in Dresden aus Wartburg Teilen konstruiert. Die "Partei" segnete den Wagen dann nur noch ab, was eine Sensation war, denn eigentlich duldete man solch individuelle Leistungen nicht. Aber offensichtlich weckte der Wagen einfach soviel Begeisterung.....

Man merkt dem Auto seine Herkunft natürlich an und es wäre sicher verkehrt ihn mit irgendeinem Sportwagen italienischer, deutscher oder amerikanischer Herkunft von damals vergleichen zu wollen. Für mich zählt das aber nicht. Wichtig ist die Leidenschaft und Hingabe die hinter dem Wagen steckt und die merkt man in jedem Winkel. Auch heute noch. Das Auto fordert den Fahrer extrem, obwohl nur 70 PS unter der Haube stecken. Man muss ständig am Gas bleiben, damit die Fuhre in Kurven stabil bleibt. Lenkung, Bremsen und Getriebe müssen mit Nachdruck und Gefühl betätigt werden. Er macht wirklich erstaunlichen Spaß und er ist ein absoluter Charaktertyp.

Lamberko
Geschrieben

Mich würde wirklich mal brennend interessieren, wie sie die neuaufgelegten Neuwagen bezüglich Abgase, Materialeigenschaften und Fahrgestellfestigkeit durch den TÜV und die Zulassungsstelle bekommen.

Für die alten Melkus gab es ja Bestandsschutz bei der Wiedervereinigung. Da wurden bei der Überprüfung der einzuhaltenen Vorschriften alle Augen zugedrückt. Jetzt sind es aber Neuwagen, die eben (eigentlich) alle auch für Volkswagen, Opel und Co geltenden Vorschriften entsprechen müssten. Brandverhalten der Plastekarosse, Festigkeitsüberprüfung des Fahrgestells auf dem Pulser, Abgasverhalten, Geräuschemessung, Teilefreigabe,.....

Wenn das soooo einfach wäre, dann könnte sich ja jeder in der Fertiggarage ein Auto aus vielen Teilen zusammenbraten und zulassen.

Einzige Möglichkeit sehe ich in der Verwendung älterer Fahrgestelle. So wie es Cobra- und GT40-Repliken vormachen. Kann ich mir allerdings nicht vorstellen. Also, wie soll das funzen???

:???:

Autopista
Geschrieben
Einzige Möglichkeit sehe ich in der Verwendung älterer Fahrgestelle. So wie es Cobra- und GT40-Repliken vormachen. Kann ich mir allerdings nicht vorstellen. Also, wie soll das funzen???

:???:

Genauso ist es.

Jeder "neue" Melkus RS 1000 ist offiziell ein alter umgebauter Wartburg mit entsprechendem Rahmen. Es werden nur alte Wartburg aufbereitet. Im Fahrzeugbrief steht somit die alte Wartburg Chassisnummer mit den entsprechenden Umbauten. Die Zulassung erfolgt dann per Einzelabnahme.

Der Kunde erhält den echten alten Wartburg Fahrzeugbrief aus der DDR, einen EU Zulassungsbescheid (=aktueller Fahrzeugbrief) und einen eigenen Melkus Brief mit interner Chassisnummer. Letztere ist auch am Rahmen aufgeklebt, gleich neben der Nummer des alten originalen Wartburg 353. Die Autos werden weiter durchnummeriert. Meine Probeexemplar warr die Nr.109.

Die neuen sind übrigens nicht komplett 1:1 mit den alten gleich. So verfügt der aktuelle Melkus über eine elektrische Benzinpumpe und zum Teil auch über etwas leichtere Karosserieteile. Der Wagen hat auch moderne Gasdruckstoßdämpfer, die der Straßenlage des Wagens unglaublich gut tun. Der alte Melkus war bei welliger Fahrbahn unfahrbar, das wollte man den neuen Kunden so nicht mehr antun. Ansonsten ist aber alles original. Trotzdem darf man sagen, daß die neuen Melkus gleichzeitig auch die besten sind die es je gab, denn inzwischen sind auch gut 38 Jahre Erfahrung aus unzähligen Kilometern von Besitzern mit eingeflossen.

taunus
Geschrieben

Es ist ja nach dem Auslaufen der neuen Produktion ein neues Modell im klassischen Design mit moderner Technik geplant. Das dürfte dann auch fahrerisch interessanter werden.

Autopista
Geschrieben

Da müssen die Jungs aber noch einiges dazulernen. Das muss man so einfach sagen.

Auch wenn der Wagen mit viel Liebe und Emotion geschraubt wurde, die Art und Weise wie hier technisch an Dinge rangegangen wird ist zum Haare raufen.

Beispiele: Die Sitze im Wagen sind reine Schalen die man nur längs und in der Neigung verstellen kann. Wie funktioniert das? Der Sitz wird vorne mit 2 Schrauben am Rahmen befestigt, hinten legt man jeweils Bretter unter zur Neigungsverstellung. Der Sitz ist aber hinten nicht mehr verschraubt, also der Gurt hält beim Frontaufprall Fahrer + Sitz.!!!!:-(((°.... Nach Hilfe Schreiend!!!!

Hab ja schon einiges erlebt, Triumph, alte Ferrari, Opel,........etc.......aber die Kiste toppt alles. Allein wie man am Heck den Grill aus dem Trabant befestigt hat. Der Grill ist mit nem Gummi umwickelt, der aber nicht bündig anliegt, er ist lediglich willkürlich angeklebt. Die Befestigung erfolgt über 3 Schrauben. Das ganze sieht aus, als hätte nen besoffener Azubi sich nen Scherz erlaubt. Wahnsinn, ein Herr Piech würde vermutlich tot umfallen. Das ganze Auto ist ein Kuriosum. Natürlich verzeiht man dem Auto schon seine Macken als Liebhaber. Aber wenn der neue RS 2000 kommen sollte, brauchen die dringend ein völlig neues Qualitätsbewusstsein.

Autopista
Geschrieben

So nachdem ich mit dem Wagen letztes WE die Donau Classic rund um Ingolstadt mitgefahren bin, hier ein kurzer Erfahrungsbericht.

Ich habe festgestellt, daß es wohl kaum ein besseres Auto für diese Art von Rallyes gibt als den Melkus RS 1000. Der Wagen erweckt derartig Aufsehen und führt zum Teil zu höchst amüsanten Begegnungen mit Menschen. Man ist ständig beschäftigt Fragen zu beantworten in die Richtung "Ist das ein alter Ferrari?"........:D Nein ist er nicht!. Aber er macht trotzdem Spaß.

Nach gut 1000km Einfahrzeit scheint der Motor schon etwas heranzureifen. Wenn er die nächsten 5000 km hinter sich hat, dürfte er noch etwas williger hochdrehen. Dann ist man zumindest im zeitgenössischen Umfeld gut unterwegs. Von 0-100 hat man als Fahrer ständig mit dem winzigen Drehzahlband zu kämpfen. Darüber wendet sich dann das Blatt. Die kurze Übersetzung und die ausgeprägte Windschnittigkeit lassen den Melkus schnell auf Tacho 160+ stürmen. Jeder der Autos um die 70PS aus dieser Ära kennt, weiss was das heisst.

Es zeigt sich bei diesem Auto, daß Fahrspaß nicht zwingend mit Leistung zu tun haben muss. Wenn man 60cm über dem Erdboden fährt, und schon bei 40 km/h im 2ten die Leute aus den Schlafzimmern dröhnt, dann zaubert einem das ständig ein Lächeln aufs Gesicht. Man kann mit dem Melkus am Ortsausgang ohne Verkehrsgefährdung einen Klangteppich sondersgleichen zelebrieren, denn selbst Gang Nummer 3 führt bis knapp 100. Bei Tempo 140 schon schaltet man in Gang 5. Unter Vollast erinnert das Tongebilde des 2-Takters tatsächlich an einen reinrassigen Sportmotor. Betrachtet man den flachen Sportwagen aus der Ferne mit seinem röhrenden Motor man glaubt direkt am Sachsenring zu stehen.

Das Handling des Wagens ist ordentlich, aber vielleicht nicht so agil wie man erwartet, denn der Melkus ist nur etwa 70kg leichter als ein normaler Wartburg, wiegt also fahrfertig etwa 850kg. Die breiten Reifen, der niedrige Schwerpunkt und der lange Radstand sorgen aber für eine ansprechende Stabilität für so ein altes Auto. Trotzdem ist der Fahrer hier ständig gefordert, die Lenkung verhärtet kräftig und der Grenzbereich kommt früh. Wer mit einem modernen Auto mithalten will, muss Auto und Leben riskieren. Das ist es nicht wert, zumal die Bremsen ohne Mithilfe des Motors schnell überfordert sind.

Man muss den RS 1000 immer ein wenig mit Humor betrachten. Wer dies tut, hat jedoch ungeahnte Freude an dem Wagen. Er macht mehr Spaß als ich gedacht hab.

Hier noch ein Bild kurz vorm Start zum GP von Pfaffenhofen:

http://www0.pafnet.de/modules.php?name=AndyPics&file=index&action=view&gid=968&pid=93869

Ich finde über sein Design kann man nicht meckern.

Autopista
Geschrieben

So, mal wieder ein Update aus dem Reich des Wahnsinns.

Bin vorgestern beim Melkus Treffen am Sachsenring gewesen. (Vor 2 Wochen war ich noch bei Ferrari, der Kontrast könnte größer nicht sein. :D )

Wir haben beim Melkus Schmuckstück einen neuen Auspuff verbaut was den Geräuschpegel ins Bereiche hebt, die selbst einem 360 CS fremd sind. Das Auto ist nun unsagbar laut und es empfiehlt sich in der Nähe eines Polizeiwagens vom Gas zu gehen. Von der Leistung her ging der Wagen am Samstag wie Sau, was ich aber weniger dem Auspuff als vielmehr dem kalten Wetter und dem steigenden km Stand zuspreche. Das kleine 1.1l Motoröchen rennt inzwischen in Gang 5 bergauf an sein Drehzahlimit. Mit einer etwas längeren Übersetzung sind Tacho 200 wohl in Reichweite, was aber dem Ritt auf der Kanonenkugel entspricht.

Am Sachsenring schliesslich war nach Runde 2 Ende, weil sich der Luftfilter von den Vergasern vibriert hat, nach 30 minütiger Reperaturpause blieb dann nicht mehr viel zum fahren.

Es gibt geisteskranke Ostalgiker die sich inzwischen gleich 2 neue Melkus gekauft haben. Die Nachfrage ist so hoch, daß Melkus nochmal 10 neue baut (also vermutlich insgesamt 20). Ein Ende ist nicht abzusehen.

Jedenfalls müssen die Leute todesmütig gewesen sein, die den Wagen wirklich am Limit bewegt haben. Dank fehlender Motorbremse und winzigen Scheiben bremst man an Stellen, die einen modernen Kleinwagen im Vergleich zum Formel 1 Renner machen. Dies ist nicht die einzig Schwachstelle des Melkus. Das Kurvenverhalten wechselt zwischen Unter-,Übersteuern und "Über alle 4 Räder schiebend", der Motor schreit wie ein rappelnde Kiste voller 10.000 Nägeln und bergab die Fuhre aus 150 zum Stehen zu bringen ist ungefähr so leicht wie einem ossi >70 hochdeutsch beibringen zu wollen.

Wer dieses Auto erlebt hat, dürfte für die vermeintlich hartgesottenen in englischen Roadstern nur ein müdes Lächeln übrig haben. Die wirklich ganz Harten waren im Osten. :D

Autopista
Geschrieben

Es gibt Neuigkeiten.

Das Getriebe des Melkus hat den Geist aufgegeben. Wie bereits in den vorhergehenden Berichten geschildert ist dies eine der großen Schwachpunkte des Wagens.

Es ist schon verblüffend, aber tatsächlich ist das massive und scheinbar solide Räderwerk aus dem Wartburg 353 mit der gigantischen Kraft des Melkus überfordert.:) Da hilft auch ständiges Zwischengas nichts. Das Ende hat sich schon abgezeichnet.

Meines Erachtens ist alles am Getriebe unterdimensioniert. Jetzt gibts eine komplette Neurevision, wobei wir nicht wissen, ob dies nachhaltig etwas bringen wird. Auch der Rennauspuff wurde inzwischen von uns wieder entfernt, da die Vibrationen sowohl den Luftsammler als auch den Auspuff selbst runtervibrieren. Diesbezüglich ist also auch ein ingenieurtechnischer Gedankengang erforderlich, wobei wir noch nicht wissen wie wir hier eine taugliche Lösung finden können. Der Rennpuff bringt aber mehr Leistung als wir gedacht haben.

Soviel Fahrspaß der Wagen auch bereitet, auf Dauer wird nur der Bastler mit dem Wagen glücklich. Der Melkus ist ein charakterstarker Typ der seinem Besitzer aber auch einiges abverlangt. Nicht nur beim Fahren.

Autopista
Geschrieben

Neues aus Dresden.

Nach diversen Einstellarbeiten und mit inzwischen merklich KM auf der Uhr ist der Wagen inzwischen mit dem Auslieferungszustand nicht mehr zu vergleichen.

Der Motor dreht jetzt frei und sauber ab 4000 bis knapp 6000 und gibt dabei konstant Leistung ab. Laut Tacho sind fast 200 zu erreichen, Überholmanöver selbst bergauf sind kein Problem. Der 1,1l Motor gibt alles. Die Kiste geht subjektiv wie die sprichwörtliche Sau. Unglaublich was 75PS in so einem kleinen und windschnittigen Auto können.

Problemstelle bleibt aber das Fahrverhalten. Ich verstehe es einfach nicht, warum der Wagen mit so einem niedrigen Schwerpunkt und mit diesen Reifen (205 vorne/235 hinten) so brutal übersteuern kann. Das Auto kommt immer mit dem Heck. Unglaublich wie gut die Fahrwerke moderner Autos sind. Geradeaus korrigiert man andauernd die Spur, beim Anbremsen schlittert der Wagen und durch die Kurve fährt man nicht, man prügelt die Kiste einfach durch.

Dennoch. 30 min Landstraße. Man steigt aus, nach Schweiss und Benzin stinkend, der Puls erhöht, die Laune auch, den sägenden Dreizylinder noch im Ohr.

Einfach geil.

So hört sich die Kiste übrigends ohne Auspuff und mit Rennvergaser an:

http://www.myvideo.de/watch/4041232/Melkus_Motortest

Autopista
Geschrieben

In der aktuellen Auto Bild Classic wird der Wartburg 353 mit dem Golf I verglichen. Über den Ostwagen heisst es da beim Fahrverhalten:

" Untersteuern, Übersteuern, Wohin steuern? Jedes Rad schlägt einen anderen Kurs ein"

Besser kann man es nicht beschreiben. Der Melkus ist nicht viel besser. Langsam habe ich das Gefühl mehr ist aus dem Auto einfach nicht rauszuholen. Es gibt wohl keinen Sportwagen mit einem noch schlecheren Fahrverhalten.

Aber momentan läuft die Kiste eh nicht. Getriebe kaputt. Mal wieder. :cry:

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