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Andi008

Andi's RS4 Avant!

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Andi008
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Hallo,

gestern war es nun soweit!

Ich habe meine grey lady in Neckarsulm abgeholt, aber seht selbst!:-))!:D:-))!

Ein Traumwagen:-))!

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Alles Gute

Andi

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bodohmen
Geschrieben

Na dann herzlichen Glückwunsch und viel Spaß mit dem Höllen-Kombi oder anders, der zartesten Versuchung, seit es Pampers-Bomber gibt O:-)

RABBIT911
Geschrieben

Glückwunsch zum Baby, hoffe er enttäuscht nicht. :-))!

Die richtigen Sitze hast du auf jeden Fall schonmal drin... O:-)

K-L-M
Geschrieben

Gratuliere,

ich hoffe sehr, daß Du mit Deinem Neuen genau so top zufrieden wirst wie ich mit meinem Alten.:-))! :-))!

Mich würde mal Deine Ausstattung interessieren und der Gesamtpreis. pn ?

Gruß

Klaus

bigpappa
Geschrieben

Glückwunsch Andi!! :-))!

Allzeit knitterfreie Fahrt im (unauffälligen) RS.

Hoffe, du schreibst ab und an ein paar Erfahrungen hier nieder.

tomdude
Geschrieben

Sehr schönes Auto :-))!

Die Ausstattung ist auch nach meinem Geschmack !

Ich weiss, das ist gerade nebensächlich, aber hast Du schon DRM geschützte Itunes Dateien im Navi Plus abspielen können (MMC) ?

Gruss Tom

Spaceframe
Geschrieben

:-))! ...meinen Glückwunsch, super-Auto !

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Hast ja gleich jemanden gefunden der gut drauf aufpasst !:D

Gruß und viel Freude mit dem Wagen :lol: !

Spaceframe

mFKomega
Geschrieben

Glückwunsch zum Neuen.

Ich wünsche Dir immer eine Handbreit Luft ums Blech.

BMW-7er
Geschrieben

Einfach nur toll, Gratulation! :-))! :-))! :-))! :-))!

alpinab846
Geschrieben

Ein Traumauto...Bitte schreib doch mal einen Fahrbericht, wenn "sie" eingefahren ist...

Andi008
Geschrieben

Danke Jungs, wirklich klasse hier im Forum!!!:-))!

Hatte gestern einen super Tag in Neckarsulm, mit allem (Werksführung, 3 -Gänge Menü, ...). Ein dickes Lob an Audi!!!:-))!

So ein Auto zu fahren ist schon etwas besonderes, man merkt es schon auf der Autobahn, wenn sich andere an meine grey lady von hinten saugen und meinen schneller zu sein:D

Am Anfang hatte ich schon schwietzige Hände, aber nach ein paar Kilometer legt sich dies auch. Zum Einfahren muss ich sagen, die ersten 1.000 km bis 4000 drehen (laut Mitarbeiter von Audi) und dann mal sehen ob ich es noch länger aushalte aber ich werde schon bis 3.000 km ein bischen sanfter fahren.

Nun der Oberhammer, bin gestern wirklich gemütlich (ein paar mal schon richtig Gas gegeben:D) nach Hause gefahren ca. 300 Km von Neckarsulm entfernt, im Schnitt ca. 100 km/h, nun stellt Euch vor wie mein Verbrauch war, ich brachte es auf 11,2 l/100km.

Darüber bin ich schon erstaunt! Ich werde mit dieser ersten Tankfüllung schon 500 km kommen.

Heute werde ich mal bei Aral vorbeischauen und Ultimate tanken, vielleicht kennt man einen Unterschied?

Einen schönen Tag

Andi

alpinab846
Geschrieben

Es ist unwahrscheinlich, daß Du was merkst....aber probier es aus.

Telekoma
Geschrieben

Ein nagelneues Auto ist schon ein tolles Ereignis.

Und wenn es dann noch so ein schmuckes ist ! :-))!

Gratuliere.

BMW
Geschrieben

Glückwunsch zum neuen Liebling, schaut in der Farbe richtig toll aus.

Ethan Hunt
Geschrieben

Herzlichen Glückwunsch zum neuen Power-Avant und allzeit gute Fahrt. :-))!

Finde die Kombination einfach traumhaft!

Danke Andi, dass wir Dich über die lange Zeit auf Deinem Weg zum Wunsch RS4 begleiten durften, ganz große Klasse! :-))!:wink:

Gruß

Max

Andi008
Geschrieben

Nochmals Danke an alle!:-))!

Ich bin auch von der Optik überwältigt.:D

Wie findet Ihr nun eigentlich dieses Geschoss ohne Reling, passt wie ich finde bei dieser Farbkombination perfekt!

Wo ich "langsam" nach Hause gefahren bin, hab ich mich schon gefragt, ob ein solches Auto eigentlich noch in dieser Zeit angemessen ist (wie teuer wird der Sprit in 2 Jahren sein, EUR 2,00???) aber nachdem ich schon fast 500 km mit der ersten Tankfüllung gefahren bin und sehr sehr viel Spaß hatte, muß ich sagen das Geld ist das Auto in jeder Hinsicht wert!!!

Wirklich ein klasse RS was Audi auf die Beine gestellt hat!

Bin heute noch garnicht gefahren, meine Füße krippeln schon!:D

Bis dann

Andi

Cadillac
Geschrieben

Von mir aus auch alles gute mit dem super Auto...Allzeit Unfallfreie Fahrt...

Freue mich auch schon auf die ersten Berichte....:-))!

1211
Geschrieben

Herzlichen Glückwunsch!!!!!!!!!

Endlich hat sich dein Traum erfüllt! Ich freu mich für Dich!

Wünsche Dir eine gute und sichere Fahrt!!!

:lol:

pauline964
Geschrieben

glückwunsch andi, wie ist das mit dem wegfall der embleme aus?

hab' nicht gesehen, dass man das bestellen kann.

möchte ich auch haben!

silverphil
Geschrieben

Ein Traumwagen, die Farbkombination ist perfekt! Herzliche Gratulation und allzeit gute Fahrt!

Ich war der Meinung meinen ohne Optikpaket zu bestellen, aber jetzt nach diesen Bildern...

Ich persönlich werde mit Dachrehling bestellen, ist aber sicher eine Geschmacksfrage (haben wir ja schon in einem anderen beitrag diskutiert).

Was ich mich noch gefragt habe, wie wohl die Felgen in Titanoptik mit Daytonagrau wirken? Hat jemand Bilder?

sauber
Geschrieben

Ich kann mich den Vorrednern nur anschliessen! Ein der schönsten Kombis auf dem Markt. Da passt alles Felgen, Farbe, Interieur! :-))! Wirst sicher viel Spass damit haben.

Lässt du die Vmax auf 280 verschieben?

Tanne
Geschrieben

Klasse Auto super Farbwahl :-))! , wie ist in etwa der Unterschied zum alten Rs4 ? , geht der neue besser ??

MFG

Tanne

Paddi-S
Geschrieben

Auch von mir Glückwunsch zum Auto und beschwerden freie Fahrt. Joa Farbkombi ist nicht schlecht, aber warum haste nicht auch die Felgen in Titanoptik genommen. Meinste der Wagen wird dann zu Dunkel? Aber sonst Top Wagen, ohne die Reling sieht er gar nicht mal schlecht aus. Nen bisschen Kompakter finde ich wirkt zumindest auf den Bilder so.

Gruß

Patrik

bmw_320i_touring
Geschrieben

Ich kann Dir auch nur meinen besten Glückwunsch aussprechen und Dir viel Spaß wünschen, was bei diesem Auto nicht schwer fallen wird!

Ich hoffe, Du hast in der letzten Nacht vor der Abholung überhaupt ein Auge zugemacht :wink: .

Er schaut toll aus, wenn er sich fährt, wie er aussieht, bist Du sicherlich mehr als glücklich!

Marc W.
Geschrieben

War das eine Geburt!

HALLELUJA,

es ist vollbracht, Amen

Habe ich eigentlich mal erwähnt, daß ich zwischenzeitig aufgeben wollte? Offen gesagt habe ich damit gerechnet, daß Du eine Woche vor Auslieferung noch mal alles über den Haufen wirfst und einen komplett anderen RS4 bestellst.

Ich gratuliere zu meiner Traumausstattung... :D

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    • Hallo,
      das hier ist mein erster Beitrag und ich möchte mich als BMW M5 F10 Fahrer vorstellen. Ich habe hier oft im Stillen mitgelesen und würde gerne jetzt am Forumsgeschehen aktiv teilnehmen. Dazu habe ich euch meinen Erfahrungsbericht zum M5 hier reingestellt und freue mich auf eine rege Diskussion.
      Viele Grüße Nico

      ----------------------------------------------------------------

      Dieses mal möchte ich einen Bericht über die Power-Limousine von BMW abgeben.
      Ich habe das Fahrzeug als Langstrecken- und generell als Autobahnfahrzeug angeschafft, denn da gehört der M5 meiner Meinung nach als einziges hin.

      Der Motor:

      ist der zentrale Drehpunkt, um den sich der neue M5 überhaupt dreht. Klar war ein V10 auch was tolles, aber man wird ihn fahrleistungsmäßig nicht vermissen, weil die 680nm Kraft immer und sofort zur Stelle sind, man Schub bis in den Begrenzer ohne Nachlassen hat und ganz entspannt bei 130kmh mit 10l Verbrauch und 2000rpm auf der AB cruisen kann. Meiner Meinung nach hat der M5 wirklich 2 Gesichter, zum einen der rationelle Cruiser, ein ganz normaler 5er halt und dann sobald die Sport-Taste gedrückt wird, kommt das Biest zum Vorschein. Die Beschleunigungsleistungen kann man ab 100kmh wirklich ausnutzen (darunter wird man permanent mit der Traktionskontrolle konfrontiert) und sind ungefähr auf Porsche Turbo 997 Niveau.
      Die Eigentliche Sensation ist meiner Meinung nach nicht die Fahrleistung bei 560 PS, sondern der niedrige Verbrauch von 10-13 Litern Super Plus. Im Alltag ist der M5 genauso sparsam wie ein 335i.

      Das Fahrwerk:

      Ein Alleskönner!!
      Comfort-Modus zum Gleiten. Unebenheiten werden gut abgefedert.
      Sport: Hart, mit viel Rückmeldung am Lenkrad, man spürt die Unebenheiten und den Grip an VA und HA.
      Sport Plus: noch härter, eigentlich für den Alltag nicht wirklich zu gebrauchen.
      Die Stabilität und der Geradeauslauf der M5 ist grandios. Bis zur Endgeschwindigkeit von 305 kmh kommt keine Unruhe auf. Es ist erschreckend wie wenig man von der Geschwindigkeit merkt. 200kmh kommen einem wie 120kmh im Normalauto vor.

      Der M5 soll ja laut Autozeitungen auch sehr sportlich in Kurven zu fahren sein. Ich bin der Meinung das die Landstrasse und auch von mir aus der Nürburgring nix für den M5 sind. Ich habe nur den 335i als Vergleich und der ist auch kein Kurvenräuber. Aber der M5 ist nochmal behäbiger. Da können auch das super Fahrwerk ohne Seitenneigung und die dicken 295er Hinterreifen nichts ändern. Das Sperrdifferential macht dabei jedoch eine gute Arbeit. Man kann jedenfalls aus den Kurven gut rausbeschleunigen.

      Die Bremsen:

      Die Bremsen sind ausreichend dimensioniert, dennoch bremst der M5 als 2 Tonnen-Klotz nicht mit der Leichtigkeit eines Kleinwagen und schon gar nicht eines Sportwagens. Die Bremsen verschleissen dementsprechende im Rekordtempo wenn man es drauf anlegt. Auch auf der HA ist (wahrscheinlich ESP bedingt) relativ viel Verschleiss zu verzeichnen.

      Die Schaltung:

      Das DKG ist wirklich gut gelungen und dem Doppelkupplungsgetriebe von Audi ebenbürtig. Man kann 3 Schaltzeiten konfigurieren von ganz gemütlich bis ultraschnell. Im schnellesten Modus wird wirklich stufenlos und ohne Ruck geschaltet. Die Schaltzeiten sind auf Sportwagenniveau, was auch sicherlich den grandiosen Durchzug des M5 mitbedingt.

      Das ESP/Traktion:

      Traktion hat der M5 reichlich, doch sollte man den Gasfuss mit Köpfchen einsetzen. In den ersten 3 Gängen ist eine volles durchbeschleunigen fast nicht möglich. Auch im Trockenen ist mehr als 3/4 Gas nicht möglich. Die Dosierung des Gaspedals ist je nach Modus schärfer aber insgesamt etwas inhomogen. Drückt man das Pedal im ersten Drittel durch passiert wenig, im zweiten Drittel ist man gut unterwegs, erst im oberen drittel bekommt man die vollen 560PS.
      Die Physik kann man nicht überlisten, dennoch schafft der M5 seine Werksangaben von 4,4 sec auf 100kmh. Auf der AB kann es auch mal sein das die Traktionskontrolle im 3. oder 4. Gang bei 150 oder 180kmh nochmal aufleuchtet. Den Regeleingriff merkt man zwar nicht, aber das permanente flackern des gelben Lämpchens schon.

      Sonstiges:

      Der M5 ist von aussen wirklich laut im Sport-Modus. Man merkt es jedoch im Innenraum überhaupt nicht, daher kommt kein wirkliches Sportwagenfeeling auf. Es kann sein das man durch die Wohnsiedlung fährt und der Nachbar zwei Strassen weiter sagt das er einen schon gehört hat. Die Akzeptanz und der Sozialneid in Bezug auf den M5 sind ausgewogen. Ich habe schon alles erlebt von blöden Sprüchen an der Tanke, bis hin zu "Daumen hoch" von Passanten. Alles in allem ein Wagen der auffällt, zwar vielleicht nicht wie ein Porsche oder Lamborghini aber dennoch wissen viele Leute was da auf der Strasse rollt, trotz der relativ zivilen Optik des M5.

      Fazit:

      Der M5 ist sehr gut gelungen und voll alltagstauglich bei brachialen Fahrleistungen. Gut kontrollierbar und gut dosierbar verdient er meiner Meinung nach das Lob der Presse zurecht. Er fährt in derselben Liga wie die AMGs oder auch der Porsche Panamera.
    • Hallo Sportwagenfans,
      nach 1,5 Jahre artgerechter Einfahrzeit möchte ich Euch von den Erfahrungen mit meinem Aventador S berichten. Dies ist mein erster Beitrag in dem Forum obwohl ich schon seit einigen Jahre immer wieder mitlese. Ich denke, dass für den einen oder anderen ein paar interessante Fakten dabei sind da im Internet leider eine Menge an Halbwissen und falschen Vermutungen von Einigen verbreitet wird die den Aventador S nur oberflächlich oder so gut wie gar nicht kennen.
       
      Vorweg, ich bin seit über zwei Jahrzehnte leidenschaftlicher Porschefahrer und besitze noch mehrere Autos und Motorräder. Den Porsche mit dem hohen Perfektionsgrad möchte ich zur täglichen Fahrt, Sommer wie Winter keinesfalls vermissen. Bei jedem neuen Modellwechsel wurde die Leistung erhöht, der Verbrauch weiter optimiert und die Beherrschbarkeit durch Assistenzsysteme derart verbessert, dass man immer weniger falsch machen kann obwohl man deutlich schneller unterwegs ist - dies ist eine enorme Ingenieursleistung von Porsche. Jedoch ging über die Jahre ein wenig der Reiz verloren, das Geräuschverhalten wurde immer weiter gezähmt und die Stückzahlen steigen und steigen. Bei uns im Ländle (zwischen Stuttgart und Bodensee) steht fast in jeder zweiten Hofeinfahrt bzw. Garage ein Porsche - nicht falsch verstehen, als echter Porschefan freu ich mich über jeden Handwerkermeister oder Landwirt bzw. Biostromproduzenten der sich so etwas leistet. Es gibt hier kein schnelles Internet, dafür schnelle Autos! Selbst mit einem GT2 oder GT3 fällt kaum noch auf da sich alle neueren 911er ziemlich ähnlich sehen.
       
      Von daher ergänzte ich meinen Fuhrpark vor über 7 Jahre mit einem damals aktuellen und sehr schönem LP560. Da es damit keine Qualitätsprobleme gab und ich nur gute Erfahrungen bezüglich Zuverlässigkeit inkl. der professionellen Betreuung durch den Händler machen konnte bestellte ich mir nach genauer Überlegung einen aufregenderen Aventador S. Er ist für mich heute die optimale Ergänzung und bietet noch genau den Reiz der im Laufe der fortschreitenden Fahrzeugentwicklung mit verschärften Euronormzertifizierungen verloren gegangen ist.
       
      Auf einen SVJ wollte ich aufgrund der Unsicherheit überhaupt noch einen in gewünschter Ausstattung zu bekommen nicht noch länger warten. Heute bin ich froh, dass ich einen neuen selbst konfigurierten Aventador S besitze. Das cleane Design und die klare Linienführung ohne dem Spoiler- und Flügelwerk ist ein einzigartig harmonisches Kunstwerk. Eventuelle Wertsteigerungen oder Wertverluste sind mir dabei ganz egal, ich möchte den Fahrspaß für den ein Aventador entwickelt wurde und keine tote Kapitalanlage.
       
      Die Verarbeitungsqualität war bei meinem LP560 schon hervorragend und ist beim Aventador S (mit Baujahr 2018) noch besser geworden, auf höchstem Niveau. Es scheint so als würden sich die gehobenen Qualitätsanforderungen vom Mutterkonzern richtig gut auf Lamborghini auswirken. Vor allem die Lackqualität (NeroAldebaran) ist das Beste was ich jemals bekommen habe. Gleichmäßige Spaltmaße und die homogene Klavierlackqualität von Vorne bis Hinten runden das Gesamtbild ab. Im Vergleich dazu ist das was in diesem Preis- und Sportwagen-Segment aus Maranello kommt sehr bescheiden und für mich nicht passabel wenn man jahrzehntelang Porsche- bzw. AUDI-Qualität gewohnt ist (sorry, rein objektive Feststellung ohne alle Emotionen).
       
      Folgendes zum Getriebe, da dieses immer wieder kritisiert wird: Im Aventador wird ein sehr kompaktes und automatisiertes 7-Gang Schaltgetriebe mit hoher Effizienz eingesetzt, ohne den Durchtriebsverluste eines Doppelkupplungs- oder Lastschaltgetriebe. D. h. während beim Aventador nach dem Schaltvorgang nur das Ausrücklager entlastet werden muss um die Kupplung zu schließen wie bei jedem Handschaltgetriebe, müssen die Lastschaltgetriebe permanent über eine Hydrauliksystempumpe genügend Druck auf die Lamellenpakete mit mindestens 2 oder mehreren Reibflächen bringen um den Kraftschluss sicherzustellen. Besonders bei Motoren mit hoher Momentabgabe wird ein signifikanter Anteil der Antriebsleistung zum Sicherstellen der Kraftübertragung benötigt um ein Aufreißen der Lamellen zu verhindern, während der Aventador mit Schaltgetriebe die gesamte Antriebsleistung für den Vortrieb nutzen kann. Im Vergleich zum Doppelkupplungsgetriebe existieren hier auch keine Reibungsverluste zwischen den Lamellenflächen der geöffneten Kupplung wenn die andere des aktiven Antriebstrang zur Kraftübertragung geschlossen ist. Was sich besonders bei hohen Drehzahlen positiv (auf die Höchstgeschwindigkeit) auswirkt.
       
      Am Besten schaltet man das automatisierte Schaltgetriebe manuell. Das Gaspedal wird im richtigen Moment beim Schaltvorgang kurz angehoben und im festen Gang wieder Vollgas gegeben (falls erforderlich). Dadurch lassen sich hektische Schaltschläge und unangenehme Lastwechselreaktionen effektiv vermieden. Wenn man richtig reagiert und das Prinzip begriffen hat macht das Ganze einen Höllenspaß und der Aventador ist brutal schnell unterwegs.
       
      Die Herausforderung Mensch und Maschine in Einklang zu bringen bzw. den Stier an den Hörner zu packen und zu zähmen ist genau der besondere Reiz was bei den heute üblichen automatisierten und assistenzsystemunterstützten (fast idiotensicheren) Fahrzeuge immer mehr fehlt.
       
      Motor: Im Aventador S arbeitet der 6,5-Liter-V12-Sauger noch mit nachhaltiger und robuster Saugrohreinspritzung. Er darf (bis auf die Katalysatoren) ohne Partikelfilter und Abgasturbolader frei aus- und einatmen wie ein wildes Tier. Aus meiner Sicht ist es kein Fehler, dass Lamborghini auf eine aufwändige Direkteinspritzung mit Hochdruckpumpe (hohe Temperatur und Druckbelastungen der Einspriztventile im Brennraum mit komplexerer, voluminöserer  Zylinderkopfkonstruktion) beim V12 verzichtet hat. Die Wirkungsgradvorteile der Verdampfungsenthalpie (Kühlung des Brennraum bei der Einspritzphase durch Energieaufnahme beim Aggregatzustandswechsel) werden signifikant verschlechtert, wenn der Auslass des Direkteinspritzer zusätzlich mit einem großem und schweren Partikelfilter vollgestopft werden muss um die neue Euronorm zu erfüllen. Von den negativen Auswirkungen aggressiver Verbrennungsrückstände an Einlassventile, Ventilsitze, Kolbenringe und den hochbelasteten Einspritzventile im Brennraum ganz zu schweigen. Hinsichtlich potentieller, zukünftiger Klassiker sind robuste Konstruktionen mit möglichst konventioneller Technik besonders relevant wie hier z. B. die vom Kühlwasser umströmten, reparaturfreundlichen Zylinderlaufbuchsen bei denen die Kolben nicht direkt im Motorblockmaterial mit all den typischen tribologischen Schwierigkeiten laufen müssen.
       
      Ab 5000 U/min fühlt sich der V12 richtig wohl und zieht dabei ohne mit der Leistung nachzulassen brutal schnell bis 8500 U/min in den Drehzahlbegrenzer. Im Vergleich zu den heute üblichen, aufgeladenen Sportwagenmotoren mit wesentlich höheren Literleistungen bricht bei dem Sauger die Leistungsabgabe bis in die höchste Drehzahlregionen unter Volllast nie ein da ein zunehmender Hitzestau aufgrund heiß laufender Laderkomponenten hier absolut kein Thema ist. Bezüglich Standfestigkeit gilt ganz klar die alt bewährte Formel - Hubraum ist durch nichts zu ersetzten. Hohe Drücke bei hohen Temperaturen wirken sich generell sehr negativ auf die Dauerfestigkeit aus!
       
      Schaltet man unter Volllast kurz vor dem Drehzahlbegrenzer die Gänge durch landet man recht zügig mit der Schaltung vom 6. im 7. Gang bei ungefähr 7500 U/min und über 330 km/h, was dank der 12 Zylinder einer schonenden Kolbengeschwindigkeit von 19 m/s entspricht. Er schreit sich dabei die Seele aus dem Leib ähnlich einem Formel1-Aggregat aus den 70er Jahre. Im direkten Vergleich mit voll geöffneten Klappen ist der Aventador S sogar noch lauter als der SVJ mit dem höhergelegtem Auspuff – probiert es mal aus, wichtig ist dass die Klappen beim S in den äußeren dicken Rohre dabei vollständig geöffnet bleiben.
       
      Es ist eine wahre Freude wie unnachgiebig und lässig der V12 jenseits der 340 km/h auch noch auf den üblichen Autobahnsteigungen immer weiter schiebt bis in den Höchstgeschwindigkeitsbegrenzer - den Begrenzer konnte ich leider nicht mehr erreichen da zu viele Beckenrandschwimmer auf der rechten Fahrspur aufgetaucht sind (hoffe, dass bald wieder eine Fußballmeisterschaft kommt und die meisten vor der Glotze hocken). Selbstverständlich werde ich niemand in irgendeiner Weise durch die schnelle Vorbeifahrt erschrecken oder in Bedrängnis bringen nur um zu kontrollieren ob der Höchstgeschwindigkeitsbegrenzer bei 8000 U/min und 362 km/h nach Tacho oder erst bei 366 und 8070 U/min einsetzt. Das hat man als Aventador-Fahrer überhaupt nicht notwendig, allein aufgrund der physikalischen Gegebenheiten hat das Fahrzeug bezüglich Topspeed gewaltiges Potenzial.
       
      Das Überholprestige ist das Beste was man sich (ohne Blaulicht) vorstellen kann und spart eine Menge Nerven. Über die Hälfte der Verkehrsteilnehmer machen bereitwillig Platz, wenn sie so etwas breites und flaches im Rückspiegel bemerken. Bei den übrigen Kandidaten schaltet man nur 2 bis 3 mal kurz runter um bei über 6000 U/min den bestialischen Formel1-Sound zu aktivieren. Mit dem Aventador ist dadurch ein dichtes Auffahren oder stressiges Drängeln komplett unnötig.
       
      Die niedrige Gesamthöhe von 1,13 m mit der dadurch resultierenden geringen Projektionsfläche und den beim Aventador S nicht vorhandenen abstehenden Spoiler wirken sich sehr positiv auf den Luftwiederstand und die Höchstgeschwindigkeit aus. Mehr Abtrieb benötigt er auch nicht da er im Vergleich zum SVJ rein statisch ein Mehrgewicht von 22 kg auf die Vorderachse und 50 kg mehr auf die Hinterachse bringt. Dass der S dabei ohne die weicheren Sportreifen des SVJ in der Beschleunigung von 0 auf 100 nur 0,1s, von 0 auf 200 nur 0,3s und von 0 auf 300 nur 0,2s länger benötigt ist ein Witz (Messwerte AutoBild Sportscars).
       
      Längere Staus bei einer rekordverdächtigen Affenhitze (Ende Juli) mit gemessener Außentemperatur von 41°C zwischen den reflektierenden Betonfassaden im Großstadtverkehr lässt sich mein komplett schwarzer Aventador S nicht im geringstem negativ anmerken. Die Temperaturen bleiben bei maximal aktivierter Klimaanlage stabil im Mittleren Bereich (ca. 100°C Öl und 90°C Wasser). Lamborghini hat die Kühlungskapazität über die Jahre immer weiter optimiert - perfekt für die Heißländer mit wohlbetuchter Kundschaft. Blickt man durch den Rückspiegel, wenn die großvolumigen Gebläse mit hohen Drehzahlen am Heulen sind flimmert nur so die Luft über dem Heck wie bei einem Kampfjet mit Nachbrenner beim Start. Überall freuen sich die Passanten und animieren einem zum Gas geben, so macht das Stehen im Stau bei den recht unangenehmen Außentemperaturen auch noch richtig Spaß. Echt verwunderlich, der brutale V12-Sound würde von anderen PKWs niemals in der Ausprägung so positiv akzeptiert werden.
       
      Fahrwerk: Die aktive Hinterradlenkung ist für den Aventador ein richtiger Segen und eine wesentliche Verbesserung im Vergleich zum Vorgänger. Damit lässt es sich richtig wendig um die Ecken fetzen wie bei einem viel kleinerem Auto mit kurzem Radstand. Der Allrad verspannt sich beim Abbiegen weniger und er hat in engen Kurven eine bessere Traktion weil die Hinterräder aktiv in die richtige Position gelenkt werden - er bringt dadurch die Leistung generell effektiver auf die Straße. Jedoch muss man sich bei den sehr hohen Geschwindigkeiten an die mitlenkenden Hinterräder gewöhnen. Er bleibt immer präzise und stabil in der Spur, wenn das Lenkrad möglichst ruhig geführt wird.
       
      Die magneto-rheologische Dämpfung lässt sich von hart bis knall-hart verstellen, für den artegerechten Umgang voll ausreichend, jedoch nichts für Weicheier. Das aufwändige Pushrod System mit den horizontal liegenden Dämpfer an Vorder- und Hinterachsaufhängung ist absolut das Beste was im Sport- und Rennwagenbau existiert.
       
      Das Infotainment habe ich außer ein paar dringender Telefonate in den ganzen 1,5 Jahre noch nie benötigt obwohl ich die nicht gerade günstige Sensonum-Musikanlage mitbestellt habe. Mit dem Aventador fahre ich auch nicht nach dem Navi sondern frei Schnauze dahin wo es mir gefällt und ich möglichst freie Fahrt habe oder freundlich Platz gemacht wird. Fakt ist; das richtige Sound- und Entertainment-System sitzt beim Aventador hinter den Sitzen im Motorraum in Form von 12 Zylinder! In 10 oder 20 Jahre ist das heute schon wieder veraltete Infotainment vollkommen irrelevant. Für einen angehenden V12-Klassiker zählen robuste und konventionelle Technik in einem einzigartigen Design. Wer ein Fahrzeug mit hochmodernem Multimediasystem sucht liegt hier völlig falsch und kauft sich am besten jedes Jahr ein billigeres Multimediavehikel.
       
      Der Verbrauch von 20 bis 30 L/100km entspricht keinem kränkelndem Spritsparwunder, sondern ganz den Fahrleistungen eines robusten, großvolumigen V12 und man darf sich öfters auf die Gaudi beim Tanken freuen. Da ist immer was los, 95% der Passanten sind dabei total begeistert. Den restlichen 5% (meist Artenschützer bzw. Hobbynaturschützer) erklärt man recht freundlich und fundiert, dass es sich dabei nicht nur um ein Fortbewegungsmittel zum sinnlosen Drauflosfahren handelt sondern um eine kunstvolle Synthese aus atemberaubendem Design und einer klassischen frei atmenden, vom Aussterben bedrohten V12-Verbrennungskraftmaschine mit artgerechtem Bewegungsdrang und Geräuschverhalten.
       
      Ein paar Nachteile oder kleinere Spaßbremsen muss es natürlich auch geben. Der Aventador ist generell nur sehr eingeschränkt alltagstauglich und höchstens als Zweit- oder besser als Drittwagen geeignet. Im Innenraum auf der Fahrerseite sind außer dem winzigen Fach in der Mittelkonsole keine Staufächer oder Ablagemöglichkeiten vorhanden. Nur in Verbindung mit dem Reisepaket für schlappe 952€ Brutto gibt es zwei Becherhalter in denen ich mein Handy mit Geldbeutel platzieren kann und ein zwingend erforderliches Gepäcknetz hinter den Sitze damit nicht alles durch die Gegend fliegt.
      Allein aufgrund seiner Dimensionen kann man nicht einfach einsteigen und drauflosfahren wie mit jedem anderen Auto. Die Sicht ist im Allgemeinen und Besonderem nach hinten extrem eingeschränkt. Hoch hängende Ampeln sind aufgrund der fast auf dem Boden liegenden Sitzposition kaum im Sichtbereich und alle andere Verkehrsteilnehmer schauen auf einem herab. Die Rückfahrkamera und das Liftsystem sind fast immer erforderlich. Da der Aventador ohne Rückspiegel schon über zwei Meter breit ist muss man sich vorher genau überlegen ob man in eine schmälere Straße einfahren kann oder z. B. mit Verengungen aufgrund geparkter Autos rechnen muss. Hohe Randsteine sind der blanke Horror! Permanent muss ich auf genügend Abstand zum filigranem Felgenhorn meiner schwarz beschichteten Diantus mit der extrem niederen Querschnittsbereifung achten.
       
      Beim Überholen eines LKW oder Landmaschine ist auf den schmäleren Land- oder Kreis-Straßen ein cooles Vorbeiquetschen wie z. B. mit dem 911er unmöglich, wenn der Andere nicht freiwillig auf den Straßenrand fährt. Enge Kurven machen gewaltigen Spaß und liegen dem Aventador S mit ordentlicher Querbeschleunigung richtig gut, nur darf nichts Breites entgegenkommen oder die Straße muss breit genug sein!
       
      Fazit: Die Unterhaltskosen gehen voll in Ordnung bei dem was er vor allem an Highspeed-Fun, atemberaubender V12-Soundkulisse, exklusivem Fahrfeeling, außergewöhnlichem Design und Überholprestige bietet. Da gibt es noch kostspieligere Exoten, die kaum schneller sind, schlechter verarbeitet sind und eine anfällige Technik ohne die notwendige Entwicklungstiefe mit ausreichender Erprobung haben. Ich möchte hier keine langwierige Milchmädchenrechnung aufstellen, kurz zusammengefasst kostet er wesentlich mehr wie mein ehemaliger Gallardo oder ein Huracan, aber nicht ganz das Doppelte. D. h. wer am besten gleich mit den doppelten Unterhaltskosten eines Huracan rechnet kommt mit den Ausgaben für den Aventador ganz gut klar.
       
      Wir können gespannt sein was bei den Ideen unserer Gesetzgeber noch von diesem einzigartigen, brutalen Fahrspaß ab kommender Euro7-Norm beim Nachfolger erhalten bleiben darf. Ich bin echt glücklich, dass ein pures Spaßfahrzeug in der Form noch eine Zulassung bekommen hat und ich diesen Aventador S mit all seinen aufregenden, ungefilterten Eigenschaften inkl. dem atemberaubenden Design, noch lange bis ins Rentenalter fahren kann während meine Alltagsauto immer geräuschloser, elektrischer und autonomer (langweiliger) werden.
       

    • Um die Zukunft des V8-Motors steht es nicht besonders gut, der politische Zwang will es so. Und das trotz redlicher Bemühungen, den CO2-Ausstoß u.a. durch Direkteinspritzung, Aufladung, Zylinderabschaltung und Segelfunktion zu reduzieren. So wird es beispielsweise für die kommende Audi-Baureihe A6/S6/RS6 ab Anfang 2018 keinen V8-Motor mehr geben. Ja, ganz richtig, selbst der RS6 wird keinen V8-Motor mehr erhalten! Dabei bieten die grundsätzlichen Anlagen der V8-Maschine m.E. keinen wirklichen Anlaß, diesen Motorentyp infrage zu stellen. Freilich, schiere Leistung kann man heute auch mit Motoren geringerer Zylinderzahlen standfest erzeugen. Der Ford GT ist hierfür ein aktuell sehr gutes Beispiel: Dessen V6-Biturbomotor "Ecoboost" bringt es immerhin auf über 650 PS und 746 Nm und seine Standfestigkeit hat das Triebwerk bereits in Le Mans 2016 gezeigt. Was also sind die Vorzüge eines V8-Motors, deretwegen man an ihm festhalten sollte?

      Klassische V-Motoren zeigen, unabhängig der Zylinderzahl, ein besonderes Merkmal: Die zwei Pleuelstangen des jeweils gegenüberliegenden Zylinderpaares laufen auf einem gemeinsamen Hubzapfen der Kurbelwelle. Dabei spielt der Bankwinkel des V keine Rolle, denn auch bei einigen Motoren mit horizontal gegenüberliegenden Zylindern greifen zwei Pleuel auf einen gemeinsamen Hubzapfen zu.
       


      Triebwerke wie die des Porsche 917 werden deshalb trotz des 180° Bankwinkels nicht den Boxer-, sondern den V-Motoren zugeordnet. Beim Boxermotor, wie er für den Porsche 911 charakteristisch ist, laufen die Pleuel der gegenüberliegenden Zylinderpaare dagegen auf separaten Hubzapfen, die gegeneinander um 180° versetzt sind. Daraus folgt unmittelbar, daß im V-Motor der Versatz der beiden Zylinderbänke durch die Breite des Pleuelfußes bestimmt wird, beim Boxer beträgt er hingegen einen halben Zylinderabstand. Der V8-Motor ist deshalb nur unwesentlich länger als ein Reihenvierzylinder mit gleichem Zylinderabstand. Bei Bedarf läßt sich der Bankversatz durch die Verwendung ineinandergreifender Gabelpleuel sogar vollständig vermeiden, wie es z.B. Harley-Davidson macht.


       
      Die prinzipiell sehr kompakte Bauweise der V8-Motoren macht sie auch für Hybridantriebe interessant, indem man sie mit einer zusätzlichen E-Maschine am Kurbelwellenflansch versieht. Der Porsche 918 Spyder hat diese Möglichkeit eindrucksvoll umgesetzt.

      Der Bankwinkel des V-Motors beeinflußt die Motorhöhe und -breite sowie die Lage des Schwerpunkts in der Hochachse. Idealerweise wird er bei V-Motoren so gewählt, daß sich ein gleichmäßiger Zündabstand ergibt, um Vibrationen zwischen den beiden Zylinderbänken zu vermeiden. Für den Viertakt-V8-Motor bedeutet das: 720° Zyklenwinkel, also zwei Kurbelwellenumdrehungen für ein vollständiges Arbeitsspiel geteilt durch die Zylinderzahl 8, ergeben 90° Bankwinkel oder ein ganzzahliges Vielfaches davon. Beim Viertakt-V6-Motor wird für eine regelmäßige Zündfolge ein Bankwinkel von 120° benötigt, was in der Regel mit einer unerwünscht großen Baubreite verbunden ist, weshalb der V6 häufig ebenfalls mit einem Bankwinkel von 90° ausgeführt wird. Zur Kompensation der sich daraus ergebenden, ungleichmäßigen Zündfolge bedient man sich eines Kunstgriffs: Der „falsche“ Bankwinkel wird durch einen zusätzlichen Versatz der Hubzapfenkröpfungen an der Kurbelwelle ausgeglichen. Dies erfordert sogenannte Split-Pin-Kurbelwellen (a) oder sogar Einzelkröpfungen, sogenannte Flying Arms (b), mit einem Winkelversatz um den fehlenden Betrag. Bei einem V6 mit einem Bankwinkel von 90° beträgt dieser folglich 30°.



      In der Grundauslegung eines V8-Motors gibt es einen weiteren wichtigen Parameter: die Anordnung der Kröpfungen auf der Kurbelwelle. Diese beeinflußt entscheidend die prinzipielle Charakteristik des Triebwerks, entweder maximales Leistungspotenzial oder bestmöglicher Ausgleich der freien Massenkräfte und -momente. Aufgrund der kinematischen Kopplung im Kurbeltrieb entstehen die Massenkräfte aus der oszillierenden Bewegung von Kolben- und Pleuelmassen. Je nachdem, ob diese Massenkräfte ein- oder zweimal pro Kurbelwellenumdrehung entstehen – etwa durch die Kolbenbewegung auf- oder abwärts –, spricht man von Kräften erster oder zweiter Ordnung der Motordrehzahl. Ergibt sich für die freien Massenkräfte zudem noch ein Hebelarm in Bezug auf die Motormitte, entstehen daraus freie Massenmomente. Freie Massenkräfte und/oder -momente machen sich bei steigender Drehzahl in Form von zunehmenden Vibrationen bemerkbar, die gerade in der ersten und zweiten Ordnung als unangenehm empfunden werden und nur teilweise durch die Motorlager entkoppelbar sind. Im Wesentlichen kommen in klassischen V8-Motoren daher zwei Kröpfungsvarianten vor: die „Kreuzwelle“, bei der die Hubzapfen der vier Zylinderpaare jeweils in einem Winkel von 90° zueinander stehen (Cross-Plane, für die Kurbelwellenzapfen im 90°-Winkel, siehe Abbildung), und die „flache Kurbelwelle“, bei der alle Hubzapfen auf einer gemeinsamen Ebene liegen (Flat-Plane, für die 180°-Kurbelwelle, siehe Abbildung).


       
      Der Cross-Plane V8-Motor punktet seit jeher bei einem besonders wichtigen Kriterium: Ausgeprägte Laufruhe und Vibrationsfreiheit. Denn obwohl sich der erste und letzte Kolben jeder Zylinderbank nicht in derselben Position befinden und somit Vibrationen erzeugen, können diese sehr einfach durch Gegengewichte reduziert werden. Dies ist jedoch nur bei einem V-Motor mit 90° Bankwinkel und nicht versetzten Hubzapfen möglich - also nur beim V8. Der Grund hierfür ist der, daß die Gegengewichte gegenüber des Hubzapfens angebracht werden müssen, und sich somit bei einem Reihenmotor zur Seite bewegen, während der Kolben sich auf oder ab bewegt. Aufgrund des V8-Bankwinkels von 90° gleicht dieses Gegengewicht aber genau jene Kräfte aus, die durch den zweiten Kolben auf dem Hubzapfen (aus der um 90° gedrehten, anderen Zylinderbank) hervorgerufen werden. Cross-Plane V8-Motoren laufen daher mit besonders überzeugender Ausgeglichenheit.

      Typisch für den Cross-Plane V8-Motor ist auch das charakteristische Mündungsgeräusch, das „Brabbeln“. Es hat seine Ursache im Gasaustausch im Motor, der nicht optimal ist. Ein verlustarmer Ladungswechsel ist aber eine Grundvoraussetzung für die optimale Ausnutzung des Hubraums in puncto Zylinderfüllung und Liefergrad und damit des Leistungspotenzials. Grundsätzlich kann der Ladungswechsel durch zwei Effekte behindert werden: Strömungswiderstände in der Ein- und Auslaßstrecke, oder ein unvollständiger Gasaustausch und damit eine Restgasmenge im Zylinder. Heißes Restabgas fördert zudem bei Ottomotoren die Klopf-Neigung. Anhaltendes Klopfen führt unausweichlich zu Kolbenschäden. Um dies unter allen Umständen zu vermeiden, muß eine Klopfregelung geeignet eingreifen – die Zündung kann damit aber nicht mehr zum thermodynamisch optimalen Zeitpunkt erfolgen, was zu entsprechenden Einbußen im thermischen Wirkungsgrad führt. Ein V8-Motor mit Cross-Plane Kurbelwelle weist dieses Restgasproblem in besonders ausgeprägter Form auf, d.h. trotz der im Allgemeinen gleichmäßigen Zündfolge beim Gesamtmotor mit 90° Bankwinkel verbleibt eine ungleichmäßige Zündfolge je Zylinderbank. Dabei zünden zwangsläufig immer zwei Zylinder einer Bank direkt nacheinander (90° Zündabstand). Konkret bedeutet das, daß der Auslaß-Druck-Impuls des späteren Zylinders bereits erfolgt, wenn die Auslaßventile des vorher gezündeten Zylinders noch offen stehen. Folglich wird Abgas in diesen Zylinder zurück gedrückt, wodurch die Qualität des Ladungswechsels leidet. In der Praxis konnte dieser Nachteil bisher nur mit höherem Aufwand kompensiert werden, z.B. durch entsprechend große Längen der einzelnen Abgaskrümmerrohre – hier liegen die Grenzen jedoch meist im Fahrzeug-Package – oder durch bankübergreifende Abgaskrümmer für V-Motoren, bei denen die Auslaßseite direkt im V-Winkel liegt. Eine jüngere Porsche-Entwicklung hat an dieser Stelle einen neuen Weg beschritten: Mit spezifischen Steuerzeiten für jeden einzelnen Zylinder wird das Restgasproblem mit minimalem Aufwand eliminiert, was sowohl in der Simulation als auch am Motorprüfstand nachgewiesen werden konnte.


       
      Die Kurbelwelle eines Flat-Plane V8-Motors sieht aus wie die eines Reihenvierzylinders. Die Ähnlichkeit zum Vierzylinder kommt dabei nicht von ungefähr: Der Flat-Plane-V8 verkörpert den initialen Gedanken, der zur Entwicklung von V8-Motoren führte, nämlich zwei Reihenvierzylinder in Winkelanordnung zu kombinieren. Daraus resultieren auch die grundsätzlichen Vor- und Nachteile dieser Konfiguration. Die freien Massenkräfte des Vierzylinders bleiben in der zweiten Ordnung erhalten und summieren sich in der V-Anordnung vektoriell. Der Ladungswechsel wird dagegen deutlich harmonischer. Die Zündung beim Flat-Plane-V8 springt von einer Zylinderbank zur nächsten, wodurch die Restgasproblematik des Cross-Plane-V8 entfällt. Aufgrund des gleichmäßig wechselseitigen Ausschiebens der Abgase ergibt sich aber auch ein völlig eigenständiger Motorensound, der nach eben zwei Reihenvierzylindern klingt – schrill und aggressiv. In der Summe dieser Eigenschaften qualifiziert sich der Flat-Plane-V8 eher für den Einsatz in Hochleistungssportwagen, wie etwa Ferrari oder dem Porsche 918 spyder.

      Während der Zündabstand den Kurbelwellendrehwinkel angibt, der zwischen der Zündung zweier Zylinder zurückgelegt wird, definiert die Zündfolge die eindeutige Sequenz der Zylinder nacheinander. Bank- und Kröpfungswinkel lassen dabei als geometrisch fixe Größen nur bestimmte Reihenfolgen zu. Die jeweilige Anordnung definiert, welcher Kolben wann seinen oberen Totpunkt (OT) durchläuft. Zündfolgen von Flat- und Cross-Plane-Motoren unterscheiden sich deshalb prinzipiell. Moderne Flat-Plane-V8-Motoren feuern fast durchgängig in identischer Sequenz; bei den Cross-Plane-V8-Motoren sind es hingegen im Wesentlichen fünf herstellerspezifische Zündfolgen. Dabei ist bereits ein Umstand berücksichtigt, der leicht Verwirrung stiften kann: Weltweit gibt es unterschiedliche Definitionen, welcher Zylinder als erster gezählt wird und wie die weiteren Brennräume beziffert werden. Dadurch ergeben sich scheinbar andere Zündfolgen. Um diese Effekte der unterschiedlichen Zylinderzählung bereinigt, reduziert sich die Varianz der Zündfolgen verschiedener Hersteller deutlich.

      Beginnt man die Zündfolgenzählung stets mit Zylinder 1 nach DIN 73021, ergeben sich beim Flat-Plane V8 theoretisch je Drehrichtung acht mögliche Zündfolgen. Beim Cross-Plane-Motor sind es 16, da hier die Winkellage der mittleren Hubzapfen austauschbar ist:


       
      Jedoch wird nicht jede theoretisch mögliche Zündfolge auch praktisch umgesetzt. Ziel ist stets der bestmögliche Kompromiß zwischen den Kriterien Ladungswechsel / Beanspruchung der Kurbelwellenhauptlager / Schwingungsanregung des Kurbeltriebs durch Verformung der Kurbelwelle unter Last / Drehungleichförmigkeit. In der Summe der Eigenschaften ist z.B. die Zündfolge 1-3-7-2-6-5-4-8 die beste Wahl für eine maximale Robustheit der Kurbelwellenlagerung.

      Fazit:
      Die Aufteilung des Gesamthubraums in viele Einzelzylinder ergibt eine gleichmäßige Drehmomentabgabe und damit Laufruhe. Beim V8-Motor im Viertaktverfahren sind es somit vier Krafthübe je Kurbelwellenumdrehung. Größere Zylinderzahlen als 8 bieten noch mehr Laufruhe und dadurch Komfort, haben aber durch eine größere Baulänge und ein höheres Aggregatgewicht Nachteile in der Fahrzeugarchitektur und der Achslastverteilung zur Folge. Bei Sportwagen zum Beispiel läßt sich dies durch eine Mittelmotoranordnung oder bei Frontmotoren durch konsequentes Einrücken eines Zehn- oder Zwölfzylindermotors zur Fahrzeugmitte hin nur bedingt kompensieren, denn für Fahrer und Beifahrer bedeutet das räumliche Einschränkungen – was wiederum bei Luxuslimousinen kein gangbarer Weg ist. Hier geht die Motorbaulänge deshalb vollständig in die Längsgeometrie des Fahrzeugs ein, führt etwa beim V12-Motor zu einem längeren Radstand oder Überhang und somit zu Nachteilen in der Agilität des Fahrzeugs. Sonderbauformen wie der W12 kompensieren diesen Nachteil des klassischen V12, allerdings mit deutlich höherem technischem Aufwand. Die schlagkräftigen Vorzüge eines klassischen V8-Motors sind ein geringer Bauraumbedarf bei einfacher Triebwerksarchitektur, hoher Leistungsdichte sowie hervorragender Laufruhe und Vibrationsarmut zwischen den Zylinderbänken.  Deshalb sollte der V8-Motor auch in Zukunft  seinen festen Platz bei der Motorisierung hochwertiger Fahrzeuge behalten – nicht nur als Ikone, sondern aufgrund der Summe seiner technischen Eigenschaften.
       
    • Wer hat noch Bilder vom Audi R8?
    • Hallo Leute,
       
      Wie ihr ja inzwischen mitbekommen haben dürftet, fahre ich meinen Lamborghini Huracan Performante, ausgeliefert als Neuwagen Anfang Mai 2019 und frisch produziert in Sant'Agata Bolognese Ende April 2019, seit fast zwei Monaten. Inzwischen hat das Fahrzeug bereits 6000 km hinter sich. Ja, wirklich!
       
      Ich habe das Fahrzeug bis 2500 km penibel eingefahren, laut Bordbuch.
       
      Deshalb hier, in Stichpunkten, meine Erfahrungen mit dem Fahrzeug:
       
      1. Probleme: Null. Nichts. Nada. Nix. In Italien waren bis zu 38°C, bin Stunden(!) herumgefahren, teilweise auch nur im Schritttempo (leider, um den Gardasee herum) und der Motor hat nicht mal kurz geächzt, alle Temperaturen waren im absolut grünen Bereich, nicht einmal wirklich leicht erhöht. Alle Achtung!
       
      2. Motor: Läuft und läuft, atmet offenbar immer freier, leistungsmäßig dürfte er an der oberen Grenze liegen, jedenfalls im Vergleich zu anderen Fahrzeugen. Bei km Stand 3000 mal zwei kurze 1/4 Meile Werte gemessen (Dragy), dabei sind einmal 10.79 und 10.80 Sekunden herausgekommen. Vollgetankt, mit Beifahrer, auf einer öffentlichen Straße und bei 30°C Außentemperatur. Nicht übel. Die mechanischen Geräusche des Motors, vor allem im Corsa Modus, sind einfach nur göttlich. Man kann es einfach nicht beschreiben aber es knistert und knackt und zischt und klackt, es ist einfach nur ein Genuss. Die Drehfreudigkeit ist ebenfalls ein Genuss, man muss vor allem im ersten und zweiten Gang immer aufpassen, dass man nicht in den Drehzahlbegrenzer rutscht. Das Drehmoment ist akzeptabel und besser als gedacht aber wirklich fühlbare Kraft bietet der Motor erst ab ca. 6000 U/min an. Mir gefällt dieses Setup ungemein und ich schalte in der Regel zwischen 8000 und 8300 U/min hoch. Mir ist allerdings nicht ganz klar, wann man wirklich hochschalten sollte um den idealen Schaltzeitpunkt zu erwischen, vielleicht hat ja jemand einen Tipp?! Vom Gefühl her sind es um die 8200-8300 U/min.
       
      3. Ölverbrauch: Bei etwa 4500 km habe ich einen halben Liter nachgefüllt. Finde das nicht übel. Von meinen früheren Porsche 911 Turbo Modellen bin ich auch 1-1.5 l je 1000 km gewöhnt. 
       
      4. Getriebe: Blitzschnell, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Fast schon telepathisch schnelle Schaltvorgänge. Ein Vergnügen manuell im Corsa Modus zu schalten, nicht so toll im Automatikmodus im Strada Modus.
       
      5. Fahrmodi: Corsa ist der einzige Fahrmodus, den ich nutze. Bei längeren Fahrten im tempolimitierten Ausland, wie z.B. erst neulich in Österreich und Italien, auch im Strada Automatikmodus, was dem Verbrauch sehr dienlich war. Der Sport Modus ist mir zu hecklastig, Corsa ist für meine Fahrweise genau richtig. Viele Performante Fahrer sind der Ansicht, dass Corsa Modus zu sportlich bzw. zu gefährlich ist (ESP) aber meine Erfahrung zeigt, dass der Corsa Modus eigentlich sehr einfach und beherrschbar zu fahren ist. Neutraler als im Sport Modus und das ESP arbeitet noch ausreichend mit, ohne den Fahrspaß zu dämpfen oder den Fahrer in gefährliche Situationen zu bringen.
       
      6. Auspuffklang: Gibt es hier wirklich noch etwas zu sagen? Nur kurz: Infernalisch. In jeder Hinsicht. Ich wage zu behaupten, dass der Performante klanglich in den Top 3 der modernen Serienfahrzeuge liegt. Schon knapp über Leerlaufdrehzahl macht der Auspuff bereits Laune, selbst bei 2000 bis 3000 U/min röhrt das Teil wie die Hölle. Einfach nur fantastisch! In Häuserschluchten oder Tunneln wird der Sound, rein gefühlt, 2fach verstärkt, man kommt aus dem Verzücken einfach nicht mehr raus. Praktisch: Umgeschaltet in den Strada Modus, spart man sich unnötigen Ärger mit Nachbarn und Nachbarschaften in den Nachstunden. Es ist unglaublich, wie leise der Performante sein kann, wenn man denn will.
       
      7. Qualität (Innenraum, Geräusche, Verarbeitung, etc.): Keine Probleme. Selbst nach 6000 km klappert nichts im Innenraum obwohl ich immer im Corsa Modus fahre und das Fahrwerk entsprechend hart ist.
       
      8. Fahrwerk: Da ich vornehmlich im Corsa Modus fahre, befindet sich das Fahrwerk immer im sportlichsten Modus. Ja, es ist schon sehr hart aber ich liebe es. Genau so. Es dürfte weder härter noch weicher sein, meiner Ansicht nach ist die Härte perfekt, da auch auf schlechten Straßen das Auto in der Regel nicht springt bzw. aus der Spur gerät. Der Performante fährt sich wie auf den sprichwörtlichen Schienen, es ist einfach nur ein Vergnügen dieses Fahrzeug zu fahren, vor allem auf Landstraßen oder auf engen Passstraßen. Auf der Autobahn kann es schon mal mitunter vorkommen, dass das Fahrzeug bei einer größeren Bodenwelle "springt" aber die Lenkung fängt das ab, man spürt es kaum und es kommt auch nicht zum Versetzen oder irgendwelchen anderen unangenehmen Fahrreaktionen. Bei Tacho 290 fuhr ich mal über eine Bodenwelle und das Fahrzeug sprang richtig aber in der Lenkung spürte ich faktisch nichts, das Fahrzeug setzte wieder problemlos auf und folgte weiter brav der Straße. Kein Stress, wirklich gutmütiges Fahrverhalten. Nur mit dem Reifendruck muss man aufpassen, ist er zu niedrig kann man nicht zu schnell fahren (die Angaben im Bordbuch zum Vmax Luftdruck sind leider etwas schwammig) und ist er zu hoch, dann ist das Kurvenverhalten nicht so der Hit und die Reifentemperatur steigt deutlich über 70°C an, vor allem bei hohen Außentemperaturen. 
       
      9. Lenkung: Im Corsa Modus sehr direkt, angenehm schwergängig und mit einer messerscharfen Präzision. Da ich vornehmlich im Corsa Modus fahre, stört mich die dynamische Lenkung überhaupt nicht. Stöße von schlechten Straßen werden kaum in die Lenkung übertragen, was erstaunlich ist. Sehr gute Abstimmung.
       
      10. Reifen: Die serienmäßigen Pirelli PZero Corsa sind wirklich nicht übel, sie bieten vor allem bereits ab 30°C Reifentemperatur einen guten Grip. Ab 50°C legt der Grip nochmals deutlich zu, allerdings muss man auf öffentlichen Straßen immer bedenken, dass die Reifen nicht viel wert sind, wenn die Asphaltqualität nicht passt. Bei hohen Asphalttemperaturen kann es schon mal sein, dass der Asphalt etwas schmierig wird und die Reifen trotz hoher Temperaturen leichter Grip verlieren. Hier ist Vorsicht angebracht! Auch bei Nässe sind die Corsa nicht immer vertrauenswürdig. Wenn die Straße nass ist aber sich noch kein richtiger Wasserfilm gebildet hat, dann leisten die Corsa Reifen eigentlich eine ordentliche Arbeit bei Nässe. Wehe aber, wenn das Wasser steht. Dann fühlen sich die Corsa Reifen bereits bei 110-120 km/h schon unsicher an. In dieser Hinsicht sollte man auch mit dem Strada Automatikmodus und dem Kickdown aufpassen: Ich habe bei Nässe und etwa 100 km/h mal Vollgas (Kickdown) gegeben, auf gerader(!) Strecke und das Heck wollte partout ausbrechen, konnte es gerade noch einfangen. Wohlgemerkt: Im Strada Automatikmodus auf gerader(!) Strecke. Das ist mir bisher noch mit keinem Allradler passiert. Die optionalen Trofeo R Reifen wären, meiner Ansicht nach, für den öffentlichen Straßenbetrieb viel zu gefährlich und auch unsinnig.
       
      11. Navigations- und Unterhaltungssystem: Mittelprächtig. Das Navi funktioniert gut, besser als erwartet (auch im Vergleich zu dem modernen System im E63 S). Allerdings kann man keine eigenen POIs setzen (beim Audi R8 ist das möglich), leider. Die Bedienung ist mittelprächtig und wenn man im Corsa Modus einen Anruf bekommt oder auch nur mal kurz die Modi im System umschalten will, dann geht das leider nicht. Man muss hierzu immer auf den Sport oder Strada Modus umschalten, was ein wenig unverständlich ist. Das serienmäßige Soundsystem klingt gut und somit besser als gedacht aber selbst im Strada Modus ist das Geräuschniveau so hoch (Reifen, Wind), dass ein angenehmer Musikgenuss fast unmöglich ist. Wenn man die Anlage laut genug dreht, ist der Klang jedoch akzeptabel. Ich denke aber mal, dass man sich Sensonum ruhig sparen kann, da ich nicht sehe, wie der Sound aufgrund der Geräuschkulisse wirklich deutlich verbessert werden kann. Oder um es kurz zu machen: Das Navi macht Sinn, alles andere (bis vielleicht auf den Verkehrsfunk) eher nicht. Hätte ich nochmals die Wahl hätte ich allerdings sowohl auf Navi wie auch auf alles andere verzichtet. Man kann ein mobiles Navi installieren, das oft auch moderner ist und selbst Blitzerdaten bietet.
       
      12. "Neuralgische Punkte" am Fahrzeug: Die niedrige Fahrzeughöhe ist definitiv ein Problem. Wer sein Fahrzeug liebt, der sollte es auf keinen Fall tieferlegen. Der Lift ist ein Muss, ein Huracan Performante ohne Lift ist meiner Ansicht nach im öffentlichen Straßenverkehr nicht zu fahren. In Italien musste ich mehrmals während der Fahrt(!) den Lift aktivieren, da auf vielen Straßen künstliche "Bodenwellen" installiert worden waren. Ohne Lift hätte ich ein sehr großes Problem gehabt. Der Lift ist ein absolutes Muss!!! Auch bei Tankstellenausfahrten ist die Ausfahrt oft abgesenkt, so dass ich ohne Lift aufsetzen würde. Mir ist das ein einziges Mal passiert, es war kaum absehbar und dabei habe ich mir wohl die Gummilippe vorne etwas zusammengestaucht. Keine Ahnung was das Ding kostet und keine Ahnung, ob man das überhaupt wechseln muss aber es ist ärgerlich. Ein weiteres Problem sind die Felgen und der niedrige Querschnitt der Reifen. Man muss bei Bordsteinen aber auch bei kleinen Straßenschäden oder auch etwas abgesetzten Kanaldeckeln höllisch aufpassen. Eine Beschädigung kann teuer werden. Ansonsten ist der Performante wirklich alltagstauglich, die Übersicht ist gut und im Strada Automatikmodus kann man entspannt mit dem übrigen Verkehr mitschwimmen, wenn man denn mag.
       
      13. Öffentliche Wahrnehmung: Wesentlich positiver als ich dachte. Überall sehe ich nur Daumen hoch oder lächelnde Gesichter. Bisher habe ich in Deutschland(!) keine negative Erfahrungen gemacht, selbst nicht mit der lieben Polizei, die mich bereits zwei Mal angehalten hat (angeblich Lautstärke, beide Male). Dagegen war meine Erfahrung in Italien eher durchwachsen, entweder sind alle Italiener Ferrari Fans oder sie sind zu stolz. Einige Italiener taten ihre Begeisterung durch "Bella Macchina" und "Lamborghini" kund, andere fühlten sich offenbar eher provoziert und reagierten mit teilweise abenteuerlichen Fahrmanövern um mich zu überholen. Was ich in dieser Hinsicht erlebt habe, würde man in Deutschland wohl als kriminell bezeichnen aber egal, so ist das nun mal. Die größte Begeisterung kam von Touristen in Italien, vornehmlich Deutsche oder Skandinavier. Kleiner Tipp: Als Single kann man schnell sehr viele weibliche Freundschaften mit so einem Auto schliessen, meine Frau war da nicht so begeistert, meine Tochter schrie sogar einmal aus dem Fenster "er ist verheiratet", nachdem eine junge Blondine, die mit ihren Freundinnen über einen Zebrastreifen lief, die Bluse hoch nahm. 😂 Man hat auf jeden Fall viel (positiven) Spaß in diesem Auto, solange man kein Arsch ist und andere Leute provoziert. Wer natürlich an der Ampel mit dem Gas spielt oder mit 100 Sachen durch kleine Ortschaften rast, der darf keine Begeisterung erwarten. Ich habe auch absichtlich immer sehr viel Rücksicht auf Radfahrer und Fussgänger genommen, was offenbar gut angekommen ist. Irgendeiner muss ja Markenbotschafter spielen. 😉
       
      14. Kritikpunkte: Mir fallen eigentlich nur die Blinker sowie die Fensterheber ein. Keine Ahnung, wie man das Problem mit den Blinkern (am Lenkrad) lösen könnte, vor allem bei der Ausfahrt aus dem Kreisverkehr nerven die Dinger ungemein. Bei den Fensterhebern wäre das Problem leicht lösbar aber offenbar ist es Tradition, dass die Fenster beim Runterdrücken(!) hochfahren. Auch wäre ein digitaler Ölstandanzeiger wünschenswert, wie beim R8. Man muss beim Performante ja fast schon raten, wann aufgefüllt werden muss. 
      Die schwarz glänzenden Aussenspiegel lenken ein wenig beim Fahren ab, weil sich die Fahrtbewegung in ihren glänzenden schwarzen Rahmen spiegelt, so dass man aus den Augenwinkeln heraus manchmal den Eindruck hat, es würde sich etwas im Spiegel bewegen. Nicht wirklich ein Problem und ich habe mich daran gewöhnt aber vielleicht doch interessant.
       
      Fazit: Der Huracan Performante ist ein Traum. Ohne Wenn und Aber. Wer Sportwagen liebt, der wird dieses Auto vergöttern. Man kann es kaum besser machen. Selbst im Leistungsbereich würde ich mir nicht mehr wünschen, weil so eine Mehrleistung vermutlich nicht wirklich im Alltagsbetrieb besser fahrbar wäre. Der V10 Saugmotor ist einfach nur fantastisch, die Gasannahme perfekt und die Drehfreude jenseits von Gut und Böse. Vom Klang will ich erst gar nicht anfangen, hier fehlen einem die passenden Worte. Erneut muss ich das Wort infernalisch benutzen, mehr braucht man nicht sagen. Das ESP im Corsa Modus ist perfekt abgestimmt, bisher habe ich keinen Moment erlebt, in dem mich das ESP zurückhalten wollte. Wunderbare Abstimmung!
       
      Falls ihr irgendwelche Fragen zum Performante habt, meldet euch. Inzwischen, so glaube ich, kenne ich dieses Fahrzeug ganz gut. 






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