Entwicklungsgeschichte

Porsche gewann 1998 mit dem 996 GT1/98 das 24 Stunden-Rennen von Le Mans. Direkt im Anschluss machte sich die Rennabteilung Gedanken zu einem möglichen Nachfolgerennwagen. Es stand bereits fest, dass dieser einen V10-Saugmotor erhalten sollte. Aufgrund einiger Regeländerungen wurde dieser Sportprototyp jedoch verworfen. Da der Motor und das Chassis aber bereits so gut wie fertig entwickelt waren, entwickelte man auf dieser Basis einen Supersportwagen für die Straße - den Carrera GT.

Im Jahr 2000 wurde auf dem Pariser Autosalon ein Conceptcar zu diesem Straßenrennwagen vorgestellt und von der angestrebten Kundschaft mit Begeisterung angenommen. Noch während der Ausstellung gingen viele Bestellungen ein, was Porsche endgültig davon überzeugte, dieses Fahrzeug auf die Straße zu bringen.

Einen Großteil der Test- und Entwicklungsarbeiten übernahm der Ex-Rallyeweltmeister Walter Röhrl, der seit vielen Jahren als Porsche-Botschafter und Testfahrer arbeitet. Hunderte Runden auf der Nordschleife, Hitzetests in Nevada und Kältetests am Polarkreis wurden erfolgreich abgeschlossen und mündeten in einen Sportwagen der Superlative, der schließlich in seiner endgültigen Form auf dem Genfer Salon 2003 gezeigt werden konnte.


Ausstattung

Ab Anfang 2004 wurde der Carrera GT ausgeliefert. Bestellt werden konnte er anfänglich in sechs Lackfarben (schwarz, Basaltschwarz metallic, GT Silber metallic, Sealgrau metallic, Indischrot und Fayencegelb) und mit drei unterschiedlichen Lederfarben (schwarz, terrakotta und ascotbraun mit schwarz abgesetzten Teilstücken an Lenkrad und Sitzen). Zur umfangreichen Serienausstattung gehörten ein Becker Navigationssystem, eine Klimaanlage (beides auf Wunsch nicht im Auto), ein fünfteiliges passgenaues Gepäckset in der gewählten Interiorfarbe, die Porsche Keramikverbundbremse PCCB und vier Airbags. Für ein staubfreies Abstellen in der Fahrzeugsammlung lag außerdem eine maßgeschneiderte Fahrzeughülle bei.
Ab 2005 war es offiziell möglich, den Carrera GT auch in Wunschlackierung und mit Wunschlederfarbe zu ordern. Eine Option, die von ca 5% der Kunden genutzt wurde. Auch die sonst in gelb lackierten Bremssättel waren nun in rot, schwarz oder silber erhältlich. Im Interior konnte der Schalthebel aus Balsaholz (eine Erinnerung an den legendären Le Mans-Rennwagen Porsche 917) alternativ auch in Leder oder aus Kohlefaser bestellt werden.
Der Grundpreis des Porsche Carrera GT lag bei 390.000,-€, zuzüglich der damals noch gültigen deutschen Mehrwertsteuer von 16% durfte der glückliche Besitzer also mindestens 452.400,-€ auf das Konto von Porsche überweisen.


Länderspezifische Unterschiede

Den Porsche Carrera GT gab es nur als Linkslenker, was dazu führte, dass er in Australien und Indien nicht zulassungsfähig ist. Zwischen den verschiedenen Ländern, in denen das Fahrzeug verkauft wurde, gibt es nur relativ geringe Unterschiede am Auto. In den USA wurden im vorderen Stoßfänger Positionsleuchten verbaut, außerdem haben die US-Versionen hinten links und rechts neben den beiden Auspuffendrohren je eine Rückfahrleuchte. In allen anderen Ländern ist dort nur eine Rückfahrlampe und auf der anderen Seite die Nebelschlußleuchte (bei Ländern mit Linksverkehr auf der rechten Seite, sonst links). Für Länder mit metrischem System sind km/h-Tachos verbaut, ansonsten mph-Tachos.


Karosserie

Die Karosserie besteht beim Carrera GT vollständig aus Kohlefaserverbundstoffen. Ebenso das als Monocoque ausgelegte Chassis nebst dem angeschraubten Motorträger, den man bei geöffneter Motorhaube betrachten kann. Hierdurch wird das niedrige Gesamtgewicht von 1.380 kg erreicht. Der Wagen ist als Targa ausgelegt, das heißt man kann das Dach herausnehmen. Die beiden Dachhälften können dann in passend geformte Mulden im vorne liegenden Kofferraum untergebracht werden.
Am Heck fährt bei ca 110 km/h ein großer Heckflügel aus, der für deutlich höheren Abtrieb sorgt. Im Ruhezustand fügt er sich harmonisch in die Karosserielinien ein.


Produktion

Der Carrera GT wurde im neuen Porsche-Werk in Leipzig zwischen 2004 und 2006 produziert. Ursprünglich war eine Gesamtproduktion von 1.500 Fahrzeugen angedacht. Als jedoch für 2006 in den USA neue Sicherheits- und Abgasregelungen in Kraft traten, die der Carrera GT ohne teure Modifizierungen nicht einhalten konnte, wurde beschlossen, die Produktion Mitte 2006 zu beenden. 1.270 Kundenfahrzeuge wurden insgesamt ausgeliefert, mehr als die Hälfte davon in die USA. Geschätzte 50% der Fahrzeuge wurde in GT Silber metallic lackiert, was darauf zurückzuführen ist, dass das Fahrzeug auf den ersten Pressebildern diese Farbe hatte (ein ähnlicher Effekt ist auch bei anderen Sportwagen zu beobachten). Alle Fahrzeuge sind im Innenraum über dem Schalthebel individuell durchnummeriert.


Tuning

Es gab und gibt tatsächlich Kunden, denen 612 PS nicht genug Leistung sind oder denen der Carrera GT zu "harmlos" klingt. Für solche Leute haben verschiedenste Tuner Produkte auf den Markt gebracht. Die Palette reicht von so genannten "Straight Pipes", also Auspuffrohren ohne Schalldämpfer, über Karosserieteile (Spoiler und Felgen) bis hin zu Komplettumbauten.
Am Bekanntesten dürften die Umbauten von Gemballa und Koenigseder sein. Während Koenigseder bisher nur ein Fahrzeug optisch umgestrickt hat (unter dem Namen Carrera GT LMP), hat Gemballa den Wagen soweit verändert, dass er nicht einmal mehr den Namen Carrera GT tragen darf. 18 dieser Gemballa Mirage GT sind mittlerweile ausgeliefert worden. Ein Biturboumbaukit unter dem Namen Gemballa Mirage GTR wurde mittlerweile verworfen.
Dafür bietet der Tuner 9ff einen solchen Turbo-Umbaukit an.


Interessante Websites, Videos, Fotos, etc

Hier ein schönes Video von der Bodenseetour 2007 im Carrera GT eines CP Users: