1998 übernahm der VW Konzern die brachliegende Automobilschmiede Bugatti. Es war dies weniger eine Übernahme aus betriebswirtschaftlichen Gründen, denn eine Übernahme um automobile Geschichte zu schreiben!
Bugatti war immer ein Hersteller exklusiver und der Zeit vorauseilender Supersportwagen!

Bereits um die vorletzte Jahrhundertwende baute Ettore Bugatti Autos für eine italienische Firma. Nach Lehrzeiten unter anderem bei Deutz in Köln, machte er sich selbständig und entwickelte seinen ersten Sportwagen.
Die Geschichte des Motorsports ist dominiert mit den Geschichten um die Rennwagen aus dem Hause Bugatti.

Daran anknüpfen soll der Bugatti Veyron 16.4.
16 Zylinder, doppelter V8 Motor, 1001 PS, eine Beschleunigung von 2,5 Sekunden von 0 auf 100 lassen einem den Atem stocken!

Dabei ist das Design weniger dem Rennsport verwurzelt als man das bei einem Wagen dieser Klasse annehmen könnte.

Üblicherweise und damit der Physik geschuldet, sind Supersportwagen dieser Klasse einem Stealth-Bomber ähnlicher als einem herkömmlichen Auto.

Bugatti ging hier eigene Wege und führte damit die Tradition der historischen Modelle fort: Die Formen der Karosserie sind rund und harmonisch, auch wenn sie eine gewisse Aggressivität nicht verheimlichen können.
Das ging natürlich zu Lasten der Aerodynamik und damit der zu erreichenden Höchstgeschwindigkeit.
Gelöst wurde dies mit zwei Tricks:
Zum Einen wurde ein hydraulischer Heckflügel verbaut, der den Wagen stabilisiert, allerdings die zu erreichende mögliche Höchstgeschwindigkeit begrenzt.
Das unterstützt wiederum die zweite technische Hilfe, die den Wagen per zweitem Schlüssel, dem so genannten Speed-Key, in einen Keil mit vorne 65 mm und hinten 70 mm Bodenfreiheit verwandelt.
Zusammen mit Modifikationen an Spoiler und Diffusorklappen werden damit Höchstgeschwindigkeiten von über 400 km/h erreicht

Doch nicht nur Aerodynamik, Motor und Stabilisierung waren ein Problem bei der Entwicklung dieser Rakete.

1001 PS wollen auf den Asphalt übertragen werden. Da spielen die Reifen und das Getriebe eine wesentliche Rolle.
Michelin wurde der beauftragte Partner für das Gummi und arbeitete ca. 5 Jahre an der Entwicklung der Pneus für den Veyron. Problem war dabei die Mischung zwischen Rennstrecke und Alltag, also Straßentauglichkeit und Belastung.
Ricardo war der Zulieferer für das Getriebe, das 1250 Nm maximales Drehmoment zu übertragen hatte. Der Zulieferer realisierte das mit einer Doppelkupplung, um die immense Kraft weitergeben zu können.

Was aber kostet dieses Wunder?
Wie eingangs schon erwähnt, war dies weniger ein Projekt aus betriebswirtschaftlichen Gründen, als ein Projekt, mit dem der Konzern die technische Dominanz beweisen wollte und auch konnte.
1,3 Millionen Euro (incl. MwSt.) sind auch nicht unbedingt für jedermann erschwinglich.
Der erhältliche Roadster schlägt gar mit 1,4 Millionen zu Buche, dies dann aber ohne MwSt.

300 Stück sollen von diesem Traum gebaut werden, wie berichtet, sind die meisten schon verkauft.
Daneben gibt es noch verschiedene Sondermodelle, wie z. B. den Bugatti EB 16.4 Veyron Pur Sang. Eigentlich kein spezielles Fahrzeug, aber nicht in der 2-Farbenlackierung geliefert, sondern die Materialbeschaffenheit der Karosserieteile pur zur Schau tragend.
Schade nur: Die 5 produzierten Fahrzeuge wurden noch auf der IAA 2007, wo sie vorgestellt wurden, verkauft.

Fazit: Ein automobiler Traum und einer, den wir wohl selten zu Gesicht bekommen.

Bild-Quelle: Bugatti Presseserver