Morgan SP1 – Einzig, nicht artig

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Zum Salon Prive in London Anfang September brachte Morgan das erste Fahrzeug aus der neu gegründeten Special Projects Division mit. Der Morgan SP1 wurde für einen Autosammler nach dessen Wünschen aufgebaut und ist ein völlig eigenständiges Fahrzeug, das dennoch aufgrund seines Designs klar als Morgan erkennbar ist. Unter der Haube arbeitet der 3,7 Liter große Ford-Sechszylinder-Motor des Morgan Roadster, allerdings mit kleiner Leistungssteigerung.

Morgan SP1

Morgan SP1
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Anfang diesen Monats präsentierte Morgan mit dem SP1 das erste Fahrzeug aus der neuen Special Projects Division.

Sportwagenhersteller wie McLaren oder Ferrari haben es vorgemacht: In hauseigenen Spezialabteilungen können für viel Geld Fahrzeuge entwickelt und gebaut werden, die exakt den Wünschen eines Kundens angepasst werden und dementsprechend Unikate bleiben. Diesen Vorbildern eifert nun auch Morgan nach, die auf dem Salon Prive in London ihre neu eröffnete Special Projects Division erstmals ins Rampenlicht rückten – und mit ihr das erste Fahrzeug, den Morgan SP1.

Der Anblick des Morgan SP1 wirft zweifelsfrei direkt einen Gedanken auf, der sowohl positiv als auch negativ gedeutet werden kann: Einzigartig. Ist die Front durch die klar betonten Kotflügel, die runden Scheinwerfer und den klassischen Grill noch direkt der Morgan-Familie zuzuordnen, fällt dies beim Heck schon schwerer. Die weit heruntergezogene Dachform in Kombination mit den ausgestellten hinteren Kotflügeln spricht zwar eine klare Designsprache, allerdings wurde erstaunlicherweise auf eine Heckscheibe gänzlich verzichtet.

Stattdessen endet das Dach mit seiner zentralen Wölbung in einer Abrisskante an der Heckpartie, unter der sich lediglich eine Entlüftungsöffnung, der Kennzeichenträger und vier runde LED-Rückleuchten befinden, jedoch keine Kofferraumklappe. Die Karosserie entstand aus Aluminiumblechen, die von Hand über einem Holzgestell in Form gedengelt wurden und mit einer Rollenstreckmaschine (English Wheel) ihre Rundungen erhielten. Anschließend wurden sie anhand einer digitalen Simulation ausgerichtet, zusammengesetzt und in einem auffälligen Rot metallic lackiert.

Das Gepäck wird zwar auch im SP1 klassisch hinter den Sitzen untergebracht, allerdings durch den Innenraum hindurch und erst nachdem die aus Holz gefertigten Schalensitze zusammengeklappt wurden. Zwei handgefertigte Koffer werden durch Ledergurte passgenau am Platz gehalten und anschließend vom oberen Teil der Sitze verdeckt. Für den Aufbau von Interieur und Karosseriestruktur wurden Eschenholz und das Holz der afrikanischen roten Bubinga-Bäume verwendet, welches der Kunde als Erinnerung an sein Arbeitsleben auf dem afrikanischen Kontinent bestellte. Um die hohe Handwerkskunst aus 105 Jahren Automobilproduktion bei Morgan deutlich zu zeigen, wird möglichst viel Holz gezeigt und auf Verkleidungen verzichtet. Zusätzlich erhielten Sitze, Lenkrad und Schalthebel einen Bezug mit unbehandeltem Leder, das durch jede Fahrt altern wird.

Im Armaturenbrett ist ein iPad-Halter mit Ledergurten integriert. Über das Tablet können alle Funktionen des Infotainment-Systems gesteuert werden. Der Startvorgang des Morgan SP1 erinnert indes eher an ein Flugzeug: Mehrere Kippschalter oberhalb der Windschutzscheibe müssen in einer bestimmten Sequenz umgelegt werden, bevor der Wagen anschließend auf Knopfdruck anspringt.

Dabei wird ein 3,7 Liter großer Ford-V6-Motor unter der großen Motorhaube zum Leben erweckt, den Morgan-Fans bereits aus dem aktuellen Roadster kennen. Im SP1 erhält das Triebwerk durch eine neue Motorsoftware sowie einen Sportauspuff etwas mehr Leistung, wobei die Briten den genauen Wert für sich behalten. Zudem erhielt das einzigartige Coupé eine sportliche Fahrwerksabstimmung und ein manuelles Fünfgang-Getriebe.

Der Morgan SP1 wird mit Sicherheit nicht jedem Betrachter gefallen, aber er zeigt zwei Dinge deutlich auf: Bei Morgan steht Handwerkskunst weiterhin im Vordergrund und spezielle Kundenwünsche können ab jetzt in der Special Projects Division erfüllt werden.

Quelle: Morgan

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Kategorie: Magazin

Kommentare (2)

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  1. Bertram Winkler sagt:

    Zum Glück muss das Peter Morgan nicht mehr erleben. Er und sein Vater Henry würden ob der abgrundtiefen Hässlichkeit dieser Schüssel wohl im Hochdrehzahlbereich im Grabe rotieren.

  2. hugoservatius sagt:

    Oh Gott, Charles, komm‘ zurück und verhindere weitere Entgleisungen dieser Art!!!
    So fing es auch bei TVR an, was daraus geworden ist, dürfte bekannt sein!

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