Exagon Furtive-eGT – Lautloser Luxus aus Frankreich

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Passend zum Pariser Salon stellte die französische Marke Exagon ihren Furtive-eGT vor: Ein sportliches Reisefahrzeug mit Elektroantrieb und einer ordentlichen Portion Luxus im Innenraum. Der Wagen entsteht direkt neben der Rennstrecke Magny-Cours und beschleunigt dank zweier Siemens-Triebwerke in 3,5 Sekunden auf 100 km/h. Maximal ist eine Geschwindigkeit von 250 km/h erreichbar. Die Reichweite kann durch einen Range Extender verlängert werden.

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Magny-Cours ist vielen Autofans vermutlich nur aus dem Formel 1-Rennkalender bekannt. Dort fand zwischen 1991 und 2008 der Große Preis von Frankreich statt. Seitdem dient diese Strecke vor allem Testfahrten und kleineren Rennserien als Austragungsort. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die Firma Exagon, die bislang vor allem für Motorsportentwicklungen verantwortlich zeichnete. Auf dem Pariser Automobilsalon stellt man aktuell jedoch erstmals ein vollwertiges Straßenfahrzeug vor, den Furtive-eGT.

Exagon gibt mit diesem Fahrzeug eine Antwort auf die Frage, wie Autoreisen in Zukunft aussehen könnten. Allerdings ist diese Antwort bereits jetzt zu bestellen. Der Furtive-eGT ist ein 2+2-sitziges Sportcoupé, bei dem extreme Performance und Alltagstauglichkeit bestens verbunden werden. Angetrieben wird der Gran Turismo von zwei Siemens-Elektromotoren, die an der Hinterachse angebracht werden. Es handelt sich beim Furtive-eGT also in bester Tradition um einen Hecktriebler. Über ein Dreigang-Getriebe werden zweimal 148 kW übertragen – gemeinsam also 296 kW oder umgerechnet 402 PS. Das maximale Drehmoment liegt bei 516 Newtonmetern und liegt zwischen 5.000 und 10.000 Umdrehungen pro Minute konstant an. Für Unkundige: Bei Elektromotoren dauert das Hochdrehen auf derartige Drehzahlen lediglich wenige Zehntelsekunden, wodurch der Leistungseinsatz quasi auf Knopfdruck oder Pedaltritt erfolgt. Nach lediglich 3,5 Sekunden erreicht der Exagon Furtive-eGT Tempo 100, bei 250 km/h wird die Höchstgeschwindigkeit elektronisch begrenzt. Da nur wenige bewegliche Teile in Elektromotoren vorhanden sind, werden eng gesteckte Wartungspläne überflüssig. Siemens gibt 150.000 Kilometer an, bis das Triebwerk erstmals näher begutachtet werden muss.

Im Exagon Furtive-eGT kommen Lithium-Ionen-Akkus von Saft zum Einsatz. Ein Firmenname, der im deutschen durchaus passend erscheint, stellt das 480 Kilogramm schwere Batteriepaket doch 53 Kilowattstunden und eine Spannung von 360 Volt bereit. Dank des einzigartigen Carbon-Chassis des Furtive-eGT konnten die Akkus gewichtsgünstig in den Unterboden verlegt werden. Sie haben eine hohe Haltbarkeit und sind recyclebar. Nach 3.000 Wiederaufladungen, was einer fast täglichen Nutzung des Autos über rund 10 Jahre gleichkommt, haben die Akkus immer noch rund 80% ihrer vorherigen Leistung, ohne einen Memory-Effekt aufzuweisen. Die rein elektrische Reichweite liegt je nach angelegtem Fahrzyklus bei 287 km (EUDC Standard), 310 km (NEDC Standard) oder 360 km (ECE15 Standard). Gegen Aufpreis lässt sich der Furtive-eGT mit einem Range Extender – also einem kleinen Benzinmotor, der ausschließlich die Akkus während der Fahrt aufläd ohne selbst die Räder anzutreiben – ausstatten. Da dieses Aggregat grundsätzlich mit optimaler Drehzahl läuft, ist der Benzinverbrauch gering. Die Gesamtreichweite des eGT steigt auf 734 Kilometer im kombinierten Zyklus oder 807 Kilometer nach dem neuen ECE15 Standard.

Durch das bereits angesprochene Carbon-Chassis in Verbindung mit einer Karosserie aus dem gleichen hochfesten Werkstoff kann das Gesamtgewicht des Exagon Furtive-eGT auf einem gesunden Maß von 1.640 Kilogramm gehalten werden. Die extrem steife Karosserie allein bringt nur 124 Kilogramm auf die Waage. Damit das sportive Fahrverhalten nicht nur durch wenig Gewicht ausgedrückt wird, erhält das Fahrzeug doppelte Dreiecksquerlenker an allen vier Rädern in Kombination mit einer sportlich abgestimmten Federung, großen Bremsen und einer Bereifung in den Dimensionen 245/35 ZR 20 vorn und 305/30 ZR 20 hinten. Die Pneus wurden in intensiven Tests zusammen mit Michelin entwickelt.

Der Fahrer kann über einen Knopf im Innenraum bestimmen, wie er den Furtive-eGT bewegen möchte. Vier verschiedene Modi stehen dabei zur Auswahl: „City“ für ruckfreie Fahrten mit geringen Geschwindigkeiten, „Eco“ um auch auf Landstraßen und Autobahnen möglichst sparsam mit der Akkuladung umzugehen und damit hohe Reichweiten zu realisieren, „Standard“ für volle Motorleistung in Kombination mit effizienten Gangwechseln und dem Fokus auf guter Fahrbarkeit und „Sport“ mit verschärften Kennlinien für Gasannahme und Gangwechsel für mehr Performance. Passend dazu verändert die drei runden Farbdisplays hinter dem Lenkrad seine Optik. Je nach Modus werden verschiedene Infos in den Vordergrund gerückt, während andere beiläufig oder gar nicht eingeblendet werden.

Elegante Linien mit einem Double Bubble Dach und aerodynamisch ausgeformten, frei stehenden C-Säulen lassen den Furtive-eGT dynamisch auftreten, ohne übertrieben sportlich oder, als Gegenextrem, zu langweilig zu wirken. In den Hauptleuchten der Full-LED-Scheinwerfer findet sich eine Metallstrebe mit „Furtive-eGT“-Schriftzug. Da ein Elektromotor nur wenig Kühlung verlangt, kann der Kühlergrill an der Front optisch klein und schnittig gehalten werden. In die Schürze ist eine Spoilerlippe eingearbeitet, die durch eine in die Heckklappe integrierte Abrisskante und einen Diffusor in der Heckschürze ergänzt wird, um dem Exagon-Sportler genügend Abtrieb zu verleihen.

Das Interieur orientiert sich an aktuellen Smartphones und wurde in Zusammenarbeit mit Nokia entwickelt. Auf dem 9 Zoll großen zentralen Display können via Touchscreen-Technik die verschiedenen Komfortsysteme abgerufen und gesteuert werden. Dazu gibt es speziell entwickelte Apps, durch die beispielsweise gezielt Informationen ins Navigationssystem eingespeist werden können. Die Navikarten können wie am Handybildschirm per Fingerbefehl bewegt und gezoomt werden. Gleichzeitig können die Insassen ihre Lieblingsmusik über eine exklusiv für den Furtive-eGT entwickelte Focal Soundanlage abspielen, die über einen USB-Port und eine Bluetooth-Anbindung verfügt.

Im Grundpreis von rund 380.000,- € ist also bereits einiges inklusive. Dennoch hat Exagon den Anspruch, Furtive-eGT-Kunden eine nahezu grenzenlose Palette von Individualisierungen zu bieten. Ob Lack außen oder Leder innen, so ziemlich jede Farbkombination ist möglich und kann im Interieur zusätzlich mit Alcantara, Aluminium oder Carbon ergänzt werden. Dazu gibt es eine zweijährige Garantie, die auf fünf Jahre verlängert wird, wenn alle technischen Durchsichten nach Herstellervorgaben erfolgen. Wie wir auf Exagon Messestand auf dem Pariser Salon erfahren haben, sollen insgesamt lediglich 150 Exemplare des Furtive-eGT hergestellt werden.

Quelle: Exagon Motors

Autor: Matthias Kierse

Kategorie: Magazin

Kommentare (1)

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  1. Sir_Ferrari sagt:

    Nach Tesla, Fisker und Lightning GT ein weiterer gelungener Elektro-Sportwagen!

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