Brabus E V12 Coupé – Bottroper Kampfstern

21. März 2010 | 4 Kommentare

Zwei Türen, vier Sitze, ein Turbo-aufgeladener V12 und 800 PS, brauchen Sie noch mehr? Wie wäre es mit Leder, Carbon und farblich abgestimmten Kontrastnähten im Innenraum? Willkommen im Brabus E V12 Coupé, dem wohl schnellsten 2+2 Sitzer der Welt. Immerhin erreicht das Bottroper Geschoss ohne Limiter 370 km/h, wird aber bei 350 elektronisch eingebremst und schießt sich selbst in nur 3,7 Sekunden auf Autobahntempo.

Brabus E V12 Coupé

Brabus E V12 Coupé
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Sie stehen morgens auf. Ihre Herzdame hat Ihnen ein leckeres Frühstück zubereitet. Die Unterlagen für die Arbeit und der Autoschlüssel liegen parat und Sie machen sich auf den Weg in die Garage. Da steht er, der neue Sternenkreuzer. Schwarz und mit einem neckischen Aluheckspoiler, aber die in Bottrop haben Ihnen gesagt, dass Sie den brauchen werden. Sie haben es unbesehen geglaubt.

Schlüsseldrehen und da ist es, das satte Wummern aus dem Maschinenraum. Ein leichtes Grinsen zieht über Ihre Lippen, als Sie den Rückwärtsgang einlegen und aus der Garage ins Sonnenlicht rollen. Auf geht’s in einen weiteren Arbeitstag, doch erstmals am Steuer des Neuwagens. Aufgrund dieser Situation wählen Sie den Weg über die Autobahn, man möchte ja doch wissen, was das neue Gefährt so alles kann. Doch halt, der nette Verkäufer hatte eindringlich gewarnt „Achten Sie auf die Öltemperatur, nicht kalt scheuchen!“

Also erstmal entspannt in den Ledersessel gekuschelt und auf der rechten Spur einordnen. Schon klasse, dieses Interieur in Leder und Carbon. Die Sitze wie gewünscht in Champagner-farbenem Leder. Das Armaturenbrett hingegen dunkel, damit es sich nicht in der Windschutzscheibe spiegelt, immerhin wollen Sie das Fahrzeug ja benutzen. Als neckischen Gag gestepptes Leder im Fußraum, dessen Nähte ebenso wie die des restlichen Armaturenbrettes in Sitzfarbe (Champagner, wir erinnern uns) gehalten sind.

Was ist das? Ein Sportwagen hämmert auf der linken Spur vorbei und der Fahrer winkt hämisch aus dem Fenster. Blick auf das Kombi-Instrument: Öltemperatur im grünen Bereich, alle anderen Betriebsstoffe ebenso, Freund, jetzt geht’s hier rund.

Nachdem Sie eben noch mit normalem Autobahntempo von 100 km/h über den Asphalt rollten, erscheinen nun, nur 6,2 Sekunden nach der Entscheidung, dem Sportwagen-Proll mal Manieren beizubringen, bereits Zahlen mit der „2“ vorn im Display. Weitere 14 Sekunden später wechselt die 2 zur 3. Was der Renner da vorn nicht weiß: Ihr Kampfstern würde theoretisch locker mehr als 370 km/h aus dem Ärmel schütteln. Einzig aus Rücksicht auf die Reifen gibt es eine elektronische Begrenzung auf 350, was immer noch reicht, um den allermeisten Fahrzeugen mehr als problemlos folgen zu können.

Wie es zu diesen Fahrwerten kommt? Nun, das beruhigende Wummern aus dem Maschinenraum entstammt einem auf 6,3 Liter Hubraum vergrößerten V12-Biturbo-Motor von Mercedes-Benz, den Brabus aus Bottrop auf 588 kW/800 PS aufgepustet hat. Ja, richtig gelesen, da ist eine acht vorne. Das Drehmoment erreicht schwindelerregende Werte von 1.420 Newtonmetern. Da dabei nicht nur den Lesern, sondern sogar dem verstärkten Fünfgang-Automatik-Getriebe auf Dauer schwindelig wird, ist das Drehmoment elektronisch auf 1.100 Newtonmeter begrenzt.

Von außen wird dieses Monster wohl nur aufgrund der großen Leichtmetallräder oder des bereits angesprochenen Heckflügels auffallen. Wer genau hinschaut entdeckt jedoch noch weitere Änderungen. Eine Auftrieb-reduzierende Frontschürze, deren Kühllufteinlässe den Motorkühler und die vorderen Bremsen optimal anströmen, Luftauslässe in den deutlich breiteren vorderen Kotflügeln aus Carbon, die für einen gesunden Temperaturhaushalt des V12-Aggregates sorgen, ebenso verbreiterte Kotflügel am Heck und sportliche Seitenschweller mit LED-Einstiegsleuchten gehören ebenso zum Gesamtpaket, wie die neue Heckschürze inklusive Diffusor. Das Triebwerk atmet über vier Rohre standesgemäß aus, während 19-Zoll-Leichtmetallräder jederzeit bemüht sind, den Kontakt zum Asphalt zu halten. Dabei werden sie von einem Brabus-Sportfahrwerk und Bremsen im Familienpizza-Format unterstützt.

Die Chance, ein solches Fahrzeug als Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit in der Garage stehen zu haben, wird durch den Einstiegspreis von 478.000,- € zuzüglich individueller Optionen verständlicherweise geringer, aber man wird ja noch träumen dürfen.

Quelle: Brabus

Autor: Matthias Kierse

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Kategorie: Magazin

Kommentare (4)

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  1. Atombender sagt:

    Wenigstens trägt der keinen Rock 😉

    Mit dem Motor im Cabriolet dürfte das der schnellste offene 2+2 Sitzer sein.

  2. Vincentonator sagt:

    Der Spoiler muss nicht sein, ansonsten eig. ein schicker Mercedes…

  3. R-U-F sagt:

    Matthias, weißt du ob der wirklich 350 km/h mit den doch realtiv schmalen Yokohama Reifen fahren darf? Soweit ich weiß geben die mit diesen Reifen 300 km/h frei mehr nicht :confused:

  4. netburner sagt:

    Darüber haben wir ja schon vor Ort gesprochen.

    Im Pressetext ist exakt das Reifenmaß angegeben, das der auch in Genf drauf hatte und zeitgleich das Tempo angegeben, also vermutlich: ja.

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