Bentley Continental GT V8 – Downsizing auf britisch

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Überall in der automobilen Welt liest man in den letzten Monaten von Downsizing. In Großbritannien hat man diesen Ruf auch gehört und sich intensiv Gedanken gemacht. Doch im Hause Bentley führt Downsizing nicht zu Vierzylinder-Motoren und Sparausstattung. Stattdessen rollt mit dem Bentley Continental GT V8 ein absolut ernstzunehmendes Luxuscoupé vor. Der 507 PS starke Motor wurde komplett neu entwickelt.

Bentley Continental GT V8

Bentley Continental GT V8
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Dass man in einem Traditionshaus wie Bentley überhaupt darüber nachdenkt, eine Einstiegsmotorisierung zu bringen, zeigt, wie weit sich die automobile Welt der Jetztzeit von den wilden Zeiten Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts verabschiedet hat. Damals galt noch das Wort des Firmengründers Walter Owen Bentley: „Hubraum ist durch nichts zu ersetzen – außer durch noch mehr Hubraum!“ Heute, in einer Welt voller CO2-Diskussionen und Möchtegern-Umweltschützern, denen jeder wenig gefahrene Sportwagen ein Dorn im Auge ist, während sie selbst mit ihren Autos dank viel höherer jährlicher Laufleistungen deutlich mehr CO2 und sonstige Abgase in die Luft werfen, ist es für Luxusmarken wie Bentley daher nicht unwichtig, positiv aufzufallen. Also musste ein „Einstiegsmotor“ her.

Bentley wäre jedoch nicht Bentley, wenn man hier nun komplett klein beigegeben hätte und auf einen Sechs- oder gar Vierzylinder vertrauen würde. Ein klassischer Gran Turismo benötigt, nach britischer Ansicht, mindestens acht Brennräume. So wummert unter der Haube des Continental GT und des offenen Continental GTC ab kommendem Jahr ein neu entwickelter V8-Biturbo-Motor mit 4 Litern Hubraum. Er entwickelt 373 kW/507 PS und ein maximales Drehmoment von 660 Newtonmetern, womit das neue Einstiegsmodell garantiert nicht als „untermotorisiert“ durchgehen kann. Nach weniger als 5 Sekunden stehen bereits 100 km/h auf dem Tacho, die Höchstgeschwindigkeit liegt jenseits von Tempo 290. Gleichzeitig soll eine Reichweite von bis zu 800 Kilometern mit einer Tankfüllung möglich sein. Der bekannte 6 Liter-W12 bleibt übrigens unverändert im Programm.

Die beachtliche Reichweite lässt sich durch ein cleveres Motormanagement erklären, das den Achtzylinder im Teillastbereich um vier Zylinder reduziert und damit den Verbrauch senkt. Dazu kommt eine Benzindirekteinspritzung und ein Rekuperationssystem, durch das die Batterie beim Bremsen geladen wird. Die Kraftübertragung erfolgt über eine Achtgang-Automatik auf den von den W12-Geschwistern bekannten, permanenten Allradantrieb mit einer Kraftverteilung von 40:60 zwischen den Vorder- und Hinterrädern.

Um die beiden neuen Fahrzeuge optisch von den W12-Geschossen unterscheiden zu können, erhalten sie einen schwarzen Kühlergrill mit Chromumrandung und verchromter senkrechter Mittelstrebe. Auch die Gittereinsätze in den Lufteinlässen der Frontschürze zeigen sich in schwarz. Das geflügelte B auf Motorhaube und Kofferraumklappe, sowie auf den Nabendeckeln der Räder erhält einen roten Hintergrund. Serienmäßig werden 20 Zoll große Räder verbaut, gegen Aufpreis gibt es 21 Zoll große Sechsspeichen-Leichtmetallräder in silber oder, exklusiv für den V8, in schwarz. Am Heck zeigen sich neu gestaltete Auspuffendrohre, die an eine liegende Acht erinnern und den grollenden Sound der acht Zylinder somit auch verbildlichen.

Öffnet man die Türen, so sind die Unterschiede zwischen V8 und W12 kaum auszumachen. Wie üblich bietet Bentley für das Interieur alle Materialien und Farbkombinationen an, die der Besitzer gern haben möchte. Neu im Programm ist ein dunkles Eukalyptus-Holz für die Zierleisten, das sich sehr gut in Verbindung mit der Bicolor-Lederoption kombinieren lässt. Dazu gibt es die Möglichkeit, durch poliertes Aluminium, Carbon oder andere Holzsorten seine individuelle Wohlfühllandschaft zu erzeugen. Gegenüber den W12-Modellen wird beim V8 eine kürzere Mittelkonsole verbaut.

Nach mehr als 50.000 verkauften Exemplaren des Continental als W12 beginnt ab Anfang 2012, wenn der V8 auf der North American International Auto Show (NAIAS) in Detroit vorgestellt wird, ein neues Kapitel in der Erfolgsgeschichte der britischen Luxusmarke. Zu den Preisen machte Bentley bislang noch keine näheren Angaben.

Quelle: Bentley

Autor: Matthias Kierse

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Kategorie: Magazin

Kommentare (2)

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  1. Atombender sagt:

    Ist ja noch reichlich Leistung übrig geblieben.

    Die Höchstgeschwindkeit wird von Bentley laut Webseite mit 303 km/h angegeben, 290 km/h erschienen mir da etwas niedrig. Zum Vergleich W12 mit 575 PS 318 km/h. 0-96 km/h 4,6 bzw 4,4 Sekunden.

  2. netburner sagt:

    Zitat aus dem Pressetext: "…this translates into a sub-5 second acceleration time for the 0-60 mph (0-100km/h) sprint and a top speed of over 180mph (290km/h)."

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