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Achtung: Schäden an Lenkung MF3

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806 CO   
806

Heute mal wieder was Technisches. Unangenehm, aufwendig zu reparieren und leider auch noch TÜV-relevant. Die Lenkung ist es. Genauer: die Lenkungsölleitungen. Sowohl die Hochdruckleitungen von der Pumpe an die Lenkung wie die „Kühlleitung“.

 

Ist per se eine merkwürdig gebastelte Lösung, die allerdings nicht (nur) auf dem Mist der Wiesmänner gewachsen ist, sondern mindestens für BMWs typisch. Nur haben die Dülmener sich da bei der Adaption an den MF3 mit vielem aber sicher nicht Ruhm bekleckert! Was ist schon bei der Konstruktion das Problem? Die BMW-Teile passen nicht ohne weiteres in den MF3. Man muß also basteln. Und genau so wird es dann auch - gebastelt, nicht gewußt.

 

1. Fehler:

 

Die Servopumpe und der zugehörige Ausgleichsbehälter werden komplett vom Ansaugstrang überdeckt. Der muß also zur simplen Niveaukontrolle ausgebaut werden. Macht keiner, also guckt auch nie einer. Ungeschickt und dauerhaft sträflich.

 

2. Fehler:

 

Man frickelt eine Leitungslösung zusammen, die sowohl BMW-Teile wie „selbstgedengelte“ Teile verbindet. An sich geht das - nicht schön, aber grundsätzlich nicht verkehrt. Nur wenn man ständig das Kaliber wechselt, also „dünner“ und dann wieder „dicker“ wird, ist das Mist.

 

 

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3. Fehler:

 

Die Lenkungsölkühlschlange (liegt im druckloseren Rücklauf des Öls aus der Lenkung zur Pumpe) wie sie BMW verbaut, paßt nicht in den MF3. Also wird das BMW-Werkszeug einfach gequetscht, bis es paßt. Damit werden aber die Querschnitte in den 180°-Bögen dermaßen verengt, daß da schier gar nichts fließt. Lenkungsölkühlung also faktisch schon dadurch sinnlos.

 

 

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4. Fehler:

 

Das Gewürge der Kühlschlange wird an der Lenkung mit zwei Haltern befestigt. Nur: Da, wo sie nun mal im MF3 sitzt, kommt schlicht keine Luft hin: Hinter dem unteren Rahmenträger, abgedeckt von der Unterkante der Motorhaube. Dafür „weht“ es aber allen Dreck dorthin. Das geht ein paar Jahre gut. Dann nicht mehr.

 

5. Fehler:

 

Die Lenkungsölleitungen sind hochdruckfeste Schläuche, aber die haben Anschlüsse und die Kühlschlange ist generell aus Metall. Keinerlei Schutz drauf. Knappe 100tkm und neun Jahre später ist das zusammengerosteter Kernschrott.

 

 

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Abhilfe: Da sowieso nix wirklich gekühlt hat - fliegt das ganze sinnlose Gewürm raus. Die Hochdruckleitungen werden ersetzt, das Gefrickel mit Ansatzstücken und -stückchen ist sinnfrei und wird ersetzt. Stattdessen gescheite Anschlüsse mit schicken Rennsportteilen und bestens geschützte Hochdruckleitungen (Betriebsdruck der Lenkung ca. 30 bar) mit Berstdruck erst bei 400bar.

 

 

 

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Paßt, sitzt, wackelt und hat Luft. gleichmäßig durchströmt, weil gleiche Durchmesser allerorten. Somit viel bessere Zirkulation und per se schon „Kühlung“. Apropos: Das Lenkungsöl ist rot, wenn es frisch ist (genauer: Automatikgetriebeöl ATF II). Bei der 806 war es schwarz. Mithin: Egal, ob das technisch fragwürdige Gebastel schon zusammengerostet ist oder nicht: Wechselt das Lenkungsöl beizeiten (Vorschlag: nach sieben Jahren spätestens), sonst wird’s teuer, wenn die Komponenten hinüber sind.

Markus

 

 

 

2017-11-21-PHOTO-00000018.jpg

Das letzte Bild ist ungewollt - mit "ausschneiden" ist's am Bildschirm weg, sonst aber permanent ...

 

bearbeitet von 806
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Kai360 VIP CO   
Kai360

Hast du sehr schön beschrieben und gemacht!

 

Zwei Zusätze.

1. Das Lenkungsöl darf man auch ruhig auch früher wechseln,

und wenn man das dann schon macht, dann gleich auf

2. Liqui Moly Zentralhydrauliköl.

 

Es wird sich mir nie erschließen warum die KFZ - Hersteller ATF Getriebeöl überall reinkippen, egal ob das nun ein BMW, Audi, Wiesmann oder Ferrari ist!? In Hydrauliksysteme (Lenkung, F1 Schaltung usw.) gehört Hydrauliköl, druckstabil, nicht schäumend!

bearbeitet von Kai360
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Jarama VIP CO   
Jarama

Rein neugierhalber, weil die Teile mir bekannt vorkommen. Sind die Schläuche und die Fittings von Redhorseperformance? Wegen Schläuchen hatte ich mich aus anderen Gründen umgeschaut und war bei Redhorseperformance auf die FKM/ECO mit Edelstahlgeflechtummantelung gestoßen. Als Benzinschläuche perfekt. Allerdings war mir bei Lesen aufgefallen, dass RHP einen Einsatz in Lenkungen untersagt. Warum weiss ich nicht.

 

Was für ein Schlauchmaterial ist von Dir verwendet worden?

 

Ich denke das könnte von allgemeinem Interesse sein. Wenn ich daran denke, was beispielsweise Ferrari für Schläuche im Servolenkungsbereich nicht, aus weia. Mit selbst konfektionieren (zumal die Fittings wieder verwendet werden können) hat sich mit einem einzigen Schlauch schon eine eigene Schlauchhülsenpresse amortisiert ...B)

bearbeitet von Jarama

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806 CO   
806

Ist alles von ISA Racing.

190 € für Teile.:-o

Markus

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dickerg60 CO   
dickerg60

Doofe Frage jetzt aber jeder ( sag ich jetzt einfach mal so ) bringt seinen wiesel doch zur Inspektion wo das Öl getauscht wird ,  wie haben sich die Fehler bei dir bemerkbar gemacht wenn ich fragen darf ???? Mein Wiesel hat jetzt ca 115 Kilometer runter und ich habe bis jetzt nichts negatives zu berichten über die Lenkung, würde mich sehr interessieren was es für Auswirkungen beim lenken hat damit man darauf achten kann 

Mfg Stefan 

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Jamarico CO   
Jamarico
vor einer Stunde schrieb dickerg60:

Mein Wiesel hat jetzt ca 115 Kilometer runter und ich habe bis jetzt nichts negatives zu berichten

Nach 115 km darf man ruhig auch etwas optimistisch in die Zukunft blicken O:-)

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806 CO   
806

@dickerg60: Ein Lenkungsölwechsel ist NICHT vorgesehen und wird in der Regel auch NICHT gemacht. Bei keiner Marke steht das in der Wartungsvorschrift. Also nützt "Inspektion" (wie so oft) nichts.

"Merken" tust Du das erst, wenn's kaputt ist. Dann bricht die verrostete Leitung und Dein Servo fällt aus. Das passiert natürlich vor allem dann, wenn Druck anliegt, also beim Lenken. Dann viel Spaß! Schlagartig steigende Lenk- und Haltekräfte.

Bei mir hat's die DEKRA bei der HU beanstandet und auf die Unfallgefahr hingewiesen. Daraufhin habe ich das ganze System (man sah es nur an den Pumpenanschlüssen unterhalb der Lichtmaschine im Motorraum bei einfacher Sichtkontrolle) "freigelegt" und das Drama ganz betrachten können.

Markus

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Kai360 VIP CO   
Kai360
vor 53 Minuten schrieb 806:

Ein Lenkungsölwechsel ist NICHT vorgesehen und wird in der Regel auch NICHT gemacht. Bei keiner Marke steht das in der Wartungsvorschrift. Also nützt "Inspektion" (wie so oft) nichts.

 

Das nennt sich dann bei allen Herstellern "Lebensdauerfüllung"! (Bei Getrieben, Differentialen, Lenkung, usw. heutzutage leider üblich)

 

Und was sagt uns das?

Das Öl hält genau die Lebensdauer des Getriebes bis es kaputt ist! :P

Aber es gibt keine Aussage darüber ob das Getriebe mit einem Ölwechsel weit länger halten würde, oder sich besser schaltet, oder, oder, oder.

Ein Schelm wer sich nun etwas dabei denken würde!

 

Ich empfehle spätestens nach 6-8 Jahren oder 60 - 100`km den Wechsel aller Öle! Öle altern nun einmal, die Molekülketten werden zerstört, und die Kosten sind sehr, sehr überschaubar im Vergleich zu einem ATG.

 

Beispiel: Bei meinem Audi Q7 habe ich bei gut 100`km sowohl das Lenkungsöl gewechselt als auch alle Getriebeöle.

A. Aus der Lenkung kam eine Suppe heraus, unglaublich, und so ein komisches Summen / Quitschen der Lenkungspume war schlagartig weg.

B. Das Automatikgetriebe schaltete besser, weicher, ruckfrei und schneller als je zuvor!

C. An Differentialen und Zwischengetrieben merkst du naturgemäß eher nichts, aber geschadet hat es bestimmt auch nicht, da kam auch eine böse recht schwarze Suppe heraus.

 

An dem Hauptthema dieses interessanten Threads ändert ein Ölwechel natürlich auch nichts.

Das ist schlicht mangelhaftes Engineering.

Aber auch da keine Sorge, auch das gibt es bei allen Automarken, da wird nicht nachgedacht, da fehlt die Erfahrung der jungen Ingenieure.

Und überhaupt hält doch 2 Jahre, dann ist die Garantiezeit rum, so what!

Mit Reparaturen und Ersatzteilverkauf verdient man schließlich auch!

 

 

bearbeitet von Kai360
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fiat5cento   
fiat5cento
vor 9 Stunden schrieb Kai360:

Aber auch da keine Sorge, auch das gibt es bei allen Automarken, da wird nicht nachgedacht, da fehlt die Erfahrung der jungen Ingenieure.

Das hat doch nix mit Ingenieuren zu tun, weder jungen noch alten.

 

Die Leitung wird von Zulieferern gefertigt. Die lassen sie nach Lastenheft / Prüfvorschrift in einem Prüflabor prüfen, bis die Leitung die Anforderungen erfüllt.

Dann können die damit zum Einkauf und ihre Leitung anbieten. Der Einkauf kauft dann aber nicht die beste, sondern die billigste Leitung. Also fertigt der Zulieferer die Leitung natürlich so, dass sie möglichst günstig wird und gleichzeitig gerade noch die Prüfung besteht.

 

Es ist also ein klassischer Fall eines Prozesses der folgendermaßen funktioniert:

 

Kauf das billigste Zeug ein was zu haben ist -> Verkauf es als Premium

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Kai360 VIP CO   
Kai360

Und für die Spezifikation auf dessen Grundlage der Einkauf bestellt zeichnet ein Ingenieur beim KFZ Hersteller verantwortlich!8-)

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15wiesmann12 CO   
15wiesmann12
Am 5.12.2017 um 10:00 schrieb Kai360:

 

Das nennt sich dann bei allen Herstellern "Lebensdauerfüllung"! (Bei Getrieben, Differentialen, Lenkung, usw. heutzutage leider üblich)

 

 

 

Bei Automatikgetreiben darf  das Öl keine "Lebensdauerfüllung" sein .So schreiben verschiedene Automobilbauer einen Wechsel des Automatikgetriebeöls in Intervallen von 60.000-80.000km vor.

bearbeitet von 15wiesmann12

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Wiesmänner sind keine Briefmarken, die man ins Album steckt und nicht verwendet. Sie sind Autos und Autos wollen gefahren werden. Manchmal schnell, manchmal weit.


       
      Hier geht’s um’s „weit“ - nämlich an das Westende Kontinentaleuropas, genauer „Cabo Sao Roche“ in Portugal nahe Sintra.


       
      Hinbolzen und zurück ist langweilig, also machen wir daraus lieber eine Reise von 17 Tagen und vermeiden Autobahnen, sondern gondeln über Land. Runde 6.500 km waren’s am Ende. Eindrücke, die bleibend sind und Fahrerlebnisse, die in einem MF3 noch anders empfunden werden als in einem „moderneren“ Auto. Europa unmittelbar erlebt, sozusagen.


       
      Und es ist schön, dieses Europa!
       
      

Die grobe Richtung war im Uhrzeigersinn von Speyer aus südwärts durch Zentralfrankreich ans Mittelmeer, entlang der spanischen Küste über Granada  und oberhalb des Alentejo quer durch Portugal und an seiner Küste hoch ans Westende Europas. Über das Douro-Tal weiter nach Nordspanien, an dessen Küste und übers Baskenland nach Frankreich zurück, durch den Südwesten und mit einem Abstecher ins Perigord wieder über Burgund Richtung Heimat.


       
       

       
       
      Tagesetappen nicht länger als 500 km, eher um die 250 bis 300. Sonst sitzt man nur im Auto und hat keine Zeit für Land und Leute. Spätestens um 17.00 in den vorgebuchten Unterkünften eintreffen, keinen Streß mit „unterwegs noch Bett für die Nacht suchen“. Lecker essen - nicht „Sterne sammeln“, sondern regionaltypisch aussuchen. booking.com hilft und die Streckenplanung am Eßtisch ist alleine schon ein Erlebnis: Straßenkarte hier, Satellitenbilder auf dem iPad da und Reiseführer verstreut.
       
      

Motto außerdem: Bleib’ den Städten fern - die sehen wir uns ggf. gesondert an, aber das machte den Charakter der Reise sonst unharmonisch. „Landpartie“ in Ruhe (soweit das der Auspuff eines MF3 zuläßt) statt Hektik.
       
      

Die Anfahrt nach Burgund als erster Etappe ist durch bestens bekanntes Geläuf, da geht’s nur um „Strecke machen“. Einfaches aber sauberes kleines Hotel mit leckerer Küche reicht uns.
       
      

Ab jetzt kommt Neues, nämlich die Cevennen. Wunderschön, kaum erschlossen und traumhafte Straßen. Ein bißchen viele, wir kommen nur mühsam voran. Einfacher Grund: Ich habe der Handynavi (sehr empfehlenswert: Navigon-App) vorgegeben, „schön“ für einen „PKW“ zu führen. Das tut sie mit Inbrunst. Wir gurken auf kleinen und kleinsten Sträßchen, bis uns die Lust am ewigen Gekurbel etwas schwindet. Tip aus der Praxis: „Motorrad“ wählen, dann fallen sehr unebene Strecken weg und langwierige Ortsdurchfahrten mit Ampeln werden tunlichst vermieden.
       
       

       
       

       
      

„AEG“ - Aus Erfahrung Gluch!
       
      

Im katalanischen Frankreich (die mit Erstaunen auf Ihre Geschwister in Spanien und deren politische Bemühungen blicken) erreichen wir das Mittelmeer. Es ist noch keine rechte Badesaison, um es mal so zu sagen. Regen ist international gleich lästig für Aktivitäten wie diese.


       
      Kaum über die Grenze nach Spanien lichtet sich alles und uns empfängt eine völlig andere Landschaft mit völlig anderem Wetter. Alles gut und schön, aber ohne Klimaanlage kann auch sogenanntes „schönes Wetter“ nerven!


       
       

       
       
      Die Monokulturen entlang der Strecke sind genauso erschreckend wie sie interessant anzusehen sind. Erst sind’s Orangen, dann werden’s Oliven. Daß das Land ein Wasserversorgungsproblem hat, ist nachvollziehbar. Geisterstädte haben wir nur gestreift, Senasationstourismus stand nicht auf dem Programm. Da stehen ernsthaft Siedlungen mit allem Pipapo - Straßen, Plätze, Häuser, Beleuchtung, Schilder - und KEINER wohnt da. Abartig.
       
       

       
       
      

Bauruinen hat’s da mehrfach, und je weiter wir nach Süden kommen desto mehr britische „Expats“. Das sind sonnengegerbte Briten im Rentneralter, die sich dauerhaft ein „home away under the sun“ in Spanien eingerichtet haben. Naja. Tut der Sache nicht unbedingt gut, zumal sie dann eher untereinander bleiben und manche es in Jahren nicht schaffen, wenigstens gebrochen Spanisch zu sprechen. Gut zu Fuß sind sie aber alle, denn in Spanien - anders als im NHS - kosten Hüften und Knie nichts und werden auch über 75 noch eingebaut. Was daheim im wahrsten Sinne des Wortes „am Stock geht“, springt hier mit faltiger Haut am Knie munter herum.


       
       

       
       

       
      Die Landschaft wird in der Region Murcia eintönig und wüstenartig, so daß wir uns wirklich auf Granada freuen. Sehr sehenswert, Weltkulturerbe völlig zu recht. Mit dem Wiesmann durch die Altstadt zur Hotelgarage löst allerdings ähnliches Aufsehen aus …
       
       

       
       

       
      

Südspanien haben wir passiert und kommen nach Portugal. Erstaunlich, daß die Landesgrenze auch sonst eine ist: Die Landschaft ändert sich binnen weniger Kilometer komplett! Korkeichen über Korkeichen säumen den Weg, nicht selten werden die Wälder von Kühen oder Schweinen durchforstet. Ronda ist unser nächstes Etappenziel, ein wirklich bezauberndes Städtchen in perfekter Lage auf einem Felsen, wunderschön! 
       
       

       
       
      Quartier beziehen wir in Beja, das wir von früheren Reisen schon kennen. Die Pousada liegt sehr nett (ein aufgegebenes Kloster, das Hotel wurde) und die Innenstadt ist immer einen Abendspaziergang wert. Essengehen ist schwer - wir landen ernsthaft in einer italienischen Pizzeria. Hat dem Geschmack keinen Abbruch getan!


       
      Auf dem Weg nach Sintra liegt Estoril. Ein Sportwagen muß zur Rennstrecke (wenn auch „darauf“, das wäre für mich zu infizierend und für das Auto möglicherweise nicht gesund. „Gesperrt“ und ein grimmiger Sicherheitsdienst an der Schranke. Tja - ein schnuckeliges kleines Auto mit lautem Motor erweicht weltweit die Herzen. Mit dem Versprechen, nur kurz zum Fahrerlager vorzufahren, dort ein Foto zu machen und dann zurückzukommen, dürfen wir passieren! Ich entschuldige mich hiermit bei Peugeot, daß wir die Vorstellung der „SUV-Flotte“ auf dem Racetrack boykottiert haben und alle Presseleute und Gäste sich dem kleinen weißen zuwandten ….
       
       

       
       
      

Im Großraum Lissabon sind wir schon, in Sintra werden wir in einem ausgezeichneten Bed & Breakfast übernachten und uns zum Wendepunkt der Reise aufmachen. Zur rechten Zeit, denn normal ist es dort proppenvoll. Bei uns ging’s und für Fotos und Urkunde hat’s gereicht.
       
       

       
       
      

Auf dem weiteren Weg ins Douro-Tal passieren wir auf Empfehlung Einheimischer Viseu. Die Menschen hatten recht, das ist ein lebhaftes bezauberndes Städtchen abseits der Tourihauptrouten.


       
       

       
       
      Das Douro-Tal sollte uns nach der Anfahrt etwas Entspannung geben. Autofrei zum Probieren der Portweine mit der Bahn - unser einfaches aber sehr sauberes Hotel liegt direkt am Bahnhof in einem gottverlassenen Nest und näher als mit dem Zug kann man dem Fluß nicht kommen. Eine herrliche Gegend - da kann sich die Mosel mal ein Scheibchen von abschneiden!


       
       

       
       

       
       

       
      Nordspanien empfängt uns mit Einöde. So was von Einöde auf dem Weg nach Leon habe ich noch selten erlebt. Die sinnfreie völlig neue und völlig leere Autobahn führt schnurgerade durch unbewohnte Landschaft mit Feldern im Format „unter 100 Hektar ist Kleingarten“.
       
       

       
       
      

Die Küstenregion dagegen erinnert fatal an Südtirol - nur anders arrangiert. Es geht immer von der Küste weg in ein Tal, Querverbindungen sind selten. Man klappert also in den „Picos d’Europa“ quasi Tal um Tal ab auf dem weg Richtung Bilbao.


       
       

       
       
      Bei Irun geht’s zurück nach Frankreich, wo wir beim Durchqueren Aquitaniens die Errungenschaft moderner Forstwirtschaft bewundern können: Bäume wie die Soldaten aufgereiht, durchschnitten von kerzengeraden Straßen. Bewohner? Kaum. Wenn aber: „lecker Essen auf’m Land“!


       
       

       
       
      Auf dem Weg zurück in die Pfalz ein letzter kulinarischer Stop in Pontaubert - und die Heimat hat uns ohne eine einzige Schramme wohlbehalten wieder.


       
       

       
       
      Quintessenz aus dieser Marathontour:


       
      Wer geschickt packt, kriegt alles lässig im Wiesmann unter. Herumrasen ist dem Fahrspaß abträglich, gepflegtes Abroadstern mit offenen Augen und wachen Sinnen ein einziges Vergnügen.  Ein kurioses Auto (ich glaube, wir waren der erste Wiesmann in Portugal, zumindest dort, wo wir unterwegs waren) ist ein Türöffner und mit etwas gutem Willen kann man sich immer verständlich machen. Was „laß’ mal unter die Haube gucken“ heißt, erschließt sich schnell.


       
      Auf einer solchen Tour lernt man außerdem, daß Spanien viel bessere Hotels und Betten hat als Frankreich, man dort aber viel besser ißt - die Rezepte sind halt vielfältiger und die Zubereitungen abwechslungsreicher. Auf dem Land wird nicht gerast, weder in Spanien noch in Frankreich, aber Portugiesen lieben es, dicht aufzufahren. Man klebt am Vordermann, beachtet aber das Tempolimit strikt. Muß sehr teuer sein, das nicht zu tun!
       
      

Und eine ganz wichtige Lehre am Schluß: RECHTS fahren, so weit wie eben möglich! (Steht übrigens auch in § 7 Absatz 2 der StVO). Das heißt nicht nur, bei mehreren Spuren die rechteste freie zu nehmen, sondern auch, innerhalb der Fahrspur so weit wie möglich rechts zu bleiben. Quasi am Randstreifen entlang. Das hat uns in den Cevennen einen schweren Unfall erspart.


       
      Mitten im Nirgendwo donnert ein Milchlaster auf seiner Routinetour. So schnell wie’s geht, also auch manchmal Kurven schneidend. Uns kommt er entgegen. Ziemlich in der Mitte aus einer Kurve heraus, wir waren für ihn durch einen Hain nicht sichtbar. Wäre ich auch „optimiert schnell“ unterwegs gewesen, hätte es granatenmäßig geknallt. Getreu dem Motto: „Montags ist da noch nie einer gekommen, was macht Ihr denn da??“ So hat er Platz genug, um mit einem scharfen Lenkmanöver auszuweichen. Ein paar Verkehrsschilder räumt er ab - das ist aber wohl Routine, er hält nämlich vorsichtshalber gar nicht erst an, sondern braust ungebremst weiter!


       
       

       
       
       
      Wie dem auch sei: Diese andere Art des Reisens ist anstrengend (wir haben trotz ausgiebigen Testens der Landesküche nicht zugenommen), aber selbst in einem knappen Roadster sehr gut machbar. Die nächsten Touren hätte ich schon „im Koppe“ …. 




      Markus
       
    • paul01
      Seit Jahren mache ich nun mit der Vorderachse am Diablo 92 rum. Es wurden die Buchsen der Querlenker erneuert, das Spiel des Stabis in den Aufnahmeböcken bei den Gleitlagerbuchsen verkleinert und die Spurstangenköpfe erneuert.
      Bei den unteren Querlenkerbuchsen fällt ein Spiel zu den Schrauben von 0,1-0,2mm auf. Die Schrauben wurden heute erneuert. Das Spiel blieb gleich, da weder die Schrauben noch die Buchsen Materialabtrag aufgewiesen haben.
      Laut der Werkstatt mit 2 Lamborghinispezialisten ist das Knacken nichts Unnormales.
      Hat jemand dieses Problem lösen können ?

      Gruß Paul
    • CRothe
      Hallo,

      hier möchte ich für Interessierte zeigen, was ich alles gemacht habe, um die #006 wieder ganz auf Vordermann zu bringen. Ich werde es nach und nach ergänzen, denn ich bin gerade voll dran.
      Folgender Dienstplan ist ab zu arbeiten:
      1. Überarbeitung des Innenraums
      2. Herstellung eines Batteriekastens (Habe die da, wo alle Anderen den Verstärker sitzen haben).....Wassereinbruch
      3. Der Wagen war mal für ein Jahr in England. Dafür bekam er Seitenblinker und einen Meilentacho.
      4. Ausbau des Doppel-DIN-Radios/Navis und Wiedereinbau der BMW-Steuereinheit für Heizung und Belüftung.
      5. Schließen eines Rostlochs im Rahmen (eher unwichtige Stelle) mit Kontrolle aller Rahmenrohre, an die ich dran komme, mit einer Endoskopcamera, auftrag von Rostumwandler (Epoxyd-Basis...keine Feuchtigkeit erforderlich) in den Rohren, mit anschließender Behandlung mit Hohlraumversiegelung.
      6. Austausch der vorderen Querlenker mit allen Gelenken.
      7. Veränderung der Gaspedalgeometrie

      Grüße: Christof
    • Joogie
      bei dem mf3 trat vor jahren das problem auf, daß bei hochsommerlichen temperaturen und im stau stehen/kriechen schalten fast unmöglich war.
       
      der grund dafür war die in die jahre gekommene gummileitung zur hydraulikkupplung, die sich unter belastung bei den temperaturen zu stark ausdehnte und somit nicht genug druck ankam um komplett auszukuppeln. daß dies nichtmehr passieren kann, hatte ich damals (vor > 10 jahren) mir eine stahlfelxleitung machen lassen. beim erneuern der kupplung haben mir die spezialisten diese leitung geschrottet (ohne was zu sagen)
       

       
      wie blöde muss man sein sowas zu schrotten???
      und wo bekommt man nun sowas wieder nach vorgaben hergestellt ?
       
      google bemüht und ich glaube es kaum, gleich die erste firma war ein volltreffer
      "ja klar machen wir sowas, sie kommen vorbei - trinken einen kaffe und können die neue leitung dann auch gleich mitnehmen!"
       
      es sind zwar knapp 100km aber den kaffe hol ich mir
      daß es sowas heutzutage noch gibt ... bin sprachlos ...
       
      mal sehen was dieser kaffe kostet
    • 728
      Moin Jungs,
      ich habe evtl. ein Problem mit meinem Radio (Becker Mexiko Retro) oder evtl. eingebauten Verstärker von Wiesmann!?
      Während der Fahrt begleitet mich ein Pfeifton, so eine Art "Hiemen". Je schneller die Fahrt desto lauter der Ton bis der MF3 so laut wird
      bis man nichts mehr hört.....Durch ein Schlagloch kann das Geräüsch lauter oder leiser werden.
      Der HIFI-Experte am Telefon meinte es liegt am Verstärker der fest verbaut im Wiesmann ist!
      Mein Gecko ist die Nummer 728 mit Baujahr 2008.
      Weiß jemand ob es den Verstärker gibt und wo der im Auto verbaut ist?!
      Hat schon jemand ein ähnliches Problem gehabt?
      Kann man die Armatur leicht abbauen um evtl. hinter das Radio zu kommen?
      Bin für alle Infos/Tipps dankbar.
       
       Ansgar/728
       

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