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PocoLoco

MB C63 AMG T-Model Black Series Petronas F1 Edition by Carrotec

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Ich habe lange lange überlegt ob ich diesen Thread hier eröffnen soll oder nicht, da ich 1. denke, dass es hier drinnen nicht um Tuning geht und 2. wir eigentlich hauptsächlich im Restaurationbereich tätig sind.

Schlussendlich machen wir aber doch hin und wieder „Tuningarbeiten“ an Fahrzeugen und deswegen möchte ich hier trotzdem mal eine Arbeit präsentieren die m.M.n. eher in Richtung Fahrzeugbau als in Richtung Tuning geht.

Also, hier mal was anderes als Panda`s und Alfa`s 

Kai ist übrigens Mitschuld, dass ich euch jetzt belästige mit dem nächsten Projekt :lol2:

Also, wollen wir mal:

 

Es handelt sich um diesen (noch originalen) C63 AMG Performance Plus (487PS) aus dem Jahre 2009, nahezu Vollausstattung und in Obsidianschwarz met. Ich habe mir schon einige Zeit überlegt was ich mit dem Auto machen soll, denn er sieht ja ab Werk ja schon ganz ordentlich aus. Aber es liegt mir nicht so in der Natur die Dinge so zu lassen wie sie kommen, ich sehe da immer wieder Verbesserungspotenzial an Fahrzeugen:D

Dann kam der entscheidende Moment als das Black Series Coupe auf den Markt kam und Mercedes verkündete, dass es nun doch kein T-Model als Black Series geben wird, obwohl dies mal geplant war. Da dachte ich; jawohl genau das ist es, wir bauen einen Black Series Kombi!

Dann begann der lange Weg ein T-Model Black Series zu bauen.

Als 1. widmete ich mich mit Andi zusammen (der Spengler vom Alfa und Panda) den Seitenwänden und Türen hinten, da diese sicherlich eine der grössten Arbeiten war. Da wir eben kein "Plastik-Tuning" machen, war es natürlich klar, dass wir die Breite vom Black Series nur durch selber angefertigte und eingeschweißte Blechradhäuser erreichen können. Also mussten wir diverse Schablonen anfertigen um die Form zu erreichen, dass es passt.

 

Die originalen Seitenwände schnitten wir am Radlauf entlang heraus, damit wir mit den neuen Backen innen schön Platz für große Räder haben.....gutes Stichwort, mit den Räder war ich lange am überlegen was es werden sollte, ob ADV1 oder VOSSEN, schlussendlich wurden es VOSSEN mit dem Model CV7 vorne in 9x20 ET25 und hinten 10,5x20 ET42 mit 3cm Distanzescheiben pro Seite :D Bei der Bereifung schwöre ich seit Jahren auf Dunlop SP SPORT MAXX der auch hier wieder zum Einsatz kam.

 

Fahrwerk musste natürlich auch zuerst optimiert werden, um dann alles passend anzufertigen. Ich entschied mich für ein H&R Monotube Clubsport Gewindefahrwerk.

 

So nun konnte es endlich losgehen mit den Radhäuser O:-)

Als jedes einzelne Blech angefertigt und zugeschnitten war, begann die endlos Schweißerei, ich lass einfach mal die Bilder sprechen, man sieht die einzelnen Schritte Stück für Stück, bis hin zum verzinnen......

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Weiter braucht es für einen Umbau auf Black Series aber auch noch breitere Stosstangen und Seitenschweller. Da der Kombi aber länger ist brauchte es Einzelanfertigungen und da entschieden wir uns für Carbon. Die Stossstange hinten wiegt nun noch 2.5 KG:D

 

Ganz ehrlich, ich mag Carbon und denke, dass man Carbon auch sehen darf. So haben wir einige Stellen dann auch in Sichtcarbon gelassen. Hier sieht man die Vorarbeiten und das Resultat

 

Wie man sieht ist das Auto auch wieder in Schwarz lackiert worden, hier wieder mal der übliche Prozess in Bildern

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Weiter ging es mit der Front, da dort die original Teile der Black Series mit einigen Anpassungen passen, habe ich mich für diese entschieden.

Wieder mal ein paar Bilder :D

 

Lego für Erwachsene

 

Ich habe vorher mal geschrieben, dass ich Carbon mag....das stimmt, also musst mehr davon her! Nur, da gibt es nichts zu kaufen, also was tun ausser selber machen??

Also ab ans Formen bauen

 

Und eine negativ Form herstellen.

Ok, ich gebs zu....ich liebe Carbon und darum gehts auch gleich damit weiter !!

Das Dach bot sich gerade zu an um es in Carbon anzufertigen. Zuerst musste die Dachreling weg

 

Dann die Antenne weg und rauf mit dem Carbon

 

öhm, habe ich schon erwähnt das ich Carbon mag?:D

 

Auch die Motorhaube mit den neuen Carbonlufteinlässen ist ein original Mercedes Black Series Teil

 

Aber das Emblem musste weg :D

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PocoLoco CO   
PocoLoco

Nun war er komplett neu in Schwarz lackiert aber nach dem ganzen Aufwand war mir das zu langweilig und da wir doch von dem was wir machen leben musste etwas auffälligeres her damit er auch richtig auffällt.

Mercedes dominiert ja in diesem Jahr klar die F1 und der Unfall von Michael Schumacher (für mich der beste Rennfahrer aller Zeiten) bewegten mich dazu diese beiden Themen miteinfliessen zu lassen.

In einer anderen Farbe lackieren kam nicht in Frage, also entschied ich mich für Folie...ist ja ganz IN zur Zeit :D

Zuerst mal die Schweinwerfer geöffnet und etwas Farbe in das ganze gebracht

 

Die Farbe der Folie zu wählen war gar nicht einfach, heute gibt es jede Farbe und nur Matt hatte ich keine Lust. Glücklicherweise stolperte ich gerade über eine Neuheit und habe dann die bestellt.

 

Dann noch ein paar Partner-Logos UNTER der Folie angebracht

 

So, das wars dann auch schon. Das Auto ist fertig und ziemlich auffällig geworden.:D

Ich hoffe es interessiert euch trotzdem auch mal sowas zu sehen, den für uns ist es eine ganz nette Abwechslung nicht nur Rost behandeln zu müssen :D

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PocoLoco CO   
PocoLoco

Und zum Schluss noch ein Danke an Bischii hier aus dem Forum für die tollen Bilder

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MischiMischi CO   
MischiMischi

wow, wirklich tolle Arbeit und ein super Auto. Gefällt mir richtig gut :-))!

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netburner   
netburner

Hut ab, vor allem vor der handwerklichen Arbeit. Andere Tuner tackern da mal eben schnell ein paar GFK-Teile an die Kotflügel und lassen es damit bewenden.

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strikeforce   
strikeforce

Super cool. Danke für die Bilder. Sehr interessant.

Ergebnis ist perfekt. Einfach genial das Auto. Die Folie ist ein Traum.:-))!:-))!

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Forex VIP CO   
Forex

Das Ding ist auch für einen Nicht-Mercedes Fan einfach nur gei1! Echt tolle Arbeit!

Eine Frage habe ich noch zum Carbondach: Das originale Dach wurde nicht entfernt, richtig (oder habe ich das schon mal gefragt)? Hat mit Stabilität zu tun, oder?

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PocoLoco CO   
PocoLoco

Eine Frage habe ich noch zum Carbondach: Das originale Dach wurde nicht entfernt, richtig (oder habe ich das schon mal gefragt)? Hat mit Stabilität zu tun, oder?

Nein das originale wurde nicht entfernt, hab mich da lange damit auseinander gesetzt und bin zum Entschluss gekommen, für die Rennstrecke ja aber für den Straßenverkehr total sinnlos, weil die Optik am Schluss die selbe ist :-o

Selbst Mansory überzieht viele Teile nur :D

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Forex VIP CO   
Forex
Nein das originale wurde nicht entfernt, hab mich da lange damit auseinander gesetzt und bin zum Entschluss gekommen, für die Rennstrecke ja aber für den Straßenverkehr total sinnlos, weil die Optik am Schluss die selbe ist :-o

Selbst Mansory überzieht viele Teile nur :D

Danke für die Antwort!

Das kann ich mir vorstellen. Mir ging es nur darum, weil ich das bei meinem Auto gerne hätte, aber es wohl unbezahlbar ist (das ersetzen, nicht überziehen!).

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PocoLoco CO   
PocoLoco
Danke für die Antwort!

Das kann ich mir vorstellen. Mir ging es nur darum, weil ich das bei meinem Auto gerne hätte, aber es wohl unbezahlbar ist (das ersetzen, nicht überziehen!).

Habe vor jahren mal angefragt für mein M3 wo ich hatte, war glaub sowas um die 12000.- oder so:-o

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Cavallino Rampante CO   
Cavallino Rampante

Hallo ihr Künstler,

vor so einer Arbeit habe ich die größte Achtung!.....perfekt!!!

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Forex VIP CO   
Forex
Habe vor jahren mal angefragt für mein M3 wo ich hatte, war glaub sowas um die 12000.- oder so:-o

Für den Preis baue ich das Cabrio auch gleich noch auf Carbondach um! :D

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chip CO   
chip

Super toller Bericht danke dafür carpassion pur. Mir gefällt die heckstosstange mit den breiten Backen hinten am besten :-))!

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skr CO   
skr

Nominiert für den thread des Monats. :-))!

Tolle Arbeit, phantastisches Resultat, vielen Dank für die ausführliche Dokumentation! :applaus:

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Gast oly2905   
Gast oly2905

Toll gemacht ! Du hast wirklich einen einzigartigen C63 T BS gebaut. Kompliment.

Jetzt würde ich dir noch die einzigartige BS Motorisierung wünschen. Dieser Motor gehört zu den Besten von AMG und die Leistung dürfte bei keinem unter den Werksangaben liegen ;-).

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Phil   
Phil

Die Folie mit dem AMG Relief auf der Haube ist absolut irre!!! :-o:-))!:-o:-))!

Für meinen Geschmack ist er ein klein bisschen zu tief (es muggeseckli :wink:) und dafür dürften die Räder noch ein wenig weiter draussen stehen, aber ob das technisch machbar und sinnvoll ist überlasse ich denen mit mehr Ahnung, euch.....

Titelseite im Mercedes Tuner - dickes Kompliment! Well deserved.....

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PocoLoco CO   
PocoLoco

Jetzt würde ich dir noch die einzigartige BS Motorisierung wünschen. Dieser Motor gehört zu den Besten von AMG und die Leistung dürfte bei keinem unter den Werksangaben liegen ;-).

Die Leistung hab ich vergessen zu erwähnen, (wie so einiges auch noch :-o) haben wir durch eine Optimierung auf 518PS (Original BS 517PS) angehoben Inkl. V/max Aufhebung. Marschiert ganz ordentlich O:-)

Jetzt plane ich zur zeit gerade noch eine komplette Edelstahl Abgasanlage mit Klappensteuerung, Einzelanfertigung!O:-) Ca. 20-30 Ps sollten dabei nochmals Entstehen.

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360erfreak CO   
360erfreak

Respekt!! Das Teil ist wirklich eine Hammeransage!

Mir gefällt vor allem, dass nicht einfach drauf losgebastelt wurde sondern ein Konzept ersonnen und perfekt umgestzt wurde. Habt Ihr wirklich toll gemacht! :-))!

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PocoLoco CO   
PocoLoco

Für meinen Geschmack ist er ein klein bisschen zu tief (es muggeseckli :wink:)...........

Titelseite im Mercedes Tuner - dickes Kompliment! Well deserved.....

Ja das ist Geschmacksache schlussendlich :-))! Ich mag es satt und tief.

Genau in der Aktuellen Ausgabe, danke vielmals :oops:

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GT 40 101 CO   
GT 40 101

Danke dass ihr das gepostet habt:-))!, sehr interessanter Bericht mit sensationeller Arbeit die Respekt verdient!!

Bei Probefahrten in Deutschland aber bitte an die Richtgeschwindigkeit (130km/h) denkenX-):D:D:D:D.

Grüße

Thomas

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    • schattenfell
      Hallo,

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      Schattenfell
    • locodiablo
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      Weiteres folgt...:)
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    • Mell
      Hallo Forumsgemeinde,
       
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      Liebe Grüße 
      Mell
    • 806
      Zum Jahresanfang kann ich auch gleich was Neues beginnen – nämlich meinen nächsten „laaangen Dauertest“. Jetzt nicht mehr im großen Bereich „sonstige Fahrzeugmarken“, sondern im Sportwagen- und Luxusmarken-Forum …

      Seit 29.11.2013 ist das Dickschiff ersetzt durch einen A 45 AMG, der mir in den nächsten Jahren als Alltagsauto dienen wird. In loser Folge schreibe ich hier nieder, was auffällig oder unauffällig am Auto ist, was bei längerer Benutzung stört, sich bemerkbar macht oder auch erfreut, wie sich der Kleine hält und was an ihm auseinanderfällt.

      Anders als bei meinem im Avatar abgebildeten liebsten Hobbyauto von allen, wird es hier nicht um Verbesserungen/Umbauten/Ausbauten gehen, denn das habe ich nicht vor. Einfach wieder die Zusammenstellung von Erlebtem und Erfahrenem!


      Das Auto

      Also stelle ich Euch den neuen Kleinen erst einmal vor.

      Im Rahmen der Möglichkeiten unauffällig bis zur Unscheinbarkeit ist er zirrusweiß lackiert und emblemlos bis auf die „Sterne“. Selbst bei Benzens wußten sie nicht, daß mit Bestellcode 261 auch die Beschriftung der vorderen Kotflügel entfällt. Das Panormadach paßt zur Farbfamilie „schwarz-weiß“ genauso wie die 19“-Felgen von AMG. Unterstützt wird diese Idee vom "Night-Paket" mit schwarz abgesetzten Leisten und dunklen Heckscheiben.








      Sommers mit glanzgedrehtem Rand, winters in komplettem Schwarz wie „Edition1“.

      Intelligent Light System macht hell, Audio20 macht Musik und Becker MapPilot macht Wegweisung. Besondere Lautsprecher brauche ich nicht, Musik höre ich nur im Stau. Die Klimaautomatik nimmt sich der Temperierung an unterstützt von Sitzheizung vorne, Vergeßlichen hilft elektrische Sitzverstellung mit Memory vorne. Hinten hat er ein Auge (Rückfahrkamera), aber auf häßliche Löcher für Parkpiepser hatte ich keine Lust mehr. Dazu noch das Licht- und Sichtpaket, damit es innen nächstens nicht so trist aussieht und ein Ablagenpaket, damit die demnächst vorgeschriebenen Warnwesten ihren Platz unter den Vordersitzen finden und im Kofferraum eine Steckdose bereit ist. Den Luxus des Performance-Lenkrades habe ich mir der größeren Schaltpaddel wegen gegönnt, damit einher geht der knubbelige Schalthebel in der Mittelkonsole.

      Richtig: er hat KEINE roten Gurte, KEINE roten Bremssättel, KEINE noch lautere Auspuffanlage, KEINE zusätzlichen Spoiler und KEIN noch härteres Fahrwerk – das ist mir dauerhaft zu aufdringlich und damit lästig, außerdem kostet’s alles zusätzliches Geld, das ich dafür nicht ausgeben will.


      Das erste Drama


      Aus dem Datum der Erstzulassung ergibt sich schon das Problem der erforderlichen Winterbereifung. Als ich der Preisvorstellungen der Niederlassung Mannheim für Originalfelgen ansichtig wurde, schwanden mir schier die Sinne. 19“ Felgen als „Vielspeichen“ kosteten schon 3.600 €, dazu noch Reifen – das muß anders gehen. Nächster Vorschlag: 215er Reifen auf 18“-Felgen für komplett 3.500 €. Mickrige Größe, Schneeketten habe ich nicht, brauche ich nicht und kann ich nicht montieren. Selbst die Serienfelgen in 18“ kämen schon auf 3.000 €.

      Alle Tuner/Felgenhersteller abtelefoniert, mit Mails bombardiert und die Quintessenz erfahren: „Haben wir derzeit nicht, rechnen Sie nicht vor Frühjahr damit.“ Tolle Wurst – und bis dahin? Die Sommerreifen runter, Winterreifen drauf und im Frühjahr dasselbe wieder zurück ist mir zuwider, also weiter suchen. Erster Lichtblick: Das Autohaus Kunzmann in Aschaffenburg (ein großer Vertragshändler) unterhält einen Onlineshop und bietet auf einmal AMG-Vielspeichen in 19“ für nur 3000 € an. Gleich zum Hörer gegriffen und im Telefonat ein Vorschlag: „Nehmen Sie doch die 19“ von Lorinser in schwarz, die kosten nur 1700 €.“ Da fragt man nicht zweimal – hätte man aber sollen!

      Prompte Lieferung, freudestrahlend die Michelin PilotAlpin 4 (frei bis 270 km/h!) montieren lassen und gleich aufs jungfräuliche Auto montiert. Problem: Ab etwa Tempo 100 unerträgliche Vibrationen. Nachwuchten rundherum bringt nichts. Was ist denn da los? Einfache Analyse: Im TÜV-Gutachten steht, daß wegen Freigangs zum Bremssattel 3 mm Spurplatten verwendet werden müssen. Ist an sich schon Murks, aber am A 45 noch viel mehr! Benz verwendet wohl für alle „A“ dieselben Radaufnahmen. Durch die große Bremse vorne rückt alles mehr nach außen und die Zentrierhülse steht nur noch etwas mehr als 6 mm heraus, das Mindestmaß, das hiesige Prüfer für solche Gelegenheiten erwarten. Zieht man davon die Spurplatten ab, bleiben nur noch jämmerliche 3 mm (DREI MILLIMETER), die die Zentrierung der Felge sicherstellen sollen. Die hat auch noch einen gefasten Zentrierring, so daß faktisch die Mittenzentrierung verloren geht. So fährt er sich auch.

      Nach kurzem aber heftigem Hin und Her mit Lorinser direkt („Wollen Sie wirklich, daß ich diese Lösung dem TÜV für die Einbaubescheinigung vorführe?“), die sich aber ernsthaft Mühe bei der Suche um schnelle Abhilfe gaben, nehmen sie die Felgen zurück.

      Geworden sind’s dann zähneknirschend die schwarzen Vielspeichen und jetzt läuft alles wieder „rund“. Ich bin mal gespannt, wie die anderen Hersteller dieses Problem in den Griff bekommen …






      Das Einfahren


      Aber nun zurück zum Auto selber: In Rastatt abgeholt und daher gleich mit den ersten Kilometern außerhalb des Werksgeländes „eingefahren“. Ach du liebe Zeit, was machen die Leute da ein Buhei drum – zusätzlich verängstigt durch relativ strikte Einfahranweisungen des Werks: Nicht über 4500/min, nicht schneller als 140 km/h, kein Kickdown.“ Klebt wie in seligen Zeiten sogar in der Windschutzscheibe.

      Dazu gibt es ja mehr Auffassungen, Ansichten und Anspielungen als Autos. Im Grunde genommen kann man’s nie richtig machen; zu „zahm“ ist nix, zu „scharf“ ist nix, zu „schnell“ ist nix? Wie sagt der Pfälzer dann? „Ach, steigt mer doch all‘ in die Tasch‘!“ Das Werk spendierte die erste Tankfüllung (voll!!) und daher schauen wir geschenkten Gäulen nicht zu lange ins Maul.

      Auf den ersten hundert Kilometern auf der Landstraße habe ich dem Motor im vierten Gang in schönem Rhythmus Anzug von 80 auf 120 beigebracht und ihn nach jeder Beschleunigung immer wieder ausrollen lassen. Ähnelt einem Parabelflug und ist ähnlich unspaßig. Dem Maschinchen wurde dabei sogar richtig warm, das Motoröl erreichte 105°. Das war’s dann aber auch, seitdem wird er einfach gefahren, wie ich ihn auch sonst fahren würde. Schön durchölen lassen nach dem Kaltstart, sanft warm fahren, sanft kalt fahren vor dem Abstellen, und sonst gefahren wie es ihm auch in der Zukunft bevorsteht (nach 500 km durften auch mal 5500/min mit wenig Gas anliegen, sonst macht ja eh die Automatik alles). Oh Wunder: Nichts ist undicht, geplatzt, abgerissen oder sonst was passiert.

      So ganz stimmt‘s nicht. In manchen Foren hieß es, daß er bis 1500 km ein Einfahrprogramm habe, das das Gemisch anfette und so den Einfahrvorgang unterstütze durch somit abgesenkte Brennraumtemperaturen. Hört sich komisch an, scheint aber tatsächlich zu existieren. Schlagartig ab diesem Kilometerstand sank der Durchschnittsverbrauch bei flotter Fahrt um 1 L/100 km. Bei 1200 km kamen frisches Motoröl und ein neuer Filter (nicht vorgeschrieben, aber mir ist es lieber so), seitdem läuft er immer besser.

      Da er anfangs etwas beim Anfahren mit seinen Kupplungen „rupfte“, was sich nach knapp 500 km völlig gelegt hat, werde ich ihm auch überobligatorisch einen Getriebe- und Differentialölwechsel gönnen, da hat sich scheinbar doch einiges tatsächlich „einlaufen“ müssen und mir ist dann einfach wohler, wenn alles gut versorgt ist. Manche glauben, ein Wechsel nach 3000 km sei „Vorschrift“, sind aber von der insoweit unklaren Betriebsanleitung im Stich gelassen. Nur AMGs mit Sperrdifferential müssen dann zum Wechsel, der A 45 hat keins, also muß er auch nicht. Meiner kriegt’s trotzdem, weil „wer einschenkt, muß auch nachschenken“.

      Inzwischen sind schon fast 3000 km voll, so daß ich auf freier Autobahn auch mal das Geschwindigkeitsmaxim ausgetestet habe. Im siebten Gang ist das etwas müde ab etwa 230, aber im sechsten geht es ab wie die Feuerwehr. Gefühlt dauert es zwei Wimpernschläge von 200 auf 230 und geht dann unvermindert weiter und weiter und weiter, ohne daß bei 250 km/h Schluß wäre. Tacho 260 standen ziemlich unangestrengt an, im siebten hält er das Tempo, legt aber kaum noch zu. Tachoabweichungen sind minimal, sagt mein zusätzlich bereitgehaltenes Navi.

      Drehzahlorgien sind eh nicht sein Ding, im sechsten sind dafür etwa 5300/min erforderlich, im siebten stehen etwa 4200/min auf dem Drehzahlmesser. „Heiß“ wird ihm dabei auch nicht, das Kühlwasser steht bei 93° und das Motoröl wird auch nicht wärmer.

      Weder ist er dann ungebührlich laut noch in irgendeiner Weise unruhig oder „leicht“, sondern einfach satt und souverän. Im echten Verkehr ist das kein vernünftiges Tempo, denn mit Gaswegnehmen wird das Tempo nicht schnell weniger, sondern der geringe Luftwiderstand läßt ihn im siebten lange schieben; zu Dauerbremserei habe ich keine Lust, das wird dann unrund und hektisch auf langen Strecken. Klar wird aber auch: alles bis 200 ist ratzfatz erreicht und für den Motor keine echte Anstrengung. Wieso da schon die wildesten „Tuningfreaks“ schon über 400+ PS mit Chippen nachdenken, erschließt sich mir beim besten Willen nicht.


      Bedienung


      Ein Kapitel, dem man heutzutage durchaus ein paar Worte widmen kann bzw. leider manchmal muß.

      Schon bei der Probefahrt störte der falsch positionierte Blinkerhebel. Jetzt stört das immer mehr, er sitzt schlicht zu hoch und läßt sich aus normaler Lenkradhaltung nicht intuitiv bedienen; der Tempomathebel hingegen ist bestens erreichbar und statt Blinken kommt er vor allem im Kreisverkehr zum Einsatz. Bei Regenfahrten nervt zudem, daß die schönen großen Schaltpaddel zu nah am Schalter für den Heckwischer sind und der am „Multifunktionshebel“ nur durch verrenktes Greifen bedienbar ist. Ich kann nicht deutlich genug machen, daß das unbrauchbarer Stuß ist!

      Genug geärgert, ansonsten ist die Handhabung des Fahrzeuges allenfalls noch durch den großen Wendekreis erschwert, wenn man sich an Benztypisches eh schon gewöhnt hat und mit einem gewissen Wohlwollen den neumodischen Bedienungsprofilen („Assistenten“, Menüführungen usw.) gegenübertritt.

      „Dunkel war’s, der Mond schien helle“ wäre das passende Motto für die Leuchtstärke des Hauptscheinwerfersystems. Tadellos gleichmäßig und weit hell, selbst der „Fernlichtassistent“ funktioniert in 99 % der Fälle gut. Kurvenlicht auch bei mehr als 110 km/h (Audi ...?). Moderne Lichtsysteme nehmen den Nachtfahrten nun wirklich endgültig den Schrecken.





      In diesen Tagen fällt auf, daß er sich besonders verdient macht mit gleichmäßiger, schnell ansprechender und gut wirkender Heizung – die Klimaautomatik muß nur der Temperatur wegen bedient werden, den Rest macht das System selbständig und beanstandungsfrei. Vor der Sitzheizung muß ich warnen: Die bollert bis in die Schulterbereiche auf der höchsten Stufe dermaßen los, daß es binnen Sekunden schon unangenehm wird. Allenfalls auf Stufe 2 kurz und dann für ein paar wenige Minuten auf Stufe 1, danach wird es schnell zu warm. Eiweiß gerinnt bei 67° …


      Beanstandungen?


      Die nationalen und internationalen Foristen beklagen ja schon seit längerem Verarbeitungsmängel der A-Klasse und manche Unzulänglichkeiten auch beim A 45. Liest man das als Unbefangener, könnte einen ja das Grausen überkommen.

      Bis dato ist der Zusammenbau gelungen, die Verarbeitung stimmt (für die Fahrzeugklasse), die Lackierqualität ist gut, nahezu alles funktioniert, wie es soll. Nahezu, weil das Radio bei Stummschaltung die Verkehrsfunkdurchsagen nicht laut genug stellt und sich nicht zu größerer Lautstärke überreden läßt. Das „Knistern“ aus dem Bereich der Mittelkonsole sind die Stellgeräusche der Klimaanlage beim Bedienen der Luftverteilungsklappen, an das heimelige Geräusch des sich kümmernden Elektronengehirns gewöhnt man sich schnell.

      Manche beklagen, daß er kalt sehr zäh Gas annehme. Das stimmt, scheint aber ein Schutzprogramm zu sein, solange nicht Grenztemperaturen des Getriebes erreicht sind. Ich helfe mir mit dem manuellen Schaltmodus und rolle ihn gemütlich bei niedrigen Drehzahlen warm, dann fällt’s nicht so auf. Anfangs dachte ich, das „angeschärfte“ Schaltprogramm „S“ funktioniere nicht, weil sich die Schaltcharakteristik von „C“ nicht unterschied. Ich bin ihm drauf gekommen: solange das Getriebe nicht wärmer als 40° ist, läßt er das schnellere Schalten nicht zu und hält die Drehzahlen zur Vermeidung zu großer Sprünge niedrig. Danach dreht er in „S“ weiter aus bis zum Hochschalten und schaltet auch deutlich früher zurück. Schön gelöst: er erkennt, wenn nicht mehr beschleunigt wird legt dann einen höheren Gang auch vor Erreichen der Schaltdrehzahl nach.

      Bei den ersten Handwäschen zeigte sich, daß er ein paar Dreckecken hat, die immer besonderer Zuwendung bedürfen. Das ist zum einen der gesamte Bereich entlang der Griffleiste der Heckklappe (um die Kennzeichenleuchten und den Griff), da sind Vertiefungen und Rähmchen, die man nur mühsam wieder sauber bekommt. Außerdem ist die Blechnaht nahezu rechtwinklig und mit einer nicht komplett durchgezogenen Abdichtung versehen, da sammelt sich nur mit einem Pinsel entfernbar Dreck.








      Gleiches gilt für die Türunterkanten, die unnötigerweise mit Höhenversprüngen aufgeführt sind, in denen sich hartnäckig Schmutz festsetzt.





      Der Bereich unter dem Dachspoiler“überhang“ wird in Waschanlagen sicher nicht gesäubert – da muß man leiden und nachwischen.

      Einsauen kann er sich eh wie ein Großer, die unteren Seitenflächen sind in Windeseile verdreckt. Erstaunlich: Motorhaube und Dach nicht, ebenso die Seitenscheiben. Wie früher bleiben sie auch bei starkem Regen sehr lange schmutzfrei und damit die Sicht in die großen Spiegel klar. Der Motorraum saut sich nahezu gar nicht ein auch bei langer Fahrt im strömendem Regen, das gefällt.

      Einmal mahnte er zum Nachfüllen des Kühlwassers bei scharfem Beschleunigen in größeren Gängen, aber weder stimmte der Pegel nicht noch kam diese Meldung erneut.


      Verbrauchswerte


      Im Moment – wir gewöhnen uns ja noch aneinander – gilt das alles noch nicht wirklich. Ich denke, daß da auch bei wärmeren Temperaturen noch der eine oder andere Liter weniger zu Buche stehen wird. Zwischen 7,5 und 15 L/100 km hatte ich alles schon zu verzeichnen. Ruhig herumgerollt im Mittelstreckenverkehr mit Tempomat reicht der kleinere Wert, bei forcierter Fahrt mit dauerhaft mehr als Tempo 180 der höhere, die Wahrheit liegt wie immer dazwischen und derzeit bei 10,7L/100 km.

      Motoröl fehlte ca. ein Drittelliter nach den ersten 500 km, seitdem ist nahezu Ruhe. Blöd ablesbarer Ölpeilstab und helles Motoröl machen das Messen nicht leichter. Die Betriebsanleitung ist da gelinde gesagt „unscharf“, denn sie empfiehlt Öl nach MB-Freigabe 229.51 (beschränkt auf entweder 0 oder 5 W 40), obwohl solches nach 229.5 gewünscht ist und die andere Freigabe für Diesel mit Partikelfilter gilt.


      Die Erwartungen werden alle erfüllt, ich fange an zu ahnen, was er im Zweifel könnte – jede Fahrt eine kleine Freude im Alltag!


      Markus

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