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Eno

Hybridantrieb: Ist Leistungsaddition physikalisch korrekt?

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Eno   
Eno

In den aktuellen Prospekten wird ja meist von "Systemleistung" gesprochen, in der einfach die Leistungsdaten der Elektro- und Verbrennungsmotoren addiert sind.

Ist das (wegen der Vergleichbarkeit zu normalen Antriebskonzepten) so zulässig, oder wird hier "geschummelt?", um die hybriden besser dastehen zu lassen?

Grad im Hinblick darauf, dass ein Teil der Verbrennungsmotorleistung ja eigentlich immer zum Aufladen der Batterie des Elektromotors abgezwackt wird.

Meine Vermutung ist also, dass die "Systemleistung" mehr Leistung im Vergleich zum Verbrennungsmotor only vorgaukeln soll - eine Vergleichbarkeit aber so eigentlich nicht gegeben ist, weil eine einfache Addition physikalisch nicht korrekt ist.

Vielleicht kann jemand ja dazu etwas fundiertes sagen.

Gruß

Eno.

bearbeitet von Eno

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emuman   
emuman

Das hängt davon ab, wie der Elektromotor seine Leistung überträgt. Bei Toyota HSD wirkt die Kraft des Verbrenners und zweier Generatoren auf ein Planetengebtriebe und hier wird die Leistung nicht einfach addiert.

Beispiel Prius:

Verbrenner 73kW, MG1 42 kW (reiner Generator), MG2 60 kW, Systemleistung 100 kW

Bei einem System, an dem der Elektromotor parallel zum Verbrenner seine Leistung auf ein normales Getriebe abgibt oder für den Antrieb einer Achse zuständig ist, liegt man mit der Addition der Leistung richtig.

Beispiel Peugeot 3008:

Verbrenner 120 kW, Elektor 27 kW, Systemleistung 147 kW

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taunus   
taunus
Grad im Hinblick darauf, dass ein Teil der Verbrennungsmotorleistung ja eigentlich immer zum Aufladen der Batterie des Elektromotors abgezwackt wird.

Meine Vermutung ist also, das die "Systemleistung" mehr Leistung im Vergleich zum Verbrennungsmotor only vorgaukeln soll - eine Vergleichbarkeit aber so eigentlich nicht gegeben ist, weil eine einfache Addition physikalisch nicht korrekt ist.

Doch das passt schon, es wird ja eine Höchstleistung angegeben, d.h. in diesem Falle gibt der Elektromotor seine volle Leistung ab, wenn auch nur für sehr kurze Zeit (Akkuleistung), während der Verbrenner auch mit Maximalleistung läuft (da wird dann nichts nachgeladen).

Die Leistungsabgabe eines Verbrenners wird ja i.d.R. auch nur als Maximalwert angegeben, ein 300 PS Auto leistet diese 300 PS ja auch nur in kleinen Zeiträumen, weil die Leistung nicht dauerhaft abgerufen wird.

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Tom_H CO   
Tom_H
Meine Vermutung ist also, dass die "Systemleistung" mehr Leistung im Vergleich zum Verbrennungsmotor only vorgaukeln soll - eine Vergleichbarkeit aber so eigentlich nicht gegeben ist, weil eine einfache Addition physikalisch nicht korrekt ist.

Das ist auch - vorsichtig ausgedrückt - geschummelt.

Verbrennungsmotoren haben einen mehr oder weniger flachen Berg als Drehmomentverlauf und liefern ihre Maximalleistung (Leistung = Drehmoment * Drehzahl) bei einer ganz bestimmten Drehzahl.

E-Motoren (Bürstenlose Innenläufer) sehen vollkommen anders aus: Das Drehmoment ist weitgehend konstant und die Leistung steigt stetig bis zur Maximaldrehzahl. Bei kürzer werdenden Schaltzeiten steigen die Verluste in der Leistungselektronik und es dürften auch Remanenzen und Wirbelströme auftreten - d.h. die Leistungskurve sollte sich auch etwas abflachen.

Langer Rede kurzer Sinn: Wenn diese beiden Leistungs-Maxima genau auf dem selben Punkt (Drehzahl) liegen sollten, wäre das schon ziemlich erstaunlich.

Mit anderen Worten: Gibt es einen Fahrzustand (Geschwindigkeit, Übersetzung und mechanische Koppelung) bei dem beide Motoren gleichzeitig ihre Maxima erreichen, dann - und nur dann - darf man die Leistungen addieren.

mfg, Tom

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planktom VIP   
planktom

wenn ich nicht ganz falsch liege ist der LaFerrari aktuell der

einzige welcher rein auf performance ausgelegt ist und deswegen

keinen reinen elektrobetrieb bietet.........................

auch da dürfte selbst im ersten gang die maximalleistung des

elekroantriebs weit weg von der maximalleitung des knalltreiblings liegen ,

wenn man rein von der drehzahl bzw.der geschwindigkeit der jeweils

angetriebenen räder ausgeht.

auch vermute ich da,dass die verwendeten elektromotoren,

wie bei reinen elektrofahrzeugen,

bei hohen drehzahlen sehr schlechte wirkungsgrade haben ,

weswegen gerade die reinen elektrofahrzeuge oftmals serienmäsig

geschwindigkeitsbegrenzt sind da sie sonst im zeitraffertempo

die akkus leerziehen........

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