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Marc W.

Import aus der Schweiz!

69 posts in this topic

So, heute ist mein 993turbo endgültig in Deutschland angekommen, sprich er hat eine deutsche Zulassung! :bet:

Ich hatte ja schon in dem Thread, wo ich das Auto gesucht hatte, angekündigt, daß ich sobald alles in trockenen Tüchern ist, einen alles umfassenden und detalierten Erfahrungsbericht erstelle. Damit sollen viele Fragen und Halbweißheiten, die im Raum stehen endgültig geklärt werden.

Vorab möchte ich noch zwei Anmerkungen machen:

1. Dieser Bericht ist hoffentlich komplett fehlerfrei, dennoch kann es sicherlich einige individuelle Abweichungen geben.

2. Durch gesetzliche Veränderungen (Steuer/Zoll/TÜV/Zulassung) hat sich in den letzten Monaten einiges geändert. Mein Bericht dürfte momentan (Mai 2007) aktuell sein. Dennoch wäre es schön, wenn dieser Thread immer wieder mit neuen Erfahrungen gefüttert wird, damit er auch immer auf dem jeweils aktuellen Stand bleibt.

Nun gehts los:

1. Vorbereitung:

Am 01. Mai 2007 habe ich hier über das Forum einen Kontakt in die Schweiz vermittelt bekommen. Nach kurzem Kontakt stellte sich heraus, daß das Auto für mich hoch interessant ist. Darauf hin habe ich mit dem Verkäufer per Fax eine Vereinbahrung getroffen, die folgenden Inhalt hatte:

1. Unfallfreiheit

2. Kilometerstand

3. glaubhaftes Serviceheft

4. event. Mängel

5. Ausstattungsmerkmale

6. Preis inkl. 7,6%-MwSt. als Verhandlungsbasis und Akzeptanz von Zahlung in EUR

7. kein Zwischenverkauf bis 15:00 des Folgetages

2. Bargeld in die Schweiz:

Als gelernter Steuerfachangestellter bin ich mir der Problematik sehr bewußt. Ursprünglich war meine Vorstellung, daß ich bei der Einreise in die Schweiz beim deutschen Zoll das Bargeld deklariere. Falls ich das Auto also nicht kaufen sollte, hätte ich damit den Nachweis, daß ich am selben Tag mit dem Bargeld in die Schweiz eingereist bin. Leider geht meine Idee aber nicht, weil es dafür keinen Paragraphen gibt und somit ein deutscher Beamter auch niemals etwas macht, was nicht schriftlich vorgesehen ist.

Der Weg war dann viel banaler, die Service-Hotline hat mir empfohlen, Nachweis zu führen, wo das Geld herkommt (Abhebung bei der Bank) und wofür es benötigt wird (Autokauf, Korrespondenz mit dem Verkäufer). Außerdem muß man es logischer Weise deklarieren, wenn man am Zoll darauf angesprochen wird. Sprich, wenn ich ohne Autokauf mit dem Bargeld wieder nach Deutschland einreise, kann ich belegen, daß ich es am Tag zuvor in Deutschland abgehoben habe und das ich es zum Zweck eines Autokaufs mit in der Schweiz hatte.

3. Kauf und Fahrzeugübernahme in der Schweiz:

Wenn man sich nach der Besichtigung, einer Probefahrt und eventueller Nachverhandlung handelseinig wurde, kann man nun das Auto kaufen. Ähnlich wie in Deutschland beinhalten in der Schweiz nur Neuwagen und Firmenfahrzeuge die Mehrwertsteuer (7,6%), Privatfahrzeuge sind somit brutto=netto.

In meinem Fall war es zum Glück ein Firmenfahrzeug mit ausweisbarer Mehrwertsteuer, entsprechend hatte ich die Möglichkeit - gemäß dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland - das Auto ohne die schweizer MwSt. netto zu kaufen!

Wichtig ist, daß man den schweizer Fahrzeugausweis vom Verkäufer mitbekommt, diesen benötigt man für die Vollabnahme in Deutschalnd.

In meinem Fall hatte ich deutsche, rote Nummern dabei. Damit bewegt man sich in der Schweiz im Graubereich, bis jetzt habe ich noch keine offiziellen Informationen gefunden, ob man damit in der Schweiz fahren darf, oder nicht. Auf Anfrage bei der schweizer Polizei wurde mir allerdings mündlich gesagt, daß es tolleriert wird, wenn man auf dem kürzesten Weg ausreist.

4. Vorbereitung Export/Import:

Hierfür benötigt man doch so einige Dokumente. Meine Empfehlung ist, sich hier auf Profis zu verlassen, die soetwas regelmäßig vorbereiten. In meinem Fall war das die Spedition Frederick & Stähli direkt am Grenzübergang in Kreuzlingen/Konstanz. Diese hat folgende Dokumente vorbereitet:

1. Ausfuhrbescheinigung

2. Einfuhrbescheinigung

3. Warenverkehrsbescheinigung EUR 1

4. Unbedenklichkeitsbescheinigung

Für diese Vorbereitung sollte man ca. 1 Stunde einkalkulieren. Die Dienstleistung kostet EUR 90. Ein Doppel der Ausfuhrbescheinigung hat die Spedition direkt dem Verkäufer zugeschickt, damit er bei seinem schweizer Finanzamt einen Nachweis hat, warum er das Auto netto verkauft hat.

Ein besonders Augenmerk gilt hier der Warenverkehrsbescheinigung, dies dient als Nachweis, daß der Ursprungsstaat auch gleich dem Bestimmungsstaat ist (in diesem Fall Deutschland). Nur mit dieser Bescheinigung und dem Nachweis, daß man ein deutsches Produkt wieder nach Deutschland einführt braucht man keinen Zoll (10%) bezahlen. Früher mußte man sich die Warenverkehrsbescheinigung von dem jeweiligen Hersteller besorgen (dauerte teilweise Wochen), inzwischen konnte die Spedition dies auch online und augenblicklich abfragen. Eine böse Falle ist z.B., wenn man sich einen Mercedes ML in der Schweiz kauft. Der ML ist zwar von einem deutschen Hersteller, wird aber in den USA produziert, ergo muß man 10% Zoll zahlen, weil man eben keine Warenverkehrsbescheinigung EUR 1 für dieses Auto bekommt.

4. Export aus der Schweiz:

Wenn man nun alle Dokumente zusammen hat, geht man in das Zoll-Abfertigungsgebäude. Dort gibt es schweizer Export-Schalter und Deutsche-Importschalter. Als erstes muß man das Auto logischer Weise exportieren. Das geht sehr schnell, dauert ca. 5 Minuten und ist unkompliziert.

5. Import nach Deutschland:

Hier sieht es noch mal ein bißchen anders aus. Wartezeit 30 Minuten, dann beim ersten Blick vom Zöllner festgestellt, das die Trackingnummer von der Spedition fehlt, also noch mal zur Spedition und noch mal 40 Minuten anstehen. Das Arbeitstempo - naja, möchte ich öffentlich kein Wort drüber verlieren. Für so Sonderfälle, wie den Import eines Porsches kam dann der Abteilungsleiter, um den Vorgang zu bearbeiten. Dieser hatte sich zuvor schon mit Hilfe des Internets informiert, ob der Kaufpreis einigermaßen dem Marktwert entspricht, damit man gar nicht in Versuchung kommt den Staat um einen Teil der EUSt. zu beschei...

Der Abteilungsleiter hat dann auch höchstpersönlich die Fahrgestellnummer kontrolliert, noch ein paar Fragen gestellt und dann die Papiere fertig gemacht. Wichtig dabei ist, daß er ein Siegel auf die Unbedenklichkeitsbescheinigung setzt. Vergißt er dieses Siegel, kann man das nie mehr nachbessern und somit das Auto auch nie mehr zulassen! Sind die Papiere fertig, darf man zur Kasse gehen und vor Ort die 19% Einfuhrumsatzsteuer (= MwSt.) in bar entrichten, zzgl. einer Bearbeitungsgebühr von EUR 25. Neben dem oben genannten Siegel ist außerdem wichtig, daß man genügend Zeit mitbringt. Die Zollschalter haben nur bis 17:30 geöffnet, egal wie viele Leute noch vor dem Schalter stehen!!!

Herzlich willkommen in Deutschland!

6. Vorbereitungen für die Vollabnahme beim TÜV:

Ein gebrauchtes Auto, welches noch nie in Deutschland zugelassen war, muß zur Vollabnahme, ein Neuwagen hat dafür sogenannte COC-Papiere, dann benötigt man keine Vollabnahme. War das Auto in den letzten 7 Jahren schon mal nachweislich in Deutschalnd zugelassen, reicht auch eine normale TÜV-Abnahme.

In meinem Fall mußte es die Vollabnahme gem. §21 sein, hierfür sollte man sich vorbereiten und z.B. alle Gutachten für Besonderheiten (z.B. Abgasanlage) zur Hand haben, hatte ich aber auch nur in Kopie. Eigentlich gilt am besten, immer alle Unterlagen mit nehmen, die sich bislang gesammelt haben!

7. Vollabnahme beim deutschen TÜV:

Dies entspricht eigentlich einer normalen TÜV-Prüfung, mit dem Unterschied, daß ein besonderes Augenmerk auf die Fahrgestellnummer gelegt wird und der TÜV-Ing. ein Gutachten anfertigt, was wie in den Fahrzeugpapieren zu stehen hat. Wenn man gerade beim TÜV ist, sollte man auch gleich eine Abgas-Untersuchung (AU) machen lassen, die benötigt man nämlich logischer Wiese auch für die deutsche Zulassung.

8. Zulassung bei der Zulassungsstelle:

Auch hier gilt wieder, alles mit nehmen, was man inzwischen an Dokumenten gesammelt hat. Die Zulassungsstelle hat so ziemlich alles eingescannt, den schweizer Fahrzeugausweis, die Exportbescheinigung, die Importbescheinigung, die Quittung über die gezahlte EUSt., die Unbedenklichkeitsbescheinigung inkl. Siegel, das Gutachten des TÜVs und die AU-Bescheinigung.

Früher mußte man für eine solche Zulassung beim Kraftfahrtbundesamt noch eine zweite Unbedenklichkeitsbescheinigung anfordern, die dazu dient, nachzuweisen, daß das Auto nicht als gestohlen gemeldet ist. Alleine dies hat teilweise Wochen gedauert. Seit 01. März 2007 kann zumindest unsere Zulassungsstelle dies online abfragen! Noch ein kleines Detail, ab dem 01. Mai 2007 kann man nur noch ein Auto zulassen, wenn man in das Lastschrifteinzugsverfahren für die Kfz-Steuer einwilligt!

DAS WARS!!! Herzlichen Glückwunsch zum schweizer Porsche mit deutscher Zulassung!

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Herzlichen Glückwunsch zum schweizer Porsche mit deutscher Zulassung!

Dem kann ich mich nur anschließen :-))! Allzeit gute Fahrt.

...aber ein bißchen Leidensfähigkeit zur Traumerfüllung gehört wohl dazu.

Gruß Jan

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Auf Anfrage bei der schweizer Polizei wurde mir allerdings mündlich gesagt, daß es tolleriert wird, wenn man auf dem kürzesten Weg ausreist.

Das klingt ja schon ein wenig rassistisch.:D

Die schweizer Fahrzeuge sind sicher überwiegend in einem besseren Zustand als vergleichbare deutsche Fahrzeuge.

Zum einen durch das Geschwindigkeitslimit in der Schweiz. Und sicher auch nicht zu unterschätzen, die Schweizer fahren wirklich in den Service und schieben es nicht so raus. Sicher weil das Geld hier ein wenig lockerer sitzt.

Ich freue mich das wenigstens jetzt etwas dauerhaftes aus der Schweiz auf Sylt ist. Das was wir sonst mitbrachten wurde ja immer vernichtet.

Du hast jetzt ein wirklich klasse Auto und alles perfekt über Reihe gebracht. Gerade der deutsche Zoll treibt einen zur Weissglut. Selbst wenn man Autos aus Deutschland ausführt und nur in die Schweiz einführt.

Bei unsern Autos war es aber anders mit der MwSt.. 16% bekam ich zurück und 7.6% musste ich zahlen.O:-)

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Ich freue mich das wenigstens jetzt etwas dauerhaftes aus der Schweiz auf Sylt ist. Das was wir sonst mitbrachten wurde ja immer vernichtet.

Was ja auch nicht unbedingt unangenehm war... :D

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Sehr interessanter Bericht Marc. Unglaublich was man heute noch alles braucht um ein Auto von der CH nach D zu schaffen. :-o Ist dies von EU Land zu EU Land auch so mühsam?

Jedenfalls scheint sich der Aufwand gelohnt zu haben. :)

Wünsche dir mit dem Prachtstück allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Luft ums Blech. :-))!

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Wünsch dir jederzeit gute fahrt! Und vor allem viel spaß und wenig schrauberei. :-))!

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Sehr interessanter Bericht Marc. Unglaublich was man heute noch alles braucht um ein Auto von der CH nach D zu schaffen. :-o Ist dies von EU Land zu EU Land auch so mühsam?

Punkt 1-5 dürfte unabhängig vom EU-Land gleich sein. TÜV und Zulassung ist dann landesspezifisch.

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gibts auch bilder von dem guten stück?

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Interessanter Bericht,es ist klar zu erkennen,dass man sich bei einem 08/15-Fzg. den ganzen bürokratischen Stress nicht gibt,sondern eben nur dann,wenn das Herzblut dran hängt.........

Eine Frage zur Bargeldgeschichte,verstehe ich das richtig,dass Du Dir alle erforderlichen Nachweise zur Einfuhr und zur evtl. Ausfuhr geholt hattest,aber letztendlich dann nicht kontrolliert wurdest?

Den Hinweis auf den Tranport im "schwarzen Koffer" verkneife ich mir natürlich :D

Na da wurde aber mal wieder mein Interesse geweckt im UStG zu blättern,dass verstaubt irgendwo in der Ecke und die Aktualisierungen liegen nebendran,dass ist immer so zeitaufwendig...:wink:

Grüßle

Steffen

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Eine Frage zur Bargeldgeschichte,verstehe ich das richtig,dass Du Dir alle erforderlichen Nachweise zur Einfuhr und zur evtl. Ausfuhr geholt hattest,aber letztendlich dann nicht kontrolliert wurdest?

Richtig, wobei als Nachweis - für den Fall einer Kontrolle - die Auszahlungsquittung bei der Bank und die Korrespondenz mit dem Verkäufer ausreichen sollen. Ich wurde aber nicht kontrolliert, der Zöllner war so mit dem Auto beschäftigt, daß er auch nicht nach weiterem Bargeld gefragt hat. Was ich aber auch nicht in großen Mengen dabei hatte, habe ja das Auto bezahlt...

Den Hinweis auf den Tranport im "schwarzen Koffer" verkneife ich mir natürlich :D

Das Transportbehältnis ist dann doch relativ egal, oder? Es war ja durch und durch legal. Wichtig ist halt nur, daß man das Bargeld deklariert. Verdächtig macht man sich erst, wenn man große Summe Bargeld dabei hat, dies auf Fragen des Zöllners verneint und es dann bei einer Kontrolle doch gefunden wird. Wenn man es auf Anfrage deklariert, und den Nachweis (s.o.) erbringen kann, gibt es auch keinen Streß.

War das deutlich genug? O:-):wink:

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Richtig, wobei als Nachweis - für den Fall einer Kontrolle - die Auszahlungsquittung bei der Bank und die Korrespondenz mit dem Verkäufer ausreichen sollen. Ich wurde aber nicht kontrolliert, der Zöllner war so mit dem Auto beschäftigt, daß er auch nicht nach weiterem Bargeld gefragt hat. Was ich aber auch nicht in großen Mengen dabei hatte, habe ja das Auto bezahlt...

Das Transportbehältnis ist dann doch relativ egal, oder? Es war ja durch und durch legal. Wichtig ist halt nur, daß man das Bargeld deklariert. Verdächtig macht man sich erst, wenn man große Summe Bargeld dabei hat, dies auf Fragen des Zöllners verneint und es dann bei einer Kontrolle doch gefunden wird. Wenn man es auf Anfrage deklariert, und den Nachweis (s.o.) erbringen kann, gibt es auch keinen Streß.

War das deutlich genug? O:-):wink:

Jupp,Danke für die Ausführungen,wie gesagt ich meinte auch die "evtl. Ausfuhr" des Geldes eben für den Fall,dass der Kauf nicht statt gefunden hätte.

Grüßle

Steffen

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Sehr schöne Zusammenfassung :-))!

2. Bargeld in die Schweiz:

Als gelernter Steuerfachangestellter bin ich mir der Problematik sehr bewußt. Ursprünglich war meine Vorstellung, daß ich bei der Einreise in die Schweiz beim deutschen Zoll das Bargeld deklariere. Falls ich das Auto also nicht kaufen sollte, hätte ich damit den Nachweis, daß ich am selben Tag mit dem Bargeld in die Schweiz eingereist bin. Leider geht meine Idee aber nicht, weil es dafür keinen Paragraphen gibt und somit ein deutscher Beamter auch niemals etwas macht, was nicht schriftlich vorgesehen ist.

Der Weg war dann viel banaler, die Service-Hotline hat mir empfohlen, Nachweis zu führen, wo das Geld herkommt (Abhebung bei der Bank) und wofür es benötigt wird (Autokauf, Korrespondenz mit dem Verkäufer). Außerdem muß man es logischer Weise deklarieren, wenn man am Zoll darauf angesprochen wird. Sprich, wenn ich ohne Autokauf mit dem Bargeld wieder nach Deutschland einreise, kann ich belegen, daß ich es am Tag zuvor in Deutschland abgehoben habe und das ich es zum Zweck eines Autokaufs mit in der Schweiz hatte.

Ab nächtse Woche muss aber alles ab EUR 10.000 bei Ein- und Ausreise deklariert werden (EU-Verordnung). LINK dazu.

Sind die Papiere fertig, darf man zur Kasse gehen und vor Ort die 19% Einfuhrumsatzsteuer (= MwSt.) in bar entrichten, zzgl. einer Bearbeitungsgebühr von EUR 25.

Weisst Du zufällig, wie es bei einem Unternehmen abläuft - muss man es gleich nicht zahlen oder kann es erst später quasi als Vorsteuer verrechnet werden?

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Klasse, Danke für den Link. Für zukünftige Aktionen in der Art absolut wichtig!

In meinem Fall wäre das egal gewesen, weil ich ja "legales" Geld ausgeführt habe und im Falle des Nichtkaufs auch wieder eingeführt hätte. Entsprechend hätte ich das also deklarieren können. Mir wäre es sogar wohler gewesen, wenn es bei der Ausreise die Möglichkeit gegeben hätte, es zu deklarieren, dann hätte es bei der Wiedereinreise nämlich niemals Streß geben können.

Was die vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen angeht, kann ich auch nur mutmaßen. Wenn ich als Unternehmer etwas im Ausland kaufe, kann ich mich mittels meiner Umsatzsteueridentifikationsnummer nachweisen, daß ich ein vorsteuerabzugsberechtigter Unternehmer bin. Bisher habe ich das aber noch nie direkt an der Grenze ausprobiert, sondern immer nur bei Bestellungen per Telefon/Internet. Wenn ich also etwas im Ausland bestelle und meine USt-IdNr. angebe, muß ich nur den Nettowert bezahlen, kann dann logischer Weise aber auch keine Vorsteuer mehr ziehen.

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Auch als Unternehmer musst Du cash an der Grenze zahlen, es sei denn, Du hast ein Zollkautionskonto.

Ust-ID Nr. funktioniert auch nur beim Erwerb in der EU.

Grüsse

AlexM

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Ust-ID Nr. funktioniert auch nur beim Erwerb in der EU.

Schei$e, da hast Du natürlich recht, ich vergesse immer wieder gerne, daß die Schweiz ein Drittland ist... :oops:

Auch als Unternehmer musst Du cash an der Grenze zahlen, es sei denn, Du hast ein Zollkautionskonto.

Wobei das rein wirtschaftlich ja relativ unerheblich ist, da Du bei Deiner nächsten Umsatzsteuer-Voranmeldung die an der Grenze gezahlte Einfuhrumsatzsteuer wieder voll "ziehen" kannst.

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Wobei das rein wirtschaftlich ja relativ unerheblich ist, da Du bei Deiner nächsten Umsatzsteuer-Voranmeldung die an der Grenze gezahlte Einfuhrumsatzsteuer wieder voll "ziehen" kannst.
Das ist schon richtig. Nur rennt man in Abhängigkeit des Warenwerts nicht immer gerne mit einem entsprechenden Haufen Bargeld rum. Es hilft aber nichts, denn der Zoll akzeptiert leider weder Kreditkarten noch EC, noch sonstige Scheckverfahren. Nur Bargeld, oder jenes Zollkautionskonto, wie es z.B. auch die Spediteure haben. Zur Einrichtung eines Zollkautionskontos wiederum muß man sich bei der örtlich zuständigen Oberfinanzdirektion (der ATLAS-koordinierenden Stelle) eine Zollnummer zuteilen lassen... :cry:

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Das ist schon richtig. Nur rennt man in Abhängigkeit des Warenwerts nicht immer gerne mit einem entsprechenden Haufen Bargeld rum. Es hilft aber nichts, denn der Zoll akzeptiert leider weder Kreditkarten noch EC, noch sonstige Scheckverfahren. Nur Bargeld, oder jenes Zollkautionskonto, wie es z.B. auch die Spediteure haben. Zur Einrichtung eines Zollkautionskontos wiederum muß man sich bei der örtlich zuständigen Oberfinanzdirektion (der ATLAS-koordinierenden Stelle) eine Zollnummer zuteilen lassen... :cry:

Genau das wurde mir damals fast zum Verhängniss,

das Zollamt Frankfurt gab mir nämlich eine falsche Auskunft, so fuhr ich mit meinem frisch erworbenen Ferrari an die Grenze und wollte die Märchensteuer bezahlen...........ohne genügend Bargeld:-(((° :-(((° :-(((°

Zum Glück gab´s Geldautomaten und Banken in Zollnähe.

Gruß

Michael

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Die Falsche Info des HZA FFM könnte daher kommen, dass der Zoll am Flughafen Frankfurt Eurocard bis zu eine Höhe von € 2.500.-- akzeptiert.

Grüsse

AlexM

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2 Fragen:

a) Ist die Märchensteuer immer zu entrichten, oder ist ein Fahrzeug ab einem bestimmten Alter (Oldtimer) auch ohne Steuer einzuführen?

B) Einige der in der Schweiz angebotenen Fahrzeuge stehen in Frankreich; werden also nur vermittelt. Wie sieht es da bezüglich Zoll und MWSt aus, wenn ich die aus Frankreich über die Schweiz nach DE bringe? ...oder aus der Schweiz über Frankreich?

Ich weiss, dass es da irgendwelche "Schlupflöcher" bzw. günstigere Möglichkeiten gibt, aber nicht genau welche und wie sie funzen sollen.

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Letztendlich kommen für einen Vorsteuerabzugsberechtigten Importeur bei einem Porsche oder einem in Deutschland produzierten BMW kein Zoll und keine 19% Steuer dazu, richtig?

Es bleiben also nur Gebühren für den Ex -und Import.

Ich bin dann kurz einkaufen:D

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Letztendlich kommen für einen Vorsteuerabzugsberechtigten Importeur bei einem Porsche oder einem in Deutschland produzierten BMW kein Zoll und keine 19% Steuer dazu, richtig?

Es bleiben also nur Gebühren für den Ex -und Import.

Ich bin dann kurz einkaufen:D

Falsch !

Zum 1sten brauchst du eine EUR 1 Bescheinigung.Diese Bescheinigung erhälst du wenn das Fahrzeug in der EU produziert wurde.............dann brauchst du keinen Zoll zu bezahlen.

Mit der MwSt. hast du theoretisch recht, allerdings brauchst du eine bescheinigung vom Zoll über die entrichtete Steuer wenn du das Fahrzeug auch zulassen und fahren möchtest..............:wink:

Gruß

Micha

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Hi Marc,

Thanks for your detailed report! It will for sure help me to import my dream car from Switzerland!

Loek

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Sorry für meine verspätete Reaktion. Ein Mod-Kollege hat den Beirtag hier her verschoben (was grundsätzlich ja nicht verkehrt ist), dadurch habe ich ihn nur aus den Augen verloren und komme erst jetzt dazu, Deine Frage zu beantworten:

a) Ist die Märchensteuer immer zu entrichten, oder ist ein Fahrzeug ab einem bestimmten Alter (Oldtimer) auch ohne Steuer einzuführen?

Ja, immer. Gemäß dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz bekommst Du im Gegenzug dafür ja auch die schweizer MwSt. zurück. Bzw. wenn Du das Auto mit Exportabsicht kaufst, kaufst Du es sogar gleich steuerfrei, vorrausgesetzt der Vorbesitzer kann die Steuer ausweisen (also kein Privateigentümer).

Das Alter des Wirtschaftguts ist dabei völlig sekundär, in dem Augenblick, wo es gehandelt wird ist es ein Wirtschaftsgut und unterliegt somit der Einfuhrumsatzsteuer (wenn man mal von ganz niedrigen Freigrenzen absieht).

B) Einige der in der Schweiz angebotenen Fahrzeuge stehen in Frankreich; werden also nur vermittelt. Wie sieht es da bezüglich Zoll und MWSt aus, wenn ich die aus Frankreich über die Schweiz nach DE bringe? ...oder aus der Schweiz über Frankreich?

Wenn das Auto offiziell in Frankreich ist und in Frankreich bereits zugelassen ist, braucht es beim Import natürlich nicht mehr versteuert werden, weil es sich in Frankreich ja bereits in der EU befindet. Rein steuertechnisch wird es ja nicht mal mehr importiert, sondern nur innerhalb der des Wirtschaftraums verkauft.

Wenn man das Auto allerdings mit Überführungskennzeichen kauft und von Frankreich über die Schweiz nach Deutschland einreist, wird man garantiert kontrolliert und muß nachweisen, daß das Auto in der EU schon versteuert ist.

Ich weiss, dass es da irgendwelche "Schlupflöcher" bzw. günstigere Möglichkeiten gibt, aber nicht genau welche und wie sie funzen sollen.

Rein steuerrechtlich gibt es da keine Schlupflöcher, da das Steuerecht sich auf die gesamte EU bezieht. Theoretisch kann man das Auto natürlich von der Schweiz in ein anderes EU-Land mit einem niedrigeren Steuersatz importieren, dann muß man nur in dem jeweiligen Land auch einen Wohnsitz haben. Wenn das Auto dort dann die EU1-Bescheinigung erhalten hat, kann man es auch mit nach Deutschland nehmen und hat ein bißchen Geld gespart.

Theoretisch wäre es natürlich auch denkabr, daß es EU-Länder gibt, wo man mit ein bißchen "Handgeld" an die EU1-Bescheinigung kommt, ohne so viel Einfuhrumsatzsteuer zu zahlen. Das ist dann aber kein Schlupfloch, sondern eindeutig illegal. :wink:

@fab600

Ließ noch mal richtig und Du wirst feststellen, daß dem nicht so ist... :wink:

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darf man zur Kasse gehen und vor Ort die 19% Einfuhrumsatzsteuer (= MwSt.) in bar entrichten,
Worauf wird die Steuer erhoben?

Heute hatte ich ein Gespräch (Dekra), weil ich mir eine Renault Alpine importieren will/wollte und da wurde mir gesagt das die Einfuhrumsatzsteuer auf den damaligen Neupreis erhoben wird.? Andere (private) Quellen sagen aber, das auf den tatsächlich aktuell gezahlten Preis die Steuer erhoben wird.

Bin ehrlichgesagt ein kleinwenig verunsichert.:oops:

Danke, Bielie

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    • itf joegun
      By itf joegun
      Hallo Ihr lieben,

      wie es sich für passionierte Autoliebhaber gehört, bin ich am Mittwoch mit meiner Frau zusammen (und dem Hundi natürlich) nach Grenchen in die Schweiz gefahren um dem Roadster und dem neuen Kombi (Baujar 03/2009) das gute Autobrill (www.autobill.ch) vom Meister persönlich verpassen zu lassen. Ja genau, wir sind mit zwei Autos runter in die Schweiz geballert. Kein Kommentar nötig…

      Damit verbunden war ein kleiner Kurzurlaub von drei Tagen, das alles soll ja nicht „nur“ den Autos, sondern auch uns ein wenig Freude machen…

      Grenchen war wie immer klasse, alles sehr entspannend. Obwohl das Wetter nicht traumhaft war, zeigte sich der Ort mal wieder von der schönsten Seite:



      Am Donnerstag war dann Autobrill-Tag. Am Vorabend haben wir den Touring schon zu Richi in die Garage gebracht, schon um 10:15 Uhr war das Auto am nächsten Tag fertig. Wir sind dann gleich nach dem Autotausch Richtung Thun (Interlaken) zu den beiden Seen gestartet um dort einen schönen Tag zu verbringen, während der Roadster wieder hübsch gemacht wurde.

      Am See war es klasse, hier ein paar Impressionen dazu:



      Das Ergebnis durch die Autobrill-Behandlung beim Touring kann man durch die Bilder nur erahnen, aber wir waren bis zu dem Ausbruch der Beulenpest absolut zufrieden.

      Nachdem dann die ersten grauen Wolken aufgetaucht sind, machten wir uns wieder auf den Heimweg. Der Weg nach Hause war vollkommen problemlos, wie immer auf Schweizer Autobahnen schlichen wir mit tempomatgesteuerten 120 km/h von Thun in Richtung Bern.

      Plötzlich brach auch der A6 zwischen Thun und Bern um ca. 16:30 Uhr die Hölle los.

      Das Ganze fing mit kleinen Hagelkörnchen an und innerhalb von einer Minute hatten die Dinger eine Größe von 3-4 Zentimeter im Umfang und wir waren mit dem Touring mitten drin. Wir sind gleich rechts ran gefahren und haben stehend erstmal gewartet, alle anderen taten es uns gleich. Es hat auf das Auto getrommelt wie verrückt, der Hund im Kofferraum muss Ohrenschmerzen ohne Ende gehabt haben.

      Dann bracht die Frontscheibe. Risse zogen sich nach einem Rieseneinschlag von links nach rechts, dann ein zweiter Einschlag, wieder neue Risse. Für mich war damit der Punkt erreicht wo ich meine Familie in Sicherheit bringen musste, bevor schlimmeres passieren würde. Ich bin dann auf einer etwa zwei Zentimeter dicken Eisschicht in Schrittgeschwindigkeit an stehenden Autos vorbei gefahren um aus dieser Hölle zu entkommen. Unter eine Brücke konnte ich mich nicht stellen, die eine die da war, war voll belegt mit Autos…

      Nach etwa 300-400 Metern hatten wir den Hagelbereich hinter uns und der Krach wurde langsam weniger, das Hageln hörte dann auch genauso plötzlich auf, wie es begonnen hatte.

      Von Innen sah das dann etwa so aus:



      Wir sind dann bei Belp von der A6 runter um zu tanken (das Benzinlicht ging an und ich wollte auf Nummer Sicher gehen, wer wusste schon wie lange der Heimweg noch dauern würde). Die Welt dort sah schrecklich aus. Überall Äste und Laub auf der Straße, 20 Zentimeter tiefe Pfützen, bergeweise Hagelkörner an der Straßenseite…wie schon oben geschrieben…Hölle!

      Das schreibt die Presse dazu: http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/11195651

      Meine Frau hat dann ein paar Bilder von den tauenden Hagelkörnern gemacht:



      Wir haben dann getankt und dann wurde das Ausmaß des Schadens das erste Mal offensichtlich…

      Wir haben dann auf dem Weg zurück nach Grenchen einige Telefonate geführt (Versicherung, nächster BMW Händler, BMW Assist, Richi usw.) um das alles irgendwie wieder zu regeln. Dabei sind wir so gegen 17:00 Uhr von der A6 abgefahren, weil uns das Navi so geführt hat. Plötzlich ging es wieder los!!!! Aus der Erfahrung der letzten Minuten bin ich gleich in eine Tankstelle eingefahren um das Auto und uns zu schützen.

      So sah es dann aus als der Hagel kam:


      Da wir in der Tanke waren, war das aber alles sehr entspannt, der Hagel war auch nicht ganz so schlimm wie auf der Autobahn.

      Hier ein paar aktuelle Bilder vom Auto, heute Morgen geschossen, vor der Rückfahrt, bzw. gestern Abend vor dem Frustessen mit Richi…




      Ok, Ihr seht, den schönen Kurzurlaub in der Schweiz hat es uns ganz gehörig verhagelt. Wenigstens war die Heimfahrt heute Morgen ganz problemlos.

      Wir sind direkt von der AB zum BMW Händler gefahren und haben den 330i dort abgestellt, den Leih-Touran übernommen und sind dann erstmal nach Hause gefahren. Der Gutachter kommt am Montag, dann sehen wir auch welcher Schaden vorliegt und was alles repariert werden muss.

      Bisherige Schätzungen: Haube neu, Zierleisten neu (haben Dellen), Beulendoktor für Dach, Tür und Holmen, unter Umständen sogar ein neues Dach, dann natürlich inkl. Lackierung. Reparaturdauer ca. 10 Tage. Alles ganz toll…

      Folgende Punkte habe ich aus dem Erlebnis für mich mitgenommen:

      Was dem Auto passiert ist egal, wichtiger war, dass wir da ohne Schaden rausgekommen sind.
      Leasingfahrzeuge sind was feines, man sieht sowas alles irgendwie viel entspannter
      ADAC ist klasse (7 (!) Tage ein Leihauto kostenlos!)
      Freunde sind wichtig und ein seltenes Gut! Richi hat gleich losgelegt und hätte uns ganz sicher in einem Tag eine neue Scheibe montieren lassen, vielen vielen Dank für Deine Mühe Richi!

      Ich halte Euch auf dem Laufenden wenn es was Neues gibt, drückt mir die Daumen, dass der Beulendoktor alles hinbekommt ohne lackieren zu müssen.

      Habt Ihr auch Erfahrungswerte mit solchen Hagelschäden? Falls ja, dann bitte her damit…

      Viele Grüße
      Jochen

      P.S.: Zum "Skandal" aus de Threadtitel: Ich vermute Autobrill hat mit den Beulen nun doch nichts zu tun, beim Roadster sind bisher noch keine aufgetaucht. Ich werde in der nächsten Zeit aber verstärkt darauf achten... Das Ergebnis beim Roadster ist übrigens gigantisch, das neue RSP ist einfach toll.

      P.S. 2: Alle Bilder sind mit dem Handy aufgenommen (zwei davon mit einer älteren Digicam), wir sind nicht so die Knipser. Die Bilder sind alle in Originalgröße verlinkt, damit man die Beulen überhaupt sehen kann. Ist teilweise nur durch zoomen zu erkennen.
    • JK
      By JK
      Tag 0 – Donnerstag, 11. September 2008


      Wir haben den 11. September. Jahrestag der Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon. Ein Tag den wir alle niemals vergessen werden. An diesem Tag starten wir eine Reise, eine Reise in die USA. Unser Flug führt uns von Stuttgart über Atlanta nach Las Vegas, von wo aus wir eine Rundreise mit dem Wohnmobil starten werden um den Westen der Staaten zu erkunden.

      Eine fast identische Tour haben wir bereits 1993 unternommen, da war ich 6 Jahre alt und an allzu viel kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber eines blieb mir bestens in Erinnerung: mein Papa hat mir versprochen dass wir noch einmal nach Las Vegas gehen, sobald ich 21 bin. Ich bin nun in den USA volljährig und darf somit in LV spielen J.

      Dies ist nicht nur mein zweiter Trip nach Las Vegas, sondern insgesamt bereits mein 11. Aufenthalt in den USA. Ich bin also schon ziemlich erprobt und fühle mich irgendwie schon etwas heimisch dort.

      Es ist 7 Uhr morgens in dem vernebelten Neckartenzlingen als der Wecker klingelt. Wir, also meine Eltern und ich, richten unsere letzten Sachen zusammen und werden zum Flughafen gefahren.


      Blick von unserem Balkon in den Garten: nass, kalt und nebelig


      Abflug ist um 11 Uhr, die Maschine des Typ Boing 767 ist nur zu einem Drittel gefüllt. Der 11. September zeigt seine Nachwirkungen. Der Flug verläuft entspannt mit viel Platz zum Schlafen. Die Flugzeit nach Atlanta beträgt 9 Stunden 40 Minuten.


      Über den Wolken

      Viel Zeit bleibt uns hier nicht, ein kurzer Stop in einer Budweiser-Sport-Raucher-Bar und schon geht es weiter zum Anschlussflug nach LV. Auf dem Weg zum Gate entdecke ich etwas total unbekanntes. Eine Art Colaautomat jedoch gefüllt mit Ipods.


      iPod Automat

      Check in, Platz nehmen und der zweite Teil der Anreise beginnt. Diese 767 verfügt über ein Entertainment System auf jedem Platz. Ich beginne den Flug mit einer Runde „Texas Hold’em Poker“. So langsam überkommt mich die Müdigkeit, schnell noch ein Film und dann 2 Stunden schlafen. Ich klicke mich durch das Menu und entdecke den vierten Teil der Indiana Jones Reihe. PLAY. Leider dauert der Film etwas länger als angenommen. Somit fällt schlafen für diesen Flug aus. Die Flugzeit beträgt 3 Stunden 50 Minuten.


      Rollbahn des "McCarran Airport" in Las Vegas


      Bereits im Flughafen von Las Vegas kann man seinem Spieltrieb nachgehen und Videopoker oder Slots spielen.


      Slotmachines im Flughafen

      Wir verlassen den Flughafen um uns ein Taxi zu nehmen. Es ist alles Top organisiert, es gibt eine Wartschlange mit einem Einweiser der einem die Haltestelle des Taxi zuordnet bei dem man einsteigen soll. In Deutschland wäre so etwas undenkbar. Für uns wurde per kurzem Funkspruch ein Van organisiert. Für 3 Personen, 4 Koffer uns einiges an Handgepäck auf alle Fälle die bequemere Variante.

      Unser Hotel für die erste Nacht ist das Tuscany Hotel and Casino, nicht weit vom Flughafen entfernt. Um 4.45 Uhr deutscher Zeit beziehen wir unser Zimmer, es ist geräumig und nett, für die eine Nacht reicht das vollkommen. Las Vegas time: 19.45 Uhr.


      Das Zimmer im Tuscany

      Wir gehen noch ins Casino und trinken dort etwas. Meine Mama überkommt die Müdigkeit, während Papa und ich noch einige Slots unsicher machen. Gewonnen haben wir natürlich nichts J. Das Casino scheint eher eines für die Einheimischen zu sein, es hängen viele Amis hier ab, viele sind ziemlich Kaputt und sehen aus, als gamblen sie schon Tage lang.

      Auch Papa und mich zieht es so langsam ins Bett, morgen werden wir unser Wohnmobil abholen. Die erste Route führt uns in das Death Valley. Ich werde nun täglich berichten und hoffe ihr habt genau so viel Spaß am Lesen wie ich am Schreiben (und natürlich am ganzen Urlaub).

      See you tomorrow!
    • FutureBreeze
      By FutureBreeze
      Höre auf die Engel!
      oder
      Ein spontaner Tag auf der Nordschleife

      Relativ spontan machte ich mich am Sonntag Abend auf den kurzen Weg nach Nürburg, um einige der Leute wieder zu treffen, mit denen ich Anfang September das Vergnügen hatte, ein unvergessliches Wochenende im Allgäu zu verleben.
      Normalerweise brauche ich für die Strecke knapp unter einer Stunde, an diesem Tag war daran aber nicht zu denken! Irgendwie schien alles auf dem Weg in die Eifel zu sein, sodass ich meinem kleinen “Brenner“ nicht wirklich die Sporen geben konnte.
      Meine Stimmung wurde schlagartig besser, als ich um 17 Uhr am Hotel ankam. Ein kleiner Teil der süddeutschen Abordnung war bereits eingetroffen.
      Meine Augen fielen auf:
      CGT, Erator, Imperator, Speedster, Renault Spider, 911 Turbo, 911 Carrera, Boxster…
      …und natürlich Tinas sagenumwobenes neues Spielzeug, den stärksten Mini Deutschlands ohne Dach! Ein Traum in Azur Mint – ähh ich meine natürlich Cool Blue ;-)
      Bisher wusste ich bloß, dass der Wagen Tina und ihren Nachbarn schlaflose Nächte bereitet, da sie schlafwandlerisch mitten in der Nacht zum Mini schleicht, um das „leise“ Pfeifen des Axial-Motorsportkompressors zu hören.
      Dass dieses Pfeifen natürlich von einem infernalen Bollern der Edelstahlabgasanlage begleitet wird, welches halb München weckt, nimmt man mit einem leichten Schmunzeln hin.
      Nun durfte ich diese “Rakete“ live, in Farbe und Stereo erleben!
      Die Jungs von RMS-Tuning in Österreich haben ganze Arbeit geleistet!
      Größere Bremsen passen nicht in die Räder! Größere Räder passen nicht in die Radhäuser!
      Man sieht dem Wagen an, dass er verdammt schnell ist!
      Also schnell parken und „Hallo“ sagen!
      Woher kommt denn dieses Strahlen in den Gesichtern? Alle wirkten so fröhlich, aber doch irgendwie erschöpft. Ich war leicht irritiert, bis Michael mich aufklärte warum die Fahrzeuge alle samt etwas schmutzig waren. Alle hatten bereits einen ganzen Tag Fahrsicherheitstraining im Hunsrück hinter sich. So sieht also ein Siegerlächeln nach einem Tag im Grenzbereich und darüber hinaus aus! Welch eine Augenweide! All diese Sportwagen, belegt mit diesem goldenen Bremsstaub, der nur bei vollem Bremseneinsatz entsteht.

      Kaum angekommen ging es schon wieder los – als Beifahrer im Mini ging es, natürlich offen, zum Pflanzgarten, um noch ein wenig bei den Touristenfahrten zuzusehen. Wir stellten den Mini direkt neben einem CGT ab – insgesamt standen 3 CGT auf diesem Parklatz – welch inflationäres Auftreten dieser prachtvollen Schöpfungen Zuffenhausener Automobilkunst!
      Gehören die CGT’s etwa auch zu unserer Gruppe? Natürlich!
      Zuschauen ist ja schön und gut, aber Fahren ist viel besser. Die Eifel ruft!
      Endlich den Mini mal ein wenig unter Feuer erleben. Der Mini hält was er von außen verspricht! Die Straßenlage ist natürlich hart, aber nicht zu hart – auf den etwas welligen Strassen rund um den Nürburgring fühlte sich der Wagen auf Anhieb in seinem Element – Tina steuerte den Wagen souverän durch die nur selten feuchten Waldgebiete, immer begleitet von diesem Sound der einem die Nackenhaare aufrichtet. Dank der gut abgestimmten Differentialsperre bringt der Wagen seine 270 PS besser auf die Strasse als man es von einem Fronttriebler erwarten würde! Leider bekamen wir die Semislicks wegen der niedrigen Temperaturen auf der öffentlichen Strasse nicht auf Temperatur, sodass wir nicht das volle Potential des Wagens nutzen konnten.
      Zurück im Hotel trafen wir uns alle in der Pistenklause – grade noch pünktlich um den Start des Formel 1 Rennens zu sehen. Der Parkplatz war mittlerweile mit ca. 50 Sportwagen sehr gut gefüllt. Fast jeder von uns hatte zu diesem Zeitpunkt den Autoschlüssel für diesen Abend in die Hosentasche verbannt, und im Restaurant Platz genommen.
      Nach einem sehr guten Abendessen ging es zum Einschreiben für den nächsten Tag. Eigentlich wollte ich mich grade verabschieden, da ich nur den Sonntagabend eingeplant hatte, als Klaus mich fragte ob ich nicht doch mitfahren möchte – zuerst verneinte ich dankend mit Blick auf den Schlüssel meines 65 PS Corsa. Irgendwie konnte mich Tina doch überzeugen, das Angebot anzunehmen, mich von meiner Vorlesung auszuschreiben und für einen Tag Nordschleife einzuschreiben. Ein wenig mulmig war mir schon! Aber ich hatte mich eingeschrieben und da musste ich jetzt durch. Also ab nach Hause – ich hatte ja weder ein Bett, noch einen Helm am Ring. Ich liebe das Ahrtal bei Nacht!

      Montagmorgen – gut geschlafen – gut geträumt – mulmiges Gefühl? Ja!
      Heute sollte ich also meine Feuertaufe auf dem Ring haben!
      Die Nordschleife ringt mir einiges an Respekt ab! Werde ich heile ankommen?
      Werde ich den Wagen beherrschen? Werde ich den anderen immer rechtzeitig Platz machen?
      Die Fahrt zum Ring fing ganz gemütlich mit dem obligatorischen Berufsverkehr rund um Bonn an und ging mit der schlechtesten Nachricht, für einen Tag auf einer Rennstrecke, weiter – Regen! Nun gut – weiter ging’s – das Ahrtal kenne ich auch im Regen.
      An der Nordschleife angekommen legte ich für mich fest, nur 2 geführte Runden selber zu fahren, um die anderen nicht aufzuhalten, oder zu viel zu riskieren, nur um die fehlende Leistung in den Kurven wieder wett zu machen.
      Um 10 Uhr ging es nach einem weiteren Briefing dann endlich auf die Strecke!
      Schon in der ersten Kurve konnte ich das Gripniveau der Strecke erahnen.
      Alles in allem scheint Grip extrem Mangelware zu sein!
      Mein Corsa untersteuerte in den engen Ecken gnadenlos! Gut, dass der CGT vor mir auch nicht wirklich schnell fährt! Hinter Hatzenbach hatte ich mich ein wenig auf den Untergrund eingestellt und hatte wieder vertrauen in mein Auto, und konnte mich ein wenig auf die Linie konzentrieren. Hinauf zum Kesselchen durfte ich dann direkt hinter dem Instruktor fahren. Hier machte sich mein Leistungsmangel eklatant bemerkbar – Wolfgang Kaufmann sagte liebevoll: „Jetzt habe ich unserem “Brenner“ leider den Schwung genommen, den er gerade bergauf wirklich braucht.“ Also ging es im 3. Gang kurz vorm Begrenzer Richtung Klostertal.
      Irgendwie gelang es uns dann doch 3 Fahrzeuge der Gruppe abzuhängen. Hm, es lag wohl an der Kombination Mittelmotorzicken und Semislicks auf nasser Fahrbahn. Alle wieder eingesammelt ging es direkt auf die 2. Runde.
      Kenne ich die Strecke jetzt? Nein! 20,8 Kilometer lernt man nicht in einer Runde, nicht in 10 Runden und auch nicht in 20 Runden! Also weiter mit absoluter Konzentration hinter dem CGT her. Welch eine Strecke! Welch ein Erlebnis!
      Auch die 2. Runde beendet mein kleiner “Brenner“ ohne Schaden, daher hat er sich seine Pause wirklich verdient!
      Leider wurde das Wetter nicht besser, sodass die meisten Autos nicht auf der Strecke fuhren, sondern auf dem Parkplatz warteten.
      Tina hatte mittlerweile beschlossen den Mini für diesen Tag stehen zu lassen, da die Semislicks auf der nassen Strasse wirklich unfahrbar waren.
      Beim zweiten geführten Fahren am frühen Nachmittag, hatte ich das Vergnügen bei IronMichl im Boxster mit zu fahren.
      Das erste Mal Nordschleife mit einem richtigen Sportwagen und einem Fahrer der die Ideallinie annähernd findet, war schon Klasse – der Boxster zog gelassen seine Kreise und es machte wirklich Spaß. Zum ersten Mal fielen mir die Markierungen der Einlenk- und Scheitelpunkte auf der Strecke auf. IronMichel traf diese wirklich sehr gut.
      Der Sound des Boxsters war etwas ganz besonderes – irgendwie nahm ich ihm nicht ab, dass es sich bei der Abgasanlage um die serienmäßige handelt.


      Als nächstes durfte ich bei Olli im gelben Mini mitfahren. Wieder eines dieser kleinen aber sehr feinen Fahrgeräte von RMS-Tuning. In weiser Voraussicht hatte man diesem Wagen aber Renn-Regenreifen verpasst, sodass der Mini zu dem Schnellsten gehörte was an diesem Tag auf der Nordschleife unterwegs war. Welch ein Erlebnis! Noch nie war ich auf nasser Strasse so schnell unterwegs. Olli hatte den Wagen perfekt im Griff.
      Mittlerweile wurde die Strecke an einigen Stellen trockener und das Gripniveau stieg weiter, sodass wir uns auf der Döttinger Höhe kurzfristig zu einer weiteren Runde entschlossen.
      Meine letzte Mitfahrgelegenheit war zugleich das Highlight des Tages – Ich hatte einen Platz neben Michael Düchting im Donkervoort D8 ergattert! Mein Gott – Welch eine Fahrzeugbeherrschung – es ging direkt los – keinen Zentimeter über dem Asphalt sitzend, fuhren wir durch die mittlerweile fast trockene Grüne Hölle. Bis zu diesem Tag hatte ich noch nie annähernd solche Querbeschleunigungen erlebt! Michael Düchting hatte immer den richtigen Blick für die trockene Spur, und so konnte den Donkey nichts aufhalten.
      Doch halt – was war das? Ein Streckenposten schwenkt die rote Flagge – Was war passiert?
      Nach einer halben Runde Schleichfahrt sahen wir die Ursache – ein Fahrer hatte die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war mit der Leitplanke kollidiert. Als wir sahen, dass die Fahrzeuginsassen wohlbehalten neben dem Fahrzeug standen, fiel uns ein riesen Stein vom Herzen! Mit diesem Unfall war die Strecke für diesen Tag dann allerdings geschlossen! Insgesamt sind an diesem Tag 3 Fahrzeuge leicht beschädigt worden! Zum Glück gab es keine Verletzten! Diese 3 Unfälle sollten uns ein warnendes Zeichen sein, die Nordschleife nie zu unterschätzen, selbst routinierten Fahrern passieren auf dieser Strecke Fehler!
      Nach einer herzlichen Verabschiedung machte ich mich dann wieder auf den Weg durch mein geliebtes Ahrtal gen Bonn.
      Bleibt mir eigentlich nur noch eines zu sagen:
      Vielen Dank an Klaus für diesen Tag, an dem ich mich mehrfach kneifen musste, um sicher zu gehen dass ich nicht Träume! Vielen Dank an alle mit denen ich einen so tollen Tag verlebt habe!
      Viele Grüsse an:
      KLM, Tina, MikeMuc, Spideristi, Olli, Ironmichl, Harry, Flugelch, Mater, Botzelmann, Erator und an alle anderen die dabei waren!

      P.s.:
      Wenn jemand von euch Fotos gemacht hat kann er diese gerne hier Posten:wink:
    • Kai360
      By Kai360
      Letztens fiel mir wieder ein Foto in die Hände, welches mir meine Mutter einmal geschickt hatte, Erinnerungen wurden wach und diese ganz persönliche Geschichte entsteht nun auf dem Laptop in der Sonne auf der Terrasse so ein wenig auch als meine Art der Vorstellung hier.
      Apropos Laptop welch Unterschied zu damals… der Zeit, den Autos und Geschichten über die ich ganz persönlich schreiben möchte.


      Ich hatte nicht, nein ich wusste nicht einmal was das sein sollte: Handy, Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround - Sound, eigener Fernseher, Computer, Internet, Internet – Chat – Rooms, ABS, ESP, Airbag. (welch Wunder war ja noch nicht erfunden).
      Ich hatte Freunde. Ich ging einfach raus und traf sie auf der Straße. Oder ich marschierte einfach zu deren Heim und klingelte. Manchmal klingelte ich gar nicht und ging einfach hinein. Ohne Termin per Handy und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns und keiner holte uns ... Wie war das nur möglich?
      Als Kind saß ich mit meinem Bruder in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags mit sage und schreibe 34 PS. Auf dem Fahrrad trugen wir beide nie einen Helm. Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar. Ich verließ mittags das Haus zum Spielen, blieb den ganzen Tag weg. Niemand wusste, wo wir waren, und wir hatten nicht mal ein Handy (achso, war ja noch gar nicht erfunden) dabei, damit wir immer erreichbar seien (wollten wir auch gar nicht, und will ich heute immer noch nicht!!)
      Und in den Garagen unserer Väter tunten wir, wenn diese zur Arbeit waren, unerlaubterweise unsere Mofas und Mopeds.
      Und wenn wir mal wieder Mist gebaut hatte, war klar, dass die Eltern uns nicht aus dem Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil: Sie waren der gleichen Meinung wie die Polizei! So etwas!

      Achso, wir sind hier ja bei Carpassion, und die Autos und die zugehörige Geschichten….
      Ja, es geht los....

      Es war Sommer und ich hatte kein Bett im Kornfeld, dafür sollte ich im Winter ENDLICH 18 Lenze zählen. Mein alter Herr kam zu mir und eröffnete mir, dass seiner Meinung nach der Führerschein zur Ausbildung seiner Kinder gehören würde, leider kam dann die Einschränkung, aber nur Klasse III (damals PKW).
      Oha, wie bring ich ihm das nur mit dem Motorrad bei? Lange Verhandlungen folgten, er würde den 3er zahlen und die Steuer und Versicherung für ein Jahr für ein Auto, wenn ich kein Motorrad kaufen würde. Ok, damit konnte ich leben, vor allem, da ich ja gar kein Motorrad kaufen wollte, (wegen der Mädels, ins Auto gehen mehr rein), und das ich den Motorradführerschein (damals 1er) dann halt selber zahlen würde hab ich wohl vergessen zu erwähnen, der 1er fand ja in der Abmachung auch keine Erwähnung…..
      Endlich hin (mit dem Fahrrad) zur Fahrschule.
      Frage des Fahrlehrers, ein älterer lockerer Typ (die gab es auch damals):
      Jung, kannste schon fahren? Klar, die Antwort von mir, wenn auch nicht so ganz wahrheitsgemäß, aber immerhin hatte ich schon mehrfach Vaters Audi 55 in und aus der Garage gefahren.
      4 (vier!!!) Fahrstunden weiter hat er dann gesagt, nicht dass es nicht so wäre, dass er mir nichts mehr beibringen könnte, aber er wäre mich ganz gerne wieder los und hätte mich zur nächsten Prüfung angemeldet. Und außerdem würde man richtig Fahren nur in der freien Wildbahn lernen.
      Vorsichtiger Einspruch von mir: Und Motorrad?
      Dein Vater hat dich nur für Klasse 3 angemeldet!
      Ja, aber es ist doch billiger beides zusammen?
      Breites Grinsen: Zwei Rechnungen?
      Mmmmmm, ja?
      Kannste Motorradfahren?
      Klar!!!!!!! (was auch sonst), nicht so ganz wahrheitsgemäß, aber auf meinem Mofa (natürlich frisiert bis zum Anschlag), den Mokicks der Freunde mit satten 50 ccm, hatte ich immerhin schon gesessen, natürlich ohne Führerschein.
      Ok, Jung, hab noch ne Stunde Zeit, dann nimm man gleich die da!
      Und zeigt anstatt auf die olle 125er Fahrschulmaschine auf seine private Yamaha 750er, 3 Zylinder.

      Zurück ging nicht mehr, war sowieso noch nie wirklich meine Stärke…
      Er vorweg, erst etwas durch die Stadt, mindestens 3-mal die Maschine an der Ampel abgewürgt, er biegt ab auf die Schnellstraße, oh Shit! und geht voll aufs Gas.
      Hmmmm, muss ich ja irgendwie dranbleiben, schließlich stehen die Kosten für den Führerschein in direktem Verhältnis zu der Anzahl der Fahrstunden, also guten Eindruck abliefern…. Das erste Mal im Leben im 2ten Gang voll aufgemacht, wow ging das ab, von wegen er weg, haha, ich sofort wieder an der Stoßstange…glücklicherweise nicht in selbiger…

      Nachher: Bist ja gut drangeblieben Jung, du zahlst Motorrad aus eigener Tasche? Ich meld dich mal für beides an. Spach`s und tat`s.

      Kurz später, auf dem Schleswiger Stadtfeld (ein schöner großer Platz), dort wo alle Fahrprüfungen in unser kleinen Stadt im hohen Norden stattfanden. Die Autoprüfung war für mich schon geschafft, und Spaß hat`s auch gemacht.
      Jung, ich hab dir ein paar Pylonen hingestellt, fahr dich mal warm solange wir noch die anderen mit dem Auto prüfen!
      Da ließ ich mich nicht zweimal bitten, vor allem, genau, er hatte die 750er mitgebracht. Also Bremsübungen, Slalomfahren, Beschleunigungsorgien.
      Ab und an kamen die dann mit dem Auto vorbei zum Prüflingswechsel und irgendwann kam der Prüfer bei mir vorbei und meine nur ganz kurz.
      Ich hab schon genug gesehen, dass war deine Prüfungsfahrt, und außerdem muss ich nun weg!
      Wie sollte ich das verstehen?
      Das war also meine Prüfungsfahrt? War das gut oder schlecht?
      Ja, sie war es!
      Ja, so war das früher, 4 Fahrstunden PKW, eine Motorrad, den begehrten Schein, für mich die Freiheit überhaupt, erhalten. Summa Summarum keine 500 DM (heute 250 EUR)

      Leider hat er dann ganz zum Schluss bemerkt, dass ich erst 17 war und den Schein behalten.
      Den kannst Du dir dann an deinem Geburtstag auf dem Amt abholen, und mit einem breiten Grinsen: Da darfst du dann auch schon mit dem Auto hinfahren!!

      Damit war das nächste Ziel definiert. Ein Auto musste noch vor dem Geburtstag her. Ich wusste genau was nicht: Keine Ente (nur für Ökotanten, die mag ich immer noch nicht); Käfer (oberpeinlich), Opel, Ford….
      Irgendwas aus Italien (damals wusste ich noch nicht, dass sich die an sich nur in warmen Gefilden wohlfühlen).
      Da mein Budget etwas beschränkt war kamen die tollen Italiener nicht in Betracht.
      Es wurde dann ein Unfallwagen, an den Baum gefahren (oder wohl eher die Parklücke nicht getroffen) von einer jungen Frau, die wohl mit den zerrenden Kräften der unheimlichen 44 PS an der Vorderachse nicht zurechtkam.



      MEIN ERSTER:
      Ein Autobianchi A112 für 400 DM
      stand im Garten zur Reparatur und Lackierung (fand auch im Garten statt)



      Er war völlig frei von solch schnöden Dingen wie Servolenkung, elektrischen Fensterhebern, Zentralverriegelung, ABS. An sich war er frei von allem…. Überflüssigem.
      Er hatte 4 Räder, ein Lenkrad, Motor und Getriebe; und das war es im Wesentlichen auch. Und wenn man auf einen kleinen Gummiball im Fußraum trat kam Wasser auf die Windschutzscheibe getröpfelt, oder in den Fußraum, wo es allerdings nicht so erwünscht war, sich aber flugs mit dem eingedrungenen Regenwasser vermischte…
      Aber es war ein Auto, noch dazu MEINS von meinem Geld, und es war kein Käfer oder eine Ente…..oberpeinlich, Gründe s. oben….und dann noch aus Italien und mit munteren 44 PS verteilt auf 650 kg ausgestattet.

      Die nächsten Wochen wurde der Unfallschaden repariert, und diverse wichtige Verschönerungen vorgenommen, wie ein Heckscheibenwischer aus einem Renault (wieso weiß ich bis heute nicht), eine Zierline aufgeklebt (die ich vorher aus Kostengründen längs geteilt hatte, wohlgemerkt die war 4 mm breit!!) die Kette für den Nockenwellenantrieb erneuert, die Chromzierringe um die Scheinwerfer durch obercoooole Mafiosi schwarze ersetzt. Weitere Verschönerungen erwähne ich hier lieber nicht, das wäre dann doch zu peinlich, ich war schließlich immer noch 17 Jahre….

      Der große Tag des Führerscheins rückte näher. Das Auto stand fix und fertig da, repariert, geputzt, angemeldet.
      Der 29. Dezember (wie können Eltern nur so einen Tag wählen auch wenn der Grundstein 9 Monate vorher gelegt worden ist. Hab ich ihnen nie verziehen, man kann ja schließlich rechnen) war da, ich weiß es immer noch genau, ein grauer, trüber, eben typisch Norddeutscher Wintertag begann mit einem traumatischen Erlebnis.



      Er sprang nicht an, nicht mit bitten, nicht mit betteln.
      Kurz vor 12 stieg ich aufs Fahrrad, raste zum Amt und holte den Schein ab, ganz anders als ich es mir über Wochen in meinen kühnen Träumen immer vorgestellt hatte….


      Als ich zurückkam war die Sonne etwas hervorgekommen, ich unternahm einen letzten Versuch, er sprang an und ich vermeinte ein schwarz-gelacktes Mafiosigrinsen im Kühlergrill entdecken zu können.

      Über die Zeit entdeckte ich dann die Geheimnisse automobiler Unwilligkeit. Immer wenn es neblig, feucht, nass war -- und das war es verdammt oft (an sich immer) in Norddeutschland -- mochte er nicht. Verteilerkappe (das ist das meist rötliche Ding welches man bei modernen Autos gar nicht mehr findet) runter, Caramba rein, starten, alles ok.
      Später dann hab ich die Sprühdose in den Innenraum verlegt, einen dünnen Schlauch durch eines der unzähligen sowieso vorhandenen Löcher in den Motorraum verlegt, ein Loch in die Verteilerkappe gebohrt, Schlauch angeschlossen.
      Blick in den Himmel, feucht? ein Druck auf die Sprühdose, Motor starten….haha, dich krieg ich.
      Er wurde dann sehr schnell süchtig, ohne Dope ging so gut wie gar nichts mehr.

      Eines Tages fuhr er nicht mehr los, gar nicht mehr, Motor läuft, wohl irgendwas mit der Kupplung?
      Die muss doch irgendwo zwischen Motor und Getriebe sein….
      In Ermangelung einer Bedienungsanleitung (Auto war auch aufgrund nicht vorhandener Bedienmöglichkeiten ohne zu fahren. Versuch das einmal einer heute??) und Reparaturanleitung (zu teuer) Kiste Bölkstoff (Norddeutsch für Bier) gekauft und Freund eingeladen.

      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Versucht zusammen mit Freund Motor und Getriebe im Motorraum zu trennen, es fehlen ein paar Millimeter.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Mit großer Schraubzwinge Motor ganz zur Seite gezogen, ja, das bringst….Getriebe fällt runter, Kupplung in vielen (zu vielen) Teilen daneben.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Auto drüber gehoben. Ja, wir waren stark damals.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Mit Fahrrad (hatte damals immerhin schon 3 Gänge) zum Großhändler geflitzt. Aus Kostengründen nur Kupplungsscheibe selbst neu gekauft.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Alles wieder eingebaut.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Kühler montiert, Kühlwasser eingefüllt.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Eine Schelle muss noch nachgezogen werden, zum Schraubenzieher gegriffen, was liegt da in der Werkzeugkiste, das Ausrücklager. Kann nicht sein, haben wir ja gar nicht neu gekauft….
      Keine Flasch Bölkstoff getrunken.

      Mucker (Synonym für schönen ca. 1000g Hammer), in die Hand genommen, allerdings verweilt er nicht lange in dieser, sondern trat geschleudert von den Befehlen eines kochenden Großhirns eine schöne parabelförmige Flugbahn an.

      Aber wie sagte schon mein damaliger Physiklehrer. Die Physik und insbesondere die Erdanziehung und die Fliehkräfte sind gerecht und fair, sie gelten immer, überall und für jeden, außer vielleicht für Walter Röhrl.

      In diesem Falle schlug Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel erbarmungslos zu, und nachdem urplötzlich eine Garagenwand in der Flugbahn des Muckers (immer noch Hammer) auftauchte, entschloss sich dieser abrupt die Richtung zu wechseln und seine Energie vollständig in den Kotflügel meines geliebten Autos (Namen habe meine Autos nie, das ist nur etwas für, genau, Ökotanten und ihre Enten) einzuhauchen.
      Wer kennt noch das HB Männchen aus der gleichnamigen Zigarettenwerbung?
      Das war nichts gegen mich.
      Viel Flasch Bölkstoff getrunken.
      Arbeit für den Tag beendet.

      Nächsten Tag das Ganze noch einmal, ging ziemlich schnell, waren ja geübt, diesmal mit Ausrücklager, nur das Kotflügelausbeulen hat den Schnitt total versaut.
      Flasch Bölkstoff erst nach der Arbeit getrunken.

      Danach mit dem A112 in den Sommerurlaub gefahren, nach Spanien ins Baskenland, war toll da, keine anderen Touristen, lag vielleicht doch an der seinerzeit sehr aktiven ETA.
      Megamäßig viel Spaß gehabt, die Mädels mochten mein Auto, fanden ihn süß (das fand ich gar nicht süß, ich fand ihn geil ,sportlich, Megatoll, aber auf gar keinen Fall süß), und uns auch (Freund rothaarig, ich blond…..). Damit konnten wir leben, gut leben...
      Hab allerdings feststellen müssen, dass der Innenraum für jedwede sportliche Betätigungen doch etwas beengt war…Das absolute Muss für den Nächsten war damit gelegt.
      Die Rückfahrt führte über diverse Pyrenäenpässe immer an der Grenze zu Frankreich entlang, hoch, runter, hoch, runter, ein Reifen kaputt. Reserverad aufgezogen.
      Ja auch so etwas hatten damals alle Autos.
      Warum sollte ein zweiter kaputtgehen? Sehr unwahrscheinlich!
      Fast oben auf einem Pass –genau- ein Zweiter entlüftet sich trotz Verstoßes gegen die Wahrscheinlichkeitsrechnung ohne jeden Kommentar.
      Es ist Abend, wir übernachten in einer Schafshütte.
      Viel Flasch Vino Rosso getrunken.
      Nächsten Morgen mit dem Reifen unterm Arm an die Straße, runtergetrampt, Werkstatt gefunden, geschlossen.
      Meister in Dorfkneipe gefunden. Mit viel Vino Rosso überzeugt, in Reifen Schlauch eingezogen. Weinvorrat ergänzt, herzlich mit viel … verabschiedet…
      Hochgetrampt.
      Auto wiedergefunden, Freund auch, hatte zwischenzeitlich aus Langeweile unseren Weinvorrat vernichtet, kein Problem hatte ich ja ergänzt.
      Flasch Vino Rosso getrunken.
      Noch eine Nacht in Schafshütte zugebracht.

      Am nächsten Tag mit 2 Simca`s Rennen geliefert, gewonnen.
      Reifen danach gar nicht mehr gut, guckt schon so weißliche Leinwand durch. In Andorra 2 neue Reifen gekauft. Für 4 reichte es nicht mehr, wegen unplanmäßigem Vino Rosso Verbrauch.

      Nach 6 Wochen wieder Zuhause aufgetaucht, kein Handy, kein Anruf, wir waren halt einfach wieder da, immerhin mit 2 neuen Reifen, ist doch auch was.

      Das Getriebe schaltete nicht mehr richtig, lang wohl an dem Rennen mit den Simca`s. Hä, gewonnen….

      Getriebe raus, ging nun schon echt schnell.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Wie demontiert man ein Getriebe, kein Problem, einfach alle Schrauben lösen und mit Gewalt auseinanderziehen….
      Einige Federn sprangen in der Gegend herum, was soll`s.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Aha, die Synchronisationsringe und auch ein paar Lager sind nicht mehr so richtig gut.
      Kein Flasch Bölkstoff mehr getrunken, schließlich dazugelernt….
      Teile ausgewechselt, Getriebe mit Hilfe von selbstgebauten Spezialwerkzeugen (Radbolzen und große Nuss als Gegenlager) montiert, Federn nach bestem Gewissen einsortiert.
      Schalthebel steht komisch, aha, das waren die Federn, Federn wohl vertauscht.
      Deckel auf Getriebe abgenommen, große Feder mit noch größerer Zange abgekniffen. Passt schon halbwegs, noch eine Windung abgekniffen, passt, zugeschraubt, schaltet einwandfrei.
      Jetzt viel Flasch Bölkstoff getrunken.

      A112 fährt und fährt, die Freunde kaufen sich so langsam den nächsten, die Leistungsexplosion ist nicht aufzuhalten, die sind ja schon bei 55 PS. Da komme ich auch trotz Zylinderkopfmodifikationen nicht mehr ran.

      Freund R. muss nach dem letzten Wochenende auch einen neuen kaufen. Irgendwie lag sein Mazda 323 plötzlich auf dem Dach, vielleicht lag es auch daran, dass wir von hinten an der Handbremse spielten, auf jeden Fall ließ er sich wohl ablenken. Der Elchtest war zwar noch nicht erfunden, aber auf dem Dach landete er trotzdem.
      Stille, nur das Radio spielte „Born to be wild“ weiter. Naja, schnell wieder auf die Räder geschmissen und gleich bei unserem Stammschrottplatz vor die Tür gestellt.

      Wie gesagt alle kriegten einen neuen BMW 1302, Fiat 128 oder ähnliches.
      Also auch bei mir muss ein Neuer her, A112 verkauft für 1600 DM, aha so funktioniert das mit Buy low – Sell high.
      Audi 80 mit 55 PS Motor (allerdings ziemlich am Ende) gekauft für 1400 DM. Auto mit schwarzen Rallyestreifen versehen. In Ermangelung von jungfräulichen, südpazifischen Jungfrauen selber gemacht (siehe anderen Fred in Ferrari :-) )
      (waren ja nur 200 DM übrig)
      Wurde dadurch aber nicht wirklich schneller, hilft wohl nur bei Ferrari….
      Motor brauchte 5 Liter Öl auf 1000 km, Altöl von den Freunden gefahren, irgendwann wohl zu wenig nachgefüllt, Motor gehimmelt (der erste, aber nicht letzte in meiner Autofahrerkarriere)

      Endlich……….
      Hatte ich doch schon lange eine 75 PS Maschine im Auge. Rumpfmotor für 200 DM dem Audi Händler mit Hinweis, dass mein Vater seinen Audi 100 ersetzten wolle, abgeluchst. Vater sprach mich kurz darauf an, hatte einen Anruf vom Händler erhalten, wusste damit gar nichts anzufangen. Upps.
      Junge ging die Maschine ab an dem kurz untersetzen Getriebe vom 55 PSler.
      Und dann noch die 175/70 er Breitreifen, heute Trennscheiben genannt.

      Was mich dann auch kurz danach……..

      Wie war das mit der Physik und den Fliehkräften. Ja, die sind fair zu allen.
      Der Meinung war ich allerdings seinerzeit gar nicht als diese Kurve plötzlich vor mir auf die Straße sprang und auch noch viel enger war wie jemals zuvor und mein Autochen (hatte auch keinen Namen) ohne ESP, ABS und sonstiges unaussprechliches Zeugs meinte ein Eigenleben mit dem Hinterteil vollführen zu müssen.
      Links Seitensteifen, überreagiert (weiß ich heute), rechts Seitenstreifen (soweit war noch alles ok), überreagiert, links Graben (da war es nicht mehr so ok)
      Ein paar Beulen mehr, ein paar Leitpfähle weniger, ein Hinterrad stand aus dem Kotflügel heraus, - das sah geil aus - auf der gegenüberliegenden Seite war der Reifen dafür nicht mehr zu sehen, - das sah völlig ungeil aus -, eine Diagonalstrebe die verbogen am Boden schliff (welch ein unterdimensioniertes Teil, einfach mit der Hand zurückgebogen).
      Naja, ich war ja sowieso auf dem Weg zu unserem Stammschrottplatz, da hab ich dann statt Tuning- schnöde Ersatzteile eingekauft.

      Und wenn es Euch gefallen hat dann könnte es unregelmäßig noch mehr geben, immerhin sind wir erst durch die allerersten 2 Autos von immerhin über 40 von besagtem A112 über Alfa Spider, Jaguar 12 Zylinder bis zum Mercedes Unimog mit dem es durch Afrika ging, in meiner Autofahrerkarriere gekommen. Oder auch der 38-Tonner, der sich plötzlich so gut abschmieren ließ. Wobei, den meisten Spaß hatte ich wohl wirklich mit meinen Ersten, da gab es noch Verteiler, Zündkontakte (weiß die Jugend noch was das ist?), Vergaser, Motoren und Getriebe, die man verstanden, mit ein wenig Geschick selbst repariert hat, und sogar auch noch tunen konnte, oder zumindest der festen Überzeugung war ihn getunt zu haben.

      Benzingrüße an Alle
      Kai360
    • AStrauß
      By AStrauß
      Als Ferrarista wird man nicht geboren !!




      Also ich will hier mal erläutern wie ich zum Ferrarista wurde.

      Die liebe zu Automobilen wurde bei mir schon sehr früh geweckt . Seit ich denken kann bin ich verliebt in Autos . Laut Aussage meiner Eltern konnte ich mit 4 Jahren schon anhand des Fahrzeugemblems jede Fahrzeugmarke erkennen . Doch ich war noch kein Ferrarista , den als Ferrarista wird man nicht geboren , auch viel viel Geld ist kein Garant dafür!!

      Die Liebe zu Automobilen wurde durch zwei meiner Onkels Italienischer Seite irgendwie an mich weiter gegeben Zum einen war da Franco und zum anderen Nunzio.

      Franco eher der Fahrer von außergewöhnlichen Automobilen , zu damaligen Zeit ein Renault Fuego Turbo mit einem extrem Umbau , einen BMW E30 M 3 Sondermodel mit 238 PS oder so , ein 635 BMW und so ging es weiter . Nunzio mein bis heute liebster Onkel und auch Bester Freund (obwohl wir des öfteren stark anderer Meinung sind ) war den meisten immer ein schritt voraus !!

      Meine Erinnerungen geht zurück zu einem Porsche 911 den er damals hatte in Blau mit einem Turbo Spoiler einfach schön , und schon damals bettelte ich immer , Lass mich bitte bitte mitfahren !! Aber ich brauchte nicht zu betteln , bei jeder Gelegenheit wurde ich durch die Gegend gefahren. So vergingen die Jahre , und es folgten ein Renault 5 Turbo2, zwei Alpine V6 Turbo eine mit Fleischmann Umbau eine ohne , aber wichtiger beide ohne Kat noch die Versionen mit 200 PS.

      Es folgte der damalige 315 PS Starke M 5 in Macau Blau und Schnitzer Felgen dann einer der ersten 964 Carrera 2 in einem Lila Farbton . Und Mittlerweile war es Frühjahr 1990, ich bin als kleiner Junge in vielen schnellen Autos mitgefahren und alle haben mir gefallen und ich war nach jeder mitfahrt hin und weg egal ob Porsche , M5, M 3 , 850i ganz egal was, alles war einfach Super Biss zum Jetzigen Zeitpunkt, wir sind jetzt wie geschrieben im Frühjahr 1990 war mir nicht bekannt wie ein Ferrari aus der nähe aussah , und ich haben mich auch nie damit beschäftigt muss ich ehrlich zugeben , dieses Thema war damals viel zu weit weg und unerreichbar . Zum damaligen Zeitpunkt war ein Ferrari wirklich noch etwas ganz besonderes , nicht das er heute nichts besonderes mehr ist , aber der Stellenwert damals ist nicht mit dem heutigen zu vergleichen .


      Mein Onkel rief an , wir hatten zu der Zeit ein italienisches Restaurant und einer der Kellner ruft Alex komm dein Onkel ist am Telefon , ich natürlich voller Freude hin, Hallo wann darf ich wieder im Porsche Mitfahren ?? Er langsam Alex langsam ich habe den Porsche verkauft Ich : oje warum fast geweint , er sagte Alex ich habe ein Neues Auto und es ist heute gekommen sobald ich es geholt habe komme ich vorbei . Auf meine Frage was für ein Auto ? Sagte er, ich habe jetzt Lange gewartet jetzt musst du warten !! Als das Gespräch beendet war , war ich so nervös das ich mir fast in die Hose gemacht habe , zu jedem Kellner hin , He Nunzio hat ein neues Auto gekauft !! Jeder antwortete der hat doch gar nichts gesagt !? Die Zeit verging zu diesem Zeitpunkt immer langsamer, ich konnte es nicht erwarten und rannte hin und her . Ich ging zur Hauptstrasse , denn über diese musste er kommen und setzte mich auf das Fensterbrett eines Schaufensters eines Schuhgeschäftes!


      Ich hörte auf einmal ein grollen durch unsere engen Gassen (jetzt ist es eine Fußgängerzone) dachte mir aber nichts dabei . Da sah ich einen Ferrari ganz langsam die Straße hoch fahren , ich war so aufgeregt mir wurde es ganz kalt , und runter vom Fensterbrett und geschrieen ein Ferrari ein Ferrari bis ich erkannte OH MEIN GOTT DAS IST MEIN ONKEL ab jetzt schrie ich MEIN ONKEL MEIN ONKEL HAT EIN FERRARI :-)) Ich auf in in das Restaurant Nunzio kommt , Nunzio kommt mit einem Ferrari !!!!!! Das ganze Personal raus vors Lokal alle Kellner , Koch , Mama sogar ein Paar Gäste . Er war da , langsam fuhr er auf den Parkplatz , vor dem Lokal 15 Personen wahrscheinlich aber sogar mehr und Staunten wie Spagafuzis halt sind jubelten Sie als hätte Italien die WM gewonnen (leider war das ja nicht so :-) ) Mein Onkel schämte sich sogar :-)))

      aber ich konnte nicht mehr , man war das ein Wagen , der Sound ( schon damals eine fuchs ) ich war fertig mit der Welt alle redeten jeder wollte seinen Senf dazu geben , alle um das Auto herum und ich kam nicht richtig ran :-((( . Als sich alles beruhigt hatte und meine Liebe Mutter alle wieder rein schickte zum Arbeiten kam mein Onkel zu mir und sagte : Wie findest du Ihn ????

      Meine Antwort : Das ist das Beste Auto was ich in meinem Leben gesehen haben und der hat den Geilsten Sound !!! Mein Onkel Lachte und sagte wir fahren nachher eine Runde , ich gehe rein und trink was !! So jetzt war es vorbei , ich der Kleine Fette Junge hatte Puls 250 !!!!!!!!!! Ich nahm einen Stuhl von der Terrassen Bestuhlung und setzte mich neben den Wagen um zu Warten bis er kam . Genau an diesem Punkt fing mein leiden an , ich Sprach mit dem Auto :-) Man bist du Geil , ich stand auf schaute Ihn von allen Ecken an es, war GIGANTISCH BRUTAL ein Ferrari ein Ferrari eben !!

      Es war so weit Nunzio kam raus und verabschiedete sich von allen, (übrigens zu diesem Zeitpunkt war ich 13 Jahre alt ) Er sagte gehe wir ? Meine Mutter sagte fahr Langsam (in Wirklichkeit sagte Sie Nunzio Piano ah ) Er schloss die Türen auf , ab diesem Moment ging die Realität verloren und alles ging in Zeitlupe !! Er startete den Motor man man man ich konnte es nicht fassen , es war überwältigend . Wir fuhren nach Überlingen zum Eis essen , ich kann es nicht in Worten ausdrücken wie mir zumute war ich versuche es aber es geht nicht . Am Ende einer kleinen Ortschaft Namens Aach-Linz gab er voll gas und jetzt ist es passiert , alles um mich wurde Ganz klein und und unbedeutend Fassungslosigkeit , Übelkeit , Ungläubigkeit DIESES FAHRZEUG KONNTE NICHT VON MENSCHEN GEBAUT WORDEN SEIN ,UNMÖGLICH DAS KANN NICHT SEIN ,SELBST MEIN ONKEL HATTE STETS EIN GRINSEN IM GESICHT UND SCHAUTE IMMER WIEDER ZU MIR RÜBER , WIR LACHTEN UNS NUR AN !!

      Am Ende dieses Tages war ich ein FERRARISTA diese Überwältigende Gefühle verspüre ich noch heute wenn ich daran denke !!

      Am nächsten Tag ging ich zu meiner Mutter und sagte „ gib mit mal 80 Mark „ Sie sagte spinnst du für was ?? Ich will mir zwei Model Autos kaufen und eins kostet 39,95 DM , Sie sagte wenn du das willst holst du dir das Geld von deinem Sparbuch, also hat Sie mir die 80 Piepen vorgestreckt und ich zum Spielwarenhändler und mir einen roten 348 TS gekauft und einen Gelben 348 TS!!

      So hat es bei mir angefangen , als sich Nunzio 1992 einen 512 TR kaufte und ich des Öfteren mitfuhr gab es keine Zweifel mehr ich werde mir einen Ferrari kaufen ich vergas das es andere Fahrzeughersteller gab, ich beschäftigte mich ab diesem Zeitpunkt nur noch mit diesem Thema !!

      Ein richtiger Ferrarista ist für mich jemand der Ferrari aus Überzeugung fährt ,nicht um sich an der Promenade zu zeigen oder um vor einem Eiskaffee anzugeben .
      Ein Ferrarista ist jemand der sein Fahrzeug liebt , es versteht und dem Bewusst ist ,dass er mit diesem Fahrzeug das Haus Ferrari und viele andere Kunden Repräsentiert ,der aus dem Grund darauf achtet im alltäglichen Straßen Verkehr nicht Negativ aufzufallen .

      Ein Ferrarista ist nicht jemand der 10 Stück hat, einfach nur das er Sie hat, sondern einer der wie geschrieben erkennt was es heißt oder bedeutet einen Ferrari zu Fahren .

      Seit 7 Jahren fahre ich selber Ferrari seit 14 Jahren bin ich dieser „Krankheit“ verfallen, fast hätte ich dieses Jahr die Marke gewechselt , doch ich habe es nicht getan und bin jetzt sehr froh darüber .
      Ich habe viele kommen und gehen sehen in der Ferrari Szene , doch eines ist sicher ein richtiger Ferrarista wird niemals gehen sondern bleibt. (Finanzielle Gründe Ausgeschlossen )

      Das Klientel hat sich in den letzten 14 Jahren stark verändert, aber der Mythos bleibt und es gibt Enzo sei Dank, auch Heute noch echte Enthusiasten !!


      Glücklich ist nicht immer der , der einen Ferrari besitzt , Glücklich ist der, der Ihn versteht und dem bewusst ist was Enzo Ferrari für uns geschaffen hat .


      Mit freundlichen Grüßen


      A.Strauß

      Wie seid Ihr zu dieser Marke gekommen , oder was versteht Ihr unter einem Ferrarista ?