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tassilo

Der Ferrari und das Finanzamt...

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tassilo   
tassilo

Hallo alle,

ich überlege mir zur Zeit, ob ich mir einen neuen Boxster S oder einen gebrauchten 348 zulegen soll. Allerdings wurde mir nun gesagt, dass ich Probleme haben könnte, den Ferrari (im gegensatz zum Boxster) als Geschäftswagen von der Steuer abzusetzen, da der Ferrari allgemein als Spassobjekt angesehen wird.

Eine weitere Aussage war, dass lediglich der Kaufpreis darüber entscheidet, ob das Finanzamt meckert. Was ist nun richtig?

Dazu sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich als Informatiker nicht gerade in der Automobilbranche beschäftigt bin...

Außerdem wollten die Versicherungen, bei denen ich bisher angefragt habe, den Ferrari mir nur als Privatmann versichern.

Meine Fragen:

- Habt hier jemand seinen Ferrari als Geschäftsfahrzeug angemeldet oder ist jemand mit dem Versuch gescheitert?

- Mit welchen Argumenten könnte ich das Finanzamt von der Notwendigkeit des Ferrari als Geschäftswagen überzeugen?

- Mit welcher Versicherung habt ihr gute Erfahrungen gemacht, bei wem kann ich den Ferrari als Geschäftswagen versichern?

Vielen Dank für Antworten!

Gruß,

Tassilo

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sportpete   
sportpete

Also bei der Sache mit dem Finanzamt kann ich dir auch nicht helfen, aber das mit der Versicherung müsste zu schaffen sein wenn du willst kann ich meinen Vater mal fragen der ist da Spezialist.

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trafficbroker   
trafficbroker

http://www.finanztip.de/recht/steuerrecht/ur40g01005.html

Aus der Entscheidung:

1. Entgegen der dem angefochtenen Bescheid zugrunde liegenden Beurteilung sind die Absetzungen für Abnutzung auf den Mercedes Roadster 500 SL bei der Ermittlung des Einkommens der Klägerin in voller Höhe als Betriebsausgaben zu berücksichtigen. Da das Fahrzeug zu ihrem Betriebsvermögen gehört hat, sind diese Aufwendungen durch den Betrieb der Klägerin veranlasst (§ 4 Abs. 4 EStG in Verbindung mit § 8 Abs. 1 KStG). Entgegen der Ansicht des FA sind sie auch nicht - teilweise - nach § 4 Abs. 5 Nr. 7 EStG vom Betriebsausgabenabzug ausgeschlossen. Nach dieser Vorschrift dürfen andere als die in § 4 Abs. 5 Nr. 1 bis 6 bezeichnete Aufwendungen, die die Lebensführung des Steuerpflichtigen oder anderer Personen berühren, den Gewinn nicht mindern, soweit sie nach allgemeinen Verkehrsauffassung als unangemessen anzusehen sind. Die Vorschrift stellt eine Ausnahme vom Prinzip des § 4 Abs. 4 EStG sowie von dem Grundsatz dar, dass die Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit betrieblicher Aufwendungen nicht von der Finanzbehörde oder dem Finanzgericht, sondern von dem Steuerpflichtigen selbst zu beurteilen ist. Daraus sowie aus dem Umstand, dass sich die Unangemessenheit der Aufwendungen aus der "allgemeinen" Verkehrsauffassung ergeben muss, folgt, dass der Anwendungsbereich des § 4 Abs. 5 Nr. 7 EStG eng zu ziehen ist. Insbesondere können nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) Anschaffungskosten für ein Kraftfahrzeug nicht generell als unangemessen beurteilt werden, soweit gewisse absolute Betragsgrenzen überschritten werden. Für die Beurteilung der Unangemessenheit kommt es vielmehr auf die Umstände des Einzelfalles an (BFH-Urteile vom 8. Oktober 1987 IV R 5/85, BStBl II 1987, 853; vom 26. Januar 1988 VIII R 139/86, BStBl II 1988, 629). Neben einer krassen Unausgewogenheit zwischen Umsatz und Gewinn einerseits und der Höhe der Anschaffungskosten andererseits kann auch eine im Vordergrund stehende private Motivation die Unangemessenheit der Anschaffungskosten begründen. Für eine solche kann z.B. die Anschaffung eines für die geschäftlichen Zwecke des Steuerpflichtigen wenig geeigneten, aber für die Ausübung des Motorsports tauglichen Wagens (anstelle einer Limousine) oder auch der ständige Wechsel des Kraftfahrzeugs aus Liebhabergründen sprechen (BFH-Urteil in BStBl II 1987, 853, 855). Im Streitfall waren die Aufwendungen für die Anschaffung des Pkw zwar nicht unerheblich. Von einem krassen Missverhältnis kann aber entgegen der Beurteilung des FA nicht ausgegangen werden. Denn die für das Streitjahr abgezogene AfA von 23.316 DM machte nicht einmal ein Drittel des durch die Außenprüfung ermittelten Einkommens der Klägerin aus. Es lässt sich auch nicht feststellen, dass das Fahrzeug für die Zwecke der betrieblichen Tätigkeit der Klägerin ungeeignet gewesen wäre. Vielmehr hat die Klägerin - wenn schon nicht zwingende, so doch - plausible Gründe dafür vorgetragen, weshalb die Anschaffung eines Fahrzeugs dieser Art von ihr für zweckmäßig gehalten wurde (Repräsentationsinteresse; Sicherheitsaspekte). Schließlich spricht die Tatsache, dass das Fahrzeug nahezu 6 Jahre im Betriebsvermögen der Klägerin verblieben ist, gegen eine vorrangig durch private Motive des Gesellschafter-Geschäftsführers veranlasste Anschaffung.

Aber zu beachten ist:

- für das Streitjahr abgezogene AfA von 23.316 DM machte nicht einmal ein Drittel des durch die Außenprüfung ermittelten Einkommens der Klägerin aus

- plausible Gründe dafür vorgetragen, weshalb die Anschaffung eines Fahrzeugs dieser Art von ihr für zweckmäßig gehalten wurde (Repräsentationsinteresse; Sicherheitsaspekte)

- Für die Beurteilung der Unangemessenheit kommt es vielmehr auf die Umstände des Einzelfalles an (BFH-Urteile vom 8. Oktober 1987 IV R 5/85, BStBl II 1987, 853; vom 26. Januar 1988 VIII R 139/86, BStBl II 1988, 629).

- Neben einer krassen Unausgewogenheit zwischen Umsatz und Gewinn einerseits und der Höhe der Anschaffungskosten andererseits kann auch eine im Vordergrund stehende private Motivation die Unangemessenheit der Anschaffungskosten begründen.

Ich würde auf jeden Fall raten , mit Deinem Steuerberater Rücksprache zu halten. Ansonsten gibts ein böses Erwachen.

Ich denke je nachdem wie hoch Dein Umsatz/Gewinn ist , solltest Du mit der 1% Regelung einigermaßen auf der sicheren Seite sein.

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tassilo   
tassilo

@sportpete:

Das wäre prima, danke! Würde mich über Infos freuen.

@trafficbroker:

Danke, das hilft mir wirklich weiter. Allerdings bleibt es wohl eine Einzelfallentscheidung. Ich kann somit erst sicher sein, _nachdem_ ich mir einen Ferrari gekauft habe. Es würde sich dann hinterher evtl. rausstellen, dass mich der eignetlich gleich teure Porsche nur etwas mehr als die Hälfte gekostet hätte...

Es bleibt also noch eine Frage: Wie sehen eure Einzelfälle aus, was habt ihr erlebt?

Grüsse,

Tassilo

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GeorgW CO   
GeorgW
...dass mich der eignetlich gleich teure Porsche nur etwas mehr als die Hälfte gekostet hätte...
kann schon sein, aber dafür macht der 348 auch mindestens doppelt soviel Spaß! O:-)

Gruß, Georg

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trafficbroker   
trafficbroker
Es bleibt also noch eine Frage: Wie sehen eure Einzelfälle aus, was habt ihr erlebt?

meine persönliche erfahrung ist dass mein steuerberater meinte dass ein 360er als jahreswagen kein problem ist , aber vor einem 430er zu derzeitigen marktpreisen eine anfrage beim fa erfolgen sollte.

und mein umsatz/gewinn ist nicht schlecht ;)

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amc VIP   
amc

Ein gebrauchter 348 ist als Firmenwagen in Deutschland nur dann praktikabel, wenn man ein anerkanntes Fahrtenbuch führt und ihn zum weit überwiegenden Teil geschäftlich nutzt.

Grund: bei Versteuerung nach Prozentregelung wird nicht der Kaufpreis, sondern der damalige Listenpreis des Fahrzeug incl. Ausstattung berücksichtigt. Will sagen: was die private Versteuerung angeht, kostet ein ein gebrauchter 348 soviel wie ein neuer...

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uwekern   
uwekern

Hallo,

ich benutze meinen auch immer wieder mal für Geschäftsfahrten, und setzte dabei einfach die Kilometer ab. Ich denke, bei einen sauber geführten Fahrtenbuch kann dir das Finanzamt nicht ans Bein pinkeln.

Einen Bekannten von mir wollten die bei der Steuerprüfung auch seinen Z3 nicht anerkennen. Der hatte aber ein lückenloses Fahrtenbuch, und der nette Herr vom FA konnte nichts machen.

Natürlich sollte der Ferrari nicht 90 % deines Gewinns ausmachen :D

:wink2: Uwe

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