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Eine lange Fernsehergeschichte ... Teil 2

HighSpeed 250

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Interregnum (oder die Suche nach einem König)

Und nun begann sie. Die Zeit der Qual. Die Qual der Wahl. Ich habe nämlich leider ein Handicap: Egal was ich kaufe: es darf nicht irgendwas sein. Es muß, nach meinem Dafürhalten, immer so ziemlich das Beste sein. Zumindest in seinem Bereich. Ich fange zwar immer eher unten an und lande dann immer irgendwo oben, es ist wie verhext.

Ein Fehler war natürlich auch, daß ich mir Avatar im Kino angesehen hatte. In 3D.

Und damit war eines klar: Wenn schon neuer Fernseher, dann mußte er auch 3D-fähig sein. Und internetfähig, mit WiFi und natürlich eingebautem Satellitenempfänger. Ich meine, dieser Fernseher soll zumindest wieder 10 Jahre halten und da soll er schon alle Features beinhalten, die man so in den nächsten Jahren braucht, logisch oder? Ok, zehn Jahre ist vielleicht übertrieben (heutzutage wird eh nur mehr Schrott gebaut, der leider viel zu schnell abkackt), aber bis zur nächsten technischen Revolution sollte er schon halten.

Diese Überlegungen begannen alle ungefähr so im März/April diesen Jahres 2010 nachdem ich meine „Renovierung“ beendet hatte. Diese meine Vorstellungen schränkten das Angebot damit auf natürliche Weise drastisch ein. Damals gab es nämlich noch keine 3D-Fernseher, sie waren aber zumindest von den namhaften Herstellern angekündigt.

So beschränkte ich mich mal auf die Festlegung der Technik und der Größe des Fernsehers. LED, LCD, Plasma? Keine Ahnung. Und 46 Zoll sollten es schon sein, nein 50, nein größer ... Ich hasse diese amerikanischen Zoll-Bezeichnungen. Warum nicht wie früher 60, 70, 80 cm? Wir leben schließlich in Europa und da haben wir das metrische System, kapiert! Jedenfalls befand ich mich mindestens zwei Mal pro Woche beim Saturn, Mediamarkt und anderen Elektrofachmärkten und -händlern, um ja nichts zu verpassen und um mich schlau zu machen. Eine wirkliche Scheißarbeit sage ich euch. Aber ich tue es ja jerne ...

So. Bei Fernsehern war es ja gerade in Mode gekommen, daß eine neue Technik en vogue wurde: LED (Light Emitting Diode). Was natürlich für eine völlig falsche Interpretation sorgt. Nicht Dioden auf der Bildschirmoberfläche (Screen) emittieren Licht, sondern Beleuchtungsleisten auf der Rückseite des Bildschirms. Der Bildschirm selbst ist nach wie vor ein LCD (Liquid Crystal Display). Das Licht erzeugt weiterhin eine Hintergrundbeleuchtung, die eben neuerdings aus LEDs besteht.

Das soll ja Strom sparen. Darum kaufen die Leute diese Fernseher, sagen sie. Aber der Stromverbrauch ist mir ehrlich gesagt piepegal. Ups, damit ich nicht falsch verstanden werde: Natürlich ist er mir nicht egal! Ich spare Strom wo ich kann, aber: Die meiste Zeit bin ich nicht zu Hause. Und auch dann, wenn ich daheim bin, schaue ich nicht immer fern. Und die Zeit, wo der Fernseher läuft, ok, da ist es mir dann piepegal. Zumindest im Vergleich zu normalen LCD- und Plasmafernsehern. Denn gerade Plasmas, die sollen ja Stromfresser sein. Aber auch das ist überholt. Denn moderne Plasmafernseher sollen ja mittlerweile auch viiiiel stromsparender sein. Aber über was reden wir hier überhaupt? Wenn ich einmal vergesse die Herdplatte auszuschalten oder das Backrohr 1 Stunde heize, dann habe ich schon mehr Strom verbraucht, als die Differenz bei den Fernsehern im ganzen Jahr ... Wenn ich mir mal keine Pizzas im Backofen mehr backe, dann kauf ich mir einen LED, versprochen.

Also was spricht sonst für die LEDs? Hm.

Manche stehen auf den hellen Bildschirm. Aber irgendwie erinnert mich das immer an die Autos mit Tagfahrlicht und die manchmal auch nachträglich angebrachten LEDs, die mich oft blenden. Der Kontrast beim Fernsehbild ist unglaublich. Weiß ist wirklich hellweiß und schwarz ist wirklich tiefschwarz, aber irgendwie kommt mir das trotzdem immer wie ein überbelichtetes Foto vor. Die Farben sind einfach hart und unnatürlich. Am Anfang hat mir das unheimlich gefallen, aber inzwischen bin ich vom Glauben abgefallen. Neu und modern muß nicht unbedingt besser sein.

Und sonst? Ein Problem ist, daß sich die LED-Leisten meisten am Rand befinden (Edge) und so unter Umständen eine nicht ganz regelmäßige Ausleuchtung des gesamten Bildschirms verursachen können. Und je größer der Bildschirm umso schwieriger ist das Problem zu lösen.

Und dann habe ich noch ein Problem entdeckt. Dann, als sie endlich da waren, die 3D-Fernseher. Einer der ersten, und auch einer der Kandidaten für mich, war der Samsung UE55C7700 mit LED. Das top LED-Gerät von Samsung. Schönes Design, super schmal. Dann habe ich das erste Mal 3D mit Shutter-Brillen im Saturn gesehen. Monsters vs Alien. Animationsfilme eignen sich ja besonders für 3D und spezielle Effekte, da diese ja von vorne herein digital produziert werden.

Voll der Erwartung (gedanklich bei Avatar) harrte ich dem Erlebnis, und war enttäuscht. Nicht vom 3D-Effekt an sich, der war toll, aber von der Begleiterscheinung. Bei allen schnellen seitlichen Bewegungen war ein störender Schatten – ein sogenanntes Ghosting – vorhanden. Zwischenzeitig hatte ich mich schlau gemacht, vor allem im HiFi-Forum, wo es allerhand ellenlange (wenn schon Zoll) Infos und Meinungen zu dem Thema gibt.

Ghosting entsteht durch das Nachleuchten der Pixel. Laienhaft ausgedrückt heißt das, wenn sich das Bild verändert und die Pixel „an“ und „aus“ gehen bzw. die Farbe verändern, dann können die Zellen/Pixel nicht so schnell reagieren wie die Veränderung/Bewegung es erfordern würde. So entsteht der Schatteneffekt der eine Unschärfe des Bildes verursacht.

Und damit kommen wir zum Plasma, bzw. kam ich dazu. Genau dieser Effekt ist beim Plasmafernseher kaum oder gar nicht zu bemerken. Der Grund ist, daß die Plasmazellen bis zu viermal schneller reagieren, also nur ein Viertel der Zeit benötigen als ein LED/LCD und dadurch das Ghosting vermieden wird.

Angeblich. Ich persönlich konnte das zum damaligen Zeitpunkt noch nicht vergleichen, da es bei uns in Bayern noch keine Plasmas mit 3D gab.

Aber eines, eines konnte ich schon damals feststellen: Klein geht gar nicht. Durch das 3D wird das Bild unheimlich verkleinert. Zumindest kommt es einen so vor. Der 3D-Effekt kommt nur wirklich gut zum Tragen, wenn das Bild groß ist, so grooooooß wie möglich! Daher war eines klar: Minimum 60 Zoll. Mist, das wird teuer.

Nach wochenlanger Recherche vor Ort und vor allem im Internet bei den diversen Herstellern, kristallisiert sich so langsam mein Favorit heraus.

Also was nun: LED, LCD oder Plasma?

LCD allein kommt nicht mehr in Frage – das ist überholt, zumindest als Hauptfernseher. Für das Schlafzimmer zwar immer noch und lange noch gut genug, aber das ist derzeit kein Thema. Außerdem sind die noch nicht dünn genug.

LED ist zwar modern und am stromsparendsten, aber auf Grund der unnatürlichen Farben und des Ghostings beim 3D habe ich mich doch dagegen entschieden.

Also doch Plasma? Nun, eines ist mal klar und wird auch von vielen Freaks bestätigt: Kein anderes System bietet so natürliche Farben wie ein Plasmafernseher. Die Größe spielt praktisch keine Rolle, da es hierbei keine Hintergrundbeleuchtung gibt, sondern die Zellen selbst leuchten. So kann es keine unregelmäßige Ausleuchtung geben. Und wie bereits erwähnt, ist Plasma aufgrund der Reaktionszeit derzeit das für 3D am besten geeignete System.

Ist schon schizophren. Plasma wurde schon abgeschrieben. Das sah man schon am Preis, da diese Fernseher zuletzt immer billiger wurden. Die überlegene Bildqualität wurde nie bestritten, aber Einbrennen von statischen Bildelementen, Stromverbrauch und das hohe Gewicht waren lange Zeit die Hauptgegenargumente. Immer mehr Hersteller verabschiedeten sich von der Plasmatechnologie.

Aber plötzlich hat sich alles geändert. Nicht zuletzt hat die 3D-Technik alles verändert. Der Plasmafernseher erlebt eine ungeahnte Renaissance, zum einen weil die früheren Gegenargemente praktisch ausgemerzt wurden (kein Einbrennen mehr, reduzierter Stromverbrauch und Gewicht), und umgekehrt die schlagenden 3D-Vorteile und auch der damit verbundene Trend zur Größe.

Das wurde auch mir mit der Zeit klar. Oft und oft habe ich die Bilder von LED und Plasma miteinander verglichen und daher kann zumindest ich für mich sagen: Kein Vergleich – an die natürliche Bildqualität eines Plasma kommt ein LED nie und nimmer heran.

So. Also was nun? Nach Abwägen aller Für und Wider und nach unzähligen Vergleichen und von Ausstattungen, Anschlüssen, Möglichkeiten, Preis/Leistung usw. kann es nur EINEN geben: Samsung PS63C7790.

Bildschirmdiagonale fast 160 cm. Wow.

Dicke: ca. 3 cm Wow.

3D und Wandlung von 2D auf 3D. Wow.

3 Tuner integriert, DVB-S/C/T (Satellit, Kabel, Terristisch), Wow.

Direkte Aufnahme über USB auf externe Festplatte. Wow.

Abspielen von Musik, Bildern, Videos über USB von externer Festplatte. Wow

Internetanschluß über WiFi. Wow.

Design. Wow.

Full HD: Eh klar.

Preis: 3.500 Euro. Pah.

Nur ein Manko. Ich hatte ihn noch nie in natura gesehen. Mist. Alle Informationen zu diesem Fernseher stammten aus dem Internet.

Aber: Mittlerweile, so ca. im Mai, kam dieser Fernseher, besser gesagt einige Geräte davon, bei einigen Händlern erstmals in Norddeutschland in den Handel (naja irgendwann sollen die Preußen ja auch mal einen Vorteil haben ...). Dann war’s aber auch schon wieder vorbei. Er wurde den Händlern aus den Händen gerissen, kaum daß er da war. Nicht einmal zum Aufstellen von Vorführgeräten hat es noch gelangt. Alles weg. Die Vorbestellungen waren utopisch. Die Nachfrage nach diesem Gerät war weltweit nicht ansatzweise zu bewältigen.

Die wenigen Glücklichen konnten natürlich ihr Glück kaum fassen und posteten denn auch genüßlich ihre ersten Erfahrung mit diesem Gerät in den entsprechenden Foren. Danach war eines für mich klar und bestätigt: Ich muß ihn haben.

Der König ist tot, es lebe der König!

Weiter geht´s mit Teil 3.




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