Gänsehaut ... kalter Schweiss ... Respekt ... das sind meine Gedanken bei dem ersten Kontakt mit dem
Lamborghini Gallardo LP 560-4. Böse steht er da, ganz in weiss, die Front erinnert an den legendären Reventon. Willst Du es wirklich mit mir aufnehmen, scheint er mir sagen zu wollen. Ja, ich will ! Nach kurzer Eingewöhnung, Sitz und Spiegel einstellen, geht's los. Zuerst Landstrasse, das Böse ist verflogen, der Gallardo folgt exakt den Lenkbewegungen, die Federung alles andere als hart, absolut ein "daily driver" - und das ist jetzt nicht negativ gemeint. Aber er kann auch anders, und das zeigt er mir auf der Autobahn. Wir fahren die A 250 von Lüneburg in Richtung Hamburg, nicht gerade ein Muster deutscher Autobahnkunst. Trotz welliger Fahrbahn fährt der Gallardo wie auf Schienen. Alle, die über den Sound des LP 560 genörgelt haben, haben entweder einen Hörschaden oder Ohropax in den Ohren gehabt. Der V 10 brüllt seine Lebensfreude durch die 4 Auspuffrohre, dass die Trompeten von Jericho wie die Blockflöten eines Schulorchesters erscheinen. Der Allradantrieb vermittelt fast endloses Vertrauen. Mehr als 310 Km/h stehen auf dem Tacho. Bei meinem
Ferrari 355 reichen mir 250 Km/h, dann wird's doch sehr lebhaft an der Vorderachse. Neben dem Fahrverhalten begeistert auch der Motor. Deutlich mehr Drehmoment als ein vergleichbarer
Ferrari 430 - das muss ich als Ferraristi neidlos anerkennen - ohne das die Drehfreude bei hohen Drehzahlen darunter leidet. Nach zwei Testfahrten im Gallardo muss ich gestehen, diesen Stierkampf gewinnt der Stier - und ich setz mich auf/in mein Pferd und fahr nach Haus . . .