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Alt 25.07.2002, 05:39   #1 (permalink)
 
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Standard Ferraris Geschäftspraktien

Zittitat :
Geschäftsgebaren: :
Wie Ferrari-Händler mit ihren Kunden umgehen
[ Autorin: Lisa Wurscher

Formel1-Weltmeister Michael Schumacher beim Training. Er ist ein idealer Werbeträger für Ferrari. Vor allem hierzulande hat er die PS-starken Sportwägen populär gemacht. In keinem anderen europäischen Land werden derzeit so viele Ferraris verkauft wie in Deutschland. Doch - mal ganz abgesehen von den Anschaffungskosten - einfach ist es für deutsche Kunden nicht gerade, einen Ferrari zu erwerben. Dafür sorgen die Vertragshändler in trauter Einigkeit. Der Kauf bestimmter Modelle ist bei ihnen an recht ungewöhnliche Bedingungen geknüpft.

Käufer so eines Modena Spider zum Beispiel müssen eine Vereinbarung unterschreiben, in der es unter anderem wörtlich heißt: "Der Käufer verpflichtet sich, das gekaufte Fahrzeug (...) binnen einer Frist von 12 Monaten (...) nicht weiter zu verkaufen. Verstößt der Käufer gegen diese Verpflichtung, so zahlt der Käufer eine Vertragsstrafe in Höhe von DM 100 000 an den Verkäufer." Nur in Ausnahmefällen darf der Wagen vor Ablauf eines Jahres verkauft werden. Weil die Klausel mit 100 000 Mark Vertragsstrafe juristisch möglicherweise gar nicht durchsetzbar ist, haben die Ferrari-Händler in ihre Kaufverträge noch eine weitere Hürde eingebaut.

Unglaublich, aber wahr: Es ist nicht erlaubt, das Auto bei der Übergabe vollständig zu bezahlen. Ein Restbetrag muss finanziert werden. Der Grund: der Händler kann den Kfz-Brief einbehalten und somit einen vorzeitigen Verkauf des Wagens unmöglich machen. Mit diesen Methoden will der Konzern vermutlich verhindern, dass Neuwägen in den freien Handel gelangen. Denn eine Monopolstellung verhindert Wettbewerb und hält die Preise stabil.

Ewald Gohm, Ferrari-Vertragshändler: "Wir haben einen Listenpreis hier in Deutschland und dieser Listenpreis wird von unseren Händlern in Deutschland eingehalten. Das bedeutet, es gibt keine Mark nach oben, keine Mark nach unten. Und diese Preisdisziplin möchten wir auch beibehalten. Es kann doch nicht sein, dass wir eine Spekulation hier in Deutschland beginnen." Doch damit nicht genug. Auch der Handel mit Ferrari über die Landesgrenzen hinweg wird von der deutschen Konzernniederlassung nicht gern gesehen. Nochmals Ewald Gohm, Vertrags-Händler: "Ferrari Deutschland möchte ja nicht, dass die Fahrzeuge ins Ausland gehen. Die Fahrzeuge sollen hier in Deutschland bleiben."

Bei Ferrari Deutschland wollte sich in dieser Angelegenheit niemand vor der Kamera äußern. Auf unsere Anfrage erhielten wir lediglich ein Fax, in dem es unter anderem heißt: "Die Nachfrage nach Ferrari-Fahrzeugen übersteigt derzeit bei weitem die Liefermöglichkeiten. Daher ist es unser Ziel, dass die unserer Marke verbunden Kunden (...) beliefert werden, die das Fahrzeug für sich selbst erwerben, um es zu besitzen und zu nutzen und um sich an der Besonderheit eines Ferrari-Fahrzeuges zu erfreuen."

Widersprechen - ähnlich wie im Fall DaimlerChrysler - auch die Praktiken von Ferrari möglicherweise den Richtlinien der Europäischen Union? Sie verbieten die Vereinbarung festgesetzter Preise und schreiben den uneingeschränkten Handel in Europa vor.

Der Inhaber dieses freien Auto-Salons, in dem neben anderen Nobelmarken auch Ferraris verkauft werden, hält die ungewöhnlichen Bestimmungen der Vertragshändler jedenfalls für bedenklich:
Fridolin Koltes, Auto-Salon Singen: "Das Bestreben der EU ist es ja, den freien Handel zum Wohl der Verbraucher zu fördern. Es soll ja mehr Konkurrenz geschürt werden, damit der Verbraucher günstiger einkaufen kann. Ferrari unterwandert das Ganze durch eigenartige Verträge, oder versucht es zumindest. Zu unserem Wohl, weil seither haben wir einen noch größeren Zulauf und die Kunden kaufen viel lieber bei uns."

Trotz aller Mühe: ganz verhindern können die Vertragshändler die Konkurrenz also nicht. Weil dieses Auto-Haus von Ferrari nicht beliefert wird, bezieht es die Fahrzeuge unter anderem aus dem Ausland. Vom Hersteller nicht gern gesehen, aber durchaus legal.

Der Kaufvertrag kommt problemlos zustande: Keine Zusatzklauseln, keine Vertragsstrafe, keine Lieferzeiten, keine starren Preise - aber leider eine Ausnahme am deutschen Markt. Vielleicht sollte sich die EU-Kommission also auch mal mit Ferrari beschäftigen. Für den Konzern bleibt nur zu hoffen, dass Michael Schumacher in der Formel 1 noch lange erfolgreich ist und die Sympathie zurückgewinnt, die Ferrari mit seiner mangelnden Kundenfreundlichkeit zu verlieren droht.
Kapitalist ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 25.07.2002, 07:26   #2 (permalink)
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Komisch, dass mich das überhaupt nicht wundert.
Die Firma Auto Becker ist genau an dieser zum Himmel stinkenden Arroganz gescheitert und nun Konkurs...

Raymond
CountachQV ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.07.2002, 12:07   #3 (permalink)
 
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ITManager befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Bei Ferrari ist das wohl was anderes... Aber wann werden die Firmen/Konzerne endlich merken das solche Aroganz Gift ist fürs Geschäft.

Unser örtlicher Bentley Händler ist 8 Monate nach der Eröffnung pleite gegangen. Warum kann ich gut nachvollziehen. Ich war da mal drin in dem Laden...
ITManager ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.07.2002, 13:23   #4 (permalink)
 
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IQ996 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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@Kapitalist

"...Für den Konzern bleibt nur zu hoffen, dass Michael Schumacher in der Formel 1 noch lange erfolgreich ist und die Sympathie zurückgewinnt, die Ferrari mit seiner mangelnden Kundenfreundlichkeit zu verlieren droht..."

Ich bitte Dich!

Das meinst Du doch nicht wirklich ernst, oder?!

Wenn man ein solches Auto kaufen kann (rein finanziell) dann macht es einem auch nichts aus, solcher Situation "ausgesetzt" zu sein!!!

Gruss
__________________
IQ 996
IQ996 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.07.2002, 16:57   #5 (permalink)
 
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Stephan befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Wenn dieses Geschäftsgebahren von Ferrari tatsächlich verhindert, daß bei gefragten neuen Modellen die Spekulation heißläuft, ist das ja wohl keine so schlechte Sache.

Wie ich schon selbst anhand von SL erleben durfte (der Daimler : Gratuliere, Sie sind einer der ersten Besteller"- 3 Wochen später in der Auftragsbestätigung Lieferzeit 36 Monate), sitzen da Leute mit Beziehungen dazwischen, die die Verträge mit satten Aufpreisen verkaufen, ich nehme an mit Wissen der Niederlassung.

OK-wenn mans hat kann man auch den Aufpreis zahlen, ich komme mir da aber v@@@t vor.

Stefan
Stephan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.07.2002, 18:27   #6 (permalink)
 
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taunus ist ein wunderbarer Anblicktaunus ist ein wunderbarer Anblicktaunus ist ein wunderbarer Anblicktaunus ist ein wunderbarer Anblicktaunus ist ein wunderbarer Anblicktaunus ist ein wunderbarer Anblicktaunus ist ein wunderbarer Anblick
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Ich kann dieses Verhalten in gewisser Weise nachvollziehen. Gerade bei der nur limitiert gebauten Marke Ferrari, die momentan locker dreimal soviel Autos verkaufen könnte, es aber nicht tut, um exklusiv zu bleiben, machen Spekulanten das ganze Geschäft mit den Normalkunden kaputt. Erinnert euch mal an die Preislage nach Enzos Tod am Ende der 80er/Anfang 90er. Damals wurden die Preise durch Spekulanten bei Neuwagen teilweise bis auf den dreifachen Listenpreis hochgetrieben (Bsp. F40). Dies möchte man nun einfach vermeiden, um die Leute, welche einen Ferrari zu dem Zweck kaufen , für den er gebaut wurde (fahren), durch den Umweg über Zwischenhändler mit Preisaufschlag nicht über Gebühr zu verärgern, da diese Zwischenhändler das Kontingent zu einem Grossteil belegen würden. Es ist zum Beispiel auch so gewesen, das du damals beim F50 erst mal eine sechsstellige Summe bei Vertragsunterzeichnung auf den Tisch des Ferrarihändlers gelegt hast. Das wird jetzt beim Enzo nicht anders sein.
Ausserdem bin ich mir sicher, das dieses Verfahren mit Finanzierung und Konventionalstrafe bei schnellem Weiterverkauf bei langjährigen und guten Kunden nicht angewandt wird.
Beim SL vom MB ist es übrigens ähnlich, dort gibt es auch Kunden, die bei der Zuteilung bevorzugt werden (laut Aussage des Daimler-Chrysler Vorstandsvorsitzenden).
__________________
Wer bremst, hält an.

Mein Auto !
taunus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.07.2002, 11:32   #7 (permalink)
 
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Deci befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Klar ist solch eine Praktik (Teilzahlung) etwas zweifelhaft. Aber die Absicht ist nicht Böse meiner Meinung nach. Im Gegenteil. Stellt euch mal vor. Ferarri baut einen F370. Ein Mega Teil. Lamborghini baut auch ein kleinen Super Lambo. Beide sind im Preisbereich
140 000 Euro. Nehmen wir mal an irgend ein kranker Millonär und Autohändler bestellt auf die nächsten 2 bis 3 Jahre alle Modelle für sich. Er bietet die beiden Typen natürlich nachher zum Kauf an. Aber für über 200000 Euro das Stück. Jetzt kannst du entweder 3 Jahre auf dein Auto warten oder diesem Deppen seine neue Villa auf den Bermudas finanzieren. Wie würdet ihr handeln, natürlich ausser den Typen besuchen und.........
Ich gebe zu dass ist ein extremes Beispiel, aber ich werde jedesmal sauer wenn irgend so ein ar*** ein 360er Spider occassion für fast den doppelten Listenpreis anbietet. Also ich persönlich finde die Teilzahlung Geschichte das kleinere Übel.
Keiner von uns will doch je wieder Anzeigen in der Zeitung lesen, wie etwa TAUSCHE F40 GEGEN EINFAMIELIENHAUS.
Deci ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.02.2005, 23:06   #8 (permalink)
 
Benutzerbild von TR-512
 
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Standard Autohändler bestellt auf die nächsten 2 bis 3 Jahre alle Mod

Klar ist solch eine Praktik (Teilzahlung) etwas zweifelhaft.

Deci u. Taunus

ja da muß man euch wohl Recht geben. !! Dem ist auch meiner Meinung nach nichts hinzu zu fügen.

Gruß Klaus
__________________

Grazie Mille an HDennis
TR-512 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.02.2005, 23:28   #9 (permalink)
 
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Masterblaster befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Zitat:
Zitat von Deci
...Stellt euch mal vor. Ferarri baut einen F370. Ein Mega Teil. Lamborghini baut auch ein kleinen Super Lambo. Beide sind im Preisbereich
140 000 Euro....
Hast du ein Orakel Zuhause?
__________________
Die Erfolgreichen beginnen da wo die Verlierer aufgeben.
Masterblaster ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.02.2005, 00:11   #10 (permalink)
 
Mitglied seit: 01.10.2003
Ort: NRW
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Udo R. wird schon bald berühmt werden
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Trockenlegung des Spekulationssumpfes ist ein neuer
Trend auch in anderen Branchen. Schaut euch mal an,
wie kompliziert der Erwerb einer Fußball WM-Karte ist.

Wenn die ersten Quartale nur an Spekulanten und Strohmänner
geliefert wird, begeistert mich das gar nicht. Vermutlich mischen
auch einige Autoverkäufer fleißig mit.

Dann sind die Verkaufsbedingungen von Ferrari das kleinere Übel.
Deren Anwälte werden das schon geprüft haben.
Udo R. ist offline   Mit Zitat antworten
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