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Zitat von Autopista Der 250 GT California war zu seiner Zeit ein Überflieger. (...) Den California mit diesem Auto zu vergleichen ist äusserst weit hergeholt. |
Historische Bezüge sind bei der Lancierung einer neuen Baureihe in der Tat problematisch, und zwar bei jedem Hersteller (es hat etwas gedauert, bis ich Deinen Absatz richtig verstanden habe

). Einfach deshalb, weil sich die Wertmaßstäbe über die Jahrzehnte hinweg ebenfalls verschieben. Um genau dieses Problem halbwegs zu egalisieren, habe ich den "Umweg" über die Abstraktion (die Portfolio-Grafik) gewählt.
Allerdings ist der von Dir favorisierte V6-Heckmittelmotor Sportler in seinem Bezug zum originalen V6 Dino nicht minder fraglich. Denn er durfte ursprünglich ja gar kein
Ferrari sein, seinetwegen wurde extra eine neue Marke aus der Taufe gehoben. Am ganzen Fahrzeug gab es keinerlei Hinweise auf
Ferrari. Selbst der Motor (obschon eine
Ferrari-Konstruktion) wurde bei Fiat gebaut. Erst mit dem V8 Motor wurde der Dino zum von
Ferrari akzeptierten Einsteiger-Modell 308 GTB/GTS bzw. 208 GTB/GTS. Insofern gibt es eine saubere Linie vom einstigen V6 Dino zum heutigen F430, und das ohne Unterbrechung... Insofern halte ich eine Neuauflage des einstigen V6 Dino durchaus für unpassend im Portfolio.
Bleibt noch die Frage, ob ein komfortabler Tourer zur Marke
Ferrari passt? Nun, da wir ja so offenherzig um Traditions-Bezüge "streiten", ja, sowas gab es in der Vergangenheit. Wenn auch völlig unfreiwillig und unter Berücksichtigung der Verschiebung von Wertmaßstäben über die verflossenen Dekaden vielleicht ebenso wenig korrekt. Jedenfalls gab es schon zu seiner Zeit heftige Kritik: mit 1150 kg Leergewicht viel zu schwer, in seinem Fahrverhalten viel zu behäbig, ohne Rennkarriere (die seinerzeit für jeden
Ferrari obligatorisch war), eben einfach untypisch für einen
Ferrari. Wovon ich rede? Vom seligen 250 Europa (tipo 103), der freilich schon nach einem Jahr von einen Nachfolger mit besonderer Erfolgsgeschichte abgelöst wurde.