Zitat:
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Zitat von Autopista Der 612 ist kein Sportwagen steht aber als 2+2 Sitzer mit kraftvollem V12 durchaus in der Tradition der Marke. Die großen V12 GTs gab es bei Ferrari schon immer und sie passen auch zur Marke weil sie eine sehr exklusive Kundschaft ansprechen.
Das lässt sich vom California so nicht mehr behaupten. Die jetzigen Marketingaktionen lassen vermuten, daß Ferrari den "Neuen" auch mit entsprechender Stückzahl unters Volk bringen will. |
Nun, wenn man den 250GT California Spyder betrachtet (der mit dem zur Diskussion stehenden Neufahrzeug ganz offensichtlich zitiert werden soll), dann fehlt dem neuen Modell scheinbar die werthaftige Tradition... aber sehen wir mal weiter, bevor wir unsere Schlüsse ziehen:
Will
Ferrari neue Marktsegmente beschreiten und absolut sicher gehen, daß keine Kanibalisierung des eigenen Programms eintritt, dann bleiben eigentlich nur sehr wenige Möglichkeiten:
Diese einfache "Vier-Felder-Wirtschaft" macht graphisch sehr deutlich, daß der neue "California" das vorhandene Angebot von
Ferrari sehr gut ergänzt und von daher äußerst schlüssig ist.
Eine Anmerkung dazu: Es sind vier
Felder dargestellt. Wo genau sich die jeweiligen Modelle innerhalb ihrer Felder positionieren, habe ich bewußt nicht markiert. Denn das ist bei dieser Diskussion nebensächlich.
Damit haben wir zwei 12 Zylinder Modelle im Programm: ein Komfortmodell und ein Sportmodell. Im Bereich der 8 Zylinder gab es bislang nur das Sportmodell, ein Komfortmodell fehlte. Genau in diese Lücke stößt nun der "California". Und während es den F430 als Coupé und Spider als getrennte Fahrzeuge gibt (womit sie "wertiger" eingestuft werden können), ist der "California" beides zugleich. Das senkt die laufenden Kosten der Produktion und die fixen Kosten der Entwicklung, das Modell wird günstiger. Somit ist mit sehr großer Sicherheit gewährleistet, daß der "California" dem F430 nicht ansatzweise in die Quere kommt. Übrigens, bei
Porsche ist das Spiel mit dem auf dem Boxster basierenden Cayman gefährlicher: als Cayman S steckt er den Basis-
Carrera locker in die Tasche, er knabbert sogar am
Carrera S (was letztlich der Grund für die Vorstellung des X51 Pakets für den
Carrera S war). Solcherlei Spiel mit dem Feuer hat
Ferrari definitiv ausgeschlossen.
Mit diesen Gedanken im Hinterkopf nun nochmal zurück zum Thema Traditions-Bezug des neuen "California": Es sei daran erinnert, daß in den frühen Jahren der Straßen-
Ferrari die prestigemäßige Unterteilung in Hubraumklassen bis 3 Liter und über 3 Liter stattfand und nicht in der Zylinderzahl (es gab ja lange Zeit nur V12 Maschinen für die Straßen-Fahrzeuge). Und unter diesem Blickwinkel war auch der 250GT California Spyder am unteren Ende des Portfolios angesiedelt.
(Schlußbemerkung: Eigentlich wollte ich die gezeigte Grafik schon gestern in meinem letzten Post weiter oben präsentieren, mir fehlte aber die Zeit. Sorry...)