Da sich in den späten 60ern der neue Jaguar XJ sehr gut in Italien verkaufte und der Quattroporte I auch nicht mehr erhältlich war, dachte sich Alejandro De Tomaso, daß es nun an der Zeit sei, seinen eigenen 4türer auf den Markt zu bringen.
Vorgestellt wurde er auf der Turiner Motorshow 1970, nur einige Monate nach der Vorstellung des Pantera auf der New York Auto Show des selben Jahres.
Einige Motorjournalisten kamen aber schon vorher in den Genuß das Fahrzeug zu sehen.
Anfang 1970 waren einige von Ihnen in Modena um die Produktion der ersten Panteras zu sehen. Sie warteten schon einige Zeit auf Alejandro, der ihnen das Werk zeigen sollte, als er in einem silbernen ihnen unbekannten Fahrzeug auf den Hof fuhr. Er erklärte den überraschten Journalisten, daß dies der neue Deauville sei und entschuldigte sich fur sein spätes Erscheinen. Die Überraschung stieg, als er ihnen erklärte, daß er 2 Stunden zuvor noch auf dem Flughafen in Rom war. Ungläubiges Staunen, als er ihnen die Autostrada Tickets mit der abgestempelten Zeit zeigte. Nach einer kurzen Rechnung kamen sie zu dem Schluß, daß der ehemalige Rennfahrer die Strecke von Rom nach Modena mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 215 km/h hinter sich gebracht hatte.
Genau dafür war der Deauville auch gedacht, um 4-5 Personen bequem, vor allem aber schnell über lange Distanzen zu bringen.
Benannt ist er nach einem französischen Seebad am Atlantik und zwischen 1970 und 1985 wurden 244 Stück gebaut. Darunter auch einige gepanzerte Versionen. Eine davon, ein silbergrauer 1979er war lange Jahre bei diversen Staatsbesuchen in Einsatz. Auch der dicke Helmut Kohl hat reingepaßt.
Als kurz nach dem Falklandkrieg Maggie Thatcher Italien besuchte, haben sie vorher sogar alle De Tomaso Embleme aussen wie auch innen abgeklebt. Wegen der argentinischen Landesfarben blau-weis im Emblem.
Auch eine Kombi Version für Frau De Tomaso und ihre Hunde war darunter.
Das Styling, wieder von Tom Tjaarda, war meiner Meinung nach ein Meisterstück. Zeitlos elegant und trotzdem sportlich. Manche sagen, er sieht aus wie ein 1968er XJ. Ich würde sagen, die nächste XJ Generation von 1988 sieht aus wie ein 1970er Deauville.
Angetrieben vom aus dem Pantera bekannten 351er Ford V8, kombiniert mit der C6 Automatik. Schalter wurden für den Deauville nie angeboten.
Fahrwerkmäßig wie der Longchamp, mit je 2 Feder und Dämpfereinheiten an den Hinterrädern, mit innen am Differential angebrachten Bremsscheiben.
Dank Dallaras Abstimmung hatte er für eine 2 Tonnen schwere, 5 Meter lange Limousine ein erstaunlich sportliches Fahrverhalten.
Allerdinks war er ein schwerer Drinker. Bei entsprechend forscher Fahrweise hat er so um die 23 bis 25 Liter Super genommen. Dafür gab es 2 seperate Tanks. 60 Liter links und 60 Liter rechts. Über einen Schalter auf der Konsole konnte man auch während der Fahrt diese umschalten.
Innen gab's dank 2,6 Meter Radstand Platz in Hülle und Fülle und jeden Luxus. Alles in feinem Leder, zentimeterdicke Holzleisten (kein Furnier), Automatik, Servolenkung, Klimaanlage, elektriche Spiegel, Türöffner, Sitze (ab 1980) und vieles mehr.
Wie beim Longchamp gab es ab 1978 auch hier die Serie 2 mit vielen Detailänderungen. Auch hier gab's nun die neue ZF Lenkung und den um 15 cm nach hinten versetzten Antriebsstrang.
Ab 1980 auch erkennbar an den neuen dickeren Stoßstangen mit den Plastikecken und den integrierten Blinkern.
Der Innenraum dieser neueren Fahrzeuge war sehr ähnlich dem des QuattroporteIII, der übrigens aus dem Deauville hervorgegangen ist.
Trotz des aufwendigen Motors des Maserati, war der gleich große und schwere Deauville aber das sportlichere Fahrzeug mit wesentlich mehr Topspeed.
Mein ehemaliger Deauville. Baujahr 1977, 330 PS und rund 240 km/h schnell.
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