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Alt 23.03.2008, 21:39   #1 (permalink)
Stig
 
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Standard Erfahrungsbericht und Fotos von meinem Testarossa

Hallo Carpassion-Freunde,
Seit kurzem habe ich einen 89er Testa. Aufgrund des unberechenbaren Wetters bin ich erst ca. 500km gefahren, konnte aber schon einige Eindrücke sammlen, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Die Vorgeschichte:
Eigentlich war ein Diablo immer mein Traum. Genauer gesagt heute noch. So richtig Ferrari-Fan war ich eigentlich gar nie. Ich erfreute mich zwar immer sehr an den Legenden aus Maranello, mein Herz schlug aber hauptsächlich für die unerschwinglichen Klassiker und Rennwagen wie 275GTB, 250TDF oder 330P4 usw. Die aktuellen Modelle gefallen mir zwar, selber zählte ich mich aber nie zum "potentiellen Käuferkreis". Nachdem Ferrari mit dem 550 dem Mittelmotor-Zwölfzylinder den Rücken kehrte, stand für mich ganz klar der Lamborghini Diablo zuoberst auf der Absolute-Dream-Car-Liste.
Längere Zeit habe ich mich (auch hier) mit dem Kauf eines Diablos befasst. Vermutlich habe ich zu lange gewartet, die Preise für die schönen/gepflegten/originalen/unverbrauchten/seriösen Diablo-Modelle sind unerwartet gestiegen, die Unterhaltskosten sind mehr oder weniger auch kaum definierbar.
Irgendwie gab es da aber noch ein Auto, dass mich im Kindesalter nebst F40 enorm in seinen Bann zog: Der Testarossa.
Leider kam dann aber eine Phase, wo nebst dem Finanziellen die Fahrbarkeit & Rennstreckentauglichkeit bei mir im Vordergrund stand. So war dieses Thema nach dem Preiszerfall nie mehr aktuell, der Testa geriet bei mir irgendwie in Vergessenheit...

Der Beweggrund zum Erwerb:
...bis ein Kollege von mir seinen seit über 10 Jahren im Besitz befindenden Testa mir anbot. Gleichzeitig ist dieser Kollege auch mein "Lotus-Händler des Vertrauens", eigentlich dachte er, ich kenne jemand, der dieses Auto haben möchte. Jemand aus meiner Verwandtschaft war zur selben Zeit auf der Suche nach einem 512M, ich versuchte trotzdem zu vermitteln. Zuerst hätte es auch beinahe geklappt, bis ich plötzlich eine enorme, wiederentdeckte Faszination für den Testa entdeckte. Motiviert mit zusätzlichem Freundschaftspreis und der moralischen Unterstützung meines Kollegenkreis entschied ich mich dann, diesen Testarossa für mich zu kaufen.
Ausschlaggebend war für mich primär der besondere Platz des Testarossa in der Ferrari-History, ist dieser doch der letzte 12-Zylinder-Mittelmotor (nebst den Exoten F50/Enzo) von Ferrari.
Sekundär dann die optische Präsenz des Testa, das schon über 25Jährige Design sieht heute einfach noch toll aus. Klar, etwas grössere Felgen und modernisiertes Lampendesign würde ihm nach heutigen Masstäben gut tun; versetzt man sich aber in die dazumalige Zeit, "war" der Testa prägend für die Designsprache sowie Stilelemente der kommenden Jahre.
Dies reichte, um die Kaufzusage ohne Probefahrt zu machen...
Ich hab meinen Testa zu einem erstaunlich günstigen Preis gekauft. Den Zustand beurteile ich als perfekt. Aus Auto habe ich mit History aus 2. Hand gekauft und hat erst 36'000km. Selbstverständlich unfallfrei.

Wie fährt sich ein Testarossa?
Erwartungen an das Fahren eines Testa's hatte ich im Vorfeld eigentlich keine. Der Testa kannte ich aber auch nicht als besonders fahraktives Auto vom "HörenSagen" her, ich liess mich einfach mal überraschen.
Nach 500km muss ich aber sagen, dass der Testa enorm Fahrspass, viel mehr als erwartet, vermittelt! Der Motor hat ein hervorragendes Drehmoment, klingt mit der Tubistyle-Anlage sensationell (aber nicht zu laut) und die Übersicht der breiten Carossierie ist problemlos. Negativ aufgefallen ist mir einzig die indirekte Lenkung sowie die etwas schwachen Bremsen. Grosse Freude macht aber das Schalten: Das klacken und die präzise (aber schwergängige Führung) des Schalthebels animieren richtig zum Gangwechsel. Die Gangwechsel beanspruchen zwar wertvolle (Runden-)Zeit, aber wer fährt heute noch mit einem Testa auf der Rennstrecke?
Die Sitzposition (ausgestreckte Arme, angewinkelte Beine) ist nach heutigem Ermessen gewöhnungsbedürftig, aber nicht unbequem. Mit 178cm passe ich perfekt hinter das Lenkrad.
Der Grip (dank den modernen Reifen) und der Grenzbereich ist erstaunlich hoch, kommt die Fuhre aber mal ins Rutschen, ist es schwierig das Auto auf Kurs zu halten, speziell wegen der indirekten Lenkung. Vorallem braucht das Auto enorm Platz, um seine fahrdynamischen Grenzen zu zeigen. Positiv überrascht hat mich das neutrale und nur minimal untersteuernde Fahrverhalten.

Aber trotzdem, zum richtigen Schnellfahren (z.B. auf der Nordschleife) taugt der Testa heute nicht mehr. Vielmehr ist der Testa heute ein attraktives und interessantes Auto für die gemültlichen Ausfahrten an einem schönen Sonntag. Und genau darauf freue ich mich enorm. Der Frühling kann beginnen!!

Gruss,
Ronnie

Hier noch einige Bilder, die ich heute während eines kurzen trockenen Moments machen konnte:

















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"Am Anfang schaute ich mich um, konnte aber den Wagen, von dem ich träumte, nicht finden. Also beschloss ich, ihn mir selber zu bauen."
Prof. Dr.-Ing. h.c. Ferdinand Porsche
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