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Alt 25.01.2007, 15:25   #4 (permalink)
Spaceframe
 
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Angekettet durch den Schnee

Schnee und Eis auf deutschen Straßen - da sollte das Auto gut gerüstet sein. Winterreifen werden zwar immer besser, ein gleichwertiger Ersatz für Schneeketten ist aber nicht in Sicht. Aktuelle Ketten sind einfach zu montieren - und verhindern, dass Leichtmetallfelgen Kratzer abbekommen.



Unna/Hannover - Der Winter ist immer noch die wohl unangenehmste Jahreszeit für Autofahrer, auch wenn er an Schrecken verloren hat. Einerseits lässt der Siegeszug der Fahrhilfen vom Antiblockiersystem bis zum Schleuder-Verhinderer ESP so manche Situation beherrschbar erscheinen, die vor wenigen Jahren noch für arge Probleme sorgte. Andererseits haben sich ein paar Dinge nicht geändert. Aller modernen Technik zum Trotz gilt, dass Winterreifen ratsam sind. Und wenn es richtig winterlich ist, kommt noch ein Zubehör ins Gespräch, das auf den ersten Blick fast schon vorsintflutlich erscheint, bis heute aber nicht übertroffen wurde: die Schneekette, die immer noch im Detail weiter entwickelt wird.



Anlegen von Schneeketten: In bergigen Regionen und Extremensituationen von Vorteil
Eine Bergregion, eine stark verschneite Straße - das ist der Ort, an dem Schneeketten zum Einsatz kommen. Wie eh und je bedeutet das für den Fahrer, dass er aussteigen und die Ketten auf die angetriebenen Räder des Fahrzeugs montieren muss. Dass es solche Situationen immer wieder gibt, liegt wiederum an der Grundkonstruktion der gebräuchlichen Winterreifen.

"Ein Winterreifen muss unheimlich viele Anforderungen erfüllen", erläutert Manfred Groß vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg (Bayern). "Der Reifen muss auf kalter Fahrbahn ebenso sie auf nasser Straße immer genügend Grip haben. Wenn man dem Winterreifen aber auch noch eine Eignung für bestimmte Extremfälle abfordern würde, müssten darunter die anderen Eigenschaften leiden."

"Die Winterreifen werden zwar grundsätzlich immer besser, trotzdem gibt es immer noch Bereiche, in denen die Schneekette ihre Vorzüge hat", bestätigt Klaus Engelhart, Sprecher des Reifenherstellers Continental in Hannover. Während wohl kaum jemand auf die Idee kommen würde, in der Ebene mit Schneeketten unterwegs zu sein, sieht es gerade in bergigen Regionen und bei Extrembedingungen anders aus. "Grundsätzlich kann man sagen, dass die Schneeketten auf Eis ebenso wie an Steigungen mit festgefahrenen Schneedecken ihre Vorteile ausspielen können", so Engelhart.

Der perfekte Winterreifen ist noch nicht erfunden

Das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben. Zwar hat man laut Engelhart bei der Entwicklung neuer Reifentypen immer auch im Hinterkopf, irgendwann einmal die Prozedur des Kettenanlegens überflüssig zu machen. Doch der wirklich für jede Situation perfekte Winterreifen ist noch nicht erfunden. "Es ist heute auch noch nicht absehbar, wann die Schneekette wirklich nicht mehr benötigt wird", sagt Engelhart.



Schneekette: "Es gibt durchaus Ketten, die sich in zwei Minuten montieren lassen"
Für die Hersteller der Schneeketten bedeutet das, dass sie weiterhin an ihren Produkten feilen, um sie aktuell zu halten. Allerdings steht dabei die weitere Optimierung des Vortriebs bei Eis und Schnee nicht ganz oben auf dem Plan. "Bei der Weiterentwicklung stand eindeutig der Bereich Montageerleichterung im Mittelpunkt", sagt Manfred Groß. Mit der Folge, dass die Fummelei bei eisiger Kälte nicht mehr so anstrengend und Zeit raubend ist: "Es gibt durchaus Ketten, die sich in zwei Minuten an einem Rad montieren lassen."

Auf der anderen Seite war es die Weiterentwicklung der Automobile an sich, die den Kettenherstellern Überarbeitungen ihrer Produkte aufzwang. "Eine der Entwicklungen in der jüngeren Vergangenheit bestand darin, die Materialquerschnitte zu verringern", sagt Rainer Linnig vom Kettenhersteller Pewag in Unna. Dabei ging es darum, die Ketten an sich Platz sparender, aber gleichzeitig stabil genug zu gestalten. "Der Grund dafür ist, dass es an modernen Autos immer weniger Platz gibt." Die dicken Schneeketten könnten also unter Umständen an Radlauf oder Radkasten schrammen.

Die Kette an sich steht nicht zur Diskussion

Ästhetische Gesichtspunkte spielen bei den aktuellen Entwicklungen ebenfalls eine Rolle - wobei nicht das Aussehen der Schneeketten selbst im Mittelpunkt steht. "Es geht vielmehr darum, dass heute immer mehr Fahrzeuge mit Leichtmetallfelgen ausgerüstet sind", sagt Rainer Linnig. Dieses leichte Metall hat das Problem, dass es relativ schnell verkratzt und beschädigt werden kann. Man hat daher die Schneeketten mit "Felgenschonern" versehen, was sich im Endeffekt durch Kunststoffummantelungen einzelner Teile der Ketten darstellt.


Die Kette als Grundbestandteil stand nicht zur Diskussion. "Etliche Leute haben sich Gedanken gemacht, wie man so etwas ganz anders lösen könnte - am Ende ist man aber immer wieder bei der Kette gelandet", erinnert sich Manfred Groß. Auch ein Test von Schneeketten beim ADAC hatte das Ergebnis, dass Neues nicht automatisch besser ist. Dort wurde zum Vergleich eine sogenannte Anfahrhilfe ausprobiert, die aus Textil besteht und über den Reifen gezogen wird. "Nicht empfehlenswert", lautete das Fazit der Tester.

Daher werden Autofahrer auch in den kommenden Jahren bei Eis und Schnee mit der Schneekette in der Hand vor den Rädern ihrer Autos hocken - immer mit der Hoffnung, dass mit der Montage alles glatt geht. Daher gilt auch weiterhin ein Ratschlag-Klassiker des Automobilclubs von Deutschland in Frankfurt/Main: Der Umgang mit der Schneekette sollte schon vor dem Start geübt werden - schließlich lässt sich die Routine der richtigen Handgriffe in der trockenen Garage besser aneignen, als bei eisigen Temperaturen auf der verschneiten Bergstrecke.

Von Heiko Haupt, gms
Quelle: Spiegel online

Hab auch nicht viel gutes von der Socke gehört, soll schnell abrutschen und aufreissen, also leider wohl keine annähernd gleichwertige Alternative zur Schneekette.....

Gruß

Spaceframe
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